Hl. Rafael Arnaiz Baron (11)

27/01/2011

Am 11. Oktober 2009 wurde der spanische Trappist Rafael Arnaiz Baron (1911-1938) heilig gesprochen. Dieser mit 27 Jahren in der Abtei San Isidro de Duenas verstorbene Mystiker beeindruckt durch seine tiefe Spiritualität und sein einfaches und frohgemutes Wesen, mit dem er vertrauensvoll sein Kreuz auf sich nahm. Dank der freundlichen Genehmigung  der Herausgeberin und des Bernardus-Verlags, bei dem die Gesamtausgabe der Schriften des Heiligen bestellt werden können („Nur Gast auf Erden?“),  veröffentlichen wir hier Auszüge aus denselben.


Die folgenden Zeilen schrieb Bruder Rafael, nachdem er seine ‚Trapa‘, die Zisterzienserabtei, ungefähr anderthalb Jahre vorher wegen seiner Diabetes verlassen musste.

Kleines Album (oder Heft)

Seite 1: Ich bitte Gott und die heiligste Jungfrau, dass die Worte dieses Heftes dazu dienen mögen, meiner Seele in schweren Zeiten des Lebens Mut zu machen und sie dem Herrn näherzubringen.

Sie mögen mir einmal zum Trost dienen, dann wieder zur Meditation. Ich möchte in ihnen eine Hilfe finden, um besser zu werden, mich mehr und mehr von der Welt zu lösen und näher bei Gott zu sein.

Seite 11: Jesus, ich sehe andere leiden und leide selbst; ich sehe weinen und weine… Hilf, dass ich mein Blut lasse, und heile durch mich die Leiden derer, die um mich sind!

(Torrelodones, 27.8.1935)

Seite 6: Herr, wenn ich – um Dich zu lieben – das Kreuz brauche, dann schick es mir, denn ich sehe deutlich, dass ich Dich mehr liebe, je mehr Kreuz ich zu tragen habe! Du weisst ja, dass meine einzige Beschäftigung auf Erden die ist, Dich zu lieben, und je mehr ich Dich liebe, um so mehr Freude mach ich Dir. Heiligste Jungfrau, du lenktest meine Schritte in die ‚Trapa‘, damit ich lernte, Deinen Sohn zu lieben. Hilf mir in meinem Vorsatz, Ihn täglich inniger zu lieben! Wie wenig bescheiden bin ich! Welche Ansprüche erhebe ich!

Seite 8: Herr, schau auf Deinen Diener Rafael! … Du weisst, dass sein Leben und seine ganze Seele Dir gehören. Er hat sie Dir einmal übergeben, und Du, als Eigentümer und Herr, nahmst sie an. Du sahest, dass sie nicht vollkommen war, und wolltest sie läutern. Was ich Dir gab, war alles, was ich besass. Aber alles, was ich hatte, waren Sünden, Elend und Unvollkommenheiten, und das war Deiner nicht würdig.

Willst Du mich durch Opfer läutern? Opfere mich, Herr! Willst Du mein Leiden? Nimm es, Herr! Ich will Deinem göttlichen Handeln kein Hindernis in den Weg legen. Aber, Herr, vergiss mich nicht! Sieh, ich bin armselig und könnte es allein nicht aushalten. Gut, Herr, nimm keine Rücksicht auf mich und tu, was Du willst! Ich will mich nur darum bemühen, keine Hindernisse aufzubauen, und an mir geschehen lassen… Ausserdem ist das so einfach und so wohltuend!

Herr, mit jedem Tag, der vergeht, erkenne ich besser, was ich zu tun habe, um mich zu heiligen. Früher glaubte ich, dass ich – ich Armseliger! – derjenige war, der die Tugend übte und dass ich, wenn ich etwas Gutes tat, es aus mir selbst vollbrachte. Aber nein, Herr, das ist es nicht! Alles Gute kommt von Dir. Daher ist es das Beste, in meinem Leben Dich wirken zu lassen. Ich überlasse mich ganz Dir. Nicht einmal den Wunsch, gut zu sein, möchte ich haben, wenn es nicht auch Dein Wunsch ist. Ich will gar nichts. Ich will für die Welt ein Nichts sein. Ich möchte ganz Dein sein. Sogar meine Sünden gebe ich Dir, denn sie sind das Letzte, was mir bleibt und nur mir gehört.

Bist du zufrieden, Herr? – Ich bin’s.

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