Archive for the 'Glaube' Category

20. November 2011: Christkönigssonntag

19/11/2011

Jesus, König der Liebe, erbarme Dich unser.

Weil wir Dich lieben wollen, hilf uns Dich zu lieben.

Weil wir Dich als den wahren König anerkennen, hilf uns,

Dich immer tiefer zu erkennen.

Weil wir glauben, dass Du alles vermagst,

stärke in Deiner Barmherzigkeit unseren Glauben.

Du König der Welt, erbarme Dich der armen Welt und unser,

die wir in dieser Welt leben.

Du König des Friedens, schenke der Welt und uns den Frieden.

Du König des Himmels, gewähre uns,

Deine Untertanen zu werden.

Du weisst, dass wir weinen: tröste uns.

Du weisst, dass wir leiden: richte uns auf.

Du weisst, dass es uns an allem gebricht: komm uns zu Hilfe.

Wir wissen, dass wir um unserer Sünden willen leiden,

aber wir hoffen auf dich.

Wir wissen, dass das, was wir erleiden,

noch wenig ist im Vergleich zu dem,

was wir an Leiden verdient hätten,

aber wir vertrauen auf Dich.

Wir wissen, was wir Dir angetan haben, aber wir wissen auch,

was Du für uns getan hast.

Wir wissen, dass Du der Heiland bist: rette uns, Jesus!

Dornengekrönter König, sei uns

um Deines Liebesmartyriums willen

die helfende göttliche Liebe.

Öffne uns mit Deinen durchbohrten Händen die Schätze

der göttlichen Gnade und der Gnaden.

Komm zu uns mit Deinen verwundeten Füßen.

Heilige die Erde und uns

mit dem Kostbaren Blut, das aus Deinen heiligen Wunden,

den Edelsteinen Deines erlösenden Herrschertums, tropft.

Öffne mit den Flammen Deines für uns geöffneten Herzens

unsere Herzen der Liebe.

Wenn wir Dich lieben, werden wir hier,

sowie in der Stunde unseres Todes

und beim Letzten Gericht gerettet werden.

Dein Reich komme, Herr, auf Erden, im Himmel

und in unseren Herzen.

Auszug aus “Die Hefte 1944“ von Maria Valtorta. Veröffentlicht mit der Genehmigung des Herausgebers Centro Editoriale Valtortiano srl. Isola del Liri (FR), www.mariavaltorta.com,dem die Rechte für die Werke Maria Valtortas gehören. Um die Bücher Maria Valtortas in deutscher Sprache zu erwerben bitte wenden an den Parvis-Verlag, 1648 Hauteville, Schweiz: book@parvis.chwww.parvis.ch

Lieber Papst Benedikt,

05/09/2011

nimm einfach Band 1-12 der Valtorta zur Hand und lies. Dann musst du nichts mehr ahnen, sondern weißt.

„(…) Maria ist eine Liebende. Wie könnte es anders sein? Als Glaubende und im Glauben mit Gottes Gedanken denkend, mit Gottes Willen wollend kann sie nur eine Liebende sein. Wir ahnen es an den leisen Gebärden, von denen uns die Kindheitsgeschichten aus dem Evangelium erzählen. Wir sehen es in der Diskretion, mit der sie in Kana die Not der Brautleute wahrnimmt und zu Jesus trägt. Wir sehen es in der Demut, mit der sie die Zurückstellung in der Zeit des öffentlichen Lebens annimmt – wissend, dass der Sohn nun eine neue Familie gründen muss und dass die Stunde der Mutter erst wieder sein wird im Augenblick des Kreuzes, der ja die wahre Stunde Jesu ist (vgl. Joh 2,4; 13,1).

Dann, wenn die Jünger geflohen sind, wird sie es sein, die unter dem Kreuz steht (vgl. Joh 19, 25-27); und später, in der Stunde von Pfingsten, werden die Jünger sich um sie scharen in der Erwartung des Heiligen Geistes (vgl. Apg 1,14). (…)“

Papst Benedikt XVI.
Gott ist die Liebe – Deus caritas est, Nr. 41

Ein gesegnetes Pfingstfest

11/06/2011

wünschen wir unseren Lesern. Die entsprechende Valtorta-Vision findet ihr hier.

Chinesische Parabel

24/05/2011

Ein alter Mann mit Namen Chunglang, das heisst „Meister Felsen“, besaß ein kleines Gut in den Bergen. Eines Tages begab es sich, dass er eins von seinen Pferden verlor. Da kamen die Nachbarn, um ihm zu diesem Unglück ihr Beileid zu bezeigen.

