Archive for the 'Bioethik' Category

Frankreich: keine Meinungsfreiheit im Staatsdienst

14/01/2011

Im südfranzösischen Städtchen Manosque (Departement Alpes-de-Haute-Provence) droht dem 39-jährigen Lehrer Philippe Isnard der Rauswurf aus dem Staatsdienst, weil er im Oktober 2010 mit seinen Schülern (15-18jährig) in Sozialkunde beim Thema Familienrecht eine Diskussion „Für oder gegen Abtreibung“ durchgeführt hatte. Zu diesem Zweck hatte er auch den Film „No need to argue“ vorgeführt, der verschiedene Methoden des Schwangerschaftsabbruchs zeigt.

Philippe Isnard

Die Eltern eines Schülers – antikatholisch eingestellte Lehrer – hatten an dieser vermeintlichen Beeinflussung Anstoss genommen und den Lehrer bei der Schulinspektion in Aix-en-Provence angezeigt. Daraufhin wurde der Lehrer von der Behörde angewiesen, nur die Position des Staates, d. h. das sog. Veil-Gesetz zu vertreten und keine anderen Sichtweisen zur Diskussion zu stellen. Das Veil-Gesetz lässt Abtreibungen in Frankreich auf Wunsch der Mutter bis zur 12. Schwangerschaftswoche zu, aus medizinischen Gründen darf zeitlich unbegrenzt abgetrieben werden.

Im November dann forderte das Schulministerium die Eltern und Schüler der Schule in einem Brief, der einem Aufruf zur Denunzierung gleichkam, auf, schriftliche Aussagen über den Lehrer zu machen. Gleichzeitig wurde in der ganzen Gegend von Manosque eine Petition zur Absetzung des Lehrers verbreitet – beides mit äusserst geringem Erfolg.

Ebenfalls im November gab die abtreibungsbefürwortende Organisation „Pro choix“ ihre nicht mit den Tatsachen übereinstimmende Version der Ereignisse an die Presse, ohne dass der Lehrer eine Gelegenheit zur Darstellung aus seiner Sicht gehabt hätte. Daraufhin leitete das franz. Schulministerium ein Disziplinarverfahren gegen den Lehrer ein und suspendierte ihn für vorläufig 4 Monate vom Dienst (ebenfalls ohne ihn vorher angehört zu haben).

Monsieur Isnard bemängelt im Interview mit der Diözese Fréjus-Toulon, dass in den staatlichen Schulen Frankreichs Abtreibung als ein Recht und ein Fortschritt angepriesen wird und einzig der Verein „Planning familiale“ (Abtreibungsbefürworter, die ausserdem das Veil-Gesetz umgehen, indem sie Frauen nach der in Frankreich gesetzlich erlaubten Frist die Reise ins Ausland mit ausgeweiteter Gesetzgebung ermöglichen) zur Aufklärung in die Schulen kommt. Pro-life Organisationen sind nicht zugelassen. Seiner Meinung nach ist das Recht auf freie Meinungsäusserung in Gefahr, er bemerke in Frankreich totalitäre Tendenzen bei bioethischen Themen, das bestehende Veil-Gesetz sei unantastbar und dürfe nicht in Frage gestellt werden. Wissenschaftliche Erkenntnisse, z. B. dass das ungeborene Kind mit 12 Wochen ein schlagendes Herz hat usw. dürften den Schülern nicht nahebracht werden, die Wahrheit werde auf Geheiss des Staates verdunkelt.

Ursprünglich wollte man ihn nach den 4 Monaten Dienstsperre in aller Stille kündigen, nun schlägt die Sache aber immer grössere Wellen und Monsieur Isnard will auf jeden Fall gerichtlich für sein Recht der freien Meinungsäusserung und die Beibehaltung seiner Arbeitsstelle kämpfen. Wir wünschen ihm viel Erfolg. Wer eine Petition zu seiner Unterstützung unterschreiben möchte, kann das hier tun (danach muss zur Bestätigung in der erhaltenen Mail der zweite Link angeklickt werden).

