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Sorge um die Christen in Nordafrika

03/11/2011

Ein Artikel von Kirche in Not:

Geschäftsführerin Karin Maria Fenbert über die Lage in den Ländern der “Arabellion”

Der “Arabische Frühling” geht in eine neue Phase. In Tunesien hat das Volk mit großer Mehrheit eine islamistische Partei ins Parlament gewählt. In Libyen hat der Übergangsrat nach dem Tod Gaddafis angekündigt, die zukünftige Verfassung an der Scharia ausrichten zu wollen.

Und in Ägypten überschatten Unruhen und Repressionen von Militär, Geheimdienst und Polizei die Vorbereitungen auf die Parlamentswahlen, die am 28. November beginnen sollen.

Die Geschäftsführerin von KIRCHE IN NOT, Karin Maria Fenbert, weist im Interview auf die schwierige Lage der Christen in den Ländern der “Arabellion” hin, die ihrer Ansicht nach in der Berichterstattung über die Umbrüche im Nahen Osten zu kurz kommt.

Frau Fenbert, die Wahl in Tunesien und die Aussagen des Übergangsrates in Libyen deuten darauf hin, dass der Islam in der Region in Zukunft eine stärkere politische Rolle spielen wird als bisher. Beunruhigt Sie das?
Selbstverständlich. Wir sind in großer Sorge um die christlichen Minderheiten in Nordafrika und im Nahen Osten. Wir befürchten, dass sie noch weniger als bisher ihr grundlegendes Menschenrecht auf Glaubens- und Gewissensfreiheit ausüben können. Das Grundproblem der nun an Machtfülle gewinnenden islamisch geprägten Parteien der Region ist, dass sie, anders als zum Beispiel die deutschen Christdemokraten, Religion und Staat nicht trennen.

Eine solche islamische Partei wird einem Muslim niemals das Recht zugestehen, seinen Glauben aus Gewissensgründen abzulegen und Christ oder Atheist zu werden. Und sie wird diese religiös motivierte Einschränkung der Menschenrechte politisch durchsetzen wollen. Das ist in meinen Augen eine unzulässige Vermischung von Religion und Politik.

Man liest in unseren Medien zurzeit häufiger davon, dass es ja nur “gemäßigte islamistische Parteien” seien, die an die Macht drängen. So zum Beispiel in Tunesien die “Ennhada”-Partei oder auch die Muslimbrüder in Ägypten. Wie gemäßigt sind diese Parteien?
Das wissen die Medien offensichtlich selber nicht, denn der Ausdruck “gemäßigt islamistisch” ist ein Paradoxon. Ein Islamist ist dadurch gekennzeichnet, dass er eine totalitäre politische Ideologie vertritt. Sein Ziel ist es, eine homogene islamische Gesellschaftsordnung zu schaffen, die nach seinen Vorstellungen idealerweise von einem Geistlichen als politischen Führer geleitet wird und in der für Andersgläubige kein Platz ist. Durch diese Einstellung wird ein Muslim in unseren Augen zum Islamisten und diese Einstellung vertreten sowohl die Muslimbrüder, als auch die “Ennhada”-Partei.

Der Ausdruck “gemäßigt islamistisch” zeugt von dem Versuch, dem Sieg von antihumanen Kräften in den Ländern des “Arabischen Frühlings” seinen Schrecken zu nehmen. Da es die Journalisten besser wissen, können sie weder die Muslimbrüder noch die “Ennhada”-Partei guten Gewissens einfach nur als “islamisch” bezeichnen. Daher greifen sie zum Strohhalm des Paradoxons und begnügen sich damit, diese Parteien als “pragmatische” Islamisten hinzustellen, mit denen man im politischen Alltagsgeschäft schon zurechtkommen werde. Das allerdings traf auch auf die gestürzten autoritären Regime in der Region zu, die sich sicher niemand zurückwünscht.

Nun scheint es aber so, als ob sich die Muslimbrüder und ähnliche Parteien so weit gemäßigt haben, dass sie für die westliche Politik und die Medien akzeptabel sind …
Für den Westen akzeptabel war das Regime Mubarak auch, doch das ägyptische Volk fand die Zustände trotzdem unerträglich. Ich glaube gerne, dass deutsche Touristen und auch unser Außenminister von der fortschreitenden religiösen Radikalisierung dieser Länder wenig mitbekommen, denn für Geld machen selbst Islamisten Ausnahmen von ihren angeblich so hehren Moralvorstellungen.

