Apokalypse und Antichrist (2)

04/09/2009

20. August 1943

Jesus sagt: „Ja, der jetzige Schrecken ist groß, Meine Geliebten; aber um wieviel größer muss er noch werden, um das Grauen der letzten Zeiten zu werden! Und wenn es scheint, dass sich Wermut in das Brot, den Wein, den Schlaf des Menschen gemischt hat, so muss noch viel, viel, viel mehr Wermut in eure Gewässer, auf eure Tische, auf eure Lagerstätten tropfen, bevor ihr die völlige Bitterkeit schmecken werdet, die die Gefährtin der letzten Tage des von der göttlichen Liebe erschaffenen und von der göttlichen Liebe geretteten Geschlechts sein wird, das sich jedoch dem teuflischen Hass ausgeliefert hat.

Wenn schon Kain unstet über die Erde irrte, weil er unschuldiges Blut umgebracht hatte, das immerhin von der Schuld verseuchtes Blut war, und wenn er niemand fand, der ihn aus der Qual der Erinnerung befreite, denn das göttliche Malzeichen war ja auf ihm – und wenn er in Bitterkeit zeugte und lebte und andere so leben sah und in Bitterkeit starb -, was muss dann erst das Menschengeschlecht erleiden, das tatsächlich das allerunschuldigste Blut, seinen Erlöser, umgebracht hat und es weiterhin umzubringen wünscht?

Glaubt also nur: Dieses sind jetzt die Vorzeichen, aber die Stunde ist noch nicht da.

Jetzt sind die Vorläufer desjenigen da (1), der sich, wie Ich sagte, nennen könnte: „Verneinung“, „das fleischgewordene Böse“, „Grauen“, „Gotteslästerung“, „Satanssohn“, „Rache“, „Zerstörung“; Ich könnte fortfahren, ihm Namen klarer und angsterregender Bedeutung zu geben. Aber er ist noch nicht da.

Er wird eine sehr hochgestellte Persönlichkeit sein, hochgestellt wie ein Stern. Kein menschlicher Stern, der an einem menschlichen Himmel glänzte. Nein, ein Stern einer übernatürlichen Sphäre, der, nachdem er den Schmeichelreden des Feindes erlegen ist, sich nach anfänglicher Bescheidenheit dem Hochmut ergeben wird, nach anfänglichem Glauben dem Atheismus, nach anfänglicher Keuschheit der Ausschweifung, nach evangelischer Armut dem Goldhunger, nach einem Leben in der Verborgenheit der Ruhmsucht.

Albrecht Dürer: Der Drache und das Tier

Albrecht Dürer: Der Drache und das Tier

Es ist weniger angsterregend, einen Stern vom Firmament fallen, als dieses einst erwählte Geschöpf in die Schlangenwindungen Satans stürzen zu sehen, das die Sünde seines Wahlvaters noch einmal begehen wird. Luzifer ist aus Hochmut zu dem Verfluchten und Finsteren geworden. Der Antichrist wird, nachdem er ein Stern in meiner Heerschar war, nur um sich eine Stunde im Hochmut zu sonnen, zum Verfluchten und Finsteren werden.

Zur Belohnung für sein Abschwören, das die Himmel in einem Erbeben des Schreckens erschüttern und die Säulen Meiner Kirche im Entsetzen über seinen Absturz erzittern lassen wird, wird er die ganze Hilfe Satans erhalten: Dieser wird ihm die Schlüssel zum Brunnen des Abgrunds übergeben, damit er ihn öffne. Soll er ihn doch aber vollständig öffnen, damit die Werkzeuge des Schreckens, die Satan in den Jahrtausenden zubereitet hat, hervorkommen, die Menschen so zur völligen Verzweiflung bringen sollen, dass sie von sich aus Satan als ihren König anrufen und dem Antichristus folgen, der allein die Pforten des Abgrunds öffnen und den Herrscher des Abgrunds hervorgehen lassen kann, so wie Christus die Pforten des Himmels geöffnet hat, um Gnade und Vergebung daraus hervorgehen zu lassen, die die Menschen zu Gotteskindern und zu Königen eines ewigen Reiches machen, in dem Ich König der Könige bin.

Wie der Vater Mir alle Macht übergeben hat, so wird Satan jenem jede Macht geben, und vor allem jede Macht der Verführung, um die Schwachen und die vom Fieber des Ehrgeizes Verzehrten – so wie er selbst es als ihr Anführer ist – hinzureißen, ihm zu folgen. In seinem zügellosen Ehrgeiz wird er jedoch die übernatürlichen Hilfen Satans noch für zu geringfügig erachten und wird bei den Feinden Christi weitere Hilfe suchen; sie werden ihn mit immer todbringenderen Waffen unterstützen, die ihre Lüsternheit nach dem Bösen sie hat erfinden lassen, um die Menge der Menschen zur Verzweiflung zu bringen, bis Gott Sein „Genug!“ rufen und sie mit dem Feuer Seines Anblicks in Asche legen wird (2).“

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(1) Im Jahr 1943! (Anm. d. Übers.)
(2) Auf einer Schreibmaschinenkopie notiert M. Valtorta mit Bleistift: Niederlage des Antichristus, jedoch nicht das Jüngste Gericht.

zu Teil 1

Auszug aus dem Band “Die Hefte 1943″ von Maria Valtorta, mit der Genehmigung des Herausgebers Centro Editoriale Valtortiano srl. Isola del Liri (FR), www.mariavaltorta.com, dem die Rechte für die Werke Maria Valtortas gehören.

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