Zeit und Ewigkeit (I)

18/04/2011

Unser Zeitempfinden ist relativ, das kann jeder bestätigen, auch ohne nähere Kenntnis der physikalischen Relativitätstheorie. Ein unangenehmer Augenblick dehnt sich quälend lange aus, etwa vor einer Prüfung, oder wenn wir voller Nervosität auf ein Untersuchungsergebnis warten. Die Stunden, in denen wir glücklich oder in eine Arbeit vertieft sind, verfliegen hingegen wie Sekunden, so dass wir uns nur noch wundern, wohin die ganze Zeit verschwunden ist. Wie oft, wenn wir uns an etwas erinnern, an einen bestimmten Moment in unserem Leben zurückdenken, schütteln wir ungläubig den Kopf, weil das, was gerade gestern erst gewesen schien, schon Jahre, Jahrzehnte, ein halbes Jahrhundert … zurückliegt.

Sonntag in der Messe kam mir der Gedanke, dass dieses Phänomen unserer Zeitempfindung ja ein Beweis dafür ist, dass wir in Wahrheit in einem zeitlichen Rahmen verankert sind, der weit über unsere kurze Lebensspanne auf Erden hinausgeht. Ein gefühlter Beweis für alle Skeptiker, die sich das mit dem ewigen Leben oder einem Leben nach dem Tod nicht so recht zu denken trauen oder vorstellen können. Wir alle kennen aber die gefühlte Relativität der Zeit und unsere überraschte Frage, wie es denn sein kann, dass sich 30 Jahre im Rückblick wie nichts ausnehmen. Hier ist ein weiterer zärtlicher Hinweis Gottes an uns, auf die wirkliche Beschaffenheit von Raum und Zeit und unserer Existenz.

Jesus sagt dazu zu den Aposteln, angesichts seiner nahe bevorstehenden Passion, in einer Vision der Valtorta:

„… Wir stehen dem Tod gegenüber. Ich stehe ihm gegenüber. Und auch andere. Wer? Du willst wissen, wer, Petrus? Alle. Der Tod rückt näher, Stunde um Stunde, und rafft jene dahin, die es am wenigsten erwarten. Aber auch die anderen, die noch lange zu leben haben, rücken mit jeder Stunde dem Tod näher; denn die Zeit ist nur ein Augenblick im Vergleich zur Ewigkeit. Und in der Todesstunde war auch das längste Leben nur ein Hauch. Alle Handlungen so vieler Jahrzehnte, von frühester Kindheit an, kehren wieder und sagen: „Siehe: gestern hast du dies getan!“ Gestern! Beim Sterben ist alles gestern geschehen. Und Ehren und Gold, nach denen der Mensch strebte, sind nur Staub! Und die Frucht, nach der er gierte, hat jeden Geschmack verloren! Die Frau? Die Börse? Die Macht? Die Wissenschaft? Was bleibt? Nichts! Nur das Gewissen und das Gericht Gottes, vor dem das Gewissen ohne menschliche Protektion und irdischen Überfluss erscheinen muss, einzig mit seinen Werken beladen. …“

Auszug aus “Der Gottmensch″ Band XI von Maria Valtorta. Veröffentlicht mit der Genehmigung des Herausgebers Centro Editoriale Valtortiano srl. Isola del Liri (FR), www.mariavaltorta.com, dem die Rechte für die Werke Maria Valtortas gehören. Um die Bücher Maria Valtortas in deutscher Sprache zu erwerben bitte wenden an den Parvis-Verlag, 1648 Hauteville, Schweiz: book@parvis.chwww.parvis.ch

Zu Teil II

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