Posts Tagged ‘Allmacht Gottes’

Und er konnte dort keine Wunder wirken

08/07/2012

zum Evangelium vom 8. Juli 2012: Markus 6,1b.2-6.

31. Dezember [1943]

Jesus sagt:

Markus sagt im Kap. 6,  Vers 5 seines Evangeliums: „Und er konnte dort keine Wunder wirken und heilte nur wenige Kranke“.

Mit wie großer Liebe war Ich in Mein Vaterland gekommen. Das kann nur der verstehen, der an die Vollkommenheit des Gott-Menschen denkt, der die menschlichen Leidenschaften sublimiert und geheiligt hat, wie es Seiner Natur entsprach. Gott verleugnet und verbietet eure Gefühle nicht, wenn sie aufrichtig und heilig sind. Er verurteilt einzig und allein die, welche ihr fälschlich Gefühle nennt, die aber in Wirklichkeit Abirrungen sind.

Ich liebte also mein Vaterland, und in ihm mit besonderer Liebe Meine Heimatstadt. Jeden Tag kehrte Mein Herz in liebevollen Gedanken nach Nazaret zurück, von wo Ich ausgegangen war, um zu evangelisieren, und Ich kehrte auch tatsächlich dorthin zurück, weil Ich es segnen und heiligen wollte, obwohl Ich wußte, dass es sich gegen Mich verschlossen hatte und Mir feindselig gegenüber stand. Wenn Ich auch überall Meine Wundermacht reichlich ausübte, so hätte Ich doch gewünscht, dass diese Macht in Nazaret keinen einzigen Fall physischer, seelischer und geistiger Krankheit ungeheilt ließe, Ich hätte gern jegliches Elend getröstet, jedem Herzen Licht geschenkt. 

Aber der Unglaube Meiner Mitbürger stand dagegen. Deswegen wurde nur den wenigen, die mit Glauben und ohne hochmütiges Urteil zu Mir kamen, das Wunder gewährt.

Ihr klagt Mich so und sooft an, nicht auf euch zu hören und euch nicht zu erhören. Aber prüft euch, Meine Kinder. Wie kommt Ihr denn zu Mir? Wo findet sich in euch jener beständige, absolute, unschuldige Kinderglaube, der weiß, dass der ältere Bruder, der liebevolle Vater, der geduldige Großvater ihm helfen und ihn in seinen kindlichen Bedürfnissen zufriedenstellen können, weil sie das Kind sehr liebhaben? Bin Ich nicht unter euch so fremd, wie Ich es in Nazaret war, von wo der Unglaube und die Kritiksucht Mich als Bürger vertrieben?

Ihr betet. Es gibt noch einige, die beten. Aber während ihr eine Gnade von Mir erbittet, denkt ihr schon, ohne euch das selbst einzugestehen, aber im tiefsten Herzen denkt ihr doch: „Gott hört mich nicht. Diese Gnade kann Gott mir ja doch nicht gewähren“.

Er kann nicht! Was kann Gott nicht! Bedenkt, dass Er das Universum aus dem Nichts geschaffen hat, bedenkt, dass Er seit Jahrtausenden die Planeten in die Räume schleudert und ihre Bahnen regelt, bedenkt, dass Er die Gewässer ohne Barrieren und Dämme an ihren Uferstränden festhält, bedenkt, dass Er aus dem Schlamm euren Organismus geschaffen hat, bedenkt, dass in diesem Organismus ein Samen und einige Blutstropfen, die sich vermischen, einen neuen Menschen hervorbringen, der in seiner Heranbildung unter dem Einfluß von Sternphasen steht, die, wenn auch tausende Kilometer entfernt, sich dennoch nicht außerhalb dieses Werks der Formung eines Wesens befinden, wie sie auch mit ihrem Äther und ihrem Auf- und Untergehen an euren Himmeln das Keimen des Getreides und die Baumblüte regeln; bedenkt, dass Er in Seiner weisen Macht die Blumen erschaffen hat, die mit ihren Organen andere Blumen zu befruchten geeignet sind, die ihrerseits von Winden und Insekten bestäubt werden. 