Doch was ist mit den religiösen Minderheiten in den Ländern des “Arabischen Frühlings”? Was ist mit der freiheitlich und demokratisch gesinnten jungen Mittelschicht, die die “Arabellion” überhaupt erst ins Rollen gebracht hat? Indem die deutschen Medien islamistische Parteien als “gemäßigt” und somit als akzeptabel darstellen, fallen sie genau den Kräften in den Rücken, die sie anfangs bejubelten und die den “Arabischen Frühlings” als humanen Aufbruch begonnen haben.

KIRCHE IN NOT hat viele Länder des “Arabischen Frühlings” bereits vor der Revolution für die Missachtung von Religionsfreiheit gerügt. Glauben Sie, dass es nun noch schlimmer kommen könnte?
Ob es “noch schlimmer” kommt, ist im Moment schwer zu sagen und hängt im Wesentlichen davon ab, wie stark sich die freiheitlich-demokratischen Kräfte einigen und ein Gegengewicht zu den Islamisten bilden können. Dafür benötigen diese wirklich gemäßigten Parteien die Unterstützung des Westens. Unsere Politik ist gut beraten, lieber die demokratischen Kräfte vor Ort zu unterstützen als mit den Muslimbrüdern zu paktieren.

Wie war die Religionsfreiheit denn bisher in den autoritär regierten Ländern Nordafrikas und des Nahen Ostens geregelt und was könnte sich daran konkret ändern?
Natürlich konnte schon bisher in diesen Ländern von echter Religionsfreiheit keine Rede sein. Den Christen war zwar die Ausübung ihres Glaubens erlaubt, allerdings wurden sie in vielerlei Hinsicht diskriminiert und unterdrückt. Gewisse Ämter und Karrieren waren ihnen von vorne herein verboten. Und ein Muslim, der zum Christentum übergetreten ist, bekam schon bisher erhebliche Schwierigkeiten in seiner Familie und am Arbeitsplatz.

Wir befürchten, dass diese gesellschaftlich geduldete Diskriminierung in Zukunft noch weiter politisch zementiert wird. Das könnte im schlimmsten Fall zum Sieg eines totalitären Islamismus und zu saudi-arabischen Verhältnissen führen, wo die Religion den Staat völlig bestimmt.

Am 28. November beginnen die Präsidentschaftswahlen in Ägypten. Welche Hoffnungen und Befürchtungen haben Sie diesbezüglich?

Die große Frage, die sich in Nordafrika und im Nahen Osten stellt, ist: Wie demokratiefähig sind die islamischen Gesellschaften wirklich? Schon möglich, dass parlamentarische Staatsformen entstehen und sich halten, aber wie wird die muslimische Mehrheit mit der andersgläubigen Minderheit umgehen?

An der Wahl und der anschließenden demokratischen Praxis in Ägypten wird sich viel entscheiden. Das bevölkerungsreichste Land der Region wird Maßstäbe setzen, denen sich seine Nachbarn kaum werden entziehen können.

Das Massaker an koptischen Demonstranten am 9. Oktober in Kairo hat darüber hinaus gezeigt, dass die Islamisten nicht die einzige Bedrohung für die Errichtung eines demokratischen Rechtsstaats in Ägypten darstellen, denn hier wurden religiöse Gründe als Vorwand für eine Machtdemonstration des Militärs vorgeschoben. Die wirtschaftlich und innenpolitisch mächtige ägyptische Armee wird ihre Machtpfründe ebenso wenig aufgeben wollen wie die Polizei und der Geheimdienst.

Die Demokratie befindet sich in Ägypten also in der Mangel zwischen Islamisten und alten, autoritären Seilschaften. Wenn sie Erfolg haben soll, muss sich der Westen klarer positionieren. Wir erwarten von der westlichen Politik, dass sie ihre Hilfen für Ägypten deutlicher an demokratische und rechtsstaatliche Bedingungen knüpft als bisher und den Schulterschluss zu den demokratischen Kräften vor Ort sucht. Andernfalls wird die Demokratie in Ägypten scheitern und die Ureinwohner des Landes, die koptischen Christen, werden weiter unterdrückt, ermordet und vertrieben.

