Der an der phönizischen Grenze geheilte Taubstumme

08/09/2012

zum Evangelium vom 9. September 2012: Markus 7,31-37

Jesus und die einige Apostel sind verletzt, nachdem sie in Gischala von Rabbis mit Steinen beworfen wurden. Am nächsten Abend halten sie am ersten Haus eines Dorfes und erbitten Wasser und Öl, um die stark angeschwollene und bläulich gewordene Hand Jesu zu behandeln und neu zu verbinden. Die Frau, die nicht weiss, mit wem sie es zu tun hat, bietet ihnen an, sie für die kommende Nacht zu beherbergen.

„Die Frau läßt fragen, ob wir ihre Einladung annehmen?“

„Ja, gute Frau, wir bleiben heute nacht hier.“

„Das Abendessen? Oh, nehmt es an, es macht mir keine Mühe. Außerdem haben uns einige Jünger von Jesus aus Galiläa, der der Messias genannt wird, viele Wunder wirkt und das Reich Gottes predigt, gelehrt, barmherzig zu sein. Zu uns ist Jesus noch nie gekommen, vielleicht weil wir an der syrisch-phönizischen Grenze leben. Aber seine Jünger waren da, und das ist schon viel! Zum Passahfest wollen wir alle aus dem Dorf nach Judäa gehen, um zu sehen, ob wir diesen Jesus finden, denn wir haben Kranke hier. Die Jünger haben wohl einige von ihnen geheilt, andere aber nicht, und unter ihnen ist ein junger Sohn des Bruders der Frau meines Schwagers.“

„Was hat er denn?“ fragt Jesus lächelnd.

„Er kann weder sprechen noch hören. Er ist taubstumm zur Welt gekommen. Vielleicht hat sich ein Dämon in den Schoß der Mutter eingeschlichen, um sie zur Verzweiflung zu bringen und zu quälen. Aber der Sohn ist gut, und es scheint nicht, dass er besessen ist. Die Jünger haben gesagt, dass nur Jesus von Nazareth ihm helfen kann, da es sich um einen besonderen Fall handelt, und nur dieser Jesus von Nazareth… Oh, da kommen meine Söhne und mein Mann! Melchias, ich habe diese Pilger im Namen des Herrn aufgenommen und erzählte ihnen gerade von Levi… Sara, geh rasch Milch melken, und du, Samuel, geh zur Grotte hinunter, um Öl und Wein zu holen, und bringe auch Äpfel vom Dachboden. Beeile dich, Sara, wir müssen noch die Betten in den oberen Räumen vorbereiten.“

„Mühe dich nicht ab, Frau. Wir sind mit allem zufrieden und fühlen uns überall wohl. Könnte ich den Jungen sehen, von dem du gesprochen hast?“

„Ja… Aber… O Herr! Bist du vielleicht selbst der Nazarener?“

„Ich bin es!“

Die Frau fällt auf die Knie und ruft aus: „Melchias, Sara, Samuel! Kommt und huldigt dem Messias! Welch ein Tag! Welch ein Tag! Und ich darf ihn im meinem Haus aufnehmen und habe so einfach mit ihm gesprochen! Ich habe ihm Wasser für seine Wunde gebracht. Oh…!“ Und ihr bleibt vor Erregung der Atem weg. Dann aber eilt sie zum Waschbecken und sieht, dass es leer ist. „Warum habt ihr das Wasser weggeschüttet! Es war heilig! O Melchias! Der Messias ist bei uns!“

„Ja. Aber beruhige dich, Frau, und sage es niemandem. Geh vielmehr den Taubstummen holen und bringe ihn zu mir!“ sagt Jesus lächelnd…

Bald kehrt Melchias mit dem jungen Taubstummen, seinen Verwandten und fast dem halben Dorf zurück. Die Mutter des Unglücklichen betet und fleht Jesus an.

Jesus sagt: „Ja, dein Wunsch wird in Erfüllung gehen“, und nimmt den Taubstummen bei der Hand. Er zieht ihn aus der dicht gedrängten Menge, welche die Apostel mit Rücksicht auf die verletzte Hand Jesu zurückzuhalten versuchen. Jesus holt den Taubstummen zu sich heran, steckt ihm die Zeigefinger in die Ohren und berührt mit der Zunge die halbgeöffneten Lippen; dann erhebt er seine Augen zum Himmel, der schon dunkel wird, haucht ins Gesicht des Taubstummen und ruft laut: „Öffnet euch!“ Dann lässt er ihn gehen.

Der Jüngling schaut Jesus einen Augenblick an, während die Leute miteinander flüstern. Die Veränderung in seinem Gesicht ist überraschend, denn vorher schien er apathisch und traurig, während er jetzt erstaunt lächelt, seine Hände zu den Ohren führt, daraufdrückt und sie dann wieder wegnimmt. Er überzeugt sich, dass er tatsächlich hören kann, er öffnet den Mund und spricht: „Mama, ich höre! O Herr, ich bete dich an!“

Die Menge ist wie immer begeistert, um so mehr, als man sich fragt: „Wie ist es nur möglich, dass er schon sprechen kann, da er von Geburt an nie ein Wort gehört hat? Ein Wunder im Wunder! Er hat ihm die Stimme gegeben, die Ohren geöffnet und ihn zugleich sprechen gelehrt. Es lebe Jesus von Nazareth! Hosanna dem Heiligen, dem Messias!“

Man drängt sich um ihn, während er seine verletzte Hand zum Segen erhebt. Einige Leute waschen sich auf Anweisung der Hausfrau Gesicht und Glieder mit den restlichen Tropfen im Becken.

Jesus sieht es und ruft aus: „Um eures Glaubens willen, seid alle geheilt. Geht in eure Häuser, seid gut und redlich. Glaubt an das Wort der Frohbotschaft und bewahrt für euch, was geschehen ist, bis die Stunde kommt, um es auf den Plätzen und Straßen der Welt zu verkünden. Mein Friede sei mit euch!“

Hierauf betritt er die geräumige Küche, in der ein Feuer brennt und die durch die Flammen zweier Lampen erhellt wird.

Auszug aus “Der Gottmensch″, Bd. VI von Maria Valtorta. Veröffentlicht mit Genehmigung des Herausgebers Centro Editoriale Valtortiano srl. Isola del Liri (FR), www.mariavaltorta.com, dem die Rechte für die Werke Maria Valtortas gehören. Um die Bücher Maria Valtortas in deutscher Sprache zu erwerben bitte wenden an den Parvis-Verlag, 1648 Hauteville, Schweiz: book@parvis.chwww.parvis.ch

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