Islamischer Rechtsgelehrter: Mord an Christen war richtig

31/07/2010

(ein Artikel von katholisches.info – wir danken für die Genehmigung der Veröffentlichung)

Islamische Gruppen beharren darauf: “Es war richtig, die beiden Christen Emmanuel und Sajid Rashid zu töten” und fordern den Rücktritt des einzigen christlichen Ministers von Pakistan Shahbaz Bhatti. Der Minister für die Minderheiten hatte den Mord an den beiden Christen öffentlich verurteilt. Die beiden Brüder Rashid waren am 19. Juli in Feisalabad von Unbekannten ermordet worden. Sie wurden der Blasphemie gegen den Islam beschuldigt.

Der islamische Rechtsgelehrte Allama Ahmed Mian Hammadi erklärte in der pakistanischen Tageszeitung Daily Jesaret: “Die Ermordung von Blasphemikern ist nicht brutal. Die Blasphemie ist hingegen eine solche Brutalität, daß jener, der sie begeht, kein Recht mehr hat, zu leben. Eine Blasphemie kann nicht verziehen werden. Ein Moslem liebt den Propheten Mohammed mehr als jede andere Person.”

Die beiden christlichen Brüder waren aufgrund des berüchtigten Blasphemiegesetzes vor Gericht gestellt worden. Verurteilungen erfolgen häufig ohne stichhaltige Beweise. Sollte sich gegen den Angeklagten nichts finden, wird er mit der Formel “aus Mangel an Beweisen” freigesprochen. Dies zeichnete sich auch im Fall der beiden Brüder ab. Noch vor Verkündung des Freispruchs wurden sie jedoch vor dem Gerichtsgebäude noch in Ketten und damit ohne Möglichkeit sich zu wehren oder zu schützen, von Vermummten erschossen.

Der Minderheitenminister Bhatti verurteilte den Mord und sprach von “falschen Anschuldigungen”, die von jemandem gegen die Brüder “konstruiert” worden seien. Vor allem verurteilte er die Selbstjustiz und kündigte an, die Änderung des Blasphemiegesetzes fordern zu wollen, damit solcher Mißbrauch nicht mehr möglich sein werde.

Hammadi griff darauf den Minister scharf an, weil dieser das Blasphemiegesetz kritisiert hatte: “Die Christen wurden getötet, als die Moslems zornig wurden.” Und mit Bezug auf Bhattis Kritik am Gesetz: “Wenn Minister Bhatti eine Blasphemie begangen hat, dann müßte er enthauptet werden.”

Zudem forderte der islamische Theologe, daß alle Christen verhaftet werden sollten, die nach dem Mord öffentlich dagegen protestierten.

Am 21. Juli wurde eine gerichtliche Untersuchung des Doppelmordes angeordnet. Vor allem soll geprüft werden, warum die Sicherheitsmaßnahmen für die beiden Gefangenen so ungenügend waren, obwohl es zahlreiche Morddrohungen gab.

Aus Polizeikreisen, jedoch ohne offizielle Bestätigung, hieß es, daß der Moslem Rana Maqsood im Zusammenhang mit dem Mord verhaftet worden sei.

Die pakistanischen Christen leben weiterhin in grosser Angst. Wie Kirche in Not berichtet, zeigt sich der Bischof von Faisalabad, Joseph Coutts „besorgt über die andauernden Versuche  militanter Gruppen, Christen und Muslime gegeneinander aufzustacheln. So seien die ermordeten Brüder Emmanuel angeklagt worden, weil auf einem  offensichtlich gefälschtem Flugblatt mit Beleidigungen des Propheten Mohammed auch die Kontaktdaten der beiden gefunden worden waren.

Der Bischof betonte, es sei offensichtlich, dass dieses Dokument nur dazu dienen sollte, zwei Unschuldige in Schwierigkeiten zu bringen. Darum habe auch die Polizei bisher lediglich ermittelt, aber es habe noch keine Anklage gegen die Brüder gegeben.

Sorgen bereiten dem Bischof auch die Angriffe militanter Gruppen auf muslimische Heiligtümer wie den Schrein von Lahore. Er sagte, es gebe in Pakistan Fanatiker, die „einfach nur Chaos verursachen und die Ordnung zerstören wollen“. Bischof Coutts vermutet, dass jene Gruppe auch hinter der Ermordung der beiden Christen vergangene Woche stehen könnte. Er betonte, der sichtbare Fanatismus repräsentiere nur die Sichtweise einer Minderheit unter den Muslimen, aber er bringe die Stimme der Mehrheit zum Schweigen.

Bischof Coutts befürchtet, dass sich die Beziehungen zwischen Muslimen und Christen weiter verschlechtern könnten. „Es steht auf Messers Schneide“, sagte der Bischof. Daher versuche er, gemeinsam mit führenden Politikern und Imamen, die interreligiösen Beziehungen zu heilen. Ein wichtiger Durchbruch sei dabei während der vergangenen Freitagsgebete erzielt worden, als Imame in Faisalabad die Menschen zu Toleranz und Achtung der Menschenwürde aufriefen.“

Kirche in Not bittet seine Unterstützer um das Gebet für die Christen in Pakistan und für ein friedliches Zusammenleben der Religionen. Das Hilfswerk unterstützt die katholische Kirche vor Ort durch Existenzhilfen für Priester, Hilfe bei der Renovierung und dem Neubau von kirchlichen Gebäuden sowie durch geistliche Literatur in der Landessprache.

Online spenden: https://www.kirche-in-not.de/spenden-online.html

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