Primärtherapie

16/11/2009

Viele Menschen in Deutschland sind vom Tod des deutschen Nationaltorwarts betroffen, in den Medien wird nun das Thema Depression aufgegriffen, was an und für sich etwas Gutes sein könnte. Aber es verwundert, wie einseitig und unkritisch sich damit auseinandergesetzt wird: Depression wird als Krankheit dargestellt, die durchaus ’natürlich‘ Selbstmord zur Folge haben kann, von den angewandten Behandlungsmethoden, sprich Antidepressiva, ist kaum die Rede.

In unserer auf Vergnügen und Schönheit ausgerichteten Gesellschaft hat das Leiden schon lange keinen Platz mehr. Kranke, behinderte und alte Menschen werden in spezielle Häuser verbannt. Wer traurig/ unglücklich ist, wird wie ein Kranker behandelt und bekommt Medikamente, die zwar die Symptome, nicht aber die Ursache des Unglücklichseins bekämpfen. Wie soll da etwas heil werden? Es gibt Studien, die belegen, dass Antidepressiva vermehrt zu Selbstmord führen, es scheint auch ein Zusammenhang zwischen Medikamenten und Amokläufen zu geben.

Einen anderen Ansatz bietet die Primärtherapie: Der Gedanke, der zugrunde liegt ist, dass wir in der Kindheit Leid aus Selbstschutz verdrängt haben, dieses aber irgendwann an die Oberfläche drängt, um bewältigt zu werden. Also ein reinigender und heilsamer Prozess.

1191439734_cb07d09679In der Primärtherapie wird nun  anstelle von unterdrückenden Medikamenten mit Hilfe eines einfühlsamen und erfahrenen Primärtherapeuten über einen längeren Zeitraum behutsam in die Tiefe gestiegen, die alten Gefühle hervorgeholt, die Schmerzen endlich gespürt und durchlebt. Das geht immer mit heilsamen Tränen einher und nur so können Depressionen wirklich dauerhaft bewältigt und hinter uns gelassen werden.

Es braucht ein gewisses Mass an Mut, sich dem Leiden zu stellen, es nicht einfach weghaben zu wollen. Dazu sind die meisten Menschen heute anscheinend nicht mehr bereit, obwohl Jesus es uns doch vorgemacht hat, indem er, der vollkommen Unschuldige, freiwillig für uns unsäglich gelitten hat: „Wer mein Jünger sein will, der verleugne sich selbst, nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach.“ (Mk 8, 34).

Weitere Informationen zur Primärtherapie:

PT Center Munk

Primärtherapie Kiel

Buchempfehlung: „Fühlen, und was dann? Die Primärtherapie nach Munk“, 2009, Shaker Media

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3 Antworten to “Primärtherapie”

  1. waltkaye Says:

    Primättherapie: gut. Und als Christ kann ich auch das mit Markus 8, 34 im Grundsatz bejahen.
    Aber, bei einer Depression mag es auch mal gerade umgekehrt sein – sich nicht zu verleugnen, sondern erst mal als Mensch mit allen Facettern wahrzunehmen. M.E. kann nur dann Nachfolge gut geschehen, wenn man in sich selbst ein wenig ruht…

    • abitene Says:

      Mit der Selbstverleugnung ist glaub ich nicht gemeint, sich selbst nicht mehr wahrzunehmen oder irgendwie das eigene Wesen zu unterdrücken, sondern Gottes Wille an die erste Stelle zu setzen. Aber mein Zitat war in dem Zusammenhang vielleicht wirklich nicht so gut gewählt.

    • Nitya Says:

      Genau darum geht es doch etwa in einer Primärtherapie: „sich nicht zu verleugnen, sondern erst mal als Mensch mit allen Facettern wahrzunehmen.“ Und das Ergebnis ist dann vielleicht, dass man in sich selbst, d.h. in Gottes Willen ruhen kann.


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