Helfen Sie verfolgten Christen mit Ihrer Spende

abgründe der woche

08/10/2011

+++   protestwelle : weiter teils gewalttätige proteste in griechenland gegen sparpläne der regierung + studentenproteste in chile + proteste an der wall street und in weiteren us-städten gegen bankensystem und wirtschaftskrise + aufruf zu weltweiten protesten   +++   rettungsschirm : aus angst um innere sicherheit hat griechenland 400 kampfpanzer und 100 gepanzerte militärfahrzeuge bestellt + bestellt sind die fahrzeuge in den usa + bezahlt wird mit milliarden aus dem eu-rettungsschirm   +++ kopftuchzwang : im oberägyptischen beni mazar wird koptisches mädchen von schulbesuch suspendiert + die 14jährige christin weigerte sich, ein kopftuch zu tragen + internationale gesellschaft für menschenrechte (igfm) besorgt, dass islamistische gruppierungen im zuge der umwälzungen des arabischen frühlings die rechte von nichtmuslimen weiter beschneiden   +++   big brother : datenschutzexperte jon callas geht davon aus, dass internetgiganten wie google und facebook künftig zumindest staatlich kontrolliert, wenn nicht sogar verstaatlicht werden + ihr angebot z.b. auch bei der nutzung mobilen internets würde sich schon bald zur grundversorgung entwickeln + bisher diktieren diese unternehmen die regeln der nutzung und erschaffen neue wege der sozialen interaktion + gefahr der monopolbildung droht + callas fürchtet, dass regierungen daher künftig eigene regeln aufstellen werden, was internetnutzung, angebote und datensammlung betrifft   +++  

Der Ton macht die Musik

12/05/2011

In Ägypten geht es weiter rund, vor allem für koptische Christen hat sich die Lage seit den revolutionären Umwälzungen im Land verschärft. Christenverfolgung zählt ja für gewöhnlich nicht zu den Top-Themen im konventionellen Nachrichtenstream. Vergangenes Wochenende aber hatten sich Meldungen über gewalttätige Auseinandersetzungen zwischen ägyptischen Kopten und Moslems auf sämtliche Kanäle verirrt, BBC, CNN, Tagesschau waren voll davon.

Weit gefehlt, jetzt zu denken, dass dieser besorgniserregende Tatbestand, der leider in allzu vielen muslimischen Ländern zur Tagesordnung gehört, endlich einmal, wenn auch kurzzeitig, in den Fokus der Weltöffentlichkeit gerückt wurde. Diese Berichte dienten vor allem dazu, ein einseitiges und augenscheinlich verzerrtes Bild der Realität in den Köpfen der Zuschauer und Leser zu generieren. Die Reportagen, ob in ihrer Wortwahl oder mittels Videosequenzen, warfen nicht nur sämtliche Beteiligten undifferenziert in einen Topf, nein, durch bewusstes Erwähnen der Christen vor den Moslems in Schlagzeilen und sonstigen Sätzen, wurde ersteren unterschwellig die Initiative zur Gewalt in die Schuhe geschoben.

Hintergrund: aufgebrachte Muslime stürmten eine Kirche, da sie darin eine vom Christentum zum Islam konvertierte Frau in christlicher Geiselhaft vermuteten. Die Frau stellte später öffentlich klar, dass sie nach wie vor Christin sei. Traurige Bilanz: Steine und Brandsätze flogen, setzten die Kirchenfassade und angrenzende Wohnhäuser in Brand, eine weitere nahegelegene Kirche brannte ab. Über 200 Verletzte, mindestens 12 Tote.

Gut möglich, dass die aufgeheizte gewalttätige Stimmung von der einen Gruppe auf die andere übergeschlagen ist. Dennoch eilt den üblichen Initialzündern religiös motivierter Gewalt ein Ruf voraus, dem sie gewöhnlich alle Ehre machen. Nun also reime sich jeder selbst zusammen, was sich zugetragen hat.  