Der Alte aber fragte: „Woher wollt ihr wissen, dass das ein Unglück ist?“ Und siehe da: einige Tage darauf kam das Pferd wieder und brachte ein ganzes Rudel Wildpferde mit. Wiederum erschienen die Nachbarn und wollten ihm zu diesem Glücksfall ihre Glückwünsche bringen.

Der Alte vom Berge aber versetzte: „Woher wollt ihr wissen, dass es ein Glücksfall ist?“


Seit nun so viele Pferde zur Verfügung standen, begann der Sohn des Alten eine Neigung zum Reiten zu fassen, und eines Tages brach er das Bein. Da kamen sie wieder, die Nachbarn, um ihr Beileid zum Ausdruck zu bringen. Und abermals sprach der Alte zu ihnen: „Woher wollt ihr wissen, dass dies ein Unglücksfall ist?“

Im Jahr darauf erschien die Kommission der „Langen Latten“ in den Bergen, um kräftige Männer für den Stiefeldienst des Kaisers und als Sänftenträger zu holen. Den Sohn des Alten, der noch immer seinen Beinschaden hatte, nahmen sie nicht. 

Chunglang musste lächeln.

(Hermann Hesse)

Hermann Hesse, der protestantisch aufwuchs, lehnte das Christentum (zum Teil aus Trotz, wie er selbst einmal sagte) in seinen jungen Jahren eher ab und fühlte sich lange Jahre durch die asiatischen Religionen, Hinduismus, Buddhismus, Taoismus angezogen. Gegen Ende seines Lebens fand er mehr zum Christentum zurück und besuchte gerne und häufig die katholischen Kapellen und Kirchen, auf die er in seiner Wahlheimat, dem Tessin, allüberall traf. Mit Hugo Ball, der zum katholischen Glauben zurückkonvertiert war und der in seiner Nähe wohnte, verband ihn eine enge Freundschaft. 

Im folgenden verlinkten Text schrieb er, dass ihm “ die Mutter Gottes … die heiligste Gestalt aller Religionen [ist]“, schade, dass er nie konvertiert ist. Der gelernte Buchhändler und Schriftsteller starb 85-jährig mit einem Buch in den Händen: den „Bekenntnissen“ des Augustinus.

Hermann Hesse: Madonnenfest in der Madonna d’Ongero

Das Heilige Messopfer

18/05/2011

Sobald ein Priester mit den heiligen Gewändern bekleidet an den Altar tritt, kommen Engel in hellem Lichtglanz vom Himmel und umfluten den Altar. Wenn der Priester das Evangelium verlesen und die Opfergaben auf dem Altar bereitgelegt hat, singt er den Lobpreis des allmächtigen Gottes.

Mit dem „Sanctus, Dominus, Deus Sabaoth“ beginnt das unaussprechliche Mysterium. In diesem Augenblick öffnet sich der Himmel. Ein feuriges Blitzen von lichter Klarheit fällt auf die Opfergaben nieder und durchströmt sie ganz mit Herrlichkeit. Und der blitzende Schein trägt sie in unsichtbare Höhen und lässt sie wieder auf dem Altar nieder.

Obwohl nun die Opfergaben für das Auge der Menschen noch das Aussehen von Brot und Wein haben, sind sie doch in wahres Fleisch und Blut verwandelt.

(Hl. Hildegard von Bingen)


Zeit und Ewigkeit (I)

18/04/2011

Unser Zeitempfinden ist relativ, das kann jeder bestätigen, auch ohne nähere Kenntnis der physikalischen Relativitätstheorie. Ein unangenehmer Augenblick dehnt sich quälend lange aus, etwa vor einer Prüfung, oder wenn wir voller Nervosität auf ein Untersuchungsergebnis warten. Die Stunden, in denen wir glücklich oder in eine Arbeit vertieft sind, verfliegen hingegen wie Sekunden, so dass wir uns nur noch wundern, wohin die ganze Zeit verschwunden ist. Wie oft, wenn wir uns an etwas erinnern, an einen bestimmten Moment in unserem Leben zurückdenken, schütteln wir ungläubig den Kopf, weil das, was gerade gestern erst gewesen schien, schon Jahre, Jahrzehnte, ein halbes Jahrhundert … zurückliegt.

