Maria Mutter Jesu

22/08/2009

 

Während Katholische Kirche und Ostkirchen der Mutter Jesu die ihr gebührende Verehrung entgegenbringen, ist diese tröstliche und gnadenbringende Tradition aus den vielfältigen protestantischen Bekenntnissen verschwunden oder wird von ihnen abgelehnt. Nachgefragt, lassen sich Argumente vernehmen, die so vielfältig sind wie jene Glaubensgemeinschaften:

– Maria findet in den Evangelien nur selten Erwähnung, dies sei Indikator für ihre Unwichtigkeit
– Was Jesus in den Evangelien zu ihr / über sie sagt, sei geringschätzig
– Sie sei bloß Mensch gewesen, eine wie du und ich, ihre Verehrung käme Idolatrie gleich und lenke von Christus ab
– „Ich kann nicht an Maria glauben!“

Wer aber ist Maria? Und welche Rolle spielt sie in der Heilsgeschichte?

Maria ist voller Demut. Sie ist rein. Sie ist gehorsam.

G.M. Grünewald: Madonna im Gärtchen

G.M. Grünewald: Madonna im Gärtchen

Der Evangelist Lukas, der die Vorgeschichte Christi sehr genau recherchiert hat, beleuchtet die Rolle Marias bei der Menschwerdung Gottes ausführlich, mehrfach betont er Ihre Jungfräulichkeit (vgl. Lk 1, 26-27). Von sich selbst spricht sie als „niedrige Magd“ (vgl. Lk 1, 48). Fügsam stimmt sie dem Vorhaben Gottes zu: „Ich bin die Magd des Herrn; mir geschehe, wie du es gesagt hast“ (Lk 1, 38).

Gabriel tritt zu Maria mit den Worten: „Sei gegrüßt, du Begnadete, der Herr ist mit dir“ (Lk 1, 28), und Elisabeth, die Cousine, erkennt augenblicklich, als diese zu Besuch kommt: „Gesegnet bist du mehr als alle anderen Frauen und gesegnet ist die Frucht deines Leibes“ (Lk 1, 41-43).

Maria ist sich ihrer Rolle durchaus bewusst: „Siehe, von nun an preisen mich selig alle Geschlechter“ (Lk 1, 46-48). Niemals vergisst sie dabei, dass sie als Mensch allein nichts vermag, sondern Gott es ist, der in uns wirkt: „Denn der Mächtige hat Großes an mir getan und sein Name ist heilig“ (Lk 1, 49). Ebenso wie der Auftrag des Sohnes ein überaus schmerzhafter ist, wird er es auch für die Mutter sein. „Dir selbst aber wird ein Schwert durch die Seele dringen,“ prophezeit ihr der weise Simeon (Lk 2, 34-35).

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4 Antworten to “Maria Mutter Jesu”

  1. Mailin Says:

    Ja, das freut mich, wenn du davon überzeugt bist. Ich könnte es wohl nicht sein. Aber das stimmt: Der protestantische Glaube lädt sehr zum Unglauben ein.
    Ich bin eigentlich garnicht christlich aufgewachsen, naja, ich lebe halt in der christlichen Kultur, meine Schwester ist katholisch, ich evangelisch aber wir leben das beide nicht so konsequent, glaub ich. Irgendwie sucht man sich doch immer das, was man nicht hat. Ich finde die Katholische Lehre auch gut, in der Kirche gefällt es mir dann aber weniger. Und naja, diese Marienverehrung und so hat eben was sehr „mystisches“, wenn man es so sagen will, da erlebt man dann persönlich was.
    Ich weiß nicht, ehrlich gesagt habe ich noch nicht DIE Kirche getroffen, von der ich wirklich glaube, dass sie nach Jesu Wille ist, aber woher weiß man das schon…

  2. Mailin Says:

    Weißt Du(wen auch immer ich hier anspreche), ich sehe das so: Sie war eine einfache, sehr junge Frau, die auserwählt wurde von Gott, Jesus, den Sohn Gottes zur Welt zu bringen. Reinheit ist immer so ne Sache. Gut, sie war Jungfrau- aber wenn das alles ist. Ich meine, so besonders ist das jetzt nicht. Das hat eher was mit Gott zu tun, dass er von einer Jungfrau geboren wurde. Das ist ein Zeichen für einen besonderen Mann Gottes oder so, wenn die Geburt auf besondere Weise geschieht.
    Ich persönlich finde es schön, sie als Identifikationsfigur, Gegenüber oder so zu haben und ja, sie musste besondere Last auch tragen, war am Kreuz und so. Naja, damit steht sie wohl als Symbol für viele da. Aber ist nichts höheres, finde ich. Vielleicht sowas wie ein Vorbild oder so.
    Ich meine aber, wenn man nicht die Sehnsucht verspürt, nach ihr, dann ist das auch nicht schlimm im Heilsplan oder so. Ich glaube manchmal, sie wird sehr idealisiert für etwas, dass sie vielleicht gar nicht war.
    Hat viel mit Mystik zu tun, inneres Erleben- da ist das wertvoll. WENN man einen Zugang dazu findet.

    • perpetualux Says:

      Hallo Mailin,

      ich bin im protestanischen Glauben erzogen worden, habe mich zeitweilig vom Glauben abgewendet, ihn verloren bis zu meiner Bekehrung vor einigen Jahren. Daraufhin trat wie ein Wunder der Katholische Glaube, dem ich immer sehr skeptisch gegenübergestanden war, in mein Leben, da mir die Schriften Maria Valtortas nahegebracht wurden. Habe mich dann intensiv damit auseinandergesetzt, wofür die Katholische Kirche steht, bin zu dem Schluss gekommen, dass sie die Kirche ist, die Jesus gegründet hat, und vor zwei Jahren konvertiert.
      Habe mich anfangs schwergetan, mich Maria hinzuwenden, da ihre Verehrung in protestantischen Kreisen eben verpönt ist, und bin immer noch dabei, mich an sie heranzutasten und ihr näher zu kommen. Mein Gefühl aber ist, dass Jesus, der mir immer Halt gewesen ist, selbst dann, wenn ich nicht viel von ihm wissen wollte, mich zu seiner Mutter hinführen möchte. Der Rosenkranz ist der Weg, um zu ihr zu gelangen, und ganz sicher: wo sie ist, ist ihr Sohn, wo sie ist, ist das Kreuz, wo sie ist, ist der Himmel.

      Perpetua

    • abitene Says:

      Ich stimme dir zu, ’nur Jungfrau‘ wäre allein nichts so besonderes, aber es muss doch etwas besonderes an ihr gewesen sein, dass Gott gerade sie erwählt hat… Schliesslich hat er sich ihr total ausgeliefert als Säugling und Kind… also das kann nicht einfach irgendeine junge Frau gewesen sein. Es kommt ja noch ein zweiter Teil zu dem Beitrag hier von Perpetualux


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