Anderer Blickwinkel aufs Thema

abgründe der woche

09/04/2011

+++   super-gau : nach weiterem schweren erdbeben meldet nun auch akw onagawa einen zwischenfall + radioaktives wasser aus abkühlbecken für verbrauchte brennelemente geschwappt + onagawa liegt 160 km nördlich von fukushima, ebenfalls an der pazifikküste   +++   pleitegeier (I) : nach griechenland und irland ist nun auch portugal offiziell bankrott + hilfeleistungen aus eu-rettungstopf und iwf angefordert + die eu-finanzhilfen belaufen sich bereits auf über 1/4 billion euro + grossteil der gelder wird von deutschland getragen   +++ pleitegeier (II) : in den usa ist die staatspleite knapp abgewendet worden + kompromisslösung des us-repräsentantenhauses beschliesst kürzungen des laufenden haushaltsetats von fast 40 mrd dollar + ohne entsprechende einigung hätten kurzfristig 800.000 staatsbeamte in zwangsurlaub gehen, staatliche einrichtungen wie nationalparks und museen hätten schliessen müssen   +++   grössenwahn :  expertentreffen im englischen chicheley hall + mittels geoengineering soll weitere erderwärmung verhindert werden + ideen u.a. versprühen von aerosolen wie schwefeldioxid, eisenzugabe in ozeane, um planktonwachstum anzuregen +++   überwachungsstaat : us-heimatschutzbehöre plant nutzung von facebook und twitter für terrorwarnungen + dienste von google und facebook richten zudem hotspots ein, wo sich der nutzer einloggen kann, um standortspezifischen angebote zu nutzen + flächendeckende dauerüberwachung per mobiltelefon im vormarsch   +++ gewaltwelle : in ägypten hat sich die kriminalitätsrate seit mubaraks abtreten um 200% gesteigert + morde, entführungen und diebstähle sind an der tagesordnung + radikale islamisten gewinnen immer mehr zuspruch   +++ empörend : während sich die welt über die verbrennung eines korans durch us-pastor aufregt und gewalttätige proteste in islamischen ländern als verständliche reaktion der muslime hinnimmt, bleibt die verbrennung hunderter bibeln in iran ohne konsequenzen   +++ euro-islam (I) : deutsche islamkonferenz fordert religionsunterricht für muslimische schüler + islamischer dachverband ditib warnt vor zunehmender islamfeindlichkeit + integrationssprecher der grünen memet kilic fordert entschuldigung von innenminister friedrich für seine äusserung, der islam gehöre nicht zu deutschland   +++ euro-islam (II) : österreichisches unterrichtsministerium sieht einführung von türkisch als 2. lebender fremdsprache vor + künftig sollen schüler die matura auch auf türkisch machen können + uni graz will türkisch als lehramtsstudium einführen   +++

abgründe der woche

12/02/2011

+++   kein grund zum jubel (I) : nach dem rücktritt ben alis und jetzt auch mubaraks bahnt sich die revolutionäre energie in nordafrika weiter ihren weg + grosses militäraufgebot in algier, um gegen demonstranten vorzugehen + bürgerkrieg droht   +++ kein grund zum jubel (II) : pulverfass nahost droht hochzugehen + krieg nicht auszuschliessen + zunächst zunahme von flüchtlingsströmen aus nordafrika nach europa   +++   pleitegeier : irland hat vermutlich weiteren bedarf an eu-finanzhilfe + staatlich kontrollierte anglo-irish-bank verzeichnet 17,6 mrd € verlust für 2010 + ratingagenturen werten irland weiter ab   +++ ausspioniert : im anklagefall einer highschool in pennsylvania, die ihre schüler mittels webcams in kostenlos zur verfügung gestellten laptops ausspioniert hatte, bekam jetzt die schule recht + die spyware sei auf den laptops installiert worden, um etwaigen drogenmissbrauch der schüler aufzudecken + somit liege keine strafbare handlung von seiten der schule vor + elternklage gegen die schule wurde abgewiesen   +++   antichristlich : massenversammlung hinduistischer nationalisten vom 10. – 12. februar im indischen madhya pradesh + kirchenvertreter besorgt um sicherheit von christen + madhya pradesh einer von 7 bundesstaaten mit antibekehrungsgesetz + demnach seien alle inder hindus, wendeten sie sich vom hinduismus ab und würden z.b. christen, müssen sie „rückbekehrt“  werden + das wird oft mittels einsatz von gewalt versucht   +++

