Archive for the 'Geschichte' Category

Norwegen: Feldzug unter falscher Flagge

31/07/2011

Attentäter und ihr Dunstkreis bringen Kreuz und Kirche in Misskredit

Der Norwegen-Attentäter und sein Umfeld schreiben sich als Mission aufs Banner, das Kreuzrittertum wiederbeleben zu wollen und brüsten sich damit, Mitglieder des wiedererstandenen Templerordens zu sein, hier auf „Spiegel-online“ anschaulich dargestellt. Der „Vordenker“, der den Attentäter inspiriert hat, zeigt sich im weißen Kapuzenpulli mit Kreuzsymbol über dem Herzen, andächtig rezitierend aus einem fragwürdigen Manifest, kontemplativ wie ein Klosterbruder.

Irreführend, denn das Kreuzrittertum wird durch solche Gewaltaktionen keineswegs wiederbelebt, sondern missbraucht. Die ohnehin unter Verruf stehenden Kreuzritter kann man sich nun erst recht als Massenmörder und Terroristen des Mittelalters vorstellen. Was den im 14. Jhd. u.a. wegen Vorwürfen der Häresie und Götzendienst ausgemerzten Templerorden betrifft: seit 2007 ist die lange verschwunden geglaubte Templerakte des Vatikans zur Untersuchung freigegeben. Die historische Forschung bewertet die Vorwürfe inzwischen als haltlos. Eventuell wäre mit einer offiziellen Rehabilitierung des Ordens durch den Vatikan zu rechnen gewesen, nach den jüngsten Ereignissen ist sie vermutlich in weite Ferne gerückt.

Nationalisten, Rechtsradikale, Neonazis, Faschisten, Rassisten, Islamgegner, Antikommunisten, Terroristen, Christen – Norwegen bietet den willkommen und vermutlich bewusst hergeführten Anlass, alle offiziell in einen Topf geworfen und als bedrohlich einzustufen.

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Es geht auch anders

04/04/2011

Christusstatue, Rio de Janeiro. Bild: Mariordo

Mit Kolonialmächten assoziieren wir spontan Ausbeutung und Unterdrückung. Die Kolonialherren sind naturgemäß die Bösen. Selbstverständlich, dass in den inzwischen unabhängigen Kolonien Wut auf die ehemaligen Besetzer vorherrscht. Denn die allein sind Schuld an der Misere, dem politisch und wirtschaftlich oftmals desolaten Zustand früherer Kolonialgebiete, wie vielerorts in Afrika.

Aber ist das wirklich das komplette Bild der Kolonialgeschichte? Nichts als Unterdrückung?

Wie steht es mit Bildung, Sprachen, Infrastruktur? Dem Christentum? Gibt es vielleicht doch das ein oder andere Gute, das die Kolonialisten gebracht haben? Ist es gar möglich, ihnen dankbar zu sein?

Aus Brasilien, dem weltgrößten katholischen Land, klang kürzlich eine eher ungewöhnliche Haltung gegenüber den ehemaligen Kolonialherren durch. Die brasilianische Staatspräsidentin Dilma Roussef versicherte Mitte März während ihres Besuchs im finanziell schwer angeschlagenen Portugal, dass Brasilien alles tun werde, was in seiner Macht stände, um der früheren Kolonialmacht zu helfen. Roussef nannte Portugal einen „Bruderstaat“, und dass Brasilien Portugal immer verpflichtet sein werde. Auch Vorgänger Lula da Silva hatte sich für Hilfeleistungen ausgesprochen.

Natürlich ließe sich jetzt einwenden, dass die Präsidenten ja von ehemaligen Kolonialisten abstammten und ihnen daher zugeneigt seien, und sich außerdem hinter Brasiliens Plänen, einen Teil der portugiesischen Staatsschulden aufzukaufen, tatsächlich eher weniger altruistische Interessen verbergen – aber das bleibe jetzt mal dahingestellt.

Die Haltung Brasiliens gegenüber Portugal scheint jedenfalls von Wohlwollen und Dankbarkeit geprägt und zeigt: es geht auch anders.