Sonntag in der Messe kam mir der Gedanke, dass dieses Phänomen unserer Zeitempfindung ja ein Beweis dafür ist, dass wir in Wahrheit in einem zeitlichen Rahmen verankert sind, der weit über unsere kurze Lebensspanne auf Erden hinausgeht. Ein gefühlter Beweis für alle Skeptiker, die sich das mit dem ewigen Leben oder einem Leben nach dem Tod nicht so recht zu denken trauen oder vorstellen können. Wir alle kennen aber die gefühlte Relativität der Zeit und unsere überraschte Frage, wie es denn sein kann, dass sich 30 Jahre im Rückblick wie nichts ausnehmen. Hier ist ein weiterer zärtlicher Hinweis Gottes an uns, auf die wirkliche Beschaffenheit von Raum und Zeit und unserer Existenz.

Jesus sagt dazu zu den Aposteln, angesichts seiner nahe bevorstehenden Passion, in einer Vision der Valtorta:

„… Wir stehen dem Tod gegenüber. Ich stehe ihm gegenüber. Und auch andere. Wer? Du willst wissen, wer, Petrus? Alle. Der Tod rückt näher, Stunde um Stunde, und rafft jene dahin, die es am wenigsten erwarten. Aber auch die anderen, die noch lange zu leben haben, rücken mit jeder Stunde dem Tod näher; denn die Zeit ist nur ein Augenblick im Vergleich zur Ewigkeit. Und in der Todesstunde war auch das längste Leben nur ein Hauch. Alle Handlungen so vieler Jahrzehnte, von frühester Kindheit an, kehren wieder und sagen: „Siehe: gestern hast du dies getan!“ Gestern! Beim Sterben ist alles gestern geschehen. Und Ehren und Gold, nach denen der Mensch strebte, sind nur Staub! Und die Frucht, nach der er gierte, hat jeden Geschmack verloren! Die Frau? Die Börse? Die Macht? Die Wissenschaft? Was bleibt? Nichts! Nur das Gewissen und das Gericht Gottes, vor dem das Gewissen ohne menschliche Protektion und irdischen Überfluss erscheinen muss, einzig mit seinen Werken beladen. …“

Auszug aus “Der Gottmensch″ Band XI von Maria Valtorta. Veröffentlicht mit der Genehmigung des Herausgebers Centro Editoriale Valtortiano srl. Isola del Liri (FR), www.mariavaltorta.com, dem die Rechte für die Werke Maria Valtortas gehören. Um die Bücher Maria Valtortas in deutscher Sprache zu erwerben bitte wenden an den Parvis-Verlag, 1648 Hauteville, Schweiz: book@parvis.chwww.parvis.ch

Zu Teil II

Kreuzweg mit dem hl. Pfarrer von Ars (11. und 12. Station)

15/04/2011

An den Freitagen vor Ostern geben wir jeweils zwei Stationen der Kreuzweg-Betrachtung des hl. Pfarrers von Ars wieder.


Vorbereitungsgebet

Ewiger Vater, nimm hin das göttliche Blut, das Jesus Christus, dein Sohn, bei seinem Leiden vergossen hat! Im Blick auf seine Wunden, auf sein von Dornen durchbohrtes Haupt, auf sein liebendes Herz, um aller seiner Verdienste willen verzeihe den Seelen ihre Schuld und rette sie!

Göttliches Blut meines Erlösers, ich bete dich mit großer Ehrfurcht und Liebe an, um die Beleidigungen zu sühnen, welche dir so viele Menschen zufügen.

Mein Jesus, schenk mir Verzeihung und Barmherzigkeit um der Verdienste deines bitteren Leidens und deiner heiligen Wunden willen! Wir beten dich an, Herr Jesus Christus, und preisen dich, denn durch dein heiliges Kreuz hast du die ganze Welt erlöst.

O Maria, Schmerzensmutter, drücke deines Sohnes Wunden tief in unsere Herzen ein.

XI. Station: Jesus wird ans Kreuz genagelt

Wie hätte ich den Mut haben können, den Vorbereitungen zur Kreuzigung, die vor mir geschahen, zuzusehen, wenn ich nicht den Herzenswunsch gehabt hätte, die Ehre meines Vaters wiederherzustellen und den Durst nach deinem Seelenheil zu stillen?

Ich habe für alle den Himmel geöffnet, aber jeder bleibt frei, ihn zu erwerben. Es liegt an dir, mein Bruder, meine Schwester, durch deinen Beitrag an Gebet, Opfer und Leiden das Heil vieler Menschen sicherzustellen. Überfällt dich dabei Furcht und Angst, auch vor mir? Hat man Furcht vor einem Mann, der am Boden ausgestreckt liegt und seine Hände und Füße den Nägeln ausliefert?

