Hl. Rafael Arnaiz Baron (17)

28/03/2012

Am 11. Oktober 2009 wurde der spanische Trappist Rafael Arnaiz Baron (1911-1938) heilig gesprochen. Dieser mit 27 Jahren in der Abtei San Isidro de Duenas verstorbene Mystiker beeindruckt durch seine tiefe Spiritualität und sein einfaches und frohgemutes Wesen, mit dem er vertrauensvoll sein Kreuz auf sich nahm. Dank der freundlichen Genehmigung  der Herausgeberin und des Bernardus-Verlags, bei dem die Gesamtausgabe der Schriften des Heiligen bestellt werden können („Nur Gast auf Erden?“),  veröffentlichen wir hier Auszüge aus denselben.

Leben unter Deinem Kreuz (1)

13. Februar 1938 – Sonntag Septuagesima – im Alter von 26 Jahren

Guter Jesus, wie soll ich Dir sagen, o Herr, welch große Zärtlichkeit meine Seele empfindet angesichts der Milde Deiner Liebe? 

Was habe ich getan, mein Gott, dass Du mich so behandelst? Einmal fühle ich mich überschwemmt von tiefem Kummer, dann wieder erfüllt von überströmender Freude, wenn ich an Dich denke und an das, was Du mir verheisst für das Ende der Zeiten [vgl. Röm 8,18].

Womit habe ich das verdient, Herr? Heute habe ich bei der heiligen Kommunion den Trost erfahren, Deine Nähe zu spüren, obwohl mich alles zu verlassen scheint. Ich wollte, Herr, Deinem Herzen die Worte tief einprägen, die ich täglich spreche: „Lass nicht zu, Herr, dass ich mich von dir trenne!“ [Messliturgie]

Ich umfing Dein Kreuz und ging ins Kapitel… Unter Deinem Kreuz nahm ich die Nahrung, die meine schwache Natur benötigt… Unter Deinem blutüberströmten Kreuz finde ich den Trost, diese Zeilen zu schreiben… „Lass nicht zu, dass ich mich von dir trenne!“

Möge ich immer, Herr, im Schatten des harten Kreuzes stehen! Lass mich dort zu Deinen Füßen meine Zelle, mein Lager haben! Lass mich, Herr, dort meine Freude, meine Ruhe finden! Lass mich den Boden des Kalvarienberges mit meinen Tränen benetzen! Dort unter dem Kreuz möchte ich mein Gebet und meine Gewissenserforschungen verrichten.

„Lass nicht zu, Herr, dass ich mich von dir trenne!“

Welch große Freude bedeutet es, unter dem Kreuz leben zu können! Dort begegne ich Maria, dem hl. Johannes und all denen, die Dich lieben [vgl. Joh 19,25 ff]. Dort gibt es keinen Schmerz, denn angesichts des Deinen, Herr, wer wagt da zu behaupten, dass er leidet?

Dort vergisst man alles; man hat weder den Wunsch sich zu freuen, noch denkt man daran zu leiden… Beim Anblick Deiner Wunden, Herr, beherrscht nur ein Gedanke die Seele: Liebe…, ja, Liebe, um Deinen Schweiss abzutrocknen, Liebe, um Deine Wunden erträglicher zu machen, Liebe, um so viel und so ungeheuren Schmerz zu erleichtern.

„Lass nicht zu, Herr, dass ich mich von Dir trenne!“

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