Quelle: Womblog – Brasilien: Hilfe für Ex-Kolonialmacht

Sieben Sendschreiben

10/02/2011

Verschiedentlich werden die sieben Gemeinden der Sendschreiben der Johannesoffenbarung kirchengeschichtlichen Epochen zugeschrieben. Wir haben nach den Übersetzungen/ Wortbedeutungen der Städtenamen gesucht und versuchen nun auch eine grobe Zuordnung der aufeinander-folgenden Epochen:

1. EPHESUS (= Verlangen, erstrebenswert): die Zeit des Urchristentums nach Christi Himmelfahrt/ Pfingsten, in der sich die Verkündigung/ die Völkermission weltweit ausdehnt

2. SMYRNA (= Myrrhe, die Bittere, die Pflanze war bekanntlich eins der Geschenke der Hl. Drei Könige und wurde zur Einbalsamierung verwendet): die Zeit der blutigen Christenverfolgungen bis zu den Toleranzedikten von Nikodemia und Mailand im 4. Jahrhundert

3. PERGAMON (= Höhe, Turmbau, Blütezeit): die stetige Ausbreitung und immer grössere Blüte des katholischen Glaubens bis zum 16. Jahrhundert

4. THYATIRA (= zügelloses Fortrennen): Reformation, Abspaltung der Protestanten im 16. Jahrhundert

5. SARDES (= Überrest, Entronnene): die Zeit nach der Reformation mit den treu gebliebenen Gläubigen der katholischen Kirche

6. PHILADELPHIA (= Geschwisterliebe): das Aufkommen der Ökumene, bzw. die Bedrängung der katholischen Kirche durch die ökumenische Bewegung im 20. Jahrhundert

7. LAODIZEA (= Aufbegehren, Recht des Volkes): Aufbegehren des Kirchenvolkes gegen die Autorität des Papstes und Forderung nach Mitsprache

Demnach wären wir also heute in dieser letzten Epoche angekommen, denn ganz offensichtlich werden die revolutionären Stimmen mit den zerstörerischen Forderungen nach Mitsprache und „Demokratie“ innerhalb der katholischen Kirche immer lauter.

Erst kürzlich vermeldete der Kulturminister der Türkei Günay, man habe die Überreste der Kirche von Laodizea bei Grabungen mittels Radarmessungen geortet. Die Kirche könnte noch diesen Sommer freigelegt werden.

In der Johannesoffenbarung folgt nach den Sendschreiben die Öffnung der Sieben Siegel durch das Lamm, könnte es also sein, dass die Öffnung der Sieben Siegel bald bevorsteht?

„Papst Pius XII rettete Tausende von Juden“

19/11/2010

Das ist erfreulicherweise die Überschrift eines Artikels in der jüdischen Tageszeitung „Haaretz“ auf ihrer Internetseite vom 7. Juli 2010. Sie beruft sich wiederum auf einen Artikel des „Telegraph“ vom Vortag, in dem festgestellt wird, dass neue Nachforschungen durch Dr. Michael Hesemann ergeben haben, dass Papst Pius XII die Ausreise von ca. 200.000 Juden bereits 3 Wochen nach der Reichskristallnacht ermöglicht hat.

Laut Hesemann schrieb der Papst – damals noch Kardinal Eugenio Pacelli und Staatssekretär von Papst Pius XI – am 30. November 1938 einen Brief, in dem er die katholischen Bischöfe auf der ganzen Erde aufforderte, sich dafür einsetzen, dass den Juden, die aus Deutschland fliehen wollen, Visa als „nicht-arische Katholiken“ und „konvertierte Juden“ ausgestellt werden, damit sie unter diesem Vorwand ausreisen können. Kardinal Pacelli konnte diesen Weg wählen, weil das Konkordat mit den Nazis, das er 1933 als Nuntius in Deutschland unterzeichnet hatte, Juden, die zum Christentum konvertiert waren, besonderen Schutz zusicherte.

Links Nuntius Pacelli 1922 in Bayern

Elliot Hershberg, der Vorsitzende der Pave-the-way-Foundation wird ebenfalls in dem Artikel des Daily Telegraph zitiert: „Wir glauben, dass viele Juden, die Europa erfolgreich verlassen haben, nicht wissen, dass sie ihre Visa und Reisedokumente durch die Bemühungen des Vatikan erhalten haben. Alles, was wir bisher gefunden haben, scheint zu bezeugen, dass die bekannte negative Sichtweise bzgl. Pius XII falsch ist.“

Artikel auf Haaretz.com

Artikel im Telegraph

Die schwarze Legende um Pius XII

Schildhornsage

28/10/2010

1845 liess König Friedrich Wilhelm IV. zur Erinnerung an die Bekehrung des Wendenfürsten Jaczko nach seiner Niederlage gegen Albrecht den Bären (1157) auf der Spitze einer Landzunge im Westen des Grunewalds ein Denkmal in Form eines Baumstammes mit Schild und Kreuz errichten. Theodor Fontane schildert in einem mittlerweile ausgeschiedenen Kapitel seines Buches „Wanderungen durch die Mark Brandenburg“ von 1872 die Sage:

„Brennabor (Brandenburg) war endlich nach langer Belagerung von Albrecht dem Bären erstürmt und das Wendentum, seit langem von der Elbe zurückgedrängt, schien auch das Havelland nicht länger halten zu können. Aber Jaczko, der Wendenfürst, war wenigstens gewillt, die alten Sitze seiner Väter nicht ohne Schwertstreich aufzugeben, und noch einmal sammelte er die Seinen zum Kampf.

Bei Spandau kam es zu einer letzten Schlacht. Jaczko unterlag, und hinfliehend am rechten Havelufer, von den siegestrunkenen Deutschen verfolgt, sah er kein anderes Heil mehr, als den Fluss und das jenseitige Ufer. Gegenüber dem jetzigen Schildhorn, wo die weit vorspringende Landzunge die Breite der Havel fast halbiert, gab er seinem Pferd die Sporen und setzte in den Fluss.

E. Gärtner: Schildhorndenkmal

Aber sein Pferd war matt und müde vom Kampf, und ehe es die rettende Landzunge halb erreicht hatte, empfand sein Reiter die schwindende Kraft des treuen Tiers.

Da, angesichtes des Todes, warf das Herz des Wendenfürsten die alten Heidengötter von sich, und die Hand, die den Schild hielt, hoch gen Himmel erhebend, rief er den Gott der Christen an, ihm zu helfen in seiner Not.

Da war es ihm, als fasste eine Hand den erhobenen Schild und hielte ihn mit leiser, aber sicherer Macht über dem Wasser; dem sinkenden Pferd kehrten die Kräfte zurück und der Vorsprung war erreicht. Jaczko hielt, was er gelobt, und wurde Christ. Seinen Schild aber, den der Finger Gottes berührt, liess er dem Ort, wo das Wunder sich vollzogen hatte. Der Schild des Heiden war ihm zum Glaubensschild geworden.“

Arche Noah gefunden?

29/04/2010

Ein chinesisch-türkisches Forscherteam der christlichen Organisation „Noah’s Ark Ministries International“ aus Hongkong hat letzten Sonntag (25/04/2010) mitgeteilt, dass es die Arche Noah auf dem Berg Ararat/ Türkei nach zweijähriger Suche definitiv gefunden habe.

Das Team sei im Eis auf ein schiffsähnliches Holzbauwerk aus sieben Teilen gestossen, dessen Holz ca. 4800 Jahre alt sei. Es enthalte Kammern, die nach Ansicht des Teams Tiere beherbergt haben.    

4800 Jahre alte Schiffsteile aus Zypressenholz (Bild: AFP)

Ein türkischer Geologe erklärte, dass das Holzbauwerk wegen seiner Lage zwischen Eis und vulkanischem Gestein so gut erhalten sei. Die türkische Regierung will die genaue Lage des Fundes anscheinend erst bekannt geben, wenn die UNESCO diesen entsprechend einstuft, damit der Ort während der Ausgrabungen geschützt werden kann.

Mal sehen, ob da etwas dran ist. Spannend ist das jedenfalls! Zum Weiterlesen: noahsarkresearch.net

Poseners Papstangriff

26/01/2010

von Lomitas

In der Februarausgabe des Politmagazins „Cicero“ hat Alan Posener in einem Artikel Papst Benedikt XVI als „Deutschen von Vorgestern“ bezeichnet. Er beschuldigt den Papst der angeblichen Nähe zum Nationalsozialismus und der Feigheit, des Antijudaismus, am Festhalten der „unseligen“ Seligsprechung des Papstes Pius XII usw. Desweiteren bezichtigt er ihn der Unfähigkeit, deutsche Schuld und Verantwortung zu übernehmen und führt u.a. als Beleg Äußerungen seines Großonkels Georg Ratzinger an. Ebenso fällt der Vorwurf, dass die Familie Ratzingers sich dem Druck der Nazis gebeugt hätte.

