Jean Aulagnier: Avec Jésus au jour le jour – The Diary of Jesus (Teil 2)

22/01/2013

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Jean Aulagnier ging bei dieser unglaublich minutiösen und fünf Jahre dauernden Arbeit folgendermaßen vor: Zuerst markierte er sich in jeder Szene die Angaben, anhand derer er sie in Bezug zu anderen Szenen setzen und hinsichtlich Zeit und Raum einordnen konnte: „am Vorabend“, „fünf Tage später“, „am gleichen Ort“, Ortsnamen usw. So entstanden viele kleine, vorerst mobile „Filmabschnitte“ über verschieden lange Zeiträume mit verschiedenen Szenen. Anschließend sichtete er die rund 60 Szenen mit Angaben zum Sabbat: Er zog einerseits die Entfernungen und die benötigte Zeit, um erwähnte Entfernungen zurückzulegen, in Betracht. Andererseits berücksichtigte er die Tatsache, dass Jesus und die Seinen die Sabbatruhe respektierten (d.h. das Verbot, zwischen dem Sonnenuntergang freitags bis zum Sonnenuntergang samstags mehr als 1100 bis 1200 Meter zurückzulegen). So konnte er die kurzen Abschnitte den Wochentagen zuordnen und es entstanden längere Abschnitte über mehrere Wochen. 

Danach konzentrierte er sich auf die kalendarischen, klimatischen oder astronomischen Angaben im Werk: „das zweite Viertel des Mondes im Ziv“, „an diesem kalten Dezembertag“, „unter der Aprilsonne“ usw. Mithilfe dieser Anhaltspunkte konnte er die wochenlangen Abschnitte in einen größeren, sich über mehrere Monate erstreckenden Rahmen einordnen. Dank der zahlreichen Beschreibungen des Mondes (ca. 60) in den Valtorta-Bänden konnte er genau überprüfen, ob seine Einordnungen mit den diversen beschriebenen Festen (Ostern, Pfingsten, Laubhüttenfest, Tempelweihefest…) zeitlich richtig waren. Bei seinem außerordentlich sorgfältigen Vorgehen stellte er Berechnungen mit sechs (!) verschiedenen Kalendern an: er berücksichtigte zwei Sonnenkalender (den julianischen und den gregorianischen), zwei jüdische Mond-Sonnenkalender (den alten = zur Zeit Jesu gebräuchlichen und den aktuellen = heutigen), den Mondphasenkalender und den antiken hebräischen („jubiläischen“) Wochen-Sonnenkalender, der seit dem Auszug aus Ägypten bis zur Babylonischen Gefangenschaft in Gebrauch war und dem „Buch der Jubliäen“ (auch „Buch der Einteilungen der Zeiten“) zu entnehmen ist.

Qumran - Höhle Nr. 4

Qumran – Höhle Nr. 4

Was dieses „Buch der Jubiläen“ betrifft, ist folgender Zusammenhang beachtenswert: die Fragmente des hebräischen Originals, die die Rekonstruktion des antiken hebräischen Kalenders ermöglichten, wurden erst in den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts in den Qumranhöhlen am Toten Meer entdeckt. Als Maria Valtorta ihre Visionen und Diktate niederschrieb (1943-1950), war der Kalender von Annie Jaubert noch nicht dekodiert worden. Das geschah erst, als in Italien bereits die ersten Valtorta-Bände herausgegeben wurden. Trotzdem stimmen sämtliche Einzelheiten auf den hunderten von Seiten in „Der Gottmensch“ mit diesem der Valtorta unbekannten Kalender überein. 

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