Google unterstützt die ägyptische Opposition

01/02/2011

Spiegel: „Wie das US-Internetunternehmen in seinem Firmenblog mitteilte, soll es in Ägypten ab sofort möglich sein, per Telefonanruf zu twittern. Die Nachricht muss dabei als Voicemail bei den internationalen Rufnummern +1.650.419.41966 oder +39 06 2.207.294 oder +97.316.199.855 hinterlassen werden. Die Nachrichten werden dann mit dem Schlagwort „egypt“ augenblicklich bei Twitter veröffentlicht. Sie können über dieselbe Nummer empfangen oder über twitter.com/speak2tweet gehört werden.“

Das Unternehmen hoffe „den Menschen in Ägypten in dieser sehr schwierigen Zeit bei ihrer Kommunikation helfen zu können.“

Oh Mann, das ist aber lieb und bestimmt ganz ohne irgendwelche Hintergedanken, vor allem gerade heute, wo zum Marsch auf den Präsidentenpalast aufgerufen ist. Wir glauben auch gar nicht, dass google sich da vorher bei der amerikanischen Regierung den Segen dafür geholt hat, bzw vielleicht sogar in deren Auftrag…? Man mag ja von dem Mubarak halten was man will, aber wenn der weg vom Fenster ist, geht’s da unten wahrscheinlich wirklich rund. Momentan hat die Opposition ein gemeinsames Ziel und Islamisten und Demokraten ziehen an einem Strang, aber bald schlagen die sich doch gegenseitig die Köpfe ein und wenn die Muslimbrüderschaft da erst mal das Ruder übernimmt, dann gute Nacht. Das wird Auswirkungen auf den ganzen Nahen Osten und weiter haben, dann ist es auch aus mit dem ‚Frieden‘ an der ägyptisch-israelischen Grenze, die Palästinenser im Gazastreifen sind voller Hoffnung, dass sich bei ihnen auch etwas bewegt usw, puh…

abgründe der woche

29/01/2011

+++ unruhewelle: proteste gegen mubarak versetzen ägypten in ausnahmezustand + seit donnerstag abend landesweit internet und handyverbindungen gekappt, um zu verhindern, dass sich demonstranten organisieren + polizei hat schiessbefehl, militär seit freitag eingeschritten + landesweit hunderte demonstranten verhaftet, während der unruhen am freitag ca. tausend verletzte u. 80 tote + mubarak entlässt regierung + kopten rufen dazu auf, sich nicht an den demonstrationen zu beteiligen, da herrschaft der oppositionellen muslimbruderschaft verschlechterung der lage der christen bedeuten würde  +++ beunruhigend: aktuelle studie der britischen consulting-firma control risks bestätigt weltweit verschlechterte sicherheitslage + insgesamt 173 länder untersucht + als riskant gelten neben afghanistan pakistan und somalia zahlreiche weitere afrikanische länder, mexiko und mittelamerika + als am sichersten gilt die region westeuropa mit ländern wie der schweiz, luxemburg, den skandinavischen staaten sowie portugal +++ mit offenen armen: deutschland wirbt derzeit im eu-ausland arbeitslose migrationswillige an + u.a. will man arbeitslose fachkräfte aus spanien, ab mai auch aus polen ins land holen, da deutschland angeblich sonst seines dauerhaften wirtschaftsaufschwunges nicht herr werden würde – trotz millionen einheimischer hartz iv-empfänger +++ verzweifelt: weit über 100.000 inder begingen 2009 selbstmord + kein ende des trends in sicht + über 10% sind farmer, die nach missernten keinen anderen ausweg sehen als die verzweiflungstat + die indische gesellschaft, bekannt für ihr traditionelles undurchlässiges kastensystem, ist ebenso gnadenlos in ihrem materialistischen anspruch + misserfolge gelten als nicht akzeptabel + menschen, die es nicht zu wohlstand bringen oder scheitern im leben, werden als wertlos betrachtet +++ bald ausgesummt?: bienensterben in europa und amerika hält seit jahren unverändert an + 2010 verendeten über 15% der bienenvölker in europa + 85% der erträge im pflanzen- und obstbau hängen von der bestäubung durch bienen ab + ursachen weiter ungeklärt +++ verquer: norddeutscher evangelischer pfarrer und vater von sieben kindern aus zwei ehen will eine frau werden + seine transsexualität habe sich im zuge jahrelanger identitätsfindung herausgestellt +++

Obama zu Unruhen in Ägypten

28/01/2011

Der Spiegel schreibt: Die Proteste zeigen nach Obamas Worten „aufgestaute Frustrationen“ über die Lage der ägyptischen Gesellschaft. Es sei von grundlegender Bedeutung, dass Menschen in jedem Land frei seien, „ihre legitimen Beschwerden zum Ausdruck zu bringen“.

