Posts Tagged ‘Auferstehung der Toten’

Die Rede über das Himmelsbrot: „Ich bin das Brot des ewigen Lebens“ (1)

11/08/2012

zum Evangelium vom 12. August 2012: Johannes 6,41-51

„… In mir sind alle Schätze Gottes, und mir ist alles auf Erden gegeben. Daher sind in mir die glorreichen Himmel und die streitende Erde vereinigt, und sogar die leidenden, wartenden Seelen der in der Gnade Gottes Verschiedenen sind in mir, denn in mir und bei mir ist alle Gewalt. Ich sage es euch: Alles, was mir der Vater gibt, wird zu mir kommen, und ich verjage den nicht, der zu mir kommt; denn ich bin vom Himmel herabgestiegen, nicht um meinen Willen zu tun, sondern den Willen dessen, der mich gesandt hat. Der Wille meines Vaters aber, der mich gesandt hat, ist dieser: dass ich nicht einen einzigen von denen verliere, die er mir gegeben hat, sondern sie auferwecke am Jüngsten Tag. Nun will der Vater, der mich gesandt hat, dass wer immer den Sohn kennt und an ihn glaubt, das ewige Leben habe und am Jüngsten Tag von mir auferweckt werde, wenn ich ihn genährt sehe vom Glauben an mich und gezeichnet mit meinem Siegel.“

Ein Murmeln geht durch die Menge in und außerhalb der Synagoge wegen der neuen und gewagten Worte des Meisters. Dieser wendet, nachdem er einen Augenblick Atem geschöpft hat, seine vor Verzückung leuchtenden Augen dorthin, wo das Murmeln am stärksten ist, also zu den Gruppen, in denen sich die Judäer befinden. Dann fährt er fort zu reden.

„Warum murrt ihr unter euch? Ja, ich bin der Sohn Marias von Nazareth, der Tochter Joachims aus dem Geschlechte Davids, der im Tempel geweihten Jungfrau, die sich dann mit Joseph des Jakobus aus dem Geschlecht Davids vermählte. Viele von euch haben die Gerechten gekannt, die Joseph, dem königlichen Zimmermann, und Maria, der jungfräulichen Erbtochter aus königlichem Geschlecht, das Leben schenkten, und dies veranlasst euch zu sagen: „Wie kann dieser behaupten, er sei vom Himmel herabgestiegen?“ und Zweifel steigen in euch auf.

Ich erinnere euch an die Propheten, an ihre Weissagungen über die Menschwerdung des Wortes, und daran, dass für uns Israeliten mehr als für jedes andere Volk feststeht, dass der, den wir nicht zu nennen wagen, nicht nach den Gesetzen der Menschheit, und noch dazu einer gefallenen Menschheit, Fleisch werden konnte. Der Reinste, der Unerschaffene, der sich aus Liebe zu den Menschen dazu erniedrigt hat, Menschengestalt anzunehmen, konnte nur den Schoß einer Jungfrau wählen, die keuscher war als Lilien, um seine Gottheit mit Fleisch zu umhüllen. Das zur Zeit des Moses vom Himmel herabgekommene Brot wurde aufbewahrt in der goldenen Schublade, bedeckt mit der Versöhnungsplatte und bewacht von Cherubim, hinter den Vorhängen des Bundeszeltes. Mit dem Brot war auch das Wort Gottes dort. Es war gerecht, dass es so war, denn höchste Achtung gebührt den Gaben Gottes und den Tafeln seines heiligsten Wortes. Aber was wird Gott erst für sein eigenes Wort und das wahre Brot, das vom Himmel gekommen ist, vorbereitet haben? Eine viel unversehrtere und kostbarere Lade als die goldene Bundeslade, bedeckt mit dem kostbaren Mantel ihrer keuschen Opferbereitschaft, behütet von den Cherubim Gottes, umhüllt vom Schleier jungfräulicher Reinheit, von vollkommener Demut, erhabener Liebe und allen heiligsten Tugenden.

Also? Habt ihr noch nicht verstanden, dass mein Vater im Himmel ist, und dass ich daher von dort komme? Ja, ich bin vom Himmel herabgestiegen, um den Beschluss meines Vaters zu erfüllen, den Beschluss zur Rettung der Menschen, gemäß seinem Versprechen im Augenblick der Verurteilung, das er den Patriarchen und Propheten wiederholte. Aber das ist Glaubenssache, und der Glaube wird von Gott nur dem gegeben, der guten Willens ist. Daher kann niemand zu mir kommen, wenn ihn mein Vater nicht zu mir führt, da er ihn in der Finsternis sieht, jedoch mit dem sehnlichsten Verlangen nach Licht. Bei den Propheten heisst es: „Sie werden alle belehrt werden von Gott.“ Das ist es! Gott zeigt ihnen, wohin sie gehen sollen, um von Gott unterrichtet zu werden. Wer immer also in der Tiefe seines Herzens Gottes Stimme hören konnte, hat vom Vater gelernt, zu mir zu kommen.“

