Der Aussätzige bei Chorazim wird geheilt

12/02/2012

zum Sonntagsevangelium v. 12.Februar 2012: Markus 1,40-45

(…)

„Bist du es, Abel?“

„Ich bin es.“

„Komm, der Meister erwartet dich hier unter dem Nußbaum!“

Der Aussätzige kriecht aus dem Graben und rutscht mühsam die Böschung hinauf bis zur Wiese. Jesus steht dort, mit dem Rücken an einen sehr hohen Nußbaum gelehnt, und erwartet ihn. 

„Meister, Messias, Heiliger, habe Erbarmen mit mir!“ ruft der Aussätzige aus und wirft sich im Grase Jesu zu Füßen. Das Gesicht noch auf dem Erdboden, ruft er noch einmal: „O mein Herr! Wenn du willst, kannst du mich rein machen!“ Dann richtet er sich auf und kniend hebt er dich knochendürren Arme mit den verkrüppelten Händen hoch und zeigt das verwüstete Gesicht… Die Tränen rinnen ihm über die Wangen und die wunden Lippen.

Jesus betrachtet ihn voller Erbarmen. Er betrachtet diese Menschenlarve, die zerstört ist durch die schreckliche Krankheit. Nur eine wahre Nächstenliebe erträgt ihre Nähe, so abstoßend und stinkend ist sie.

Doch siehe, Jesus streckt ihm eine schöne, gesunde Hand entgegen, seine rechte Hand, wie um den Armen zu streicheln.

Dieser jedoch wirft sich zurück auf die Fersen und schreit: „Berühre mich nicht! Habe Erbarmen mit dir!“

Doch Jesus macht einen Schritt vorwärts. Feierlich, voller Güte und Milde legt er seine Hand auf das vom Aussatz zerfressene Haupt und sagt mit ruhiger, liebevoller, doch auch machtvoller Stimme: „Ich will! Sei rein!“

Die Hand bleibt einige Augenblicke auf dem armen Haupt. „Steh auf, geh zum Priester und erfülle, was das Gesetz vorschreibt! Erzähle nicht, was ich dir getan habe. Bleibe nur gut! Sündige nie wieder! Ich segne dich.“

„O Herr! Abel! Du bist ganz gesund!“ ruft Samuel, der die Verwandlung des Freundes beobachtet hat, freudig aus.

„Ja, er ist gesund. Durch seinen Glauben hat er es verdient. Lebe wohl! Der Friede sei mit dir!“

„Meister! Meister! Meister! Ich gehe nicht weg von dir! Ich kann mich nicht von dir trennen!“

„Tue, was das Gesetz vorschreibt! Dann sehen wir uns wieder. Zum zweiten Mal komme mein Segen über dich!“

Jesus geht und gibt Samuel ein Zeichen, dass er bleiben soll. Die beiden Freunde weinen vor Freude, während sie im Mondschein zum letzten Mal in die Unglückshöhle zurückkehren. 

Die Vision endet hier.

Auszug aus “Der Gottmensch“, Bd. II von Maria Valtorta. Veröffentlicht mit der Genehmigung des Herausgebers Centro Editoriale Valtortiano srl. Isola del Liri (FR), www.mariavaltorta.com, dem die Rechte für die Werke Maria Valtortas gehören. Um die Bücher Maria Valtortas in deutscher Sprache zu erwerben bitte wenden an den Parvis-Verlag, 1648 Hauteville, Schweiz: book@parvis.ch, www.parvis.ch

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