Bedenkt, dass es nichts gibt, das nicht von Gott erschaffen, und von der Sonne bis zum Protozoon (Urtierchen) so vollkommen erschaffen wurde, dass ihr einer solchen Vollkommenheit nichts hinzufügen könnt. Bedenkt, dass Seine Weisheit von der Sonne bis zum Protozoon alle Lebensgesetze angeordnet hat, und überzeugt euch doch, dass Gott nichts unmöglich ist, der nach Seinem Belieben über alle Kräfte des Kosmos verfügen, sie vermehren, sie anhalten, sie beschleunigen kann, wenn nur Sein göttlicher Gedanke das beschließt. 

Wie oft im Laufe der Jahrtausende sind nicht die Bewohner der Erde von Gestirnsphänomenen unbegreiflicher Großartigkeit verblüfft worden: Meteore mit seltsamen Lichtern, Mitternachtssonne, Kosmeten und Gestirne, die wie Blumen in einem Garten, in Gottes Garten, entstehen und wie ein Kinderspiel, um euch in Erstaunen zu setzen, in die Räume geschleudert werden?!

Eure Wissenschaftler geben gewichtige Erklärungen von Disgregationen und Zellennukleationen oder Gestirnskörpern ab, um die unbegreiflichen himmlischen Vorgänge menschlich zu machen. Nein. Schweigt. Sagt ein einziges Wort: Gott. Er ist der Bildner dieser leuchtenden, kreisenden, glühenden Leben! Gott ist es, der euch Vergeßlichen als Mahnung sagt, dass Er hinter den Nordlichtern, den sprühenden Meteoren steht, die den von ihnen durchfurchten Äther saphirblau, smaragdgrün, rubinrot oder topasgold färben, hinter den Kometen mit dem flammenden Schweif, der wie die Schleppe einer himmlischen Königin über die Firmamente wogt, hinter dem Sich-Öffnen eines neuen Sternenauges am Himmelsgewölbe, hinter dem Kreisen der Sonne, das in Fatima wahrzunehmen war, um euch von Gottes Wollen zu überzeugen. Alle eure anderen Induktionen sind Qualm menschlicher Wissenschaft, um mit ihrem Qualm vernebeln sie den Irrtum.

Alles ist Gott möglich. Aber was euch betrifft, so sollt ihr wissen, dass Gott von euch einzig und allein Glauben fordert, um Selbst zu handeln. Mit eurem Mißtrauen setzt ihr einen Damm gegen Gottes Allmacht. Aber eure Gebete sind von Mißtrauen verseucht. Ich zähle schon gar nicht die, die nicht beten, sondern fluchen.

Auszug aus “Die Hefte 1943″ von Maria Valtorta. Veröffentlicht mit Genehmigung des Herausgebers Centro Editoriale Valtortiano srl. Isola del Liri (FR), www.mariavaltorta.com, dem die Rechte für die Werke Maria Valtortas gehören. Um die Bücher Maria Valtortas in deutscher Sprache zu erwerben bitte wenden an den Parvis-Verlag, 1648 Hauteville, Schweiz: book@parvis.chwww.parvis.ch

Jesus wird in Nazareth schlecht empfangen

Das Sonnenwunder von Fatima

Das Wunder am gelähmten Kinde

Das Gebet ist ein Akt der Liebe

Kommt doch, arme Kinder, kommt zu Mir

Jesus betet in der Nacht

Ihr folgt den Stimmen der Unordnung

Die Erweckung der Tochter des Jairus

30/06/2012

zum Evangelium vom 1. Juli 2012: Markus 5,21-43

(…) Jesus betrachtet sie [Anm: die geheilte Frau, die ihm gerade gestanden hat, heimlich sein Gewand berührt zu haben und nun geheilt zu sein] mit unendlicher Güte. Er lächelt ihr zu und sagt zu ihr: „Geh in Frieden, Tochter! Dein Glaube hat dir geholfen! Sei für immer geheilt. Sei gut und glücklich. Geh!“