„Und wer hat Gott gehört und sein Antlitz gesehen?“ fragen einige, die bereits Anzeichen von Gereiztheit und Ärgernis geben, und fügen hinzu: „Entweder bist du in einem Wahn befangen oder du bist ein Träumer.“

„Niemand hat Gott geschaut, außer dem, der von Gott kommt: dieser hat den Vater gesehen, und ich bin es! Nun hört das Glaubensbekenntnis vom künftigen Leben, ohne das niemand selig werden kann.

Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, wer an mich glaubt, der hat das ewige Leben. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, ich bin das Brot des ewigen Lebens.

Eure Väter verzehrten das Manna in der Wüste und sind gestorben, denn das Manna war wohl eine heilige, jedoch zeitliche Speise und gab das Leben, dessen sie bedurften, um in das von Gott seinem Volke verheissene Land zu gelangen. Aber das Manna, das ich bin, wird weder Grenzen der Zeit noch der Macht haben. Nicht nur himmlisch, sondern göttlich ist es, und bewirkt, was göttlich ist: die Unverweslichkeit, die Unsterblichkeit dessen, den Gott nach seinem Ebenbild erschaffen hat. Dieses göttliche Brot wird nicht nur vierzig Tage, vierzig Monate, vierzig Jahre oder vierzig Jahrhunderte, sondern so lange dauern, als die Zeiten dauern, und es wird allen gegeben werden, die heiligen und dem Herrn wohlgefälligen Hunger haben. Frohlocken wird der Herr darüber, sich grenzenlos den Menschen hinzugeben, für die er Fleisch geworden ist, auf dass sie das ewige Leben erlangen, das unsterbliche Leben.

Ich kann mich verschenken, ich kann mich verwandeln aus Liebe zu den Menschen, damit das Brot Fleisch und das Fleisch Brot werde für den geistigen Hunger der Menschen, die ohne diese Nahrung an Hunger und geistigen Krankheiten sterben würden. Wenn jemand würdig von diesem Brot isst, wird er ewig leben. Das Brot, das ich geben werde, ist mein Fleisch, geopfert für das Leben der Welt; es wird meine Liebe sein, ausgegossen in den Gotteshäusern, auf dass alle, die sich nach Liebe sehnen oder unglücklich sind, zum Tisch des Herrn kommen und Erquickung finden in ihrem Verlangen, sich mit Gott zu vereinen, und Trost in ihrem Leiden.“

Auszug aus “Der Gottmensch″, Bd. VI von Maria Valtorta. Veröffentlicht mit Genehmigung des Herausgebers Centro Editoriale Valtortiano srl. Isola del Liri (FR), www.mariavaltorta.com, dem die Rechte für die Werke Maria Valtortas gehören. Um die Bücher Maria Valtortas in deutscher Sprache zu erwerben bitte wenden an den Parvis-Verlag, 1648 Hauteville, Schweiz: book@parvis.chwww.parvis.ch

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“Die Heilige Messe wiederholt die drei wichtigsten Punkte meines Lebens”

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„Seid vollkommen wie Mein himmlischer Vater“

20/02/2011
(zum Sonntags-Evangelium vom 20. Februar 2011: Matthäus 5,38-48)

„(…) Die weit verbreitete Unkenntnis unter den Gläubigen ruft falsche Vorstellungen über das Abbild Gottes hervor. Es ist kein physisches Abbild. Gott, der Geist, hat weder ein Gesicht, noch eine Gestalt oder Körperbildung. Vielmehr trägt der Mensch das Abbild dessen an sich, was der Schöpfergott sich von ihm vorgestellt hat.

Der Allmächtige und Unendliche hatte gewiss nicht nötig, den Menschen in einer Jahrhunderte langen Evolution aus den Vierhändern (Affen) zu gewinnen. Der Vierhänder war von dem Augenblick seiner Erschaffung an Vierhänder und machte seine ersten Sprünge auf den Bäumen des irdischen Paradieses. Der Mensch war hingegen Mensch von dem Augenblick an, da Gott ihn aus dem Schlamm erschaffen (1) und ihm – was Er bei keinem anderen Geschaffenen tat – den Geist in sein Angesicht gehaucht hatte.

Chagall: Erschaffung des Menschen

Die Gottähnlichkeit besteht also in diesem übernatürlichen, unkörperlichen, ewigen Geist, den ihr in euch habt. In diesen engen, vorläufigen Kerker eingeschlossen, wie es der Geist als ein Atom des unendlichen Gottesgeistes ist, erwartet und ersehnt er die Wiedervereinigung mit seiner göttlichen Quelle, mit der er Freiheit, Freude, Frieden, Licht, Liebe und Ewigkeit teilen möchte.