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Industrielle Menschenproduktion: einmal Israel – USA – Indien und zurück

05/04/2010

Wir danken der Redaktion von  KATHOLISCHES  für die Genehmigung der Veröffentlichung dieses Artikels, bei dessen Lektüre einem wirklich die Worte fehlen:

 

Der israelische Dokumentarfilm Google Baby von Zippi Brand Frank enthüllt, wie die internationale „Leihmütter“-Industrie zur Menschenproduktion funktioniert. In Israel ausgewählte Spermien, in den USA gekaufte und in amerikanischen Labors befruchtete Eizellen, in Indien gemieteter Uterus. Ein lukratives Geschäft. Im Film wird das Beispiel eines israelischen Homosexuellen gezeigt, der selbst über eine amerikanische Firma zu einem Kind gelangte und dann ein eigenes gewinnträchtiges Unternehmen daraus machte.

Der Dokumentarfilm wirft eine ganze Reihe ethischer Fragen auf, ohne jedoch Antworten zu geben. Israel zählt in bioethischen Fragen zu den „Schurkenstaaten“.

Der Film zeigt Indische Frauen, die in Serie künstlich befruchtet werden, die gedrängt werden ihren Uterus zu „vermieten“ und Kinder zur Welt zu bringen, die sie nie sehen werden. Auf der anderen Seite skrupellose Geschäftemacher, die sie ausnutzen. Und dann noch die reichen Kunden, die zu allem bereit sind. Der Dokumentarfilm zeigt jene, die in den Labors mit dem Leben spielen, um Menschen zu erzeugen. Menschen, um sie leben zu lassen, Menschen, um sie zu töten. Er deckt den Wahn vom Kind um jeden Preis und die Brutalität und Gesetzlosigkeit des Wilden Westen der künstlichen Befruchtung auf.

Das Mädchen, eine Inderin, atmet schwer und weint, es ist die letzte Anstrengung, dann kommt das Kind zur Welt und die Equipe in grünen Kitteln trennt die Nabelschnur ab. Für einen kurzen Augenblick wird das Neugeborene der Frau gezeigt, sie streicht ihm liebevoll über die Wange, doch sofort wendet sie ihren Blick vom Baby ab, um nicht Gefahr zu laufen, es zu lieben. „Jetzt bringen wir es zu seiner Mutter“, lacht die Ärztin zufrieden, auch sie ist Inderin. Hat der Zuseher falsch verstanden?

Er hat nicht! Es ist die erschreckende und grausame Logik, die ein israelischer Dokumentarfilm aufdeckt. Es ist das internationale Geschäft der Schwangerschaften durch „Leih-Mütter“, der „gespendeten“ Eier und Spermien. Der Dokumentarfilm verleiht mit seinen Aufnahmen dem erschreckenden Treiben ein Gesicht.

„Viele Betriebe verlagern ihre Produktion ins Ausland, um die Kosten zu senken“, lacht Doron, ein israelischer Homosexueller, der aus seiner persönlichen Situation ein gewinnträchtiges Geschäft machte. „So habe ich mir gesagt: warum nicht auch die Schwangerschaften nach Indien ‚auslagern‘? Für eine Leihmutter-Schwangerschaft genügen zwei junge, gesunde Frauen, die Geld brauchen, um sich ein Haus kaufen zu können.“ Er selber habe das als Kunde erlebt. In einem Katalog hatte er mittels Foto eine schöne Blondine als „Spenderin“ der zu befruchtenden Eizellen ausgewählt. „Das kaukasische Modell zieht am meisten“, sagt er. Dann wählte er die Leihmutter aus, die ihren Uterus vermietet. „Und schon ist das Produkt fertig“, lacht er. Das Kind kam neun Monate später in Israel bei den „Eltern“, zwei schwulen Männern an. Das Ganze kostete ihn 140.000 Dollar. Zuviel?