Während er noch spricht, kommt ein Mann herbei, anscheinend ein Knecht, der sich an den Vater wendet. Dieser ist die ganze Zeit in einer ehrfürchtigen Erwartung neben Jesus gewandelt, obgleich er ein gequältes Gesicht hat, als stände er auf heissen Kohlen. „Deine Tochter ist tot. Es ist zwecklos, weiterhin den Meister zu belästigen. Sie hat den Geist aufgegeben, und die Frauen halten schon die Totenklage. Die Mutter lässt dir dies sagen und dich bitten, sofort zu kommen.“

Der arme Vater schluchzt laut. Er führt seine Hände zur Stirne, drückt sich die Augen zu und krümmt sich, wie von einem Hieb getroffen.

Jesus, der aufmerksam mit der Frau gesprochen hat und anderes zu sehen und zu hören scheint, dreht sich jetzt um, legt seine Hand auf die gebeugten Schultern des armen Vaters und sagt: „Mann, ich habe es dir doch gesagt, habe Glauben! Ich wiederhole, habe Glauben! Hab keine Angst, dein Kind wird leben. Gehen wir zu ihm.“ Und er geht weiter und drückt den vernichteten Mann an sich. Die Menge bleibt vor diesem Schmerz und der bereits erfolgten Heilung erschrocken stehen, teilt sich, lässt Jesus und die Seinen ungehindert durch und folgt wie Kielwasser der Gnade, die vorausgeht.

Sie gehen etwa hundert Meter, vielleicht auch mehr – ich kann es nicht gut schätzen -, und kommen immer näher zur Stadtmitte. Eine große Menge hat sich vor einem bürgerlichen Haus versammelt. Mit lauten Stimmen wird der Todesfall im Haus beklagt und auf die lauten Rufe geantwortet, die aus der weitgeöffneten Tür kommen. Es sind schrille, auf einer Höhe bleibende Töne, und sie scheinen von einer beherrschenden Stimme vorgetragen und von einer Gruppe schwacher und einer Gruppe stärkerer Stimmen beantwortet zu werden. Ein Lärm, der auch Gesunde umzubringen imstande ist.

Jesus gibt den Seinen die Weisung, vor dem Ausgang stehenzubleiben, und ruft Petrus, Jakobus und Johannes zu sich. Mit ihnen geht er in das Haus, den weinenden Vater immer noch am Arm festhaltend.

Es scheint, dass er ihm die Gewissheit geben will, dass er da ist, und ihn glücklich machen möchte mit dieser Umklammerung. Die Klagenden (ich würde sie eher die Heulenden nennen) verdoppeln ihr Geschrei beim Anblick des Hausvaters und des Meisters. Sie klatschen in die Hände, hauen auf die Pauken, schlagen an die Triangeln, und auf diese… Musik stützen sie ihr Gejammer.

„Schweigt!“ sagt Jesus. „Hier ist kein Grund zum Weinen. Das Mädchen ist nicht gestorben, es schläft nur!“

Die Frauen stoßen noch stärkere Schreie aus, und einige wälzen sich auf der Erde, zerkratzen sich, reißen sich die Haare aus (oder besser gesagt, tun so als ob…), um zu beweisen, dass die Tochter wirklich tot ist. Die Musikanten und die Freunde schütteln den Kopf über die Illusion Jesu. Aber er wiederholt: „Schweigt“, und zwar in einem so energischen Ton, dass der Lärm zwar nicht aufhört, doch sehr abnimmt. Dann schreitet er weiter vorwärts.

