Posts Tagged ‘Abtötung’

„Wenn ihr Buße tut…“

22/03/2011

26. Juli [1944]

Jesus sagt:

„… Und die Abtötung? Ach! sie soll rein sein. Wie viele unnütze Abtötungen praktiziert ihr! Unnütze und sündige! Warum? Weil sie unrein sind. Unrein sind die vom Verlangen nach Lob und Lieblosigkeit befleckten. Gut sein, um gelobt zu werden, eine Buße üben, um aufzufallen, sich überwinden, eine bestimmte Frucht nicht zu essen, damit die Welt das bewundere, dann aber nicht geduldig, demütig und barmherzig zu sein, ist wirklich unnütz.

Was soll Ich denn mit dem Opfer eures Verzichts auf eine Frucht anfangen, wenn ihr euch für diesen Verzicht rächt, um einen eurer Brüder mit giftigen Worten zu beißen. Was soll Ich mit einer eurer Bußübungen anfangen, wenn ihr dann nicht einmal das, was das Leben euch bringt, zu ertragen wisst? Welch ein Verdienst ist es, außer dem Haus gut zu sein, aber bei euch daheim giftige Vipern? Welch ein Verdienst ist es, einen Bußgürtel zu tragen, wenn ihr nicht den Bußgürtel meines göttlichen Willens schweigend zu tragen versteht?

El Greco: büßende Maria Magdalena

Denkt an das, was Ich gesagt habe: „Wenn ihr Buße tut, salbt euer Haupt und wascht euer Gesicht“. (1) In den törichten Augen der Welt dürft ihr ruhig als nicht abgetötet erscheinen. Es genügt, wenn ihr kein Ärgernis erregt, denn das Ärgernis ist immer schlecht. Wenn ihr hingegen als gewöhnliche Sterbliche erscheint und deshalb nur Gleichgültigkeit und kein Lob erntet, euch aber insgeheim aus Liebe zu Gott und zu den Nächsten verzehrt, wird euer Verdienst in den Augen Gottes groß sein.

Und wenn ihr euch keine Bußen aufzuerlegen wisst, ach! dann nehmt die an, die das Leben euch auferlegt. Es gibt so viele! Nehmt sie an mit den Worten: „Wenn diese Mühsal von Gott kommt, dann geschehe, Herr, Dein Wille; wenn sie von einem böswilligen Bruder kommt, dann opfere ich sie Dir auf, himmlischer Vater, damit Du ihm verzeihst und ihn rettest“.

So sollt ihr es halten, Geliebte. Und alles in euch soll rein sein. Dann besitzt ihr die Reinheit des Herzens. Aber in einem reinen Herzen schlägt Gott Seinen Thron auf.

Geht nun hin in Frieden. Schreite in Meinem Frieden auf dem Weg der Herzensreinheit voran, und denke daran, dass die Herzensreinen Gott genießen werden. (2)“

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(1) Vgl. Mt 6,17.

(2) Vgl. Mt 5, 8.

Auszug aus “Die Hefte 1944″ von Maria Valtorta. Veröffentlicht mit der Genehmigung des Herausgebers Centro Editoriale Valtortiano srl. Isola del Liri (FR), www.mariavaltorta.com, dem die Rechte für die Werke Maria Valtortas gehören. Um die Bücher Maria Valtortas in deutscher Sprache zu erwerben bitte wenden an den Parvis-Verlag, 1648 Hauteville, Schweiz: book@parvis.ch, www.parvis.ch


„Opfert euch auf…“ (1)

10/11/2010

In der ‚Blogoszese‘ wird überlegt, was wir tun können, um die verfolgten Christen, insbesondere im Irak, zu unterstützen. Es gibt viele gute Wege, die über Gebete, Briefe, Spenden, Petitionen, Solidaritätsmärsche usw. gehen. Wir wollen hier noch in Erinnerung rufen, daß unsere Jungfrau in Fatima Opfer bringen als ein wesentliches Mittel zur Bekehrung der Sünder (und das sind christenverfolgende Muslime sicherlich) bezeichnet und gewünscht hat:

1941 schrieb Schwester Lucia, die Seherin von Fatima, dass bereits der Engel, der den Erscheinungen der Jungfrau vorausging, bei seiner zweiten Erscheinung 1916 die spielend angetroffenen Hirtenkinder ermahnte:

„- Was tut ihr? Betet! Betet viel! Die Herzen Jesu und Mariä haben mit euch Pläne der Barmherzigkeit vor. Bringt dem Allerhöchsten unaufhörlich Gebete und Opfer dar.

