Wird die katholische Kirche endlich ihren Mund halten?

19/05/2010

von Prof. Hubert Gindert

Wird die katholische Kirche endlich ihren Mund halten, wenn es um die Sexualmoral geht und was damit zu tun hat: Abtreibung, Homosexualität, eheliche Treue, Zölibat…? Die Kirche, geschwächt durch sexuelle Missbrauchsfälle, so zu diskreditieren, dass sie künftig schweigt, war wesentliches Ziel der Medienkampagne.

Eine solche ist definiert durch: „Die Intensität der Berichterstattung, das Ausmaß der Anprangerung über das sachlich angemessene Maß und die Absicht, andere zu schädigen“ (Keplinger).

Der Chefredakteur der Augsburger Zeitung, die in dieser Medienkampagne eifrig mitgewirkt hat, schrieb am 22.04.2010 zu Bischof Mixa: „Es gab tatsächlich eine Kampagne bestimmter Medien, es wurden tatsächlich entlastende Informationen unterschlagen und einzelne Vorwürfe in unseriöser Weise aufgebauscht“.

Die Medienkampagne hätte auch ihr Ziel erreicht, wenn die Kirche aus Menschen- oder aus Medienfurcht verschweigen würde, was sie allein erneuern kann, nämlich die Rückkehr zur unverkürzten und unverfälschten Botschaft Christi und zur Lehre der Kirche.

Woran können sich Katholiken aber heute aufrichten?

Kuppel des Petersdoms bei NachtDie Kirche ist schon dabei, Vertrauen zurück zu gewinnen, weil sie zu Reformen fähig und bereit ist, wie der Brief des Papstes an die irischen Bischöfe mit nicht überbietbarer Deutlichkeit zeigt. Wo gibt es einen Politiker, der mit gleicher Entschiedenheit und Mut zu Reform und zur Umkehr vom Irrweg aufruft, den die Gesellschaft seit der Kulturrevolution der 68er genommen hat oder der fordert, die „Reformgesetze“ zur Abtreibung, Ehescheidung, Jugendschutz auf den Prüfstand zu stellen.

Braucht diese Gesellschaft die Kirche noch?

Die Kirche kann den Menschen das zurückgeben, was keine menschliche Institution kann, nämlich seine Würde. Wer in materielle Not kommt, erhält vom Staat Sozialhilfe. Was ist aber, wenn jemand, wie der verlorene Sohn, auf ein verpfuschtes Leben zurückblickt? Wer zieht ihm eine neues Gewand an und Schuhe für seine Füße? Wer steckt ihm einen Ring an den Finger und spricht wir müssen ein Fest feiern? Das kann nur die Kirche, weil sie Sünden vergeben kann.

Um die Menschen aufzurichten, hat Papst Benedikt die irischen Katholiken in seinem Brief an ihre großen Leistungen in der Vergangenheit und an ihre Standfestigkeit in der Verfolgung erinnert. Auch die deutschen Katholiken haben glänzende Seiten in ihrer Geschichte. Nehmen wir nur die hinter uns liegende Zeit.

Wir haben den Jesuitenpater Ruppert Mayer in München, den Bischof von Galen von Münster, den Kardinal Preysing von Berlin, Erzbischof Dyba von Fulda, Kardinal Scheffczyk und die vielen Glaubenszeugen, die wir im „Fels“ vorstellen.

Die Kirche ist aus jeder Verfolgung gestärkt und erneuert hervorgegangen. Christen, besonders Katholiken, werden heute weltweit verfolgt. Hier werden die Batterien aufgefüllt für die Kraftquelle, die zu einer Erneuerung führen wird.

Hat die Kirche noch eine Zukunft? fragen heute manche. Die Kirche Christi hat immer Zukunft! Dafür steht die Zusage des Herrn: „Die Pforten der Hölle werden sie nicht überwinden“.

Wir danken Herrn Prof. Gindert für die Genehmigung der Veröffentlichung seines Artikels und weisen gerne hin auf:

Der Fels (katholische Monatsschrift)

Forum Deutscher Katholiken

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