Dabei unterlaufen Posener einige geschichtliche Fehler: Es ist nun mal historische Tatsache, dass Adolf Hitler mit den Stimmen der deutschen Protestanten gewählt wurde, während der Katholizismus sich offensichtlich gegen die braune Ideologie wehrte – jedenfalls hatte die NSDAP noch 1933 in fast allen katholischen Gebieten keine Mehrheit. Im Gegenteil: Seit 1931 wurde zuerst im Erzbistum Mainz NSDAP-Mitgliedern mit der Exkommunikation gedroht, dann erklärte auch die Deutsche Bischofskonferenz die Mitgliedschaft in der “Hitler-Partei” mit dem katholischen Glauben für unvereinbar.

Papst Benedikt XVIVom Vater der Ratzinger-Brüder ist bekannt, dass er Abonnent des “Geraden Weges” war, einer besonders offenen Zeitung engagierter Katholiken rund um den Konvertiten Michael Gerlich, der seine Direktheit nach der Machtergreifung der Nazis mit dem Leben bezahlen musste. Dass sich der junge Joseph Ratzinger mit allen Mitteln vor der HJ gedrückt hat, ist wohl mittlerweile ebenfalls bekannt. Was sein Großonkel gesagt hat, dafür kann er ja nun wirklich nichts.

Zum Antijudaismus wäre zu sagen, dass kein Papst sich so um eine Aussöhnung mit den Juden bemüht hat, wie Benedikt der XVI. Davon zeugen zahlreiche Besuche in jüd. Synagogen. Ebenso wird versucht, aus Pius XII einen schweigenden Mitverantwortlichen des NS-Regimes zu machen. Michael Hesemann beschrieb in seinem Buch: „Der Papst, der Hitler trotzte“, dass Eugenio Pacelli bereits als Nuntius in Deutschland 1924 die “vulgäre und brutale Kampagne” der Nazis gegen Katholiken und Juden beklagte. Als Kardinalstaatssekretär musste er notgedrungen 1933 das Reichskonkordat unterzeichnen, um die Kirche in Deutschland zu retten. Für Papst Pius XI. entwarf er den Text für die berühmte Enzyklika “Mit brennender Sorge”, die 1937 den Nationalsozialismus verurteilte und sofort zur Verschärfung der Lage der Christen im Deutschen Reich führte. Selbst zum Papst gewählt, konnte Pius XII. nur mehr im Geheimen agieren und rettete nahezu einer Million Juden das Leben. Pius XII. hat dem braunen Diktator nach Kräften getrotzt, der Papst war ein subtiler Gegenspieler des Nazi-Terrors.

Was also bleibt von all diesen spektakulär wirkenden Anschuldigungen? Dazu muss man wissen, wer Alan Posener ist: Laut Wikipedia ist er britisch-deutscher Journalist mit jüdischen Wurzeln. Er studierte u.a. Germanistik/Anglistik in Berlin und gehörte während dieser Zeit dem Kader des Kommunistischen Studentenverbandes an und war in der maoistischen KPD aktiv. Später schrieb er verschiedene Monographien z.B. über J. Lennon und weitere, zuletzt eine über „Maria, die Mutter Jesu“. Anscheinend scheint er etwas zerrissen zwischen Rebellion und katholischen Werten zu sein.

Alan Posener scheint ein williges Werkzeug einer gottlosen Medienmaschinerie zu sein, spiegelt damit aber den Geist unseres Volkes wieder. Hierzulande ist es leider politisch korrekt, den heiligen Vater und die katholische Kirche anzugreifen, weil wir ja ach so modern alles kritisch hinterfragen müssen. Angriffe der Welt sind ein Gütesiegel für einen jeden Christen. Ganz im Gegenteil, würde man Papst Benedikt XVI zu sehr loben, müsste man misstrauisch werden.

Zum Weiterlesen:

kath.net

Michael Hesemann: Der Papst, der Hitler trotzte. Rezensionen bei Amazon.de

Die „schwarze Legende“ um Pius XII (Teil 3)

21/01/2010

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Es ist nicht richtig zu sagen oder zu schreiben der Vatikan halte seine Archive für die Forscher in dieser Angelegenheit verschlossen. In Anbetracht der Polemiken der 60er Jahre hat Papst Paul VI als ehemaliger Mitarbeiter von Pius XII die diplomatischen Archive der Kriegsjahre veröffentlicht: 12 Bände, die von einem Kreis von Jesuiten zwischen 1965 und 1982 erstellt wurden. Wer hat sie gelesen? Im Jahr 1999 wurde auf Anregung von Johannes Paul II ein Stab von jüdischen und christlichen Akademikern zur Wiederaufnahme des Studiums der Archive gebildet,  aber die Juden haben sich davon 2001 zurückgezogen:  tatsächlich werden die historischen Archive zur Zeit noch geordnet.

