Der wunderbare Fischfang

06/02/2010
(zum Sonntags-Evangelium vom 7. Februar 2010: Lukas 5,1-11)

Nach dem Segen Jesu entfernen sich die Leute nur ungern; und doch sind keine Kranken oder Arme unter ihnen.

Jesus sagt zu Simon: „Rufe die anderen beiden herbei! Wir wollen auf den See hinausfahren und das Netz auswerfen.“

„Meister, meine Arme schmerzen noch, da ich die ganze Nacht umsonst das Netz ausgeworfen und eingezogen habe. Die Fische sind in der Tiefe, wer weiß wo.“

„Tue, was ich dir sage, Petrus! Höre immer auf den, der dich liebt!“

„Ich werde tun, was du sagst, aus Achtung vor deinem Wort.“ Und er ruft laut die Gehilfen und auch Jakobus und Johannes herbei.

„Laßt uns zum Fischfang ausfahren! Der Meister will es.“ Und während sie wegfahren, sagt er zu Jesus: „Doch ich muß es dir sagen, Meister, daß die Stunde nicht günstig ist. Wer weiß, wo die Fische zu dieser Stunde sind, um sich auszuruhen…“

Jesus, der am Bug sitzt, lächelt und schweigt.

Sie fahren in einem Bogen über den See und werfen dann das Netz aus. Einige Minuten des Wartens, dann erhält das Boot eigenartige Stöße, obwohl der See ruhig wie Glas unter der schon hochstehenden Sonne liegt.

„Das sind Fische, Meister!“ sagt Petrus mit aufgerissenen Augen. Jesus lächelt und schweigt.

Raphael: Der wunderbare Fischfang

„Hissen, hissen…!“ befiehlt Petrus den Jungen. Doch das Boot neigt sich zur Seite des Netzes. „Oh, Jakob, Johannes! Schnell! Kommt! Bringt die Ruder! Schnell!“

Sie kommen, und mit der Kraft der beiden Mannschaften gelingt es, das Netz hochzuziehen, ohne den Fang zu beschädigen.

Die Boote legen an. Sie sind dicht beieinander. Ein Korb, zwei, fünf, zehn. Alle sind voll von erstaunlicher Beute. Und immer noch zappeln Fische im Netz, silbern und golden, und versuchen, dem Tod zu entfliehen. Es bleibt keine andere Wahl: der Rest muß ins Boot geleert werden! So geschieht es auch, und der Schiffsboden wimmelt von Leben, das mit dem Tod kämpft. Die Boote sind tief ins Wasser gesunken wegen des ungewöhnlichen Gewichtes.

„Legt euch in die Ruder, spannt die Segel! Gebt auf das Steuer acht! Stangen bereithalten, um den Zusammenstoss zu vermeiden! Das Gewicht ist zu groß!“

Während des Manövers hat Petrus keine Zeit zum Nachdenken. Doch, wie sie am Ufer sind, tut er es und versteht. Er fühlt Reue: „Meister, Herr! Gehe weg von mir! Ich bin ein sündiger Mensch. Ich bin nicht wert, in deiner Nähe zu sein!“ Er wirft sich vor Jesus auf den kiesigen, feuchten Strand.

Jesus betrachtet ihn und lächelt: „Steh auf! Folge mir nach! Ich lasse dich nicht mehr los! Von nun an wirst du Menschenfischer sein, und mit dir diese deine Gefährten! Fürchtet nichts mehr! Ich rufe euch! Kommt!“

„Sofort, Herr! Ihr kümmert euch um die Boote. Bringt alles Zebedäus und meinem Schwager! Laßt uns gehen! Alles für dich, Jesus! Der Ewige sei gepriesen für diese Erwählung!“

Die Vision ist zu Ende.

Auszug aus “Der Gottmensch″ (Band II) von Maria Valtorta. Veröffentlicht mit der Genehmigung des Herausgebers Centro Editoriale Valtortiano srl. Isola del Liri (FR), www.mariavaltorta.com, dem die Rechte für die Werke Maria Valtortas gehören. Um die Bücher Maria Valtortas in deutscher Sprache zu erwerben bitte wenden an den Parvis-Verlag, 1648 Hauteville, Schweiz: book@parvis.ch, www.parvis.ch

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: