Archive for the 'Kirchengeschichte' Category

Norwegen: Feldzug unter falscher Flagge

31/07/2011

Attentäter und ihr Dunstkreis bringen Kreuz und Kirche in Misskredit

Der Norwegen-Attentäter und sein Umfeld schreiben sich als Mission aufs Banner, das Kreuzrittertum wiederbeleben zu wollen und brüsten sich damit, Mitglieder des wiedererstandenen Templerordens zu sein, hier auf „Spiegel-online“ anschaulich dargestellt. Der „Vordenker“, der den Attentäter inspiriert hat, zeigt sich im weißen Kapuzenpulli mit Kreuzsymbol über dem Herzen, andächtig rezitierend aus einem fragwürdigen Manifest, kontemplativ wie ein Klosterbruder.

Irreführend, denn das Kreuzrittertum wird durch solche Gewaltaktionen keineswegs wiederbelebt, sondern missbraucht. Die ohnehin unter Verruf stehenden Kreuzritter kann man sich nun erst recht als Massenmörder und Terroristen des Mittelalters vorstellen. Was den im 14. Jhd. u.a. wegen Vorwürfen der Häresie und Götzendienst ausgemerzten Templerorden betrifft: seit 2007 ist die lange verschwunden geglaubte Templerakte des Vatikans zur Untersuchung freigegeben. Die historische Forschung bewertet die Vorwürfe inzwischen als haltlos. Eventuell wäre mit einer offiziellen Rehabilitierung des Ordens durch den Vatikan zu rechnen gewesen, nach den jüngsten Ereignissen ist sie vermutlich in weite Ferne gerückt.

Nationalisten, Rechtsradikale, Neonazis, Faschisten, Rassisten, Islamgegner, Antikommunisten, Terroristen, Christen – Norwegen bietet den willkommen und vermutlich bewusst hergeführten Anlass, alle offiziell in einen Topf geworfen und als bedrohlich einzustufen.

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Sieben Sendschreiben

10/02/2011

Verschiedentlich werden die sieben Gemeinden der Sendschreiben der Johannesoffenbarung kirchengeschichtlichen Epochen zugeschrieben. Wir haben nach den Übersetzungen/ Wortbedeutungen der Städtenamen gesucht und versuchen nun auch eine grobe Zuordnung der aufeinander-folgenden Epochen:

1. EPHESUS (= Verlangen, erstrebenswert): die Zeit des Urchristentums nach Christi Himmelfahrt/ Pfingsten, in der sich die Verkündigung/ die Völkermission weltweit ausdehnt

2. SMYRNA (= Myrrhe, die Bittere, die Pflanze war bekanntlich eins der Geschenke der Hl. Drei Könige und wurde zur Einbalsamierung verwendet): die Zeit der blutigen Christenverfolgungen bis zu den Toleranzedikten von Nikodemia und Mailand im 4. Jahrhundert

3. PERGAMON (= Höhe, Turmbau, Blütezeit): die stetige Ausbreitung und immer grössere Blüte des katholischen Glaubens bis zum 16. Jahrhundert

4. THYATIRA (= zügelloses Fortrennen): Reformation, Abspaltung der Protestanten im 16. Jahrhundert

5. SARDES (= Überrest, Entronnene): die Zeit nach der Reformation mit den treu gebliebenen Gläubigen der katholischen Kirche

6. PHILADELPHIA (= Geschwisterliebe): das Aufkommen der Ökumene, bzw. die Bedrängung der katholischen Kirche durch die ökumenische Bewegung im 20. Jahrhundert

7. LAODIZEA (= Aufbegehren, Recht des Volkes): Aufbegehren des Kirchenvolkes gegen die Autorität des Papstes und Forderung nach Mitsprache

Demnach wären wir also heute in dieser letzten Epoche angekommen, denn ganz offensichtlich werden die revolutionären Stimmen mit den zerstörerischen Forderungen nach Mitsprache und „Demokratie“ innerhalb der katholischen Kirche immer lauter.

Erst kürzlich vermeldete der Kulturminister der Türkei Günay, man habe die Überreste der Kirche von Laodizea bei Grabungen mittels Radarmessungen geortet. Die Kirche könnte noch diesen Sommer freigelegt werden.

In der Johannesoffenbarung folgt nach den Sendschreiben die Öffnung der Sieben Siegel durch das Lamm, könnte es also sein, dass die Öffnung der Sieben Siegel bald bevorsteht?

„Papst Pius XII rettete Tausende von Juden“

19/11/2010

Das ist erfreulicherweise die Überschrift eines Artikels in der jüdischen Tageszeitung „Haaretz“ auf ihrer Internetseite vom 7. Juli 2010. Sie beruft sich wiederum auf einen Artikel des „Telegraph“ vom Vortag, in dem festgestellt wird, dass neue Nachforschungen durch Dr. Michael Hesemann ergeben haben, dass Papst Pius XII die Ausreise von ca. 200.000 Juden bereits 3 Wochen nach der Reichskristallnacht ermöglicht hat.

Laut Hesemann schrieb der Papst – damals noch Kardinal Eugenio Pacelli und Staatssekretär von Papst Pius XI – am 30. November 1938 einen Brief, in dem er die katholischen Bischöfe auf der ganzen Erde aufforderte, sich dafür einsetzen, dass den Juden, die aus Deutschland fliehen wollen, Visa als „nicht-arische Katholiken“ und „konvertierte Juden“ ausgestellt werden, damit sie unter diesem Vorwand ausreisen können. Kardinal Pacelli konnte diesen Weg wählen, weil das Konkordat mit den Nazis, das er 1933 als Nuntius in Deutschland unterzeichnet hatte, Juden, die zum Christentum konvertiert waren, besonderen Schutz zusicherte.

Links Nuntius Pacelli 1922 in Bayern

Elliot Hershberg, der Vorsitzende der Pave-the-way-Foundation wird ebenfalls in dem Artikel des Daily Telegraph zitiert: „Wir glauben, dass viele Juden, die Europa erfolgreich verlassen haben, nicht wissen, dass sie ihre Visa und Reisedokumente durch die Bemühungen des Vatikan erhalten haben. Alles, was wir bisher gefunden haben, scheint zu bezeugen, dass die bekannte negative Sichtweise bzgl. Pius XII falsch ist.“

Artikel auf Haaretz.com

Artikel im Telegraph

Die schwarze Legende um Pius XII

Die „schwarze Legende“ um Pius XII (Teil 3)

21/01/2010

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Es ist nicht richtig zu sagen oder zu schreiben der Vatikan halte seine Archive für die Forscher in dieser Angelegenheit verschlossen. In Anbetracht der Polemiken der 60er Jahre hat Papst Paul VI als ehemaliger Mitarbeiter von Pius XII die diplomatischen Archive der Kriegsjahre veröffentlicht: 12 Bände, die von einem Kreis von Jesuiten zwischen 1965 und 1982 erstellt wurden. Wer hat sie gelesen? Im Jahr 1999 wurde auf Anregung von Johannes Paul II ein Stab von jüdischen und christlichen Akademikern zur Wiederaufnahme des Studiums der Archive gebildet,  aber die Juden haben sich davon 2001 zurückgezogen:  tatsächlich werden die historischen Archive zur Zeit noch geordnet.

Die Kommentare sind frei, aber die Tatsachen sind heilig.“ Diese Devise eines früheren Tagesblattes könnte eine andere Version des Gebotes „Du sollst nichts Unwahres über deinen Mitmenschen sagen“ (Ex 20,16) sein. Wenn man recherchiert bevor man sich äussert, stellt man fest, dass die Dinge komplexer sind als ihre Reduzierung auf einige Schlagworte, die die Wahrheit der Geschichte manipulieren.

