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Sorge um die Christen in Nordafrika

03/11/2011

Ein Artikel von Kirche in Not:

Geschäftsführerin Karin Maria Fenbert über die Lage in den Ländern der “Arabellion”

Der “Arabische Frühling” geht in eine neue Phase. In Tunesien hat das Volk mit großer Mehrheit eine islamistische Partei ins Parlament gewählt. In Libyen hat der Übergangsrat nach dem Tod Gaddafis angekündigt, die zukünftige Verfassung an der Scharia ausrichten zu wollen.

Und in Ägypten überschatten Unruhen und Repressionen von Militär, Geheimdienst und Polizei die Vorbereitungen auf die Parlamentswahlen, die am 28. November beginnen sollen.

Die Geschäftsführerin von KIRCHE IN NOT, Karin Maria Fenbert, weist im Interview auf die schwierige Lage der Christen in den Ländern der “Arabellion” hin, die ihrer Ansicht nach in der Berichterstattung über die Umbrüche im Nahen Osten zu kurz kommt.

Frau Fenbert, die Wahl in Tunesien und die Aussagen des Übergangsrates in Libyen deuten darauf hin, dass der Islam in der Region in Zukunft eine stärkere politische Rolle spielen wird als bisher. Beunruhigt Sie das?
Selbstverständlich. Wir sind in großer Sorge um die christlichen Minderheiten in Nordafrika und im Nahen Osten. Wir befürchten, dass sie noch weniger als bisher ihr grundlegendes Menschenrecht auf Glaubens- und Gewissensfreiheit ausüben können. Das Grundproblem der nun an Machtfülle gewinnenden islamisch geprägten Parteien der Region ist, dass sie, anders als zum Beispiel die deutschen Christdemokraten, Religion und Staat nicht trennen.

Eine solche islamische Partei wird einem Muslim niemals das Recht zugestehen, seinen Glauben aus Gewissensgründen abzulegen und Christ oder Atheist zu werden. Und sie wird diese religiös motivierte Einschränkung der Menschenrechte politisch durchsetzen wollen. Das ist in meinen Augen eine unzulässige Vermischung von Religion und Politik.

Man liest in unseren Medien zurzeit häufiger davon, dass es ja nur “gemäßigte islamistische Parteien” seien, die an die Macht drängen. So zum Beispiel in Tunesien die “Ennhada”-Partei oder auch die Muslimbrüder in Ägypten. Wie gemäßigt sind diese Parteien?
Das wissen die Medien offensichtlich selber nicht, denn der Ausdruck “gemäßigt islamistisch” ist ein Paradoxon. Ein Islamist ist dadurch gekennzeichnet, dass er eine totalitäre politische Ideologie vertritt. Sein Ziel ist es, eine homogene islamische Gesellschaftsordnung zu schaffen, die nach seinen Vorstellungen idealerweise von einem Geistlichen als politischen Führer geleitet wird und in der für Andersgläubige kein Platz ist. Durch diese Einstellung wird ein Muslim in unseren Augen zum Islamisten und diese Einstellung vertreten sowohl die Muslimbrüder, als auch die “Ennhada”-Partei.

Der Ausdruck “gemäßigt islamistisch” zeugt von dem Versuch, dem Sieg von antihumanen Kräften in den Ländern des “Arabischen Frühlings” seinen Schrecken zu nehmen. Da es die Journalisten besser wissen, können sie weder die Muslimbrüder noch die “Ennhada”-Partei guten Gewissens einfach nur als “islamisch” bezeichnen. Daher greifen sie zum Strohhalm des Paradoxons und begnügen sich damit, diese Parteien als “pragmatische” Islamisten hinzustellen, mit denen man im politischen Alltagsgeschäft schon zurechtkommen werde. Das allerdings traf auch auf die gestürzten autoritären Regime in der Region zu, die sich sicher niemand zurückwünscht.

Nun scheint es aber so, als ob sich die Muslimbrüder und ähnliche Parteien so weit gemäßigt haben, dass sie für die westliche Politik und die Medien akzeptabel sind …
Für den Westen akzeptabel war das Regime Mubarak auch, doch das ägyptische Volk fand die Zustände trotzdem unerträglich. Ich glaube gerne, dass deutsche Touristen und auch unser Außenminister von der fortschreitenden religiösen Radikalisierung dieser Länder wenig mitbekommen, denn für Geld machen selbst Islamisten Ausnahmen von ihren angeblich so hehren Moralvorstellungen.

Doch was ist mit den religiösen Minderheiten in den Ländern des “Arabischen Frühlings”? Was ist mit der freiheitlich und demokratisch gesinnten jungen Mittelschicht, die die “Arabellion” überhaupt erst ins Rollen gebracht hat? Indem die deutschen Medien islamistische Parteien als “gemäßigt” und somit als akzeptabel darstellen, fallen sie genau den Kräften in den Rücken, die sie anfangs bejubelten und die den “Arabischen Frühlings” als humanen Aufbruch begonnen haben.