Ja, ich habe euch alle geliebt, einen jeden bis zum Äußersten. Zweifelt also nie an mir! Wenn man solches erlitten hat, was kann man dann noch verweigern? Sooft du mich dem Vater vorstellst und deine Seele sich mit meiner schmerzvollen Seele vereinigt, hat sich das Heil der Welt erweitert, weil es eine Ergänzung meines Leidens ist. 

XII. Station: Jesus stirbt am Kreuz

Knie nieder und bete Mich Sterbenden an! Ich bin gestorben für alle Sünder. Für dich bin ich gestorben durch die erlittenen Schläge, so früh und so jung. Ich habe mein Blut fließen lassen, Tropfen für Tropfen bis zum letzten! Meine Entstellung am Kreuz und mein Tod brachten in dir das „Ecce-homo-Bild“ zum Auslöschen und das strahlende Gottesbild zum Leuchten. So erlebst du die Wahrheit meines Wortes: „Ich bin gekommen, dass sie das Leben in Fülle haben“.

Du glaubst nicht, dass, wenn du mich so blutig dem Vater darbringst, etwas Großes im Himmel und auf Erden geschieht? Wozu hätten sonst meine Schmerzen gedient? Was machst du dir aus der Güte und dem Erbarmen des Vaters?

Erinnere dich an meinen Schrei! Ich schrie dir ein letztes Mal zu: Schau, wie ich dich liebe, ich gebe alles für dein Glück. Es war die letzte Liebestat meines Herzens unter schrecklichen Qualen. Wenn dein Leben einst zu Ende geht, geschehe es mit einem Liebesruf!

Mein Jesus, lass mein Sterben der beredte Ausdruck meiner Ganzhingabe an Deinen heiligen Willen sein – das letzte Aufklingen des Liebesliedes meines Lebens vor Deiner göttlichen Majestät! Zu Füßen des Gekreuzigten geht uns auf: Beim Kreuz zu stehen bringt die Sicherheit mit sich, die Barmherzigkeit zu erfahren. Je dunkler unser Golgotha ist, desto strahlender der ewige Ostermorgen, weil sein Erbarmen uns hinüberträgt. Vom Kreuz herab dringt das „Sitio – Mich dürstet“ an unser Ohr. Es ruft nach Liebe und Sühne. Sühne heißt: sein Erbarmen in sich aufnehmen und weitergeben. Sühnopfer heißt, auf Golgotha seinen Hauch empfangen und im Opfer seiner selbst diesen Hauch empfangen und im Opfer seiner selbst diesen Hauch ausströmen. Sühne-Tod heißt, in diesem Hauch sterben und dabei ihn durch sich selbst weiterhauchen lassen.

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Kreuzweg mit dem hl. Pfarrer von Ars (9. und 10. Station)

08/04/2011

An den Freitagen vor Ostern geben wir jeweils zwei Stationen der Kreuzweg-Betrachtung des hl. Pfarrers von Ars wieder.


Vorbereitungsgebet

Ewiger Vater, nimm hin das göttliche Blut, das Jesus Christus, dein Sohn, bei seinem Leiden vergossen hat! Im Blick auf seine Wunden, auf sein von Dornen durchbohrtes Haupt, auf sein liebendes Herz, um aller seiner Verdienste willen verzeihe den Seelen ihre Schuld und rette sie!

Göttliches Blut meines Erlösers, ich bete dich mit großer Ehrfurcht und Liebe an, um die Beleidigungen zu sühnen, welche dir so viele Menschen zufügen.

Mein Jesus, schenk mir Verzeihung und Barmherzigkeit um der Verdienste deines bitteren Leidens und deiner heiligen Wunden willen! Wir beten dich an, Herr Jesus Christus, und preisen dich, denn durch dein heiliges Kreuz hast du die ganze Welt erlöst.

O Maria, Schmerzensmutter, drücke deines Sohnes Wunden tief in unsere Herzen ein.