„Ich heule nicht mit den Wölfen“ sagt ein Pfadfinderspruch. Ohne sich in der Theorie eines Komplotts gegen die Kirche zu verlieren, muss dennoch festgestellt werden, dass – leider auch in der Kirche selbst – Netzwerke zur Desinformation existieren, die das „gedanklich korrekte“ Fertigprodukt vorgeben. Diese minoritären Lobbies haben ein klares Ziel: die Handlungen der Kirche von gestern in Misskredit zu bringen, um ihre Worte von heute herabzusetzen.

Das Pontifikat Pius XII gehört sowohl was die Fakten, als auch was seinen Stil betrifft, der Vergangenheit an. Dieser Papst hat dennoch die wesentlichen Grundlagen für das Zweite Vatikanische Konzil gelegt, dessen zweithäufigst zitierter Autor er – nach der Bibel – ist. Gewisse Aspekte des Pontifikats mögen uns heute etwas überholt vorkommen, aber dies rechtfertigt weder die intellektuelle Unehrlichkeit oder Unwissenheit und noch weniger die Arroganz, die manche Kommunikationsmittel an den Tag gelegt haben.

Lasst uns wie der Apostel Johannes nur „in Wahrheit lieben“ (2 Joh 1) und „in Wahrheit und Liebe“ (Joh 2,3) suchen.

 

Papst Pius XII, der hoffentlich bald selig gesprochen wird

Pius XII, der hoffentlich bald selig u. heilig gesprochen wird

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Haaretz: Papst Pius XII rettete Tausende von Juden

zum Weiterlesen über das gleiche Thema

und noch eine Buchempfehlung

Wir danken Pastor A. Historiker für die Erlaubnis der Veröffentlichung hier auf dem Blog!


Die „schwarze Legende“ um Pius XII (Teil 2)

12/01/2010

(zurück zum Anfang des Artikels)

Es ist nicht richtig zu sagen oder zu schreiben Pius XII habe nichts getan, um die Deportation der Juden aus Rom zu verhindern. Ein Rundschreiben vom 25. Oktober 1943 hebt die Klausur der Mönchsklöster auf und schreibt die Aufnahme und den Schutz der Juden in den Nonnenklöstern vor. Laut Zeugenaussage des Oberrabbiners von Rom, Israël Zolli, hat dies die jüdische Gemeinschaft Roms gerettet. Der selbe Oberrabbiner Zolli liess sich am 13. Februar 1945 taufen und wählte zur Würdigung Pius XII dessen Vornahmen Eugenio. Ein weiterer Zeuge ist der Oberrabbiner Elio Toaff, der Papst Johannes Paul II in der römischen Synagoge am 13. April 1986 empfangen hat.

Papst Pius XII

Es ist nicht richtig zu sagen oder zu schreiben alle Juden seien gegen Pius XII. Die jüdische Gemeinschaft ist hinsichtlich dieses Themas gespalten:

– die Zeitgenossen von Pius XII haben seinen Einsatz anerkannt, sowohl am Ende des Krieges 1945 als auch anlässlich seines Todes. Siehe die Würdigung durch die ehemalige israelische Ministerpräsidentin Golda Meir.

– die folgende Generation von jüngeren Politikern, die bei der Gründung des Staates Israels mit aktiv waren, hat Pius XII niemals seine beiden Stellungnahmen von 1948 verziehen, in denen er angesichts der zionistischen Ideologie Respekt und Gleichheit zwischen den Völkern forderte. Die in Yad Washem/ Jerusalem angebrachten Schilder über die Katholische Kirche bezeugen diese Ideologie.

– schliesslich arbeitet seit 2001 eine Arbeitsgemeinschaft daran, dass die Juden den Einsatz von Pius XII anerkennen. Siehe die Erklärung des Oberrabbiners von New York David Dalin vom 21. Juni 2007, in der er wünscht, dass Pius XII mit dem Titel „Gerechter unter den Nationen“ ausgezeichnet wird.