Er betritt eine kleine Kammer. Auf dem Lager liegt ein totes Mädchen ausgestreckt. Mager und totenbleich liegt es mit sorgfältig geordneten Haaren da. Die Mutter steht weinend auf der rechten Seite des Bettes und hält die wächserne Hand der Toten. Jesus!… Oh, wie schön ist er jetzt! So habe ich ihn selten gesehen! Jesus nähert sich eilig. Es scheint, als schwebe er über dem Boden, so schnell eilt er auf das Bettlein zu.

Die drei Apostel stehen an der Türe und schließen sie vor den Augen der Neugierigen. Der Vater bleibt am Fußende des Bettes stehen.

Jesus geht auf die linke Seite des Lagers, streckt seine linke Hand aus und erfasst damit das leblose Händchen des Kindes. Die linke Hand. Ich habe es gut gesehen. Es ist sowohl die linke Hand Jesu als auch die linke Hand des Kindes. Er hebt den rechten Arm und bringt die geöffnete Hand bis zur Schulterhöhe. Schliesslich senkt er sie, mit einer Geste, die einem Schwur oder einem Befehl entsprechen könnte. Er sagt: „Mädchen, ich sage dir, steh auf!“

Für einen Augenblick sind alle, mit Ausnahme Jesu und des Mädchens, überrascht. Die Apostel recken die Hälse, um besser sehen zu können. Der Vater und die Mutter schauen mit traurigen Augen auf ihr Kind. Nur einen Augenblick. Dann hebt ein Atemzug die Brust der kleinen Toten. Eine leichte Röte breitet sich über das wachsbleiche Gesicht; die Totenblässe schwindet. Ein schwaches Lächeln spielt auf den noch bleichen Lippen, bevor die Augen sich öffnen, als ob das Kind etwas Schönes träumte. Jesus hält seine Hand immer noch in der seinen. Das Kind öffnet langsam die Augen und schaut umher, als ob es soeben erwacht wäre. Zuerst sieht es das Antlitz Jesu, der es mit seinen strahlenden Augen anblickt und ihm ermutigend zulächelt, worauf das Kind ebenfalls lächelt.

„Steh auf!“ wiederholt Jesus, und er schiebt mit seiner Hand die auf dem Bett ausgebreiteten Leichengeschenke zur Seite (Blumen, Schleier usw.) und hilft dem Mädchen beim Herabsteigen und bei den ersten Schritten; er hält es weiterhin an der Hand.

„Gebt ihm jetzt zu essen!“ befiehlt er. „Es ist geheilt. Gott hat es euch zurückgegeben. Dankt ihm dafür! Und sagt niemandem, was vorgefallen ist. Ihr wisst, was mit ihr geschehen war. Ihr habt geglaubt und damit das Wunder verdient. Die anderen hatten keinen Glauben; es ist zwecklos, sie überzeugen zu wollen. Dem, der das Wunder leugnet, zeigt sich Gott nicht. Und du, Mädchen, sei brav! Lebt wohl! Der Friede sei mit diesem Haus!“ Und er geht hinaus, die Tür hinter sich schließend.

Die Vision ist zu Ende.

Ich will Ihnen sagen, welche beiden Stellen mich besonders erfreut haben: die eine, wo Jesus in der Menge die Frau sucht, die ihn berührt hat, und besonders die andere, wo er die Hand des Mädchens nimmt und diesem befiehlt aufzustehen. Friede und Sicherheit haben mich erfüllt. Es ist nicht möglich, dass ein Barmherziger und ein Mächtiger wie er nicht Mitleid mit uns hat und das Übel, das uns sterben lässt, nicht besiegt.

Jesus sagt im Augenblick nichts dazu, so wie er über viele Dinge nichts sagt. Er sieht, dass ich fast am Ende bin, und findet es nicht angebracht, dass es mir heute abend besser gehe. Sein Wille geschehe! Ich bin schon froh genug, dass ich seine Vision in mir habe.