Da kam Doron die Geschäftsidee. Er reiste nach Indien und verhandelte mit einer Ärztin. Die In-Vitro-Befruchtung der Eizelle durch die Spermien wird in den USA erfolgen, der Embryo wird dann aber in Indien eingepflanzt, wo er im Bauch einer armen Frau heranwächst, die aus Not zu allem bereit ist. Am Ende wird das neugeborene Kind nach New York, Tel Aviv oder Dubai verschickt, wo es „Vater“ und „Mutter“ kennenlernen wird. Während des gesamten Films sieht man Doron mit einem Kühlbehälter voll Spermien herumfahren. Die Spermien werden im Labor zu Embryonen. „Schauen Sie, wie niedlich die sind“, seine Augen kleben am Mikroskop, „sie schwimmen, jetzt fange ich drei und mache einen Menschen daraus“. Wie wählt er sie aus?, fragt eine Stimme im Film. „Die, die mir am besten gefallen. Sehen Sie, wie der sich flott bewegt? Jetzt hole ich die Pipette und Zack, ab in die Eizelle: Ich habe einen Menschen gemacht.“ Er liefert „natürlich“ nur „erstklassige Ware“. Zum „Paket“ gehört die Präimplantationsdiagnostik, um „jede Form von Mißbildung oder genetischen Defiziten auszuschalten“.

Eine Frau, 57 Jahre, wohlhabend, ruft ihn am Handy an. Sie braucht Eizellen wegen ihres Alters, aber auch Spermien („Ich habe keinen Partner“) und dann noch eine Leihmutter für die Schwangerschaft. Das ganze Programm. Um die gutes Geld zahlende Kundin zufriedenzustellen ist Doron bereit zu verdoppeln: „Wir setzen einfach zwei Leihmüttern Embryonen ein. Sollten beide schwanger werden, treiben wir einfach bei einer ab.“ Operationssaal, der Film muß geschnitten werden. Die Frau ist wach, sie zittert. Die Mutter hat sehr dunkle Haut, das Kind kommt ganz weiß zur Welt. Das große Geschäft mit dem Leben…


 


Woher kommt der Mensch? (4)

28/09/2009

„Eure Wissenschaft ist Mir ein Abscheu.“

Jesus sagt :

« Einer der Punkte, in dem euer Hochmut im Irrtum Schiffbruch erleidet, ist der der Darwin’schen Theorie (*), die obendrein euren Hochmut eigentlich kränken müsste, da sie euch eine Abstammung zuspricht, die ihr als erniedrigend zurückweisen müsstet, wenn ihr weniger durch euren Stolz entgleist wäret.

Um Gott nicht annehmen zu müssen, der in Seiner Allmacht sehr wohl das Weltall aus dem Nichts und den Menschen aus dem schon geschaffenen Schlamm geschaffen haben kann, nehmt ihr ein Tier als euren Stammvater an. Bemerkt ihr denn nicht einmal, wie ihr euch herabwürdigt, denn, bedenkt das doch, ein Tier, so vollkommen, selektioniert, in Form und Instinkt verbessert, und, wenn ihr wollt, auch in der Verstandesbildung entwickelt es auch wäre, bleibt doch immer ein Tier? Bemerkt ihr das nicht? Das spricht zu Ungunsten eures Stolzes als Pseudo-Übermenschen. Aber wenn ihr das nicht bemerkt, dann werde ich es nicht sein, der Worte darauf verschwendet, euch darauf aufmerksam zu machen und von dem Irrtum zu bekehren. Ich stelle euch nur eine Frage, die ihr euch, so zahlreich ihr seid, nie gestellt habt. Und wenn ihr Mir mit Tatsachen darauf antworten könnt, werde Ich eure erniedrigende Theorie niemals mehr bekämpfen.

Wenn der Mensch vom Affen abstammt, der durch fortschreitende Evolution zum Menschen geworden ist, wie kommt es dann, das es euch in so vielen Jahren, die ihr diese Theorie schon aufrecht haltet, noch nie gelungen ist, nicht einmal mit den jetzigen fortschrittlichen Werkzeugen und Methoden, aus einem Affen einen Menschen zu machen? Ihr hättet von einem intelligenten Affenpaar die intelligentesten Jungen und dann die intelligenten Jungen dieser Jungen, und so weiter, nehmen können. Dann hättet ihr nun viele Generationen selektionierter, dressierter und von der geduldigsten und beharrlichsten und umsichtigsten wissenschaftlichen Methode betreute Affen. Aber ihr würdet immer wieder Affen bekommen. Wenn es jemals eine Mutation gäbe, wäre es die: dass die Tiere physisch weniger stark als die ersten und moralisch lasterhafter wären, denn mit all euren Methoden und Instrumenten würdet ihr jene Affenvollkommenheit, die Mein Vater diesen Vierhändern eingeschaffen hat, zerstören.

