Schmerz, Gebet und Buße Jesu (1)

22/02/2015

Vision Maria Valtortas: Mitte Dezember des Jahres 28 müssen zwei neubekehrte Jünger Jesu in Sicherheit gebracht werden, da das jüdische Synedrium nach einem Hinweis des Judas Iskariot diesen nachstellt. Ein Teil der Apostel begleitet ohne das Wissen des Iskariot die Jünger nach Antiochien. Während Jesus auf die Rückkehr der Apostel wartet, zieht er sich alleine für fast drei Wochen zu Buße und Gebet für seinen verräterischen Apostel in eine Höhle bei Jiphtael, in der Nähe des heutigen Yodfat, zurück.

Jesus befindet sich wieder am Fuße des Bergmassivs, auf dem Jiphtael liegt. Doch nicht auf der Hauptstraße (wenn wir sie so nennen wollen) oder dem Saumpfad, den er zuvor mit dem Wagen genommen hat, sondern auf einem Pfad für Steinböcke; so abschüssig, steinig und zerklüftet ist dieser Weg, der an den Berg geklebt oder besser gesagt in die steile Bergwand eingeschnitten ist, wie wenn eine riesige Kralle darübergefahren wäre. An seinem Rand geht es hinunter in eine fürchterliche Schlucht, in deren Tiefe ein reißender Gießbach schäumt.

Hier einen Fehltritt zu machen, würde bedeuten, rettungslos in die Tiefe zu stürzen, von Dornbusch zu Dornbusch und anderen wilden Gewächsen, die nicht senkrecht, sondern waagrecht aus den Felsspalten wachsen, da es ihr Standort nicht anders zuläßt. Ein Fehltritt würde bedeuten, von all den dornigen Zweigen dieser Pflanzen zerrissen zu werden oder sich die Rippen zu brechen beim Aufprall auf die harten Baumstrünke, die über dem Abgrund hängen. Ein Fehltritt würde bedeuten, von den scharfen Steinspitzen zerfleischt zu werden, die aus der Felswand der Schlucht herausragen. Ein Fehltritt würde bedeuten, blutend und zerschmettert in das schäumende Wasser des reißenden Gießbaches zu fallen und zu ertrinken, auf spitzen Felssplittern liegend und von den wilden Wellen geschlagen.

Doch benützt Jesus gerade diesen Pfad, diesen Kratzer im Felsen, der noch gefährlicher wird durch die Feuchtigkeit, die dampfend vom Gießbach aufsteigt, von der überhängenden Felswand herabrinnt und von den Bäumen tropft, die auf dieser vorstehenden, leicht nach innen gewölbten Felswand wachsen. Ich will mich bemühen, Ihnen (dem Seelenführer) diesen höllischen Ort zu skizzieren. 

weiter zu Teil 2

Auszug aus “Der Gottmensch″, Bd. V von Maria Valtorta. Veröffentlicht mit Genehmigung des Herausgebers Centro Editoriale Valtortiano srl. Isola del Liri (FR), www.mariavaltorta.com, dem die Rechte für die Werke Maria Valtortas gehören. Um die Bücher Maria Valtortas in deutscher Sprache zu erwerben bitte wenden an den Parvis-Verlag, 1648 Hauteville, Schweiz: book@parvis.chwww.parvis.ch

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Hügel des antiken Jiphtael mit Resten der Befestigungsmauer (copyright Oren Rozen)

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