– Wie sollen wir Opfer bringen? – fragte ich.

– Macht aus allem, was ihr könnt, ein Opfer zur Sühne für die Sünden, durch die Er beleidigt wird und als Bitte um die Bekehrung der Sünder. So werdet ihr den Frieden auf euer Vaterland herabziehen. Ich bin sein Schutzengel, der Engel Portugals. Vor allem nehmt die Leiden, die euch der Herr schicken wird, in Ergebung an und tragt sie geduldig.

Diese Worte des Engels prägten sich in unseren Geist ein wie ein Licht, das uns erkennen ließ, wer Gott ist, wie sehr Er uns liebt und von uns wiedergeliebt sein will. Wir erkannten den Wert des Opfers und wie es Ihm wohlgefällig ist; und wie Er um des Opfers willen Sünder bekehrt. Von dieser Zeit an begannen wir dem Herrn alles aufzuopfern, was uns kränkte, doch suchten wir damals keine anderen Abtötungen oder Bußübungen, als stundenlang auf die Erde niedergeworfen das Gebet des Engels zu wiederholen.“ (*)

Mit Gebet des Engels ist das folgende gemeint: „Mein Gott, ich glaube an Dich, ich bete Dich an, ich hoffe auf Dich und ich liebe Dich. Ich bitte Dich um Verzeihung für jene, die an Dich nicht glauben, Dich nicht anbeten, auf Dich nicht hoffen und Dich nicht lieben.“

In der ersten Erscheinung der Jungfrau dann am 13. Mai 1917 forderte Maria die drei Hirtenkinder Lucia, Jacinta und Francisco dazu auf, täglich den Rosenkranz zu beten und fragte sie, ob sie sich Gott anbieten wollen, um alle Leiden zu ertragen, die Er ihnen schicken wird, zur Sühne für alle Sünden, durch die Er beleidigt wird und als Bitte um die Bekehrung der Sünder. Die Kinder bejahten. In der Folge begannen sie, ihre Mittagsbrote regelmässig an die Schafe oder an andere Kinder zu verteilen und statt dessen höchstens einige bittere Eicheln und Oliven von den Bäumen zu essen.

Die Seherkinder unmittelbar nach der Höllenvision

Während der Erscheinung am 13. Juli 1917, bei der die Kinder auch die Höllenvision hatten, sagte Maria erneut zu den Seherkindern: „Opfert euch auf für die Sünder und sagt oft, besonders wenn ihr ein Opfer bringt: O Jesus, das tue ich aus Liebe zu Dir, für die Bekehrung der Sünder und zur Sühne für die Sünden gegen das Unbefleckte Herz Mariens.“ Die Vision der Hölle erfüllte die Kinder dermaßen mit Entsetzen, dass sie ihre Gebete, Bußübungen und Abtötungen verstärkten und begannen, auch auf Spiele/ Vergnügungen zu verzichten und Leiden wie Traurigkeit, Verlassenheit, Verleumdungen (und in der Folge auch ihre Krankheiten) auf sich zu nehmen und aufzuopfern. Auch banden sie sich einen rauhen Strick um die Hüften, der ihnen manchmal schreckliche Schmerzen verursachte und verzichteten oft mehrere Tage hintereinander (im portugiesischen Sommer wohlgemerkt!) auf das Trinken.

(weiter zu Teil 2)

(*) Die frühen Erinnerungen von Schwester Lucia können auf Deutsch über das Secretariado dos Pastorinhos bezogen werden. Wir bedanken uns dort auch dafür, dass wir hier Auszüge aus dem Buch „Schwester Lucia spricht über Fatima – Erinnerungen der Schwester Lucia, Band I“ wiedergeben dürfen.

