„Nur der Tod scheidet die Ehegatten“

04/10/2009
(zum Sonntags-Evangelium vom 3. Oktober 2009: Mk 10, 2-16)

Jesus sagt:

« Es ist euch auch gesagt worden: ‘Wer seine Frau entlässt, gebe ihr einen Scheidebrief’, doch ist eine solche Tat zu verwerfen, da sie nicht dem Willen Gottes entspricht. Gott sagte zu Adam: ‘Das ist die Gefährtin, die ich für dich erschaffen habe. Seid fruchtbar und mehret euch, erfüllet die Erde und machet sie euch untertan.’ Adam, der in Vollkommenheit erschaffen wurde und dessen Intelligenz noch nicht durch die Sünde getrübt war, rief aus : ‘Das ist nun endlich Bein von meinem Bein und Fleisch von meinem Fleisch. Sie wird Mannweib heissen, denn vom Manne entnommen, ist sie mein anderes Ich. So wird der Mann seinen Vater und seine Mutter verlassen, und die beiden werden ein Fleisch sein.’

Mit zunehmendem Strahlen stimmte das Ewige Licht lächelnd dem Ausspruch Adams zu, der zum ersten unauslöschlichen Gesetz wurde. Wenn nun der irdische Gesetzgeber wegen der immer grösseren Härte des Menschen ein neues Gesetz schaffen musste; wenn er der stets wachsenden Unbeständigkeit Einhalt gebieten und sagen musste : ‘Wenn du sie schon verstossen hast, dann kannst du sie nicht mehr zurücknehmen’, so setzt dies das erste, authentische im irdischen Paradies entstandene und von Gott gebilligte Gesetz nicht ausser Kraft.

Ich sage euch: Jeder, der seine Frau entlässt- ausgenommen im Fall nachgewiesener Unzucht- setzt sie dem Ehebruch aus. Denn in der Tat, was macht in neunzig Prozent der Fälle die verstossene Frau? Sie wird eine neue Ehe eingehen. Mit welchen Folgen? Oh, wieviel gäbe es hierüber zu sagen! Wisst ihr nicht, dass es dadurch ungewollt zu einer Blutschande kommen kann? Wie viele Tränen werden vergossen, die ihren Ursprung in der Unkeuschheit haben! Ja, Unkeuschheit. Einen anderen Namen gibt es dafür nicht. Seid ehrlich! Alles kann überwunden werden, wenn der Mensch rechtschaffen ist. Ist er jedoch unzüchtig, dient ihm alles zum Anlass, um seiner Fleischeslust zu frönen. Weibliche Gefühlskälte und Hang zum Nörgeln, Liebe zum Luxus : All dies kann überwunden werden, ja selbst Krankheit und Reizbarkeit, wenn man sich in heiliger Weise liebt. Da man sich jedoch nach einer gewissen Zeit nicht mehr so liebt wie am ersten Tag, betrachtet man gleich das durchaus Mögliche als unmöglich und wirft eine Frau einfach hinaus auf die Strasse und ins Verderben.

Wer sie verstösst, begeht Ehebruch, und wer sie nach der Verstossung heiratet, begeht Ehebruch. Nur der Tod scheidet die Ehegatten. Merkt euch dies. Habt ihr eine unglückliche Wahl getroffen, so tragt die Folgen wie ein Kreuz, lebt als zwei Unglückliche, aber Gerechte, und lasst es nicht eure Kinder büssen, denn sie sind an allem unschuldig und leiden am meisten unter diesen unseligen Verhältnissen. Die Liebe zu den Kindern sollte euch hundert und aberhundert Mal über alles nachdenken lassen, auch im Fall, dass einer der Ehegatten sterben sollte. »

Auszug aus “Der Gottmensch″, Band III  von Maria Valtorta, mit  der Genehmigung des Herausgebers Centro Editoriale Valtortiano srl. Isola del Liri (FR), www.mariavaltorta.com, dem die Rechte für die Werke Maria Valtortas gehören.

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