Es geht auch anders

04/04/2011

Christusstatue, Rio de Janeiro. Bild: Mariordo

Mit Kolonialmächten assoziieren wir spontan Ausbeutung und Unterdrückung. Die Kolonialherren sind naturgemäß die Bösen. Selbstverständlich, dass in den inzwischen unabhängigen Kolonien Wut auf die ehemaligen Besetzer vorherrscht. Denn die allein sind Schuld an der Misere, dem politisch und wirtschaftlich oftmals desolaten Zustand früherer Kolonialgebiete, wie vielerorts in Afrika.

Aber ist das wirklich das komplette Bild der Kolonialgeschichte? Nichts als Unterdrückung?

Wie steht es mit Bildung, Sprachen, Infrastruktur? Dem Christentum? Gibt es vielleicht doch das ein oder andere Gute, das die Kolonialisten gebracht haben? Ist es gar möglich, ihnen dankbar zu sein?

Aus Brasilien, dem weltgrößten katholischen Land, klang kürzlich eine eher ungewöhnliche Haltung gegenüber den ehemaligen Kolonialherren durch. Die brasilianische Staatspräsidentin Dilma Roussef versicherte Mitte März während ihres Besuchs im finanziell schwer angeschlagenen Portugal, dass Brasilien alles tun werde, was in seiner Macht stände, um der früheren Kolonialmacht zu helfen. Roussef nannte Portugal einen „Bruderstaat“, und dass Brasilien Portugal immer verpflichtet sein werde. Auch Vorgänger Lula da Silva hatte sich für Hilfeleistungen ausgesprochen.

Natürlich ließe sich jetzt einwenden, dass die Präsidenten ja von ehemaligen Kolonialisten abstammten und ihnen daher zugeneigt seien, und sich außerdem hinter Brasiliens Plänen, einen Teil der portugiesischen Staatsschulden aufzukaufen, tatsächlich eher weniger altruistische Interessen verbergen – aber das bleibe jetzt mal dahingestellt.

Die Haltung Brasiliens gegenüber Portugal scheint jedenfalls von Wohlwollen und Dankbarkeit geprägt und zeigt: es geht auch anders.

Quelle: Womblog – Brasilien: Hilfe für Ex-Kolonialmacht

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