Intimsphäre adé

03/02/2010

Wer über Heathrow oder Manchester fliegt, muss sich nun entwürdigend „durchleuchten“ lassen, d.h. auch die intimsten Körperstellen des Passagiers werden von Sicherheitsbeamten angeschaut. Selbst Minderjährige sind davon nicht ausgenommen. Wer das nicht mitmachen will, weil er darin eine Verletzung seiner Intimsphäre sieht (doch! es gibt noch schamhafte Menschen!), wird als potentieller Terrorist behandelt und darf nicht in den Flieger. Der englische Verkehrsminister verspricht, dass die Bilder sofort danach vernichtet werden, als würde das die ganze Prozedur akzeptabler machen! Wieso besitzen diese unsympathischen Geräte überhaupt die Funktion des Abspeicherns, wenn damit nicht abgespeichert werden soll?

Inakzeptable Scanner!

Auf kritischen Seiten liest man, dass die von den Scannern ausgehenden Strahlen Gesundheitsrisiken bergen. Beim Bundesamt für Strahlenschutz räumt man ein, dass die Auswirkungen der sog. „Terahertzstrahlung“, die ein Frequenzspektrum von 10 – 1000 Gigahertz aufweisen kann, fast völlig unerforscht sind. Das klingt ja nicht gerade beruhigend.

Schon träumen Regierungen davon, Kameras mit der gleichen Technik in den Strassen, Bahnhöfen, Fussballstadien usw. zu installieren. Und wäre es nicht auch überaus nützlich, die Gedanken der Menschen lesen zu können, so wie dies schon seit einigen Jahren erforscht wird? Eine israelische Firma ist dabei ein System zu entwickeln, bei dem Hochtechnologie mit Verhaltenspsychologie kombiniert wird, es heisst WeCu = we see you und klingt verdächtig nach Big Brother. Dabei würden an Flughäfen Bilder an die Wand projiziert, wer dann vom Überwachungssystem bei „verdächtigen Reaktionen“ wie schnellerem Herzschlag, nervösem Augenzucken o.ä. ertappt würde, dem stünden Leibesvisitationen und weitere unangenehme Begegnungen bevor. Wer eh schon unter Flugangst oder Reisenervosität leidet, hat hier schlechte Karten.

Lassen wir uns nichts vormachen: unter dem Anstrich der Besorgnis für unsere Sicherheit geht es in Wahrheit darum, einen nächsten Schritt zum Abbau unserer Freiheit durchzuführen und uns weiter an den Gedanken des transparenten Bürgers zu gewöhnen. Unsere natürlichen Hemmschwellen sollen uns abtrainiert werden. Die Frage ist, was tun, wenn – womit zu rechnen ist – an weiteren Flughäfen diese Scanner ebenfalls eingeführt werden und man sich partout nicht durchleuchten lassen möchte? Nicht mehr fliegen?

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