Es ist nicht richtig zu sagen oder zu schreiben, dass die Abwesenheit von Handlungen von Pius XII historisch erwiesen sei. Genau das Gegenteil davon ist wahr. Laut Aussage des früheren Generals und KGB-Leiters Ion Pacepa im Januar 2007 wurde die schwarze Legende über Pius XII mithilfe der folgenden zwei Agenten auf Anordnung hin frei erfunden:

–  Rolf Hochhuth und sein Theaterstück „Der Stellvertreter“ von 1963, wiederaufbereitet im Jahr 2002 von Costa Gravas in dem Film „Amen“,

– Saul Friedländer und seine Akte „Pius XII und das Dritte Reich“ von 1964, letztens neuaufgelegt,

und dies mit der festen Absicht, den Einfluss des Papstes in Osteuropa, das bekanntlich bis 1989 unter sowjetischer Vorherrschaft stand, zu stoppen. Als Nuntius in Berlin hatte der spätere Pius XII 1919 den Versuch einer marxistischen Revolution miterlebt und seine anti-kommunistischen Überzeugungen weiter beibehalten.

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Die „schwarze Legende“ um Pius XII (Teil 1)

05/01/2010

von Pastor A. Historiker

Papst Benedikt XVI hat am vergangenen 19. Dezember per Dekret den „heroischen Tugendgrad“ von zehn Getauften bestätigt, darunter Karol Wojtyla – Papst Johannes Paul II von 1978 bis 2005 – und Eugenio Pacelli – Papst Pius XII von 1939 bis 1958. Trotzdem Seligsprechungen eine interne Angelegenheit der Katholischen Kirche sind, hat es nicht an Verlautbarungen und Kommentaren dazu gefehlt. Der vorliegende Text möchte nicht polemisieren, sondern die Auseinandersetzung dokumentieren.

Es ist nicht richtig zu sagen oder zu schreiben Pius XII habe das Verbrechen der Shoah durch die Nazis nicht angeprangert. Die Radiobotschaft von Weihnachten 1942 ist so deutlich, wie es unter den kriegerischen Umständen möglich war und sicherlich mehr als das ohrenbetäubende Stillschweigen der alliierten Führungskräfte zur selben Zeit. Gleiches gilt für die Radiobotschaft zu Pfingsten 1943. Pius XII hat die holländische Erfahrung vom Juli 1942 berücksichtigt: eine öffentliche frontale Anprangerung durch das Episkopat hatte eine systematische Judenvernichtung ausgelöst.

Es ist nicht richtig zu sagen oder zu schreiben Pius XII habe skrupellos den Weg des Schweigens und der Nichteinmischung gewählt. Als vatikanischer Diplomat vor seiner Zeit als Papst hatte der zukünftige Pius XII die prophetischen Appelle von Benedikt XV während des Ersten Weltkrieges (3 bis 6 pro Jahr) und die Verachtung mit der sie aufgenommen wurden (ausser in Österreich-Ungarn zwischen 1916-1918) kennengelernt. Pius XII hat daraufhin einen anderen, diskreteren und diplomatischeren, aber nicht weniger prophetischen Weg gewählt: den der Hilfeleistung für die Verfolgten. War dies die richtige Wahl? Dies ist die Frage, die er sich selbst vor den Kardinälen im Februar 1946 gestellt hat.

 

Nuntius Pacelli 1922 in Bayern

Es ist nicht richtig zu sagen oder zu schreiben Pius XII sei ein mit Hitler befreundeter Papst gewesen oder habe die Naziideologie gutgeheissen. Laut Zeugnis des SS-Generals Karl Wolf hatte Hitler am 25. Juli 1943 einen Plan zur Entfernung Pius XII aus Rom festgelegt. Ziel: „Deportation oder Tod“. Der General berichtete dies dem Papst  als er ihn am 10. Mai 1944 traf. Laut dem Zeugnis seiner Haushälterin, Schwester Pascalina Lehnert, kannte Pius XII dieses Vorhaben bereits und hatte ein Dokument angefertigt, in dem er die Vakanz des Papstsitzes und das Konklave im Falle einer Festnahme organisierte. Er hatte allerdings von seinen Dienstjahren in Deutschland eine grosse Liebe zum deutschen Volk und dessen Kultur bewahrt: germanophil heisst nicht nazistisch.