IX. Station: Jesus fällt zum dritten Male unter dem Kreuz

Es gibt viele Arten, Fortschritte zu machen, sogar durch Versagen. Fürchte dich nicht, mich anzurufen, wenn du gefallen bist! Trägst du die Scherben deiner Fehler zu mir, wird mein Erbarmen dich neu machen. Fühlst du dich leer – im Innersten leer und kraftlos, werde ich deine Leere füllen mit meinem Erbarmen, und du darfst es miterleben. Jeder Fall ist für mich ein Ausgangspunkt, dich zu wandeln zur echten Liebe, mit der zu echter Wandlungskraft gelangst. Blick auf mich, der ich jedes Leiden auskostete bis zum Ende! Ich wollte alles leiden, damit du mir auf halbem Wege deines Leidens begegnen könntest. Ich komme dir stets entgegen und helfe dir, froh mit deinem Erlöser alles Schwere zu tragen. Sei zu jedem Opfer und Leiden bereit, ohne dich dabei aufzuhalten! Für dich heisst es, nicht mit dir, wohl aber mit mir umzugehen. Gebete und Bußwerke sind der Kaufpreis für die Seelen.

So bitte ich dich, mein Jesus: Hilf uns, dass wir um deiner opfernden Liebe willen den am Boden liegenden Lastträgern mit dem Blick des Mitleids und auf dem Wort und der Tat der Liebe aufstehen helfen und sie zu deiner Kreuzesnachfolge bewegen! Lass uns alle, um die wir in Sorge sind oder die uns Leid bereiten, in unser Gebet und Opfer hineinnehmen und ihnen so Hilfe und Zuversicht sein!


X. Station: Jesus wird seiner Kleider beraubt

Fürchte dich nicht, meine blutroten Wunden zu sehen! Sie sind dein. Habe ich sie nicht für dich erlitten? Man muss sie grüssen wie Wohltäterinnen, die dich gerettet haben.

Kann dein Herz kalt und verschlossen bleiben vor meinen offenen Wunden? Kannst du da noch zögern, für mich Opfer zu bringen? Mein Blut fliesst in Strömen aus meinem ganzen Körper. Ich lasse meine Adern sich entleeren von ihrem Blut, denn ich habe meine ganze Kraft eingesetzt zu leiden. Du musst dich einfühlen in das Innere meiner bekannten und unbekannten Leiden. Es geht dir dann auf: Ich bin der „lebende Schmerz“ aus Liebe für dich geworden. Warum wollen die Menschen nicht an meine Liebe glauben? Mein Leben, Wirken und Sterben war nur Liebe zu den Seelen. Was du tust für sie, betrachte ich als „MIR“ erwiesen.

Mögest du an Jesus die Bitte richten: Herz Jesu, Opferlamm der Liebe, lass mich vor dir eine heilige Opferflamme für dich werden!

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Kreuzweg mit dem hl. Pfarrer von Ars (7. und 8. Station)

01/04/2011

An den Freitagen vor Ostern geben wir jeweils zwei Stationen der Kreuzweg-Betrachtung des hl. Pfarrers von Ars wieder.


Vorbereitungsgebet

Ewiger Vater, nimm hin das göttliche Blut, das Jesus Christus, dein Sohn, bei seinem Leiden vergossen hat! Im Blick auf seine Wunden, auf sein von Dornen durchbohrtes Haupt, auf sein liebendes Herz, um aller seiner Verdienste willen verzeihe den Seelen ihre Schuld und rette sie!

Göttliches Blut meines Erlösers, ich bete dich mit großer Ehrfurcht und Liebe an, um die Beleidigungen zu sühnen, welche dir so viele Menschen zufügen.

Mein Jesus, schenk mir Verzeihung und Barmherzigkeit um der Verdienste deines bitteren Leidens und deiner heiligen Wunden willen! Wir beten dich an, Herr Jesus Christus, und preisen dich, denn durch dein heiliges Kreuz hast du die ganze Welt erlöst.

O Maria, Schmerzensmutter, drücke deines Sohnes Wunden tief in unsere Herzen ein.


VII. Station: Jesus fällt zum zweiten Male unter dem Kreuz

Christus hat die Sünden aller Menschen getragen. Was ihn erneut zu Boden wirft, sind die Wiederholungssünden, die oft begangen werden aus Schwäche, Gleichgültigkeit und Bosheit. Jesus allein weiss, was im Menschen ist. Alle will er retten mit seiner opfernden und sühnenden Liebe. Seine Lehre für uns lautet:

Du kannst mir dabei helfen, wenn du auf dem Weg nach Kalvaria mutig den Opferkelch füllst mit deinen Opfern und Leiden, damit ich ihn zum Segenskelch mache für alle, deren Heil gefährdet ist. Dazu braucht es meine Liebe und meine Gnade.

