FIFA, Fussball und Gebet

10/07/2009

Der Anlass ist nicht mehr taufrisch, das Thema bleibt brandaktuell.
Johannesburg, 28. Juni 2009: Die brasilianische Nationalmannschaft siegt beim Confederations Cup, dankt für ihren Erfolg mit einem kollektiven Gebet auf dem Rasen, und wird von der FIFA deswegen offiziell ermahnt. Zehn Tage zuvor hatte die ägyptische Nationalmannschaft nach ihrem Sieg gegen Italien kollektiv in Richtung Mekka gebetet (
tagesanzeiger.ch) – ohne Ermahnung des Fußballbundes. Das italienische „Il Giornale“ titelt daraufhin am 4. Juli empört: „Beten verboten (nur für Christen)“ und unterstellt Diskriminierung.

Die FIFA begründet ihre Entscheidung damit, dass seit 2007 die Ausrüstung der Spieler „keinerlei politische, religiöse oder persönliche Bekundungen oder Symbole“ enthalten darf. Einige der brasilianischen Spieler lassen sich von dieser Regelung nicht beeindrucken, sie tragen weisse T-Shirts mit christlichem Bekenntnis während des Gebetes, zu sehen auf 20min.ch.

Die Sachlage scheint eindeutig: Klarer Verstoß der brasilianischen Mannschaft gegen die FIFA-Regelung. Zudem fühlte sich Weltmeister Italien vielleicht in seiner Ehre gekränkt durch den Sieg der Ägypter, und deren Gebet auf dem Fußballfeld mag Erinnerungen geweckt haben an beunruhigende Szenen einer muslimischen Kundgebung Anfang Januar in Mailand, als der Domplatz zeitweilig von hunderten nach Mekka gewandten Betern blockiert war (es titelte wiederum „Il Giornale“, siehe kath.net).

Nur: die Brasilianer stehen zu ihrem Glauben und verstecken ihn nicht in der Öffentlichkeit, selbst wenn sie damit Gefahr laufen, gegen -menschliche- Regeln zu verstoßen, oder Andersgläubige zu konfrontieren. Die FIFA hingegen, die angeblich so sehr auf Neutralität bedacht ist, widerspricht Art. 3 ihrer eigenen Statuten und verhält sich diskriminierend gegenüber Christen.

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