KIRCHE IN NOT hat viele Länder des “Arabischen Frühlings” bereits vor der Revolution für die Missachtung von Religionsfreiheit gerügt. Glauben Sie, dass es nun noch schlimmer kommen könnte?
Ob es “noch schlimmer” kommt, ist im Moment schwer zu sagen und hängt im Wesentlichen davon ab, wie stark sich die freiheitlich-demokratischen Kräfte einigen und ein Gegengewicht zu den Islamisten bilden können. Dafür benötigen diese wirklich gemäßigten Parteien die Unterstützung des Westens. Unsere Politik ist gut beraten, lieber die demokratischen Kräfte vor Ort zu unterstützen als mit den Muslimbrüdern zu paktieren.

Wie war die Religionsfreiheit denn bisher in den autoritär regierten Ländern Nordafrikas und des Nahen Ostens geregelt und was könnte sich daran konkret ändern?
Natürlich konnte schon bisher in diesen Ländern von echter Religionsfreiheit keine Rede sein. Den Christen war zwar die Ausübung ihres Glaubens erlaubt, allerdings wurden sie in vielerlei Hinsicht diskriminiert und unterdrückt. Gewisse Ämter und Karrieren waren ihnen von vorne herein verboten. Und ein Muslim, der zum Christentum übergetreten ist, bekam schon bisher erhebliche Schwierigkeiten in seiner Familie und am Arbeitsplatz.

Wir befürchten, dass diese gesellschaftlich geduldete Diskriminierung in Zukunft noch weiter politisch zementiert wird. Das könnte im schlimmsten Fall zum Sieg eines totalitären Islamismus und zu saudi-arabischen Verhältnissen führen, wo die Religion den Staat völlig bestimmt.

Am 28. November beginnen die Präsidentschaftswahlen in Ägypten. Welche Hoffnungen und Befürchtungen haben Sie diesbezüglich?

Die große Frage, die sich in Nordafrika und im Nahen Osten stellt, ist: Wie demokratiefähig sind die islamischen Gesellschaften wirklich? Schon möglich, dass parlamentarische Staatsformen entstehen und sich halten, aber wie wird die muslimische Mehrheit mit der andersgläubigen Minderheit umgehen?

An der Wahl und der anschließenden demokratischen Praxis in Ägypten wird sich viel entscheiden. Das bevölkerungsreichste Land der Region wird Maßstäbe setzen, denen sich seine Nachbarn kaum werden entziehen können.

Das Massaker an koptischen Demonstranten am 9. Oktober in Kairo hat darüber hinaus gezeigt, dass die Islamisten nicht die einzige Bedrohung für die Errichtung eines demokratischen Rechtsstaats in Ägypten darstellen, denn hier wurden religiöse Gründe als Vorwand für eine Machtdemonstration des Militärs vorgeschoben. Die wirtschaftlich und innenpolitisch mächtige ägyptische Armee wird ihre Machtpfründe ebenso wenig aufgeben wollen wie die Polizei und der Geheimdienst.

Die Demokratie befindet sich in Ägypten also in der Mangel zwischen Islamisten und alten, autoritären Seilschaften. Wenn sie Erfolg haben soll, muss sich der Westen klarer positionieren. Wir erwarten von der westlichen Politik, dass sie ihre Hilfen für Ägypten deutlicher an demokratische und rechtsstaatliche Bedingungen knüpft als bisher und den Schulterschluss zu den demokratischen Kräften vor Ort sucht. Andernfalls wird die Demokratie in Ägypten scheitern und die Ureinwohner des Landes, die koptischen Christen, werden weiter unterdrückt, ermordet und vertrieben.

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„Weil die Gesetzlosigkeit überhand nimmt, wird die Liebe der Vielen erkalten“ (3)

24/08/2009

Jesus sagt: „Erkennt ihr, oh Kinder, die Notwendigkeit des Liebens, um nicht in Bosheit zu verfallen, und die Notwendigkeit, nicht gesetzlos zu leben, um die Liebe zu besitzen? Bemüht euch doch zu lieben. Wenn ihr nur… ein wenig liebtet! Wenn ihr zu lieben begännet. Der Anfang dazu würde genügen, dann würde alles von selbst weitergehen.