Das sind mal wieder hehre Worte aus dem Mund des Präsidentenschauspielers, aber ich bezweifle, dass er sich an sie erinnert, wenn sich die „aufgestauten Frustrationen“ der US-Bürger Bahn brechen. Im Gegensatz zu Ägypten sind die USA allerdings viel besser auf Proteste und Ausschreitungen vorbereitet: man liest immer wieder, dass in den letzten Jahren sog. Fema-Camps im ganzen Land errichtet wurden, ob da etwas dran ist? Die FEMA (Federal Emergency Management Agency) = amerikanische Katastrophenschutzbehörde, untersteht dem Heimatschutzministerium (United States Department of Homeland Security), das nach dem Anschlag aufs World-Trade-Center gegründet wurde. Es hat 200.000 Mitarbeiter (drittgrösstes Ministerium).


Im Mai 2007 unterzeichnete George Bush die Homeland-Direktive, die den US-Präsidenten im Fall einer nationalen Katastrophe, eines Notfalls oder eines Angriffes mit der Koordination der Exekutive, Legislative und Judikative, also zur alleinigen Führung der gesamten Regierung bevollmächtigt. Mit anderen Worten, im Falle eines wie auch immer gearteten Notfalles besitzt der amerikanische Präsident uneingeschränkte Macht und mit dem Heimatschutzministerium ein machtvolles Instrument, um dieselbe auszuüben.

Was uns hier in Europa erwartet, ist ungewiss. Der nordafrikanische Unzufriedenheitsfunke könnte Proteste in Ländern wie Frankreich und Italien, die grosses revolutionäres Potential bergen, entzünden und sich weiter ausbreiten, denn auch bei uns „stauen sich die Frustrationen“.

abgründe der woche

04/12/2010

+++   denn es ist nichts verborgen, was nicht offenbar werden soll, und nichts geheim, was nicht an den tag kommen soll (mk 4,22) : wikileaks-veröffentlichung von 250.000 diplomatischen geheimdokumenten treibt insbesondere us-regierung zur weissglut + gründer julian assange untergetaucht + auf roter fahndungsliste von interpol + seine hinrichtung im amerikanischen tv gefordert, u.a. von us-senator huckabee + amazon-server nehmen webseite vom netz + assange kündigt für 2011 weitere enthüllungen an, diesmal über us-grossbank   +++   lichterloh : schwere waldbrände in israel nahe der hafenstadt haifa + bereits über 40 todesopfer + internationale hilfe in anmarsch, sogar löschflugzeuge aus der türkei + keine entspannung der lage in sicht + in haifa leben 600 000 menschen   +++ finanzkrise schürt ängste : angst um spareinlagen lässt iren binnen kurzem milliarden euro von den banken abziehen + so wurden bei der angloirish bank bereits 13 mrd euro, bei der bank of ireland über 10 mrd euro abgehoben + in deutschland existiert notfallplan zum schliessen von bankschaltern und geldautomaten, falls es zu ähnlichen massenabhebungen käme   +++   online-zensur in action (I) : us-dept of homeland security (dhs) übernimmt mehr als 75 internetseiten + auf der seite dann nur noch das logo des dhs mit einer einschlägigen mitteilung zu sehen + zunächst seiten im visier, die links zu urheberrechtsverletzenden inhalten aufzeigen, obwohl sie selbst diese inhalte nicht hosten + ausweitung auf andere „unbequeme“ webseiten denkbar   +++   online-zensur in action (II) : us-patentbehörde ustpo gesteht facebook alleiniges markenrecht auf das wort „face“ zu + theoretisch könnten nun alle webseiten, die das wort enthalten, gesperrt werden, unter berufung auf urheberrechtsverletzung   +++   missverständnis zieht kreise : nach angeblichem abrücken des papstes von kondomverbot steigt seine akzeptanz, gemäss umfragen + dekan in südafrikanischer erzdiözese johannesburg verteilt kondome +++   hass gegen christen : in oberägypten setzen muslime hunderte geschäfte und häuser von christen in brand + grund war angebliche beziehung eines jungen muslims zu einer christin +++