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Licinius besiegt Maximin nach einem Traumgesicht

23/10/2009

Schon standen sich die Heere einander nahe, und nächster Tage war die Schlacht zu erwarten. Nun machte Maximin ein Gelübde an Jupiter des Inhaltes: Wenn er den Sieg gewinne, so werde er den Namen der Christen ausrotten und von Grund aus vertilgen.

Da trat zu Licinius in der nächsten Nacht ein Engel Gottes ans Lager und mahnte ihn, schleunigst aufzustehen und zum höchsten Gott mit seinem ganzen Heere zu beten; es werde ihm der Sieg zufallen, wenn er es tue. Nach diesen Worten kam es ihm vor, als ob er aufstünde, und als ob der Engel, der ihn mahnte, zu seiner Seite stehend ihn belehrte, auf welche Weise und mit welchen Worten man beten müsse. Nachdem dann Licinius den Schlaf abgeschüttelt hatte, befahl er, den Geheimschreiber zu rufen und hieß ihn folgende Worte niederschreiben, gerade wie er sie gehört hatte: „Höchster Gott, wir bitten Dich! Heiliger Gott, wir bitten Dich! Alle Gerechtigkeit befehlen wir Dir, unsere Wohlfahrt befehlen wir Dir, unser Reich befehlen wir Dir! Durch Dich leben wir, durch Dich werden wir siegreich und glücklich. Höchster Gott, heiliger Gott, erhöre unsere Bitten! Unsere Arme breiten wir aus zu Dir! Erhöre, heiliger, höchster Gott!“ Diese Worte ließ er auf eine Anzahl Blätter schreiben und an sämtliche Befehlshaber und Tribunen verteilen, damit jeder sie seine Soldaten lehre. Allen wuchs der Mut; denn sie glaubten, es sei ihnen der Sieg vom Himmel verkündigt.

Licinius bestimmte zum Tag der Schlacht den ersten Mai, an dem Maximin sein achtes Regierungsjahr vollendete, damit dieser gerade am Jahrestage seiner Erhebung besiegt würde, wie Maxentius zu Rom war besiegt worden. Maximin wollte zeitiger vorgehen und stellte tags vorher am Morgen sein Heer in Schlachtordnung auf, um am Tage nachher das Fest seiner Erhebung als Sieger zu begehen. Maximins Aufbruch wird ins Lager gemeldet. Die Soldaten greifen zu den Waffen und rücken dem Feinde entgegen. In der Mitte lag eine kahle und unfruchtbare Ebene, das Sonnenfeld genannt.

Beide Schlachtreihen waren sich bereits ansichtig. Die Soldaten des Licinius legen die Schilde ab, lösen die Helme, strecken nach dem Vorgange der Befehlshaber die Hände zum Himmel und sprechen das Gebet für den Kaiser. Das dem Untergange geweihte Heer hört das Gemurmel der Betenden, Jene wiederholen dreimal das Gebet, und nunmehr das Herz voll Mut, setzen sie die Helme wieder auf und erheben die Schilde. Die Kaiser treten zur Unterredung vor. Maximin läßt sich nicht zum Frieden bestimmen. Er war voll Geringschätzung gegen Licinius und erwartete den Abfall seines Heeres. Denn Licinius war im Schenken zurückhaltend, während Maximin verschwenderisch war; und er hatte den Krieg in der Absicht unternommen, das Heer des Licinius ohne Schwertstreich an sich zu ziehen und dann mit verdoppelten Streitkräften sogleich gegen Konstantin aufzubrechen.