Auszug aus “Der Gottmensch″ Bd. IV von Maria Valtorta. Veröffentlicht mit Genehmigung des Herausgebers Centro Editoriale Valtortiano srl. Isola del Liri (FR), www.mariavaltorta.com, dem die Rechte für die Werke Maria Valtortas gehören. Um die Bücher Maria Valtortas in deutscher Sprache zu erwerben bitte wenden an den Parvis-Verlag, 1648 Hauteville, Schweiz: book@parvis.chwww.parvis.ch

„Der Himmel sah schön aus“

Das Wunder am gelähmten Kinde

Die Auferstehung unseres Herrn Jesus Christus

„Wisst ihr nicht, dass Maria Mein Tempel ist?“

10/03/2012

zum Evangelium des 3. Fastensonntags 2012: Joh 2,13-25

3. Juni [1943]

Jesus sagt:

„Viele verlangen von Mir ein Zeichen. Was für ein Zeichen? Ein Zeichen der Zeit oder ein Zeichen meiner Allmacht?

Das Zeichen der Zeit habt ihr bereits. Ich wiederhole: „Ich bin nicht gekommen, um das Gesetz abzuändern.“ Ihr seid es, die es geändert habt. Ich nehme auch Mein Wort nicht zurück. Was Ich gesagt habe, habe Ich gesagt. Alles, was von dem Moment an, da Ich als Mensch unter den Menschen lebte, geschehen soll, bis zu dem Moment meiner Wiederkunft als Gott – Ich, der Sohn Gottes -, um die Menschen zu richten, ist in Meinem Evangelium enthalten.

Ihr seid es, ihr Toren, die ihr den Kopf mit tausenden unnützen Geräuschen und perversen Gedanken angefüllt habt, die nicht mehr verstehen, was Ich gesagt habe. Seid ihr denn vielleicht nicht mit Feuer gesalzen,  mit demselben Feuer, das meine Feinde in Ewigkeit salzen wird? Das, was euch jetzt brennt und das auf euch herabkommt, um euch zu zerstören und euch immer mehr zur Gotteslästerung und zur Häresie führt, ist nur eine Vorwegnahme desjenigen, von dem Ich rede, das denen bestimmt ist, die Ärgernis erregen und sich nicht bekehren. Ihr gehört zu denen. 

Ihr beschäftigt euch nur mit eurem Körper und mit ungerechtem Reichtum und tretet die Gewissen und die Altäre mit Füßen; ihr profaniert alles, was ihr anrührt und tötet Mich noch einmal in euch selbst.

Das sind die Geschenke, die euch Luzifer, unter dessen Fahne ihr euch geschart habt, zu geben weiß. Das Tier bläst aus seinem Maul Feuer, nachdem es euch in die Sünde der Verderbnis getaucht hat. Das sind seine Geschenke. Anderes kann es euch nicht geben. Während Ich euch, zusammen mit Mir Selbst, alle Schätze der Gnade geschenkt habe.

Wollt Ihr ein Zeichen Meiner Allmacht? Ich gebe euch doch seit 20 Jahrhunderten dieses Zeichen. Wozu hat es gedient? Ich habe die Ströme Meiner Gnaden über euch ausgegossen und sie in tausenden und zehntausenden Wundern vom Himmel auf euch herabkommen lassen. Ich habe eure Kranken geheilt, habe eure Kriege zum Stillstand gebracht, habe euren Geschäften Gelingen gegeben, habe auf eure Zweifel, auch in Dingen des Glaubens, geantwortet, weil Ich eure Schwachheit kenne, die nicht glaubt, wenn sie nicht sieht; bin gekommen, um Meine Lehre zu wiederholen, habe Meine Mutter gesandt, damit sie mit ihrer Sanftmut euch zu Buße und Liebe geneigt mache. Wozu hat es genützt?