Die Kommentare sind frei, aber die Tatsachen sind heilig.“ Diese Devise eines früheren Tagesblattes könnte eine andere Version des Gebotes „Du sollst nichts Unwahres über deinen Mitmenschen sagen“ (Ex 20,16) sein. Wenn man recherchiert bevor man sich äussert, stellt man fest, dass die Dinge komplexer sind als ihre Reduzierung auf einige Schlagworte, die die Wahrheit der Geschichte manipulieren.

„Ich heule nicht mit den Wölfen“ sagt ein Pfadfinderspruch. Ohne sich in der Theorie eines Komplotts gegen die Kirche zu verlieren, muss dennoch festgestellt werden, dass – leider auch in der Kirche selbst – Netzwerke zur Desinformation existieren, die das „gedanklich korrekte“ Fertigprodukt vorgeben. Diese minoritären Lobbies haben ein klares Ziel: die Handlungen der Kirche von gestern in Misskredit zu bringen, um ihre Worte von heute herabzusetzen.

Das Pontifikat Pius XII gehört sowohl was die Fakten, als auch was seinen Stil betrifft, der Vergangenheit an. Dieser Papst hat dennoch die wesentlichen Grundlagen für das Zweite Vatikanische Konzil gelegt, dessen zweithäufigst zitierter Autor er – nach der Bibel – ist. Gewisse Aspekte des Pontifikats mögen uns heute etwas überholt vorkommen, aber dies rechtfertigt weder die intellektuelle Unehrlichkeit oder Unwissenheit und noch weniger die Arroganz, die manche Kommunikationsmittel an den Tag gelegt haben.

Lasst uns wie der Apostel Johannes nur „in Wahrheit lieben“ (2 Joh 1) und „in Wahrheit und Liebe“ (Joh 2,3) suchen.

 

Papst Pius XII, der hoffentlich bald selig gesprochen wird

Pius XII, der hoffentlich bald selig u. heilig gesprochen wird

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Haaretz: Papst Pius XII rettete Tausende von Juden

zum Weiterlesen über das gleiche Thema

und noch eine Buchempfehlung

Wir danken Pastor A. Historiker für die Erlaubnis der Veröffentlichung hier auf dem Blog!


Die „schwarze Legende“ um Pius XII (Teil 2)

12/01/2010

(zurück zum Anfang des Artikels)

Es ist nicht richtig zu sagen oder zu schreiben Pius XII habe nichts getan, um die Deportation der Juden aus Rom zu verhindern. Ein Rundschreiben vom 25. Oktober 1943 hebt die Klausur der Mönchsklöster auf und schreibt die Aufnahme und den Schutz der Juden in den Nonnenklöstern vor. Laut Zeugenaussage des Oberrabbiners von Rom, Israël Zolli, hat dies die jüdische Gemeinschaft Roms gerettet. Der selbe Oberrabbiner Zolli liess sich am 13. Februar 1945 taufen und wählte zur Würdigung Pius XII dessen Vornahmen Eugenio. Ein weiterer Zeuge ist der Oberrabbiner Elio Toaff, der Papst Johannes Paul II in der römischen Synagoge am 13. April 1986 empfangen hat.

Papst Pius XII

Es ist nicht richtig zu sagen oder zu schreiben alle Juden seien gegen Pius XII. Die jüdische Gemeinschaft ist hinsichtlich dieses Themas gespalten:

– die Zeitgenossen von Pius XII haben seinen Einsatz anerkannt, sowohl am Ende des Krieges 1945 als auch anlässlich seines Todes. Siehe die Würdigung durch die ehemalige israelische Ministerpräsidentin Golda Meir.

– die folgende Generation von jüngeren Politikern, die bei der Gründung des Staates Israels mit aktiv waren, hat Pius XII niemals seine beiden Stellungnahmen von 1948 verziehen, in denen er angesichts der zionistischen Ideologie Respekt und Gleichheit zwischen den Völkern forderte. Die in Yad Washem/ Jerusalem angebrachten Schilder über die Katholische Kirche bezeugen diese Ideologie.

– schliesslich arbeitet seit 2001 eine Arbeitsgemeinschaft daran, dass die Juden den Einsatz von Pius XII anerkennen. Siehe die Erklärung des Oberrabbiners von New York David Dalin vom 21. Juni 2007, in der er wünscht, dass Pius XII mit dem Titel „Gerechter unter den Nationen“ ausgezeichnet wird.

