Missbrauchsskandal

08/02/2010

In Niedersachsen und in Berlin sind letzter Zeit mehrere Fälle von Missbrauch an Kindern/ Jugendlichen durch katholische Priester in den 70er und 80er Jahren bekannt geworden. Die Fälle müssen untersucht werden und die betroffenen Priester ggf. straf- und kirchenrechtlich zur Rechenschaft gezogen werden. Priester, die doch um das Seelenheil ihrer Schutzbefohlenen bemüht sein sollten, richten mit solch abscheulichen Taten großen Schaden an.

Die Vorkommnisse sind Wasser auf die Mühlen der Feinde der katholischen Kirche, die sich anscheinend auch innerhalb derselben befinden. So wirft der Jesuitenpater Mennekes dem Papst u.a. Hetze gegen die Gleichstellung von Homo-Lebensgemeinschaften vor, was sich gerade in diesem Zusammenhang äußerst seltsam ausnimmt. Die katholische Kirche vertritt – Gott sei Dank – immer noch und hoffentlich immer die Position, daß die Ehe als sakramentale Lebensgemeinschaft von Mann und Frau niemals mit andersartigen Modellen gleichzustellen ist und stellt sich schützend vor die Familie. Pater Mennekes scheint auf Abwege geraten zu sein.

Durch die einseitige Berichterstattung in den Medien soll in der Öffentlichkeit der Eindruck hervorgerufen werden, daß Missbrauch ein spezifisches Problem katholischer Geistlicher sei, die durch den „Zwangszölibat“ ihrer „Triebe“ nicht Herr würden. Der Berliner Kriminalpsychiater Prof. Kröber stellt die 94 vom ‚Spiegel‘ seit 1995 ermittelten Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche den 210.000 deutschlandweit erfassten Fällen gegenüber und sagt, die Zahlen verdeutlichen, daß Missbrauch bei Mitarbeitern der katholischen Kirche viel seltener vorkommt als bei anderen Männern. Die Geisteshaltung, in der Priester lebten, so seine Schlußfolgerung, schütze sie weitgehend davor, Täter zu werden. Aber das möchte kaum einer hören.

 

Der Petersdom

Jede Verfehlung der katholischen Kirche wird von ihren Feinden triumphierend als Beweis dafür angeführt, daß der Zölibat nicht praktizierbar sei (und rechtfertigt letztendlich triebgesteuertes Verhalten). Wahr ist jedoch, daß der größte Teil der katholischen Priester (ca. 99%) den Zölibat so leben, wie es die Nachfolge Christi verlangt. Die Priester, die die Wege Gottes verlassen  und die schlammigen Pfade Satans beschreiten, werden vor Gott dafür Rechenschaft ablegen müssen.

Der Zölibat ist eine freiwillig übernommene Verpflichtung, die Keuschheit in Form von lebenslanger Ehelosigkeit um des Himmelreiches willen zu bewahren (Mt 19,12). In der heutigen Zeit, in  der triebhafte Geschlechtlichkeit allgegenwärtig und selbstverständlich geworden ist, bildet er einen störenden Stolperstein, weil er auf die Möglichkeit einer reinen, gottgefälligen und menschenwürdigen Lebensweise durch die erfolgreiche Bekämpfung der Leidenschaften hinweist.

Der moralische Aufschrei, der gerade durch Deutschland geht, ist verlogen und scheinheilig- weisen diese kirchlichen Vorkommnisse doch auf den sittlichen Verfall der gesamten Menschheit hin. Sie halten uns einen Spiegel vor, in den wir nicht hineinschauen möchten, lieber verdrängen wir unser eigenes Schuldgefühl und zeigen (einmal mehr) anklagend nach Rom.

Advertisements

Eine Antwort to “Missbrauchsskandal”

  1. Frischluft01 Says:

    Ich bin so froh auch solche Artikel im Internet zu finden. Danke!


Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: