Palmsonntag oder Karfreitag?

30/03/2010

Wir zitieren aus einem Artikel von Mag. Michael Gurtner, veröffentlicht auf kathnews zu Situation und Zukunft der katholischen Kirche, bzw. der Gläubigen:

„Bis in die 1950er Jahre hinein jubelten beinahe alle ihrem Erlöser zu. Viele taten dies aus Überzeugung, das steht außer Zweifel. Aber ebenso fehlte es nicht an denen, welche in den Chor der Vielen einstimmten, weil es erwartet wurde und weil man Teil der Mehrheit sein wollte, nicht Minderheit. Es war manchmal vielleicht auch eine Zeit des Palmsonntags. Mittlerweile jedoch scheinen wir jedoch am Mittwochabend der Karwoche angelangt zu sein: die jubelnde Mehrheit gibt es nicht mehr, wir stehen kurz davor, daß sich das jubelnde Hosanna der Mehrheit in ein anklagendes „Kreuziget ihn!“ verwandelt.

Der Glaube kann sich auf keinen allgemeinen Konsens mehr stützen: entweder ist er fähig auf eigenen Beinen zu stehen, oder aber er sackt in sich zusammen. Wir sind dabei, uns in eiligen Schritten auf den Karfreitag, auf die Kreuzigung des Glaubens zuzubewegen – diese geschieht durch das gesellschaftliche und mediale Kreuzigen der Gläubigen.

So werden sich schon bald viele der Frage stellen müssen: Gehörst etwa auch du zu ihm? Die Antwort kann uns dann gefährlich sein. Wir werden entscheiden müssen, ob wir vom Stadttor nach Kalvaria mitziehen, oder nicht. Doch dies bedeutet auch, daß wir uns von der gemeinschaftsstiftenden Masse, die uns das Gefühl von Schutz und Sicherheit gibt, lösen und uns in großer Einsamkeit unter das Kreuz stellen müssen.“

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