Die Ernte kann nicht eingebracht werden, wenn die Ähre nicht reift. Die Ähre kann nicht reifen, wenn sie sich gar nicht bildet. Aber sie kann sich nicht bilden, wenn der Halm sich nicht gebildet hat. Wenn aber der Bauer das kleine Samenkorn nicht in die Scholle würfe, könnte dann der grüne Halm überhaupt aus dem Boden spriessen und wie eine lebendige Schale die Herrlichkeit der Ähren tragen? Das Samenkorn ist so klein! Und doch bricht es durch die Scholle, durchdringt das Erdreich, saugt aus ihr wie ein gieriger Mund und stellt dann den gebenedeiten Reichtum des zukünftigen Brotes der Sonne dar und besingt mit seiner grünen Farbe der Hoffnung oder mit seinem im Winde rauschenden, in der Sonne glänzenden Gold den Preisgesang auf Den, der das göttliche Brot und dem Menschen das irdische Brot gibt. Wenn es den so kleinen Samen, von dem schon viele Körner nötig sind, um den Schlund eines Sperlings zu füllen, nicht gäbe, hättet ihr auch die Hostie nicht auf dem Altar. Ihr würdet physischen Hungers und geistlicher Unterernährung sterben.

Streut ein kleines Samenkorn in jedes Herz, ein kleines Samenkorn der Liebe. Lasst euch davon durchwachsen. Lasst es in euch wachsen. Wandelt eure blosse Gier in ein reiches Erblühen heiliger, alle aus der Liebe geborener Werke. Dann würde die jetzt so stachlige und dornige Erde ihr Antlitz und ihre Herbheit, die euch jetzt quält, in eine friedliche und gute Wohnung wandeln, in eine Vorwegnahme des seligen Himmels. Einander lieben, heisst schon, im Himmel zu sein. Denn der Himmel ist nichts anderes als Liebe.

Lest, lest doch das Evangelium, und lest es auch in den kleinsten Sätzen. Lebt es in diesen seinen Vollkommenheitsfarben. Beginnt mit der Liebe. Das scheint die schwierigste Vorschrift und der schwierigste Rat zu sein. Und doch ist es der Schlüssel zu allem. Zu allem Guten. Zu aller Freude. Zu allem Frieden.“

Auszug aus dem Band “Die Hefte 1944″  von Maria Valtorta, mit  der Genehmigung des Herausgebers Centro Editoriale Valtortiano srl. Isola del Liri (FR), www.mariavaltorta.com, dem die Rechte für die Werke Maria Valtortas gehören.

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„Weil die Gesetzlosigkeit überhand nimmt, wird die Liebe der Vielen erkalten“ (1)

30/07/2009

28. März 1944

Jesus sagt: „… Nun heisst es im Matthäus-Evangelium (vgl. Mt 24, 12): ‚Weil die Gesetzlosigkeit überhand nimmt, wird die Liebe der Vielen erkalten‘. Dies ist, ach, ihr Kinder, eine tiefe Wahrheit, über die wenig nachgedacht wird.

Worunter leidet ihr jetzt? Unter dem Mangel an Liebe. Was sind die Kriege im Grunde? Sie sind Hass. Was ist aber der Hass? Die Antithese von Liebe. Politische Gründe? Lebensraum? Eine unrechte Grenze? Ein politischer Affront? Das sind Ausreden, Ausreden.

Ihr liebt euch nicht. Fühlt euch nicht als Brüder. Ihr denkt nicht daran, dass ihr alle aus einem Blut hergekommen seid, dass ihr alle auf die gleiche Weise geboren werdet, auf die gleiche Weise sterbt, dass ihr alle Hunger, Durst bekommt, friert und auf die gleiche Weise schlafen müsst, auf die gleiche Weise Brot, Kleidung, Haus und Herd haben müsst. Ihr denkt nicht daran, dass Ich gesagt habe (vgl. Joh 13, 34-35; 15, 31-45): ‚Liebt einander. Daran wird man erkennen, dass ihr meine Jünger seid, wie ihr einander liebt. Liebt euren Nächsten wie euch selbst.‘

Diese Wahrheiten haltet ihr für Fabeln. Ihr haltet diese meine Lehre für die eines Verrückten. Ihr ersetzt sie durch viele armselige menschliche Lehren. Je nach ihrem Verfasser sind sie armselig oder sogar böse. Aber auch die vollkommenen unter diesen sind, falls sie von Meiner Lehre abweichen, unvollkommen. Sie enthalten wie das mythische Standbild (vlg. Dan 2, 31-45), einen grossen Teil Edelmetall. Aber ihre Basis wird Schlamm sein und am Ende den grossen Zusammenbruch der ganzen Lehre bewirken. Und in ihrem Einsturz auch den aller, die sich darauf gestützt haben. Meine Lehre stürzt nicht ein. Wer sich darauf stützt, bricht nicht zusammen, sondern zu immer grösserer Sicherheit auf: er steigt zum Himmel auf, zu der Allianz mit Gott schon auf Erden und zum Besitz Gottes jenseits der Erde.  „

 

Auszug aus dem Band „Die Hefte 1944“ von Maria Valtorta, mit  der Genehmigung des Herausgebers Centro Editoriale Valtortiano srl. Isola del Liri (FR), www.mariavaltorta.com, dem die Rechte für die Werke Maria Valtortas gehören.

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