13. Mai: Gedenktag erste Marienerscheinung in Fatima

13/05/2011

Schwester Lucia schreibt in ihren Erinnerungen über den 13. Mai 1917:

Ich spielte mit Francisco und Jacinta auf dem Gipfel des Abhanges der Cova da Iria. Wir bauten eine kleine Mauer rund um ein Gebüsch, da sahen wir plötzlich etwas wie einen Blitz. 

– Es ist besser, wenn wir nach Hause gehen – sagte ich zu meinen kleinen Verwandten – es blitzt und könnte ein Gewitter geben.

– Also gut!

Wir begannen den Abhang hinunterzusteigen und trieben die Schafe in Richtung auf die Straße. Als wir ungefähr in der Mitte des Abhangs waren, fast neben einer großen Eiche, sahen wir wieder einen Blitz und nach einigen Schritten erblickten wir über einer Steineiche eine Dame, ganz in Weiß gekleidet, strahlender als die Sonne. Sie verbreitete ein noch helleres Licht als die hellsten Sonnenstrahlen, die durch ein mit Wasser gefülltes Kristallglas scheinen. Überrascht durch diese Erscheinung blieben wir stehen. Wir standen so nahe, dass wir innerhalb des Lichtes blieben, welches sie umgab, oder das sie ausstrahlte. Der Abstand betrug etwa eineinhalb Meter. Dann sagte Unsere Liebe Frau:

– Habt keine Angst! Ich tue euch nichts Böses!

– Woher kommen Sie? – fragte ich sie.

– Ich bin vom Himmel!

– Und was wollen Sie von mir?

 – Ich bin gekommen, euch zu bitten, dass ihr in den folgenden sechs Monaten, jeweils am Dreizehnten zur selben Stunde hierherkommt. Dann werde ich euch sagen, wer ich bin und was ich will. Ich werde danach noch ein siebtes Mal hierher zurückkehren.*

– Komme ich auch in den Himmel?

– Jawohl!

– Und Jacinta?

– Auch!

– Und Francisco?

– Auch, aber er muss noch viele Rosenkränze beten.

Ich erinnerte mich daran, nach zwei Mädchen zu fragen, die kurz vorher gestorben waren. Sie waren meine Freundinnen gewesen und hatten bei meiner älteren Schwester weben gelernt.

– Ist Maria das Neves schon im Himmel?

– Jawohl.

(Ich glaube, sie war ungefähr 16 Jahre alt gewesen).

-Und Amelia?

– Sie bleibt bis zum Ende der Welt im Fegfeuer.

(Ich glaube, sie wurde etwa 18 bis 20 Jahre alt).

– Wollt ihr euch Gott anbieten, um alle Leiden zu ertragen, die Er euch schicken wird, zur Sühne für alle Sünden, durch die Er beledigt wird und als Bitte um die Bekehrung der Sünder?

– Ja, wir wollen es!

– Ihr werdet also viel leiden müssen, aber die Gnade Gottes wird eure Stärke sein!

Als sie diese letzten Worte sagte (die Gnade Gottes usw.), öffnete sie zum ersten Mal die Hände und übermittelte uns ein so starkes Licht, das wie ein Widerschein von ihren Händen ausging. Es drang uns in die Brust und bis in die tiefste Tiefe der Seele und wir erkannten uns selber in Gott, der dieses Licht war, viel klarer, als wir uns im besten Spiegel sehen konnten. Durch eine innere Anregung, die uns ebenfalls mitgeteilt wurde, fielen wir nun auf die Knie und wiederholten ganz innerlich:

– O Heiligste Dreifaltigkeit, ich bete dich an. Mein Gott, mein Gott, ich liebe Dich im heiligsten Sakrament.

Nach einigen Augenblicken fügte Unsere Liebe Frau hinzu:

Betet täglich den Rosenkranz, um den Frieden der Welt und um das Ende des Krieges zu erlangen!

Daraufhin begann sie sich langsam zu erheben und in Richtung des Sonnenaufgangs aufzusteigen, bis sie in der Unendlichkeit der Ferne verschwand. Das Licht, das sie umgab, schien einen Weg durch die Himmelswölbung zu öffnen. Aus diesem Grunde haben wir zuweilen erklärt, wir hätten den Himmel sich öffnen sehen.

Ich glaube, dass ich schon in der Schrift über Jacinta oder in einem Brief dargelegt habe, dass wir eigentlich nicht vor Unserer Lieben Frau Angst hatten, sondern vor dem Gewitter, das wir erwarteten und und vor dem wir flüchten wollten. Die Erscheinungen Unserer Lieben Frau flößten uns weder Angst noch Schrecken ein, sondern überraschten uns nur. Wenn ich die Frage bejahte, ob ich Angst gehabt hätte, meinte ich die Angst, die ich vor den Blitzen und vor dem nahenden Gewitter hatte; vor diesem wollten wir flüchten, denn wir sahen gewöhnlich Blitze nur bei einem Gewitter. 

Die Blitze waren keine eigentlichen Blitze, sondern ein Widerschein des Lichtes, das sich näherte. Wenn wir dieses Licht sahen, sagten wir manchmal, wir sähen Unsere Liebe Frau kommen. Aber Unsere Liebe Frau konnten wir in diesem Licht erst erkennen, wenn sie schon über der Steineiche war. Da wir dies nicht zu erklären vermochten und auch lästigen Fragen ausweichen wollten, sagten wir mehrmals, wir sähen sie kommen, und andere Male, wir sähen sie nicht kommen. Wenn wir sagten, ja, wir sähen sie kommen, meinten wir damit, dass wir dieses Licht näherkommen sahen, welches schließlich sie war. Und wenn wir sagten, wir sähen sie nicht kommen, meinten wir damit, dass wir Unsere Liebe Frau erst dann sahen, wenn sie schon über der Steineiche war.

* Dieses siebte Mal fand schon am 16. Juni 1921 statt, am Vorabend ihrer Abreise nach Vilar in Porto. Es handelt sich um eine Erscheinung mit einer persönlichen Botschaft für Lucia.

Die frühen Erinnerungen von Schwester Lucia können auf Deutsch über das Secretariado dos Pastorinhos bezogen werden. Wir bedanken uns dort auch dafür, dass wir hier Auszüge aus dem Buch „Schwester Lucia spricht über Fatima – Erinnerungen der Schwester Lucia, Band I“ wiedergeben dürfen.

Die Weihe Russlands ist noch immer nicht erfolgt

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