Und noch eine Frage. Wenn der Mensch vom Affen hergekommen ist, wie kommt es dann, dass er jetzt auch durch Pfropfungen und widerwärtige Kreuzungsmanöver nicht wieder zum Affen wird? Ihr wäret fähig, auch diesen Gräuel zu versuchen, wenn ihr wüsstet, dass das eure Theorie bestätigen könnte. Ihr tut das freilich nicht, weil ihr wisst, dass es euch nicht gelingen würde, aus einem Menschen einen Affen zu machen. Ihr würdet ein hässliches Menschenkind daraus machen, ein degeneriertes, vielleicht einen Verbrecher. Aber niemals einen wahren Affen. Ihr versucht das nicht, weil ihr im voraus wisst, dass es ein übler Fehlschlag würde und euer Ruf dadurch ruiniert wäre.

Nur deshalb tut ihr es nicht. Aus keinem anderen Grunde. Denn einen Menschen auf das Niveau eines wilden Tieres herabzuwürdigen empfändet ihr weder Gewissensbisse noch Abscheu, um nur eine Theorie von euch aufrecht zu halten. Dazu und zu vielem anderen wärt ihr fähig. Ihr seid ja schon selbst wilde Tiere, da ihr Gott leugnet und den Geist, der euch von den Tieren unterscheidet, umbringt.

Eure Wissenschaft ist mir ein Abscheu. Ihr erniedrigt euren Intellekt, aber wie Verrückte, bemerkt ihr noch nicht einmal, wie sehr ihr ihn erniedrigt. Ich sage euch in Wahrheit, dass viele der (sogenannten) primitiven Menschen mehr Mensch sind als ihr. »

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(*) Die Evolutionstheorie Charles Robert Darwins (1809-1882)

Auszug aus dem Band “Die Hefte 1943″  von Maria Valtorta, mit  der Genehmigung des Herausgebers Centro Editoriale Valtortiano srl. Isola del Liri (FR), www.mariavaltorta.com, dem die Rechte für die Werke Maria Valtortas gehören.

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Menschenverachtung par excellence

07/09/2009

ein Gastkommentar von Franz Jakob Schipp

Ungeschminkte Menschenverachtung aus der Feder einer Politikerin in Zeiten des Wahlkampfes – so etwas erwartet man eigentlich nicht. In einem Beitrag zum Thema „Spätabtreibung“ ereiferte sich Asja Huberty, „Die Linke“-Funktionärin aus Schleswig-Holstein, über die „heuchlerisch“ geführte Abtreibungsdebatte und fordert einen “Krieg gegen das Abtreibungsverbot”. Man ist einiges gewohnt von der SED-Nachfolgepartei, doch der eiskalte Schleier der Gefühlslosigkeit, der den Text umschwebt, lässt auch ein bedecktes Gemüt in Wallungen bringen.

Embryo„Behinderte Menschen liegen dem Sozialstaat auf der Tasche, werden seit Menschengedenken als unnütze Esser betrachtet.“, stellt Frau Huberty nüchtern fest. Warum das Theater um die Abtreibung? „Ein Embryo/Fötus befindet sich in einem Zustand der Dämmerung, etwa vergleichbar mit dem unbewussten Gefühlsleben einer Pflanze.“, weiß die Linke-Politikerin, die eine ausgebildete Bürokauffrau ist. Der Embryo oder Fötus verfüge weder über einen Charakter, über nichts, was man mit nachhaltiger Emotion oder gar Intelligenz auch nur entfernt vergleichen könnte, nicht einmal über eine Persönlichkeitsstruktur. Frau Huberty greift noch tiefer in ihren Zylinder und zaubert einen weiteren Vergleich, bei dem sich die Stirn nur so runzelt: Ein Embryo/Fötus „ist kein Individuum und befindet sich im besten Falle auf der evolutionären Stufe mit einer Kaulquappe, aber ganz sicher nicht mit einem Menschen“. Und es wird immer toller: „Diejenigen „Lebensschützer“, die am lautesten nach Abtreibungsverboten schreien, vor Kliniken demonstrieren, Frauen nötigen und so tun, als würde es sich bei dem im Fruchtsack befindlichen Zellhaufen um ein Baby oder gar ein Kind handeln (Klerikale, Antiliberale, Mysogyne und auch Nazis) kümmern sich in der Regel in keiner Weise um das Wohlergehen von real existierenden Kindern.“