Ihr habt mich wie einen tumben Trottel behandelt, Meine Allmacht und Meine Geduld ausgenutzt und gemeint, dass Ich, nachdem Ich das Wunder gewirkt habe, nicht weiter daran denken würde. Nein, ihr Kinder Meines Schmerzes. Alles ist in dem großen Buch meines Gedächtnisses aufgezeichnet, und nicht mit Tinte, sondern der glühenden Kohle der göttlichen Liebe. Und alles wird ins Gedächtnis zurückgerufen.

Ihr habt das Kommen Meiner Mutter für menschliche Zwecke ausgenutzt, habt es zum Gegenstand des Spottes und zum Gelderwerb gemacht. Wisst ihr nicht, dass Maria Mein Tempel, und dass Mein Tempel ein Haus des Gebets und nicht eine Räuberhöhle ist? Ihre so liebevollen, so flehenden, unter Tränen vorgebrachten Worte an euch, die ihr den göttlichen Sohn umgebracht habt und noch nicht einmal um dieses großen Opfers willen Frucht zu bringen wißt, sie klangen euch wie ein unnützes Lied. Ihr seid weiter auf der Straße des Verderbens gegangen. (…)

Auszug aus “Die Hefte 1943″ von Maria Valtorta. Veröffentlicht mit der Genehmigung des Herausgebers Centro Editoriale Valtortiano srl. Isola del Liri (FR), www.mariavaltorta.com, dem die Rechte für die Werke Maria Valtortas gehören. Um die Bücher Maria Valtortas in deutscher Sprache zu erwerben bitte wenden an den Parvis-Verlag, 1648 Hauteville, Schweiz: book@parvis.chwww.parvis.ch

Maria kann die Zweitgeborene des Vaters genannt werden
Um Fleisch zu werden, bedurfte Ich einer Mutter

Jesus gebietet dem Sturm auf dem See

28/01/2012

zum Evangelium vom Samstag, 28.01.2012: Markus 4,35-41

Ein Segelboot, nicht besonders gross, aber auch nicht gerade klein, ein Fischerboot, auf dem sich gut fünf bis sechs Personen bewegen können, durchfurcht die tiefblauen Wasser des Sees von Genesareth.

Jesus schläft im Heck. Er ist wie üblich weiss gekleidet und hat das Haupt auf den linken Arm gelegt, der auf seinem blaugrauen, mehrfach zusammengefalteten Mantel ruht. Er liegt nicht, vielmehr sitzt er im hinteren Teil des Schiffes und lehnt sich an das Brett am äussersten Bootsende. Ich weiss nicht, wie die Schiffsleute es nennen. Er schläft still und friedlich, denn er ist müde.

Petrus ist am Steuer. Andreas kümmert sich um die Segel. Johannes und zwei andere – ich weiss nicht, wer sie sind – bringen die Netze und Taue im hinteren Teil des Schiffes in Ordnung, als wollten sie sich auf den Fischfang vorbereiten, der vielleicht bei Einbruch der Nacht beginnt. Ich würde sagen, dass der Tag sich neigt, denn die Sonne steht schon im Westen. Die Jünger haben ihre Mäntel abgelegt und alle ihre Kleider geschürzt und mit den Gürteln festgebunden, damit sie freier in ihren Bewegungen sind beim Hin- und Hergehen im Boot und beim Hantieren nicht durch Ruder, Bänke, Körbe und Netze behindert werden.

Ich sehe, dass der Himmel sich verdunkelt und die Sonne sich hinter plötzlich aufgezogenen Gewitterwolken verbirgt, die vom Gebirge her kommen. Der Wind, der im Augenblick noch nur in der Höhe weht, treibt die Wolken rasch dem See zu. Der See ist noch ruhig, wird jedoch dunkler und beginnt, sich an der Oberfläche zu kräuseln. Es sind noch keine Wellen, aber schon kleine Wellenbewegungen.  Petrus und Andreas beobachten Himmel und See und treffen alle Vorkehrungen, um an Land zu gehen. Doch der Wind bricht nun mit Macht über den See, und in wenigen Minuten wallt und schäumt alles ; die Brecher überschlagen sich gegenseitig, krachen gegen das Boot, heben es hoch und senken es, so dass es sich nach allen Seiten neigt und weder Ruder noch Segel mehr gebraucht werden können. Wegen des Sturmes wird das Segel eingezogen.

