Die Bekehrung des Augustinus (1)

27/10/2009

Unruhig ist unser Herz, o Gott, bis es ruht in Dir“ (Hl. Augustinus)

Kampf zwischen Geist und Fleisch

So war ich krank und gepeinigt und klagte mich selbst unvergleichlich härter als gewöhnlich an; ich wandte und drehte mich in meinen Banden, bis auch die letzten Fäden, die mich noch hielten, rissen. Aber sie hielten noch immer.

Und in der Verborgenheit meines Innern setztest du mir zu, o Herr; in erbarmungsvoller Strenge verdoppeltest du die Geisselschläge der Furcht und der Scham, auf dass ich nicht wieder nachliesse, sondern die schwachen, dünnen Fäden, die noch übrig geblieben waren, zerrissen, statt wieder zu erstarken und noch stärker mich zu fesseln. Denn ich sagte in meinem Innern zu mir: „Siehe, bald wird es werden, bald“, und mit dem Worte stand ich schon an der Schwelle eines Entschlusses. Schon war ich daran, es zu tun, und tat es doch nicht; aber ich glitt auch nicht auf meinen früheren Standpunkt zurück, sondern blieb in der Nähe stehen und schöpfte Atem. Und dann versuchte ich es wiederum und kam dem Ziele schon näher und abermals näher; und schon berührte ich es beinahe und hielt es fest; aber noch war ich nicht dort und berührte es und hielt es noch nicht fest, noch immer zögernd, dem Tode zu sterben und dem Leben zu leben.

Das gewohnte Schlimmere war stärker in mir als das ungewohnte Bessere, und je näher der Zeitpunkt kam, da ich ein anderer werden sollte, desto grösseren Schrecken jagte er mir ein; aber dieser warf mich nicht zurück noch lenkte er mich ab, sondern hielt mich in der Schwebe. Torheiten über Torheiten und Eitelkeiten über Eitelkeiten, meine alten Freundinnen, hielten mich zurück, zupften mich verstohlen am Gewande meines Leibes und flüsterten mir zu: „Du willst uns verlassen?“ und „Von diesem Augenblicke sollen wir fürder in Ewigkeit nicht mehr bei dir sein?“ und „Von diesem Augenblicke wirst du dies und das in Ewigkeit nicht mehr tun dürfen“.

Quelle: Hl. Augustinus (354-430 n. Chr.): „Bekenntnisse“, Buch 8

weiter zu Teil 2

2 Antworten to “Die Bekehrung des Augustinus (1)”


  1. Augustinus tat und sagte noch viel mehr,
    besonders als er den Römerbrief Kapitel 7, 22-24 las,
    da heißt es: „Da packte ich, verstört im Angesicht wie in der Seele,den Alpius/seinen Gehilfen und schrei ihn an:
    „Gilt das uns? Was ist das? Hast du es gehört?

    Die Ungelehrigen stehen auf und reißen an sich den Himmel, und wir mit unserer Weisheit ohne Herz, sieh,
    wie wir sind tief in Blut und Fleisch verstrickt?

    Resultat der Erkenntnis Gottes und seiner Offenbarung:

    „Der Schöpfer- Gott und Schöpfer-Geist, der in dem Christus Gottes erschienen ist,
    ist kein Gott der Intelektuellen und Weisen dieser Welt, die auf irdischen und von Menschen/ Fleisch und Blut errichteten theologischen Schulen und Universitäten studieren um sich über das Volk zu stellen und erheben, und ihnen von einen“liebenGott“ erzählen,
    dessen Erlösung sie selber nicht in ihrem Innern, Gesinnung, noch an ihrem Fleisch und Leib erfahren haben“!
    WER von Christus erlöst wurde von seinen fleischlichen Lüsten und Begierden, der trägt ab diesem Tag, seine fleischlichen Lüste und Begierden, NICHT mehr mit sich herum,sonst wäre er ein Heuchler und ein falscher Zeuge von der Erlösung Jesu Christi.

    1.)DER Weg und die Tür zu Christus und seiner eigenen Erlösung und Rechtfertigung Gottes ist:
    Johannes Kapitel 1, 9-13/ Kapitel 3,3-6 /Johannes 10,1-9
    Offenbarung Kapitel 3,20:

    2.)Der Weg des Apostel Paulus, der sich mit dem des Christus deckt und alles dem Menschen erfahren lässt,der Christus sucht, findet, Ihn aufnimmt und anerkennt in seinem Innern, steht geschrieben im Römerbrief Kapitel 5,6,7,8, ,der auch Augustinus und seinem Gehilfen, eine große Hilfe war bei seiner Bekehrung zu dem wahren Christus, der allezeit >HEUTE< ist!
    Peter Semenczuk
    Autor und Herausgeber christlich- theologischer Publikationen aufgrund persönlicher Erfahrungen mit Jesus, dem Christus Gottes!

  2. perpetualux Says:

    „Das gewohnte Schlimmere war stärker in mir als das ungewohnte Bessere“

    Augustinus spricht mir aus der Seele. Tröstlich, dass zu allen Zeiten die Menschen gegen die gleichen Leidenschaften ankämpften und ankämpfen, und es möglich ist, als Sieger daraus hervorzugehen.


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