Die Heere schreiten sich näher, die Trompeten erschallen, die Feldzeichen rücken vor. Licinius eröffnet den Angriff und stürzt auf die Gegner ein. Diese wissen im ersten Schrecken weder das Schwert zu handhaben noch den Speer zu werfen. Maximin umgeht die Schlachtreihe und sucht das Heer des Licinius durch Bitten und Geschenke zum Abfalle zu reizen. Man hört nirgends auf ihn. Es geschieht ein Ausfall auf ihn, und er flieht zu den Seinigen zurück. Sein Heer ward inzwischen ohne Gegenwehr niedergemacht und eine so große Anzahl Legionen, eine solche Masse Soldaten von geringer Mannschaft niedergemäht. Niemand ist des Namens, niemand der Tapferkeit, niemand der alten Auszeichnungen eingedenk. Gleich als wären sie zum göttergeweihten Opfertode, nicht zum Kampfe gekommen, so hat sie der höchste Gott dem Schwerte der Feinde preisgegeben. Bereits war eine ungeheure Menge niedergemacht.

Maximin sieht die Dinge anders verlaufen, als er erwartete. Da warf er den Purpur von sich, zog ein Sklavenkleid an und floh der Meerenge zu. Von seinem Heere bedeckte die eine Hälfte das Schlachtfeld, der andere Teil ergab sich oder wandte sich zur Flucht.

Quelle: Laktanz († nach 317): Von den Todesarten der Verfolger (De mortibus persecutorum), nachzulesen auf http://www.unifr.ch/bkv/kapitel500.htm

7. Oktober – Rosenkranztag

07/10/2009

Heute, am 7. Oktober, ist das Fest Unserer Lieben Frau vom Rosenkranz, der ganze Monat Oktober ist der Rosenkranzmonat.

Am 7. Oktober 1571 besiegten die christlichen Mittelmeermächte das Osmanische Reich in der Seeschlacht von Lepanto, wodurch das christliche Europa vom Islam verschont blieb. Da die Schlacht durch die Übermacht der Türken anfangs schlecht verlief, rief Papst Pius V. alle Katholiken zum Rosenkranzgebet auf. In einer Vision sah er daraufhin den Sieg der christlichen Flotte. Als Dank für die Hilfe Marias führte er das Fest ‚Maria vom Siege‘ im römischen Festkalender ein. Nach einem erneuten Sieg über die Türken in Ungarn im Jahr 1716 dehnt Papst Clemens XI. dieses Fest auf die gesamte Kirche aus und ordnet für den gesamten Monat Oktober das tägliche Beten des Rosenkranzes an.

Die Jungfrau Maria hat uns bei ihren Erscheinungen in Fatima aufgefordert, täglich den Rosenkranz zu beten. Eine Anleitung zum Beten des Rosenkranzes haben wir hier hinterlegt.

B. Murillo: Maria mit dem Jesuskind und Rosenkranz

Bartolomé Murillo: Maria mit dem Jesuskind und Rosenkranz

„Die Natur selbst hat aus dem süßesten aller Namen einer Mutter und aus der mütterlichen Liebe, den Urtyp einer zärtlichen und zuvorkommenden Liebe gemacht; auch spürt die fromme Seele, so tief, wie eine Sprache es niemals ausdrücken könnte, wie sehr in Maria die Flamme einer wohlwollenden und tätigen Liebe brennt. Deshalb, weil Maria unsere Mutter ist, nicht nur auf natürlicher Ebene, sondern durch Jesus Christus.

Sie kennt besser, als jeder andere und sieht auf das Wundervollste, alles was uns berührt: die Hilfe, die wir im Leben brauchen; die öffentlichen und privaten Gefahren, die uns bedrohen; die Ängste und Leiden, die uns umgeben; vor allem die Schwierigkeit des Kampfes, den wir für das Heil unserer Seele gegen die erbittertsten Feinde austragen. In all diesen und noch anderen Prüfungen, hat sie, mehr und besser als irgendein anderer, die Fähigkeit und das Verlangen, ihren vielgeliebten Kindern, Trost, Kraft und Hilfe jeder Art zu spenden.