Halten wir fest, wie Frau Huberty das ungeborene Leben definiert: ein Zellhaufen im Zustand der Dämmerung, dass das Gefühlsleben einer Pflanze hat und sich auf der evolutionären Stufe einer Kaulquappe befindet. Noch mehr Menschenhass, geht das? Schon die Formulierung „Zellhaufen“ stellt bereits eine Abklassifizeirung dar und ist unseriös. Dahinter steckt die unwissenschafltliche Behauptung, ein Embryo sei „nichts anderes als“ das. Ein Embryo besteht aus Zellen. Natürlich, das tut Frau Huberty allerdings auch.

Diese totalitäre Geisteshaltung nennt man Reduktionismus oder auch Szientismus. Der Mensch ist hier nichts anderes als ein Zellhaufen, nichts anderes als eine biologisch-mechanische Überlebensmaschine, die durch die Gene gesteuert wird. Die Linke-Politikerin Asja Huberty scheint ein ganz radikaler Vertreter dieser menschenverachtenden Ideologie zu sein. Anstatt weitere depressiv-gestörte Hassphamplete in die Welt zu setzen, sollte die gute Frau über Aristoteles‘ Satz „Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile“ sinnieren.

Wir bedanken uns bei Kathnews für die Erlaubnis der Veröffentlichung auf unserem Blog.

Der Mensch denkt, Gott lenkt

16/07/2009

„Des Menschen Herz plant seinen Weg, doch der Herr lenkt seinen Schritt“ (Sprüche 18,9).

Als die vom Guinness Buch der Rekorde zur ältesten Erstgebärenden ernannte Spanierin sich 2006 einer medizinischen Behandlung unterzog und im Alleingang Zwillinge zur Welt brachte, trotzte sie ihren Kritikern: ihre eigene Mutter war über 100 Jahre alt geworden, folglich habe sie selbst gute Chancen, ihre Kinder aufziehen zu können und auch Enkel zu erleben (gelesen im Spiegel).

Nun ist die 69jährige einer schweren Erkrankung erlegen.

In der Bibel wird von wundersamen Schwangerschaften und Geburten im hohen Alter berichtet – diese sind aber von ganz anderem Charakter als die heutigen durch medizinischen Eingriff erzwungenen. Ihnen gehen eine Prüfung in Gottvertrauen, Gebet und Treue voraus, denn Jesus sagt: „Was für Menschen unmöglich ist, ist für Gott möglich“ (Lk 18, 27).

Die Wissenschaft hingegen, mit ihren oft zweifelhaften Experimenten am menschlichen Leben, erhebt den Anspruch, Gott gleich zu sein bzw. leugnet Seine Existenz. Stolz setzt sie sich über die Aussage Jesu hinweg und behauptet: der Wissenschaft sei heutzutage -fast- alles möglich.

Doch wie das bizarre Beispiel der Spanierin zeigt, haben wir Menschen eben nicht alles unter Kontrolle. Die Leidtragenden sind, wie so oft, die unschuldigen Kinder.

Papst trifft Obama

11/07/2009

Sicher hätte die neue Enzyklika „Caritas in Veritate“ mit ihrem aktuellen Bezug zu dem am G8-Gipfel diskutierten globalen Themen wie Hunger- und Armutsbekämpfung genügend Diskussionsstoff geboten für jene 35 Minuten, die der US-Präsident beim Katholischen Kirchenoberhaupt verbrachte. Was diese Aspekte anbetrifft, fällt es leicht, einer Meinung zu sein.

Die Kontroversen zwischen der Kirche und der neuen US-Regierung sind von wahrhaft substantieller Art: bezüglich Stammzellenforschung und Abtreibungen wird sich so einfach kein Konsens finden lassen, da die Kirche fest ihren Standpunkt vertritt und der Papst ihn unbeirrt nach außen kommuniziert.

Um sich hierüber einig zu werden, müsste Präsident Obama das Leben ungeborener Kinder vom Moment der Empfängnis an, als mit Ehrfurcht zu betrachtendes Gottesgeschenk anerkennen. Bislang bewegt er sich aber lieber in der Grauzone ethischer Erwägungen, wann menschliches Leben so zu nennen sei, die Antwort darauf unterliegt der individuellen Gewissensentscheidung.