Hl. Rafael Arnaiz Baron (4)

06/10/2010

Hl. Rafael Arnaiz BaronAm 11. Oktober 2009 wurde der spanische Trappist Rafael Arnaiz Baron (1911-1938) heilig gesprochen. Dieser mit 27 Jahren in der Abtei San Isidro de Duenas verstorbene Mystiker beeindruckt durch seine tiefe Spiritualität und sein einfaches und frohgemutes Wesen, mit dem er vertrauensvoll sein Kreuz auf sich nahm. Dank der freundlichen Genehmigung  der Herausgeberin und des Bernardus-Verlags, bei dem die Gesamtausgabe der Schriften des Heiligen bestellt werden können („Nur Gast auf Erden?“),  veröffentlichen wir hier Auszüge aus denselben.

An seine Eltern von San Isidro de Duenas aus (Teil 2)

Darum, liebste Eltern, wenn ich hier im Kloster so glücklich bin, obwohl ich als einzigen Besitz nur einen Habit und einen weißen Mantel habe, und sehe, daß man nicht mehr benötigt, um glücklich zu sein auf Erden, dann denke ich an Euch. Dann habe ich das brennende Verlagen, Euch mitzuteilen, was ich verspüre, und Euch und meinen Geschwistern zu sagen: Sorgt Euch nicht um die Welt und ihre Geschäfte; beunruhigt Euch nicht wegen der Zukunft; überlaßt sie Gottes Hand; faßt keine Zuneigung zu den Dingen der Erde, denn das bedeutet

Zeitverlust! Wendet Euch an Gott, und in Ihm werdet Ihr Frieden finden – schon hier auf Erden und später im Himmel! Ich möchte Euch in gewissen Augenblicken meine Seele mitteilen und meine Liebe zu Gott, damit Ihr sehen könntet, daß Euer Sohn den wahren Weg gefunden hat und – wie das Evangelium sagt – einen Schatz, und daß er sich schnellstens daranmacht, ihn auszugraben. Aber gleichzeitig – da ich kein Egoist bin – möchte ich all meine Mitmenschen herbeirufen und ihnen sagen: „Kommt mit und seht, daß es wahr ist, was ich euch sage! Sucht Gott, und ihr werdet Ihn finden, und wenn ihr Ihn gefunden habt, dann seid sicher, daß nichts und niemand euch dazu bewegen kann, wieder von Ihm abzulassen!“

Gut, da ist mir die Predigt herausgerutscht! Ich weiß wirklich nicht, wie ich das anstelle. Wenn Ihr zu Besuch kommt, werde ich eine kleine Predigt und sonst noch einiges vom Stapel lassen.

Jetzt gehen wir die Vesper beten, denn es ist gleich vier Uhr.

Es scheint, daß ich mich langsam an die Kapuze gewöhne …, besser gesagt, langsam gewöhne ich mich an alles. Der Leib ist ein Gewohnheitstier; man muß ihn nur zu bändigen wissen.

Befolgt das, was Pater Magister Euch sagte, und kommt jetzt nicht, denn im Gästehaus ist es noch kalt! Aber im Frühjahr ist es hier sehr angenehm. (…)

Noch mehr Einzelheiten: ich kann schon mit all meiner charakteristischen Eleganz Kartoffeln schälen. Wenn Du im Leben der Heiligen lesen solltest, daß sie sich – als bedeutende Eigenschaft – niedrigen Diensten widmeten, nimm es nicht so ernst; denn in Wirklichkeit ist es nichts Besonderes, wenn man mit einem Besen umzugehen versteht, weil alles relativ ist. Wenn ich mir zu Hause im Treppenhaus eine Schürze umgebunden und der Pfortenfrau geholfen hätte, die Treppe zu putzen, wäre ich aufgefallen, so wie hier ein Herr auffiele, der im Refektorium wie in einem Café in die Hände klatschte, um den Kellner zu rufen … Hier fegen wir alle und helfen uns gegenseitig bei allem. Vergangene Woche war mein verehrter Pater Magister Tischdiener … Heute morgen half mir beim Einpacken der Schokolade ein ehrwürdiger Priester mit weißen Haar, und später diente ich ihm bei der Konventsmesse.