Wenden wir uns deshalb an Maria, furchtlos und sehnsuchtsvoll; rufen wir sie flehentlich an, im Namen ihres mütterlichen Bandes, das sie so eng mit Jesus und mit uns vereint; bitten wir sie mit einer tiefen Frömmigkeit um ihre Hilfe durch das Gebet, das sie uns selbst gelehrt hat und das sie so sehr liebt, dann können wir, mit gutem Grund in Sicherheit und Freude unter dem Schutz der besten aller Mütter leben.“

Hl. Papst Leo XIII. (1810 – 1903): Brief „Der Rosenkranz Mariens“ vom 7. September 1892



Bericht des Eusebius v. Cäsarea (* um 260 † um 340 n. Chr.)

09/09/2009

Im Verlauf des zweiten Jahres entbrannte der Kampf gegen uns noch furchtbarer.

Zu der Zeit, da Urbanus Statthalter der Provinz war, erging nämlich zum ersten Male ein Schreiben der Kaiser, das den allgemein verpflichtenden Befehl enthielt: allenthalben haben alle Einwohner den Götterbildern Opfer und Trankspenden zu entrichten.

Damals legte Timotheus in Gaza, einer Stadt in Palästina, durch seine Ausdauer in allen Leiden eine glänzende Probe von der Echtheit seines Glaubens an Gott ab und erlangte die Krone der Sieger in den heiligen Kämpfen für die Religion: nach zahllosen Folterqualen, die er erdulden mußte, wurde er einem kleinen und langsam brennenden Feuer übergeben. Gleichzeitig mit ihm bewährten auch Agapius und unsere Zeitgenossin Thekla edelste Standhaftigkeit: sie wurden verurteilt, den wilden Tieren zum Fraße vorgeworfen zu werden.

Doch wen hätte nicht Staunen erfaßt, wenn er mit ansah, was weiter geschah, wen hätte es nicht bis in die Seele hinein ergriffen, wenn er auch nur davon gehört? Als nämlich die Heiden ein Volksfest und die dabei üblichen Schauspiele feierten, sprach man vielfach davon, daß außer denen, die sonst schon vor ihnen zu kämpfen hatten, auch die jüngst zu den wilden Tieren Verurteilten zum Kampf erscheinen würden. Als das Gerücht hiervon sich immer weiter verbreitete und mehr und mehr zu allen drang, banden sich sechs Jünglinge, um ihre völlige Bereitwilligkeit zum Martyrium auszudrücken, selbst die Hände, traten in raschem Schritte vor Urbanus, der eben zur Tierhetze gehen wollte und bekannten sich vor ihm als Christen.

Ihr Aufnehmen eines Kampfes mit allen Schrecknissen zeigte es, daß diejenigen, welche sich des Glaubens an den Gott des Alls rühmen dürfen, auch vor den Angriffen von wilden Tieren kein Bangen empfinden. Der eine von ihnen hieß Timolaus und stammte aus dem Pontus, der zweite, aus Tripolis in Phönizien gebürtig, nannte sich Dionysius, der dritte von ihnen, mit Namen Romulus, war Subdiakon der Kirche in Diospolis; dazu kamen zwei Ägypter, Paesis und Alexander, und ein mit dem letzteren gleichnamiger Alexander von Gaza.

Nicht gering war das Erstaunen, in das sie den Statthalter und seine Umgebung versetzten. Sofort wurden sie in das Gefängnis gebracht. Nachdem wenige Tage später ihnen zwei andere zugesellt worden waren — der eine, ebenfalls mit Namen Agapius, hatte schon vor ihnen ob seines wiederholten früheren Bekenntnisses schreckliche und mannigfache Foltern zu überstehen gehabt, der andere, der auch den Namen Dionysius trug, hatte ihnen das zum Lebensunterhalt Nötige gebracht —, wurden alle, jetzt acht an der Zahl, an einem Tage in Cäsarea enthauptet, am vierundzwanzigsten Tage des Monats Dystrus, das ist am neunten Tage vor den Aprilkalenden.

Quelle: Eusebius von Cäsarea – Über die Märtyrer in Palästina (De martyribus palaestinae), nachzulesen auf  http://www.unifr.ch/bkv/kapitel2030.htm

Die christliche Provence

12/08/2009

Die Provence, ein beliebtes Reiseziel der Deutschen, ist einer der ältesten und wichtigsten Orte des Christentums in Europa. Besonders interessant ist, dass sich die provenzalische Tradition weitgehend mit den Zeugnissen der 2004 selig gesprochenen Seherin Katharina Emmerich und den Visionen von Maria Valtorta deckt.