Denke oft an alle Christen in der Welt: an die Leidenden, die Verfolgten, die Verlassenen, die Flüchtlinge, die Märtyrer, die Schwerkranken und Sterbenden, die sich bemühen, mir zu dienen und mich ihrer Liebe zu versichern! Bete für sie! Biete meine Verdienste dem Vater an! Sie gehören dir. Ich habe sie mit grossen Schmerzen erkauft, habe alles für sie bezahlt und für dich verdient.

Du kennst zu wenig die Macht des Gebetes: Es ist wie ein starker Arm, der meinen Arm stützt, und ich erlaube dir, dass du mich stärkst. Dein Gebet ist der Schlüssel zur Öffnung der Schatzkammer meiner Gnaden. Je mehr du ihn benützt, desto mehr vermittelst du Gnaden an die Menschen.

VIII. Station: Jesus begegnet den weinenden Frauen

Weinet nicht über mich, sondern über die Sünde! Ich sprach so wegen den Henkern, die mich umgaben und die ich so gerne retten wollte. Was hätte ich nicht alles für sie getan?

Wenn ich dich leiden sehe für mich – geduldig und ergeben – nehme ich deine Leiden als Zeichen der Liebe an, so als ob die deinen meine Leiden überstiegen und so wertvoll wären, dass mein Herz sie reichlich belohnen will. Lasse mich deshalb nicht ohne Leiden sein! Sie weben gleichsam den Sündern das Gloriengewand der Gotteskindschaft.

Die mich liebenden Seelen ziehen mein Erbarmen auf sich, sie sind meine Gehilfen an der Rettung der Welt. Deine Sehnsucht sei, mein Herz zu trösten, das von Bitterkeit erfüllt ist. Biete meinem Vater meine Verdienste an, um die Sünden der Menschen zu sühnen! Zu wenige bedienen sich ihrer. Dir stehen sie zur Verfügung. Benütze sie eifrigst und vermittle Ströme der Gnaden aus meinen heiligen Wunden denen, die krank sind an Seele und Leib!


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Kreuzweg von Sr. Josefa Menendez


Wollet auch ihr übrigen noch gehen…?

29/03/2011

Rundschreiben an die Freunde des Kreuzes (Hl. Ludwig Maria Grignion von Montfort)

Der Aufruf Jesu Christi

Erinnert euch, teure Mitbrüder, dass unser guter Jesus euch anblickt und jedem einzelnen sagt: Siehe, wie fast die ganze Welt mich auf dem königlichen Weg verlässt!

Die blinden Götzendiener spotten über mein Kreuz, als sei es eine Torheit; die verstockten Juden ärgern sich darüber, als über ein Zeichen des Anstosses. Die Häretiker zerbrechen und zerschlagen es, als sei es der Verachtung preiszugeben.

Was ich aber nur mit Tränen im Auge und mit schmerzerfülltem Herzen sagen kann, ist das, dass meine Kinder, die ich an meinem Herzen erzogen und in meiner Schule unterrichtet habe, dass meine Glieder, die ich mit meinem Geiste belebte, mich soweit verlassen und verachtet haben, dass sie Feinde meines Kreuzes werden.

Numquid es vos vultis abire? Wollet auch ihr übrigen noch gehen und mich verlassen, indem ihr mein Kreuz fliehet, wie die Weltmenschen, welche in dieser Beziehung wahre Antichristen sind, antichristi multi? Wollet ihr euch dieser jetzigen Welt gleichförmig machen und die Armut meines Kreuzes verachten, um Reichtümern nachzueilen? Wollet auch ihr die Leiden meines Kreuzes meiden, um Vergnügungen aufzusuchen, und die Verdemütigungen meines Kreuzes hassen, um nach Ehre zu streben?

Ich habe viele Freunde dem Scheine nach, die zwar laut bezeugen, dass sie mich lieben, in Wirklichkeit aber mich hassen, weil sie mein Kreuz nicht lieben; viele Freunde, die an meinem Tische sitzen wollen, aber wenige, die mein Kreuz nachtragen.

Auszug aus „Rundschreiben an die Freunde des Kreuzes“ in  „Das Goldene Buch“ vom hl. Louis Marie Grignon de Montfort. Neuauflage der ursprünglichen Übersetzung erschienen im Lins-Verlag, 6800 Feldkirch, Österreich

Die beiden Parteien

Die Wissenschaft des Kreuzes