Brutaler Angriff Israels auf die Hilfsflotille

31/05/2010

Heute in den frühen Morgenstunden hat ein israelisches Elitekommando die internationale Flotille, die den in Gaza eingeschlossenen Menschen  (1.5 Millionen) wichtige Hilfsgüter bringen wollte, brutal angegriffen. Der Journalist Jamal Elshayyal, der sich an Bord eines der sechs Schiffe befindet, berichtet, dass die israelischen Soldaten sofort scharf geschossen haben. Laut Angaben des türkischen Organisators des navalen Hilfskonvois sollen mindestens 16 Menschen ums Leben und mehr als 30 verletzt worden sein. Genaue Zahlen sind nicht zu erhalten, da Israel die Schiffe nun nach Haifa abschleppt und die Berichterstattung zensiert. Der Angriff ereignete sich in internationalen Gewässern vor Gaza und stellt klar einen Bruch internationalen Rechts dar.

Von israelischer Seite liess der Industrie- und Handelsminister Elieser verlauten, dass die Soldaten mit Äxten und Messern erwartet worden sein „und wenn dann noch jemand versucht, Ihnen Ihre Waffe  wegzunehmen, dann fängt man an, die Kontrolle zu verlieren.“ Dieser Darstellung widerspricht die «Free Gaza»-Sprecherin Audrey Bomse: Die Besatzung der Hilfsflotille habe der Übernahme durch das israelische Militär ausschließlich gewaltfreien, «passiven» Widerstand entgegengesetzt.

Der Kanzler des Lateinischen Patriarchates von Jerusalem, Weihbischof William Shomali, sagte gegenüber KNA, die israelische Armee hätte sich unbedingt darum bemühen müssen, Blutvergießen zu verhindern. Gewalt werde niemals Frieden hervorbringen, sondern nur neue Gewalt.

Nachdem in Gaza vor drei Jahren die Hamas in einem demokratischen Verfahren gewählt worden ist, hat Israel den Gazastreifen von der Aussenwelt abgeschnitten und blockiert Warenlieferungen, Strom- und Wasserzufuhr, sowie Ein- und Ausreisen. Im Januar letzten Jahres wurde das Gebiet durch Israel gnadenlos bombadiert, dabei wurden 1400 der dort eingeschlossenen Zivilisten getötet und die Infrastruktur fast völlig zerstört.

Die Schiffe der Hilfsflotille hatten nach Angaben des Organisators u.a. Rollstühle, Fertighausteile, Wasserreinigungsanlagen und andere wichtige Güter an Bord.

Auch wenn Frankreichs Aussenminister jetzt „hochgradig schockiert“ ist und der Sprecher der deutschen Bundesregierung Aufklärung über diesen Vorfall fordert, ist damit zu rechnen, dass Israel eine Version der Sache präsentieren wird, die den Angriff rechtfertigt und einmal mehr (siehe z. B. Goldstone-Report) ungeschoren davon kommt, wenn es Menschenrechte und internationale Rechte brutal mit Füssen tritt. Diesem Land scheint alles erlaubt zu sein, wie lange noch?

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3 Antworten to “Brutaler Angriff Israels auf die Hilfsflotille”

  1. abitene Says:

    Hier ein Artikel, der die Blockade von Gaza mit der von Berlin vergleicht und die Lage klar beschreibt.

  2. denkmal Says:

    Diese Wiedergabe ist bemüht – aber kaum haltbar.

    Auf „zeitzubeten“ findet sich eine ausgewogenere Darstellung, einschließlich Fürbitten
    http://zeitzubeten.org/2010/06/03/gebet-fur-israel-und-seine-bevolkerung/

    Die Gemeinsamkeit (aller Reaktionen) liegt wohl im Anliegen, dass die Blockade beendet wird, denke ich.

    • abitene Says:

      wir zitieren aus dem empfohlenen Text: „Wenn das Ziel der Flottille ein humanitäres wäre, würden sie Israel die Hilfsgüter transferieren lassen [Anm.: wie alle anderen Hilfsorganisationen vom Roten Kreuz bis zur UNO es handhaben] und nicht versuchen, auf illegale Weise in den Gaza-Streifen einzudringen“.

      Wieso ist es illegal, Waren in palästinensisches Gebiet zu bringen? Fürbitten sind in der Tat vonnöten, damit der Welt die Augen aufgehen, siehe Aufruf christlicher Autoritäten zum Boykott Israels vom Dezember 2009.


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