George W. Bush mag in vielerlei Hinsicht äußerst zweifelhaft gehandelt haben – in diesem Punkt hat er Obama einiges voraus.

Wenn Obama laut Vatikan-Sprecher Lombardi zugesichert habe, er werde versuchen, die Zahl der Abtreibungen zu reduzieren, stellt sich eine andere ebenso grundsätzliche Frage: wie er denn dieses Ziel zu erreichen gedenkt? Leider wohl kaum, indem er Enthaltsamkeit als einzig angemessene und absolut sichere Verhütungsmethode verkündet.

Benedikt XVI. zeigte sich gewohnt langmütig und hoffnungsvoll: er überreichte den Obamas neben der neuen Enzyklika das Vatikan-Dokument „Dignitas Personae“ zur Bioethik und versprach, sie in sein Gebet einzuschließen.

Wann ist ein Mensch ein Mensch?

09/07/2009

Die Debatte um Stammzellenforschung mittels Opferung menschlichen Lebens hält an und zeigt auf, dass dies keineswegs ein Thema ist, das sich durch naturwissenschaftliche Rechtfertigungsversuche und legislative Maßnahmen vom Tisch fegen lässt. Als der neue US-Präsident Anfang März der Stammzellenforschung an menschlichen Embryonen uneingeschränkte staatliche Förderung zusprach, regte sich lautstark Protest aus christlichen Kreisen (tagesschau.de).

Die kritischen Stimmen verstummen nicht, da Barack Hussein Obama weiter auf diesem Kurs fährt. Leichtfertig verspielt er seine Glaubwürdigkeit, in dem er einerseits von sich behauptet, Christ zu sein, sich gleichzeitig aber als Abtreibungsbefürworter bekennt und Organisationen, die diese durchführen und propagieren, mit öffentlichen Geldern unterstützen lässt. Überaus bizarr erscheint in diesem Licht, dass er trotz einer 65 000 Unterschriften starken Petition, von der größten katholischen Universität der Vereinigten Staaten die Ehrendoktorwürde verliehen bekam, im Anschluß an eine Rede, in der er seine ‚Pro-Choice‘-Haltung zur Abtreibung erneut herausstellte (tagesspiegel.de).

Es heißt „ein bisschen schwanger gibt es nicht“. Dieser Zustand ist absolut und kompromisslos. Vom Moment der Empfängnis an besteht die Schwangerschaft und existiert somit ein lebendiges menschliches Wesen. Jene, die vom Menschen als beseeltes Wesen ausgehen, müssen sich in Konsequenz die Frage stellen, wann die Seele in den Menschen gelangt. Die Seele ist der essentielle Teil des Menschen, sein unsterblicher geistiger Teil. Ist es hier nicht die logischste und rationalste aller Überlegungen, den Zeitpunkt der Empfängnis als Moment der ‚ganzheitlichen‘ Menschwerdung zu begreifen?

Ebenso wenig wie „ein bisschen schwanger“ gibt es „ein bisschen Mensch“. Daran ändert auch nichts, wenn der wenige Tage oder Wochen alte ungeborene Mensch als ‚Embryo‘ bezeichnet wird, um ihn zu anonymisieren, ihm die Persönlichkeit abzusprechen, oder sei es nur, um das eigene Schuldbewusstsein wegzuwischen.

Wenn also Barack Obama Richtlinien zur Stammzellenforschung erarbeiten lässt, nach denen zwar keine menschlichen Wesen zu diesem Zweck ‚hergestellt‘ werden dürfen, sondern nur solche ‚verwendet‘, die „gespendet, überschüssig und nicht brauchbar“ seien (zenit.org), geht er einen Kompromiss ein, wo es keinen geben kann. Gerne spricht er von „Respekt und Toleranz“, empfindet selbst offenbar aber keinen Respekt vor dem menschlichen Leben, und zeigt, trotz angeblicher Gläubigkeit, keine Ehrfurcht vor der alleinigen Macht des Schöpfers, Leben zu geben oder zu nehmen. Es stellt sich die Frage, wie lange die Amerikaner und mit ihnen die Weltöffentlichkeit den hohlen Lippenbekenntnissen dieses Präsidenten noch zujubeln.