Es ist nicht richtig zu sagen oder zu schreiben, dass die Abwesenheit von Handlungen von Pius XII historisch erwiesen sei. Genau das Gegenteil davon ist wahr. Laut Aussage des früheren Generals und KGB-Leiters Ion Pacepa im Januar 2007 wurde die schwarze Legende über Pius XII mithilfe der folgenden zwei Agenten auf Anordnung hin frei erfunden:

–  Rolf Hochhuth und sein Theaterstück „Der Stellvertreter“ von 1963, wiederaufbereitet im Jahr 2002 von Costa Gravas in dem Film „Amen“,

– Saul Friedländer und seine Akte „Pius XII und das Dritte Reich“ von 1964, letztens neuaufgelegt,

und dies mit der festen Absicht, den Einfluss des Papstes in Osteuropa, das bekanntlich bis 1989 unter sowjetischer Vorherrschaft stand, zu stoppen. Als Nuntius in Berlin hatte der spätere Pius XII 1919 den Versuch einer marxistischen Revolution miterlebt und seine anti-kommunistischen Überzeugungen weiter beibehalten.

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Die „schwarze Legende“ um Pius XII (Teil 1)

05/01/2010

von Pastor A. Historiker

Papst Benedikt XVI hat am vergangenen 19. Dezember per Dekret den „heroischen Tugendgrad“ von zehn Getauften bestätigt, darunter Karol Wojtyla – Papst Johannes Paul II von 1978 bis 2005 – und Eugenio Pacelli – Papst Pius XII von 1939 bis 1958. Trotzdem Seligsprechungen eine interne Angelegenheit der Katholischen Kirche sind, hat es nicht an Verlautbarungen und Kommentaren dazu gefehlt. Der vorliegende Text möchte nicht polemisieren, sondern die Auseinandersetzung dokumentieren.

Es ist nicht richtig zu sagen oder zu schreiben Pius XII habe das Verbrechen der Shoah durch die Nazis nicht angeprangert. Die Radiobotschaft von Weihnachten 1942 ist so deutlich, wie es unter den kriegerischen Umständen möglich war und sicherlich mehr als das ohrenbetäubende Stillschweigen der alliierten Führungskräfte zur selben Zeit. Gleiches gilt für die Radiobotschaft zu Pfingsten 1943. Pius XII hat die holländische Erfahrung vom Juli 1942 berücksichtigt: eine öffentliche frontale Anprangerung durch das Episkopat hatte eine systematische Judenvernichtung ausgelöst.

Es ist nicht richtig zu sagen oder zu schreiben Pius XII habe skrupellos den Weg des Schweigens und der Nichteinmischung gewählt. Als vatikanischer Diplomat vor seiner Zeit als Papst hatte der zukünftige Pius XII die prophetischen Appelle von Benedikt XV während des Ersten Weltkrieges (3 bis 6 pro Jahr) und die Verachtung mit der sie aufgenommen wurden (ausser in Österreich-Ungarn zwischen 1916-1918) kennengelernt. Pius XII hat daraufhin einen anderen, diskreteren und diplomatischeren, aber nicht weniger prophetischen Weg gewählt: den der Hilfeleistung für die Verfolgten. War dies die richtige Wahl? Dies ist die Frage, die er sich selbst vor den Kardinälen im Februar 1946 gestellt hat.

 

Nuntius Pacelli 1922 in Bayern

Es ist nicht richtig zu sagen oder zu schreiben Pius XII sei ein mit Hitler befreundeter Papst gewesen oder habe die Naziideologie gutgeheissen. Laut Zeugnis des SS-Generals Karl Wolf hatte Hitler am 25. Juli 1943 einen Plan zur Entfernung Pius XII aus Rom festgelegt. Ziel: „Deportation oder Tod“. Der General berichtete dies dem Papst  als er ihn am 10. Mai 1944 traf. Laut dem Zeugnis seiner Haushälterin, Schwester Pascalina Lehnert, kannte Pius XII dieses Vorhaben bereits und hatte ein Dokument angefertigt, in dem er die Vakanz des Papstsitzes und das Konklave im Falle einer Festnahme organisierte. Er hatte allerdings von seinen Dienstjahren in Deutschland eine grosse Liebe zum deutschen Volk und dessen Kultur bewahrt: germanophil heisst nicht nazistisch.

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