Aus weltlicher Sicht ist es also nicht so leicht, das Leben in der ‚Trapa‘ zu verstehen, da das weltliche Leben so ganz anders ist.

In bezug auf die Arbeit, das Essen und das Schlafen und ebenso auf dem Friedhof sind wir alle gleich …, auch wenn es eine Reihenfolge vom Pater Abt bis hin zum letzten Novizen gibt. Jeder hat seinen Platz, sein Amt und seine Würde. Das heißt, daß im Orden der Zisterzienser Hierarchie und Gleichheit miteinander verknüpft sind: er bildet – in gewisser Hinsicht – eine vollkommene Gesellschaft, auch wenn es um menschliche Dinge geht.

Wenn Du das Ave Maria von Gounod singst, denk bitte nicht an mich! Es ist besser, Du denkst an Maria; dann wirst du mehr Nutzen daraus ziehen, und es wird besser klingen.

Keine Erinnerung an mich soll Dich traurig stimmen, ganz im Gegenteil! Laß uns keine unnützen Tränen vergießen!

Immer wenn Dich die Erinnerung an mich traurig stimmt, denk an die Jungfrau Maria! Auch sie hatte viel aufzuopfern. Ich freue mich, daß Vater sich nicht aufgehalten hat. Wäre es anders gewesen, hätte man ihm erlaubt, mit mir zu sprechen, und das wäre sowohl für ihn als auch für mich sehr schwer gewesen. Es ist nicht gut, wenn man die Dinge gewaltsam angeht. Ihr werdet natürlich verstehen, daß mein Noviziat die Zeit der größten Zurückgezogenheit in meinem Ordensleben ist.

Kurz und gut, auch ich hätte Euch vieles zu erzählen und möchte mein Herz am liebsten ausschütten auf dem Papier, aber Ihr müßt Euch mit der guten Absicht begnügen. Ich will diesen Brief beenden, der schon länger geworden ist, als er eigentlich sollte. Das Übrige hebe ich also für das nächste Mal auf.

Verteilt in meinem Namen alles, was Ihr wollt, und seid ganz lieb gegrüßt von Eurem Sohn

Br. M. Rafael


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Die heilige Fastenzeit (2)

18/02/2010

Ebenso wie die Kirche unter dem Namen Fasten aller Werke christlicher Abtötung begreift, so versteht sie unter dem Namen Gebet alle frommen Übungen, mit welchen sich die Seele an Gott wendet. Der häufige Besuch der Kirche, die tägliche Beiwohnung der heiligen Messe, fromme Lesungen, Betrachtungen über die Heilswahrheiten und das bittere Leiden und Sterben des Erlösers, Gewissenserforschung, der Besuch der Fastenpredigten und vor allem der Empfang der heiligen Sakramente der Buße und des Altares, das sind die wichtigsten Mittel, wodurch die Gläubigen dem Herrn die Huldigung des Gebetes darbringen können. Das Almosen umfaßt alle Werke der Barmherzigkeit gegen den Nächsten (…).

Ein Mittel, um uns der Früchte des Fastens zu versichern, ist der Geist der Zürückgezogenheit und der Trennung von der Welt. Die Bräuche dieser heiligen Zeit sollen sich in allem von dem übrigen Teil des Jahres unterscheiden; sonst würde der heilsame Eindruck, welchen wir in dem Augenblick empfangen, da die Kirche uns mit dem Kreuz von Asche bezeichnete, in wenigen Tagen verwischt sein. Der Christ soll daher die eiteln Vergnügungen, die weltlichen Unterhaltungen und Zusammenkünfte abbrechen.

Zum wahrhaften Fasten gehört auch die Flucht vor der Sünde, die Unterdrückung der bösen Neigungen, der Eifer im Gebete, Tränen und Zerknirschung und die Sorge für die Armen (…). Alle haben die Pflicht, sich ein geistiges Fasten aufzuerlegen, welches in Änderung des Lebens, Flucht vor der Sünde, Streben nach allen guten Werken besteht. Vereinige das wenige, was du dir während der heiligen Fastenzeit zu tun vornimmst, mit allem, was das Haupt aller Büßer während seines 40tägigen Fastens für uns getan.

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tägliche Gewissenserforschung