Wann ist ein Mensch ein Mensch?

09/07/2009

Die Debatte um Stammzellenforschung mittels Opferung menschlichen Lebens hält an und zeigt auf, dass dies keineswegs ein Thema ist, das sich durch naturwissenschaftliche Rechtfertigungsversuche und legislative Maßnahmen vom Tisch fegen lässt. Als der neue US-Präsident Anfang März der Stammzellenforschung an menschlichen Embryonen uneingeschränkte staatliche Förderung zusprach, regte sich lautstark Protest aus christlichen Kreisen (tagesschau.de).

Die kritischen Stimmen verstummen nicht, da Barack Hussein Obama weiter auf diesem Kurs fährt. Leichtfertig verspielt er seine Glaubwürdigkeit, in dem er einerseits von sich behauptet, Christ zu sein, sich gleichzeitig aber als Abtreibungsbefürworter bekennt und Organisationen, die diese durchführen und propagieren, mit öffentlichen Geldern unterstützen lässt. Überaus bizarr erscheint in diesem Licht, dass er trotz einer 65 000 Unterschriften starken Petition, von der größten katholischen Universität der Vereinigten Staaten die Ehrendoktorwürde verliehen bekam, im Anschluß an eine Rede, in der er seine ‚Pro-Choice‘-Haltung zur Abtreibung erneut herausstellte (tagesspiegel.de).

Es heißt „ein bisschen schwanger gibt es nicht“. Dieser Zustand ist absolut und kompromisslos. Vom Moment der Empfängnis an besteht die Schwangerschaft und existiert somit ein lebendiges menschliches Wesen. Jene, die vom Menschen als beseeltes Wesen ausgehen, müssen sich in Konsequenz die Frage stellen, wann die Seele in den Menschen gelangt. Die Seele ist der essentielle Teil des Menschen, sein unsterblicher geistiger Teil. Ist es hier nicht die logischste und rationalste aller Überlegungen, den Zeitpunkt der Empfängnis als Moment der ‚ganzheitlichen‘ Menschwerdung zu begreifen?

Ebenso wenig wie „ein bisschen schwanger“ gibt es „ein bisschen Mensch“. Daran ändert auch nichts, wenn der wenige Tage oder Wochen alte ungeborene Mensch als ‚Embryo‘ bezeichnet wird, um ihn zu anonymisieren, ihm die Persönlichkeit abzusprechen, oder sei es nur, um das eigene Schuldbewusstsein wegzuwischen.

Wenn also Barack Obama Richtlinien zur Stammzellenforschung erarbeiten lässt, nach denen zwar keine menschlichen Wesen zu diesem Zweck ‚hergestellt‘ werden dürfen, sondern nur solche ‚verwendet‘, die „gespendet, überschüssig und nicht brauchbar“ seien (zenit.org), geht er einen Kompromiss ein, wo es keinen geben kann. Gerne spricht er von „Respekt und Toleranz“, empfindet selbst offenbar aber keinen Respekt vor dem menschlichen Leben, und zeigt, trotz angeblicher Gläubigkeit, keine Ehrfurcht vor der alleinigen Macht des Schöpfers, Leben zu geben oder zu nehmen. Es stellt sich die Frage, wie lange die Amerikaner und mit ihnen die Weltöffentlichkeit den hohlen Lippenbekenntnissen dieses Präsidenten noch zujubeln.

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