Jesus erscheint den Jüngern von Emmaus

08/05/2011
(zum Sonntags-Evangelium vom 8. Mai 2011: Lukas 24,13-35)

„… Nun ist er auferstanden. Alles hat er vollbracht. Glorreich ist er vor seiner Menschwerdung gewesen. Dreimal glorreich ist er nun, nachdem er sich so viele Jahre in einem Körper erniedrigt und sich dann selbst geopfert hat im vollkommenen Gehorsam durch seinen Tod am Kreuz, um den Willen Gottes zu erfüllen. Glorreich über alle Maßen wird er nun zusammen mit dem verherrlichten Fleisch zum Himmel auffahren und in die ewige Herrlichkeit eingehen. Dies wird der Beginn des Reiches sein, dessen Bedeutung Israel nicht verstanden hat.

  

Und zu diesem Reich ruft er eindringlicher denn je mit seiner ganzen Liebe und Autorität die Völker der Welt. Sie alle, wie es die Gerechten Israels und die Propheten geschaut und vorausgesagt haben, alle Völker werden zu ihrem Heiland kommen. Und es wird keine Juden oder Römer, Skythen oder Afrikaner, Iberer oder Kelten, Ägypter oder Phrygier mehr geben. Die von jenseits des Euphrat werden sich mit den Quellen des ewigen Flusses vereinigen. Die Völker des Nordens werden an der Seite der Numidier zu seinem Reich kommen; Rassen und Sprachen, Sitten und Hautfarben werden keine Rolle mehr spielen. Es wird ein einziges zahlloses, leuchtendes, reines Volk geben, eine einzige Sprache, eine einzige Liebe. Es wird das Reich Gottes, das Reich des Himmels sein, und der ewige Herrscher, der auferstandene Geopferte, und sein ewiges Volk, die an ihn Glaubenden. Glaubt also, um zu diesem Volk zu gehören!

Hier ist nun Emmaus, Freunde. Ich gehe weiter. Dem Wanderer, der noch einen so weiten Weg zurücklegen muss, ist kein Aufenthalt erlaubt.“

„Herr, du bist gelehrter als ein Rabbi. Wäre er nicht tot, würden wir glauben, dass er zu uns gesprochen hat. Wir möchten noch andere und ausführlichere Wahrheiten von dir hören; denn nun verstehen wir die Worte des Buches nicht mehr, da wir eine Herde ohne Hirten und durch den Hass Israels beunruhigt sind. Willst du, dass wir mit dir kommen? Du könntest uns weiterhin unterweisen und so das Werk des Meisters, der uns genommen wurde, vollenden.“

„Ihr habt ihn so lange gehabt, und es hat nicht genügt, euch zu vollenden? Ist dies hier nicht die Synagoge?“

„Ja. Ich bin Kleophas, der Sohn des Synagogenvorstehers Kleophas, der in der Freude gestorben ist, den Messias kennengelernt zu haben.“

„Und immer noch trüben Zweifel deinen Glauben? Aber es ist nicht eure Schuld. Nach dem Blut braucht es noch das Feuer. Dann werdet ihr glauben, denn ihr werdet verstehen. Lebt wohl.“

„O Herr, es will schon Abend werden, und die Sonne geht bald unter. Du bist müde und durstig. Komm herein. Bleibe bei uns. Du wirst zu uns von Gott sprechen, während wir Brot und Salz teilen.“

Jesus geht hinein und wird mit der üblichen hebräischen Gastfreundschaft bedient. Man bringt Getränke und Wasser für die müden Füsse.

Dann setzen sie sich zu Tisch, und die beiden bitten ihn, die Mahlzeit zu segnen.

Jesus steht auf, hält das Brot auf den flachen Händen, erhebt die Augen zum roten Abendhimmel, dankt für die Speise und setzt sich. Er bricht das Brot und teilt es mit seinen Gastgebern. Und während er dies tut, gibt er sich zu erkennen als der, der er ist: der Auferstandene.

 

Er ist nicht der strahlende Auferstandene, als der er den anderen, die ihm nahestehen, erschienen ist; Aber er ist ein Jesus voller Majestät, und die Wunden an den schmalen Händen sind deutlich zu sehen: rote Rosen auf dem Elfenbein der Haut. Ein sehr lebendiger Jesus in seinem wiederhergestellten Fleisch. Aber auch Gott in der Macht seines Blickes und seiner Erscheinung.

Die beiden erkennen ihn und fallen auf die Knie… Und als sie es wagen, wieder aufzublicken, bleibt von ihm nur noch das gebrochene Brot.

Sie nehmen es und küssen es. Jeder nimmt seinen Anteil und legt ihn, wie eine Reliquie in ein Leinentüchlein gewickelt, auf die Brust.

Sie weinen und sagen: „Er ist es gewesen! Und wir haben ihn nicht erkannt. Und dennoch, brannte nicht auch dir das Herz in der Brust, als er zu uns sprach und uns die Schrift auslegte?“

„Ja. Und nun glaube ich ihn neu zu sehen. Im Licht, das vom Himmel kommt. Dem Licht Gottes. Und ich sehe, dass er der Erlöser ist.“

„Gehen wir. Ich spüre weder Müdigkeit noch Hunger mehr. Wir wollen nach Jerusalem gehen und es seinen Jüngern berichten.“

„Gehen wir. Oh, hätte doch mein alter Vater diese Stunde noch erleben dürfen!“

„Sprich nicht so. Ihm war mehr gegeben als uns. Der Geist des gerechten Kleophas sah den Sohn Gottes in den Himmel zurückkehren ohne den Schleier, der ihn aus Erbarmen mit unserer menschlichen Schwäche verhüllte. Gehen wir! Gehen wir! Wir werden mitten in der Nacht ankommen. Aber wenn er es will, finden wir einen Weg, in die Stadt zu gelangen. Er, der die Tore des Todes geöffnet hat, kann ebenso die Tore der Stadtmauern öffnen. Gehen wir!“

Und in der purpurnen Abenddämmerung machen sie sich eilends auf den Weg nach Jerusalem.

Auszug aus “Der Gottmensch″ Band XII von Maria Valtorta. Veröffentlicht mit der Genehmigung des Herausgebers Centro Editoriale Valtortiano srl. Isola del Liri (FR), www.mariavaltorta.com, dem die Rechte für die Werke Maria Valtortas gehören. Um die Bücher Maria Valtortas in deutscher Sprache zu erwerben bitte wenden an den Parvis-Verlag, 1648 Hauteville, Schweiz: book@parvis.chwww.parvis.ch

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