Jesus spricht zu den Aposteln über die verschiedenen Arten der Liebe (1)

10/01/2012

„Was willst du sagen, Meister, wenn du von Liebe zweiten Grades sprichst?“ fragt Judas Thaddäus.

„Mein Freund, es gibt Liebe verschiedener Art. Ersten Grades ist jene, die man Gott schenkt. Die Liebe zweiten Grades ist die mütterliche oder väterliche Liebe. Denn wenn die erste Liebe ganz geistig ist, so ist die zweite zu zwei Drittel geistig und zu einem Drittel fleischlich. Hier mischt sich das menschliche Gefühl bei, aber es herrscht das höhere vor; denn eine Mutter und ein Vater, die gesund und heiligmäßig leben, beschränken sich nicht darauf, den Körper des Kindes zu ernähren und zu liebkosen, sondern geben auch dem Geist und der Seele ihres Geschöpfes Nahrung und Liebe. Es ist wahr, wenn ich sage, dass wer sich den Kindern widmet, wenn auch nur um sie zu unterrichten, sie schliesslich liebt wie sein eigenes Fleisch.“

„Ich habe meine Schüler sehr geliebt“, sagt Johannes von Endor.

„Ich habe verstanden, dass du ein sehr guter Lehrer gewesen bist, als ich beobachtete, wie du mit Jabe umgehst.“

Der Mann von Endor neigt sich und küsst die Hand Jesu, ohne zu antworten.

„Fahre fort, ich bitte dich, mit der Klassifizierung der Liebe“, bittet der Zelote.

„Es gibt die Gattenliebe, die Liebe dritten Grades; sie ist zur Hälfte – ich spreche immer von einer gesunden, heiligen Liebe – geistig und zur anderen Hälfte körperlich. Der Mann ist für seine Frau außer dem Gatten ein Lehrer und ein Vater; und die Frau ist für den Mann außer der Gattin ein Engel und eine Mutter. Dies sind die drei Arten der höheren Liebe.“

„Und die Nächstenliebe? Irrst du dich nicht? Oder hast du dies vergessen?“ fragt Iskariot. Die anderen blicken ihn erstaunt und entsetzt ob dieser Bemerkung an.

Aber Jesus antwortet ruhig: „Nein, Judas! Aber schau, Gott wird geliebt, weil er Gott ist, und keine Erklärung ist nötig, um von der Notwendigkeit dieser Liebe zu überzeugen. Gott ist, der ist, also alles; und der Mensch ist das Nichts, das Anteil an dem „alles“ hat durch die vom Ewigen eingegossene Seele, ohne welche der Mensch eines der vielen unvernünftigen Tiere wäre, die auf der Erde, im Wasser oder in der Luft leben. Und der Mensch muss Gott anbeten, um zu verdienen, in dem „alles“ zu überleben; das heisst verdienen, Teil des heiligen Volkes Gottes im Himmel zu werden, Bürger des Jerusalem, das in alle Ewigkeit keine Schändung und Zerstörung kennen wird.“

weiter zu Teil 2

Auszug aus “Der Gottmensch“, Bd. IV von Maria Valtorta. Veröffentlicht mit der Genehmigung des Herausgebers Centro Editoriale Valtortiano srl. Isola del Liri (FR), www.mariavaltorta.com, dem die Rechte für die Werke Maria Valtortas gehören. Um die Bücher Maria Valtortas in deutscher Sprache zu erwerben bitte wenden an den Parvis-Verlag, 1648 Hauteville, Schweiz: book@parvis.ch, www.parvis.ch

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Eine Antwort to “Jesus spricht zu den Aposteln über die verschiedenen Arten der Liebe (1)”

  1. Johannes Says:

    Vielen Dank für die Erinnerung und Anregung. Ich schreibe ja gerade über die Liebe und freue mich über die Anregung.


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