Das Bild besteht hingegen auch dort fort, wo es keine (Gott)ähnlichkeit mehr gibt. Denn in seinem körperlichen Aussehen bleibt der Mensch in den Augen der Menschen das, was er ist, wenn er auch in den Augen Gottes und der übernatürlichen Himmelsbewohner und einiger weniger irdischer Auserwählter sein neues Dämonenaussehen annimmt. Sein wahres Aussehen, seitdem die Todsünde ihn der Gottähnlichkeit beraubt, weil sein Geist in ihm das Leben verloren hat.

Der Mensch, der durch Schuld die Gnade verloren hat, ist nur noch ein Grab, in dem der tote Geist verwest. Wenn deshalb bei der Auferstehung des Fleisches auch alle Menschen ein gleiches körperliches Aussehen haben werden, so werden sie unter einander doch gänzlich verschieden sein. Halbgöttlich werden die Seligen aussehen, dämonisch die Verdammten. Das, was insgeheim in ihrem Gewissen war, wird dann nach außen dringen. Ein furchtbares Wiedererkennen!

Der Mensch wird Gott umso ähnlicher, je mehr er in der Gnade lebt und diese, die für sich genommen schon unendlich ist, durch die Verdienste seines heiligmäßigen Lebens vermehrt. Es gilt, sich anzustrengen, um die Vollkommenheit der Gottähnlichkeit zu erreichen. Ihr werdet sie niemals ganz erreichen, denn das Geschöpf kann dem Schöpfer nicht gleichen; ihr dürft euch aber, soweit es euch gewährt wird, dieser übernatürlichen Schönheit annähern.

Ich habe gesagt: „Seid vollkommen wie Mein himmlischer Vater“. (2) Ich habe euch keine Grenze der Vervollkommnung gesetzt. Je mehr ihr euch anstrengt, diese Vollkommenheit zu erlangen, desto mehr fallen die Scheidewände des Menschlichen wie eine von siegreichen Kräften erstürmte Mauer, vermindert sich die Distanz, nimmt der Ausblick zu und mit ihm die Fähigkeit, Gott zu verstehen und Ihn zu erkennen.

Aber es gilt, mit allen euren Kräften nach dieser Vollkommenheit zu streben, mit all eurer Hochherzigkeit. Ohne nach dem, was man erlässt, „zurückzuschauen“. (3) Ohne jemals anzuhalten. Ohne zu ermüden. Der Lohn rechtfertigt das Heldentum, denn der Lohn ist das Eintauchen in den Genuss der göttlichen Liebe, und Gott damit so zu besitzen, wir ihr Ihn im Himmel besitzen werdet.

O selige Vereinigung und wunderbarer Besitz! Sie gehören euch, ihr getreuen Kinder! Kommt doch, und sättigt euch daran!“

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(1) Vgl. Gen 2,7

(2) Vgl. Mt 5,48

(3) Vgl. Lk 9,62

Auszug aus “Die Hefte 1944″ von Maria Valtorta. Veröffentlicht mit der Genehmigung des Herausgebers Centro Editoriale Valtortiano srl. Isola del Liri (FR), www.mariavaltorta.com, dem die Rechte für die Werke Maria Valtortas gehören. Um die Bücher Maria Valtortas in deutscher Sprache zu erwerben bitte wenden an den Parvis-Verlag, 1648 Hauteville, Schweiz: book@parvis.ch, www.parvis.ch

„Eure Wissenschaft ist Mir ein Abscheu“

„Gott ist nicht ein Gott der Toten, sondern der Lebenden“

06/11/2010
zum Sonntagsevangelium vom 7. November 2010: Lukas 20,27-38

Er hört einen um den anderen Pilger an, die ihn um Rat bitten, tröstet, spricht los und heilt.

So vergehen mehrere Stunden.

Er verläßt den Tempel, um vielleicht außerhalb des Tores die Mahlzeit einzunehmen, die ihm die Diener des Lazarus in dessen Auftrag bringen.

Am Nachmittag kehrt er in den Tempel zurück. Er ist unermüdlich. Gnaden entströmen seinen Händen, die er den Kranken auflegt, und Weisheit fließt von seinen Lippen in den Ratschlägen, die er den vielen erteilt, die sich ihm nähern. Es scheint, als wolle er alle trösten und heilen, bevor ihm dies nicht mehr möglich ist.