Jesus schläft. Weder die schweren Schritte noch die aufgeregten Stimmen der Jünger, noch das Heulen des Windes, noch die Schläge der Wellen gegen die Bootsplanken wecken ihn.  Seine Haare flattern im Winde, und manchmal trifft ihn auch ein Wasserspritzer, doch er schläft. Johannes eilt vom Bug zum Heck und deckt ihn mit seinem Mantel zu, den er aus einem Holzverschlag hervorgezogen hat.

Der Sturm wird immer heftiger. Der See ist nun schwarz, als sei Tinte hineingeschüttet worden, und der Schaum der Wellen zieht Streifen darüber. Wasser ergiesst sich ins Boot, das der Wind immer weiter vom Ufer abtreibt. Die Jünger schwitzen vor Anstrengung, das Boot in die richtige Fahrtrichtung zu lenken und das eingedrungene Wasser auszuschöpfen. Doch alles ist vergebens. Sie waten fast bis zu den Knien im Wasser, und das Boot wird immer schwerer.

Petrus verliert die Ruhe und die Geduld. Er übergibt seinem Bruder das Ruder, geht schwankend zu Jesus hin und schüttelt ihn heftig. Jesus erwacht und erhebt das Haupt. « Rette uns, Meister, wir gehen zugrunde ! » schreit Petrus. (Er muss schreien, damit man ihn hört.)

Jesus schaut seinen Jünger fest an, dann blickt er auf die anderen und auf das Wasser. « Glaubst du, dass ich euch retten kann ? » « Schnell, Meister », schreit Petrus, während sich eine riesengrosse Woge von der Mitte des Sees her rasch auf die armselige Barke zu bewegt. Es scheint eine Wasserhose zu sein, so hoch und schreckenerregend ist sie. Als die Jünger diesen Wasserberg herankommen sehen, knien sie nieder und klammern sich fest, wo und wie sie nur können ; sie sind überzeugt, dass dies das Ende ist.

Jesus erhebt sich und steigt auf den Holzverschlag : eine weisse Gestalt vor dem Hintergrund des Unwetters. Er breitet die Arme gegen die Sturzwelle aus und gebietet dem Wind : « Halt ein und schweige », und dem Wasser : « Beruhige dich. Ich will es ! » Die Sturzwelle fällt in sich zusammen, löst sich in Schaum auf und zerfliesst, ohne zu schaden, während der Wind mit einem letzten Pfeifen in einem Seufzer verstummt. Über dem beruhigten See wird der Himmel wieder heiter, und in die Herzen der Jünger kehrt die Zuversicht zurück.

Die Majestät, die Jesus ausstrahlt, kann ich nicht beschreiben. Man muss sie gesehen haben, um sie begreifen zu können. Ich koste sie innerlich aus, denn sie ist mir immer noch gegenwärtig, und ich denke darüber nach, wie friedvoll doch der Schlaf Jesu und wie gewaltig seine Macht über Wind und Wellen war. 

Auszug aus “Der Gottmensch“, Bd. III von Maria Valtorta. Veröffentlicht mit der Genehmigung des Herausgebers Centro Editoriale Valtortiano srl. Isola del Liri (FR), www.mariavaltorta.com, dem die Rechte für die Werke Maria Valtortas gehören. Um die Bücher Maria Valtortas in deutscher Sprache zu erwerben bitte wenden an den Parvis-Verlag, 1648 Hauteville, Schweiz: book@parvis.ch, www.parvis.ch

Unterweisung Jesu zur Sturm-Vision