Seelenheil in Gefahr

30/08/2009

In protestantischen und freikirchlichen Kreisen ist die Luther’sche Meinung vorherrschend, dass wir uns nicht durch unsere Werke die Vergebung unserer Schuld verdienen, sondern allein durch den Glauben an die Gnade Gottes gerettet werden. Diese Lehre bringt die Seele in grösste Gefahr, denn durch unsere Sünden können wir die Gnade Gottes verlieren, selbst wenn wir an dieselbe glauben!

Mit dem Argument, zur Vergebung reiche das Erlösungswerk Christi, wird behauptet, wir hätten keine weiteren Mittel zur Gnadenerlangung und zur Rettung unserer Seelen nötig, dies stelle eine Beleidigung Christi dar usw. Es ist richtig, dass Jesus uns durch seine Passion von der Sünde und von der Verdammnis vollkommen erlöst hat. Er hat uns die nach dem Sündenfall verlorene Gnade Gottes und das Anrecht auf den Himmel wiedererlangt. Aber hat sich die Menschheit seitdem bekehrt? Leben wir tatsächlich nach den Zehn Geboten  („Wenn du aber das Leben erlangen willst, halte die Gebote !“ Mt 19,17)?

Auch nach der Kreuzigung bleibt der freie Wille des Menschen bestehen, und auch nach der Kreuzigung folgt der Mensch dem Ruf Satans statt dem Ruf Gottes und dies in zunehmendem Maβe. Wir treten das Erlösungswerk mit Füssen und fahren fort zu sündigen in Gedanken, Worten, Taten und Unterlassungen. Wer aber ein Gebot Gottes in einer wichtigen Sache mit Wissen und Willen übertritt, begeht eine Todsünde und verliert die heiligmachende Gnade, die Jesus uns wiedererschlossen hat. Wer ohne Reue im Stand einer Todsünde stirbt, kommt in den Ort der ewigen Verdammnis, auch Hölle genannt, wo er „heulen und mit den Zähnen knirschen“ wird (Mt 8,12 ; 13,42 ; 13,50 ; 22,13 ; 24,51; 25,30 ; Lk 13,28). Die mit ‚leichteren‘ (lässlichen) Sünden belastete Seele, die zwar in der Gnade gestorben, aber nicht ganz rein ist, ist gerettet, geht aber zuerst zur Läuterung in das Fegefeuer, den Reinigungsort. Gott ist barmherzig und geduldig, aber er lässt seiner nicht spotten und urteilt immer gerecht.

 

Gustave Doré: Das Paradies

Gustave Doré: Das Paradies

Jesus, der unsere schwache Natur kennt, hat uns aus aus diesem Grund die Gnadenmittel hinterlassen : die Sakramente (Taufe, Firmung, Eucharistie, Beichte, Krankensalbung, Ehe, Priesterweihe), die Sakramentalien (geweihte Gegenstände, Segen und Weihungen) und das Gebet. Wir haben sie  zur Stärkung und Reinigung unserer Seele bitter nötig. Der Apostel Paulus fordert uns zur tätigen Mitwirkung an unserer Erlösung auf, indem er sagt : „Jetzt freue ich mich in den Leiden, die ich für euch ertrage. Für den Leib Christi, die Kirche, ergänze ich in meinem irdischen Leben das, was an den Leiden Christi noch fehlt.” (Kol 1,24).

Es reicht nicht, vage ‘in Christus’ zu sein. Es reicht auch nicht, getauft zu sein, um in Christus zu leben und gerettet zu werden. Man muss dort zu verbleiben wissen, und das ist ein ständiger harter Kampf gegen den raffinierten Feind, der unser Verderben will und uns u.a. vorgaukelt, dass wir der Eigenverantwortung enthoben seien. Wer ihm Gehör schenkt, muss um sein Seelenheil, um das Ewige Leben, fürchten.

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2 Antworten to “Seelenheil in Gefahr”


  1. Mein lieber Freund,
    obwohl ich keiner Euren von anmaßenden und selbstberufenen Menschen organisierten Religionen bis hin zu den Sekten angehöre, möchte ich von Dir wissen,
    wo steht es geschrieben, dass es ein Fegefeuer gibt?

    Weder Gott noch Christus hat vo nsolch einem Ort gesprochen!!!

    Hier wird wieder das Wort Gottes wie die Lehre und Theologie des lebendigen Gottes verfälscht, aufgrund aus Mangel an Gehorsam, Aufmerken und Legitimation des lebendigen Gottes und seinem Christus.

    • abitene Says:

      Hallo Peter, deine spitze Bemerkung zu Anfang ignoriere ich jetzt mal.
      Du meinst wohl Bibelstellen, die die Existenz des Fegefeuers belegen, also z.B. hier:

      „Auch hielt er sich den herrlichen Lohn vor Augen, der für die hinterlegt ist, die in Frömmigkeit sterben. Ein heiliger und frommer Gedanke! Darum ließ er die Toten entsühnen, damit sie von der Sünde befreit werden.“ (2. Makk.12,45). Das bedeutet also, dass wir mithelfen können, die Toten von ihren Sünden zu befreien. Diese Toten können nicht in der Hölle sein, denn von da gibt es kein Zurück mehr. Im Himmel können sie auch noch nicht sein mit ihren Sünden, denn in ihn kann nichts unreines eingehen (Offb. 21,27)

      Auch der hl. Paulus sagt von einem der noch Mängel an sich hat: „Er selbst aber wird gerettet werden, doch so wie durch Feuer hindurch also durch Leiden“ (1. Kor. 3,15).

      Mt 18,34-35: „Und in seinem Zorn übergab ihn der Herr den Folterknechten, bis er die ganze Schuld bezahlt habe. Ebenso wird mein himmlischer Vater jeden von euch behandeln, der seinem Bruder nicht von ganzem Herzen vergibt. “ Die Schuld dort ist also irgendwann bezahlt. Das kann auch nicht in der Ewigen Verdammnis sein, denn wie gesagt, die ist ewig.

      Mt 5,25-26: „Schließ ohne Zögern Frieden mit deinem Gegner, solange du mit ihm noch auf dem Weg zum Gericht bist. Sonst wird dich dein Gegner vor den Richter bringen und der Richter wird dich dem Gerichtsdiener übergeben und du wirst ins Gefängnis geworfen. Amen, das sage ich dir: Du kommst von dort nicht heraus, bis du den letzten Pfennig bezahlt hast.“

      Was stört dich am Fegefeuer? Ich finde, das ist ein weiterer Beweis für Gottes Liebe und Barmherzigkeit, denn ehrlich: Wer von den Menschen ist in der Sterbesekunde so rein/ sündenfrei, dass er in den Himmel eingehen kann? Gäbe es nur Himmel und Hölle, würden wohl nur ganz ganz wenige Menschen in den Himmel kommen…


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