Während der Christenverfolgungen in Palästina landete um 42 n. Chr. bei Les-Saintes-Maries-de-la-Mer ein Boot mit sieben engen Vertrauten Jesu, darunter die drei Geschwister Lazarus, Maria Magdalena und Martha. Sie verbreiteten das Christentum in der Provence und hinterliessen dabei zahlreiche Spuren :

Der hl. Lazarus wurde erster Bischof von Marseille, in den Katakomben von St. Victor ist heute noch sein in Stein gehauener Sitz zu entdecken. Er starb unter Domitian den Märtyrertod, nachdem er sich geweigert hatte, den römischen Göttern zu opfern. Das unterirdische Gefängnis an der Place de Lenche, in dem er vor seiner Enthauptung gefangen gehalten wurde, existiert immer noch, kann aber nicht besichtigt werden. Ein Teil seiner Reliquien befinden sich heute in der Cathédrale de la Major.

Die hl. Martha blieb in der Nähe von Tarascon, wo sie viele Bekehrungen erwirkte und ein bekanntes Untier, die Tarasque, mit dem Kreuzzeichen bezähmte. Bereits im Jahr 500 pilgerte Clovis  zu den Reliquien der Heiligen, die dort in der Kirche Sainte Marthe verehrt werden.

Die hl. Maria Magdalena – Schutzpatronin der Provence – lebte noch ca. 30 Jahre zurückgezogen in einer Höhle im Gebirgsmassif Sainte Baume südöstlich von Aix en Provence. 1279 wurde ihr Grab wiederentdeckt und daraufhin in St. Maximin eine beeindruckende Basilika für ihre Reliquien errichtet. Die Höhle und die Basilika sind unbedingt einen Besuch wert! Der Aufstieg zur Höhle, bei der vier Dominikaner ständig leben, dauert ungefähr 1 Stunde. Viele Wanderungen sind in dieser schönen Gegend möglich und wer dort länger bleiben möchte, kann bei den Dominikanerinnen am Fuss des Massifs in der Nähe von Plan d’Aups günstig übernachten.

 

Camargue: Verehrung der heiligen Marien

Les-Saintes-Maries-de-la-Mer: Verehrung der heiligen Marien

Fast alle provenzalischen Städte und Dörfer tragen unzählige Spuren des frühen und späteren Christentums: Abteien, Klöster, Kirchen, Kapellen, Gärten, Höhlen, grosse und kleine Heiligtümer duchziehen das ganze Gebiet. Hinzu kommen Bildhauerei, Malerei, Kunsthandwerk, traditionelle Krippenfiguren usw.

Cannes-Lérins war während mehrerer Jahrzehnte das Zentrum der christlichen Spiritualität und Avignon ist der einzige Ort, in dem sich das Papsttum ausserhalb Italiens niederliess.  314 berief der erste christliche römische Herrscher Konstantin das erste kirchliche Konzil nach Arles ein. Viele Heilige und Märtyrer haben in der Provence gelebt und gewirkt (der hl. Antonius z. B. in Arles/ Trinquetaille) und Kloster und Orden gegründet (z. B. der hl. Kassian). Sowohl in den bekannteren Orten als auch in kleinen Dörfern finden immer noch berührende traditionelle Prozessionen und Feste statt. An einigen Orten haben Marienerscheinungen stattgefunden, z. B. in La Salette und Sisteron. In Cotignac wird zusätzlich die Erscheinung des hl. Joseph verehrt.

Was den Jakobsweg betrifft, führen zwei verschiedene Pilgerrouten über Arles nach Compostella: eine von Norden kommend über die Alpen, die zweite von Osten/ Italien her, sie führt teilweise am Mittelmeer entlang.

Weitere Informationen: Diözese Marseille oder Comité regional de Tourisme PACA