Es ist schon beinahe Abend, und die müden Apostel sitzen auf dem Boden unter dem Säulengang und sind verwundert über dieses ununterbrochene Kommen und Gehen der Menge in den Höfen des Tempels so kurz vor dem Osterfest, als sich dem Unermüdlichen reiche Männer nähern. Den prunkvollen Gewändern nach zu schließen, müssen es wohl Reiche sein.

Matthäus, der nur mit einem Auge schlummert, steht auf und weckt die anderen. Er sagt: „Sadduzäer gehen zum Meister. Wir wollen ihn nicht allein lassen, damit sie ihn nicht wieder beleidigen oder versuchen, ihm zu schaden und ihn zu verhöhnen.“

Alle stehen sofort auf, gehen zum Meister und umringen ihn. Ich glaube zu verstehen, daß es Schwierigkeiten gegeben hat beim Verlassen des Tempels oder bei der Rückkehr um die sechste Stunde.

Die Sadduzäer, die Jesus durch übertriebene Verbeugungen ehren, sagen zu ihm: „Meister, du hast den Herodianern so klug geantwortet, daß in uns das Verlangen nach einem Strahl deines Lichtes geweckt wurde. Höre. Moses hat gesagt: „Wenn jemand kinderlos stirbt, so soll sein Bruder die Witwe heiraten und dem Bruder Nachkommenschaft sichern.“ Nun waren bei uns sieben Brüder. Der erste nahm eine Jungfrau zur Frau und starb, ohne Kinder zu haben, und so hinterließ er seine Frau seinem Bruder. Auch der zweite Bruder starb, ohne Kinder zu hinterlassen, und ebenso der dritte, der die Witwe seiner beiden Vorgänger geheiratet hatte, und so weiter bis zum siebten Bruder. Zuletzt, nachdem die Frau die sieben Brüder hintereinander geheiratet hatte, starb auch sie selbst. Sage uns nun: Bei der Auferstehung der Leiber – wenn es wirklich wahr ist, daß die Menschen auferstehen, daß unsere Seele uns überlebt und sich am Jüngsten Tag wieder mit dem Leib vereinigt und so die Lebenden wiederherstellt – welchem von den sieben Brüdern wird dann die Frau angehören, da sie ja auf Erden allen sieben angehört hat?“

„Ihr irrt. Ihr versteht weder die Schrift, noch die Macht Gottes. Ganz anders als in diesem wird es im anderen Leben sein. Im ewigen Reich wird es keine Bedürfnisse des Fleisches geben, wie in diesem Leben. Denn wahrlich, nach dem letzten Gericht wird das Fleisch auferstehen, sich mit der unsterblichen Seele vereinigen und wieder ein Ganzes bilden; es wird leben und besser leben als ich und ihr heute, aber es wird nicht mehr den Gesetzen, und vor allem nicht mehr den Reizen und Mißbräuchen unterworfen sein, die jetzt noch gelten. Bei der Auferstehung werden Männer und Frauen nicht mehr heiraten und nicht mehr geheiratet werden, sondern sie werden sein wie die Engel im Himmel, die nicht heiraten und nicht geheiratet werden und doch in vollkommener Liebe leben, der göttlichen und geistigen Liebe.

Und was die Auferstehung der Toten betrifft: Habt ihr nicht gelesen, wie Gott zu Moses aus dem Dornbusch gesprochen hat? Was hat der Allerhöchste damals gesagt? „Ich bin der Gott Abrahams, der Gott Isaaks, der Gott Jakobs.“ Er sagte nicht: „Ich war…“ um damit zu verstehen zu geben, daß Abraham, Isaak und Jakob gewesen waren, aber nicht mehr waren. Er sagte: „Ich bin.“ Denn Abraham, Isaak und Jakob sind. Unsterblich. Wie der unsterbliche Teil aller Menschen, solange die Jahrhunderte andauern, und dann auch mit dem für die Ewigkeit auferstandenen Fleisch. Sie sind, ebenso wie Moses, wie die Propheten und Gerechten, wie leider auch Kain und die Menschen der Sündflut, die Sodomiter und alle in der Todsünde Verstorbenen. Gott ist nicht ein Gott der Toten, sondern der Lebenden.“


„Auch du wirst sterben und dann leben?“ Sie versuchen Jesus. Sie sind es schon müde, sanft zu sein. Ihr Groll ist so heftig, daß sie sich nicht beherrschen können.

„Ich bin der Lebendige, und mein Fleisch wird die Verwesung nicht schauen. Die Bundeslade hat man uns genommen, und selbst das Symbol der jetzigen wird uns genommen werden. Das heilige Zelt wurde uns genommen und es wird zerstört werden. Doch der wahre Tempel Gottes kann nicht weggenommen und nicht zerstört werden. Wenn seine Gegner glauben, es geschafft zu haben, dann ist die Zeit gekommen, daß er im wahren Jerusalem in seiner ganzen Herrlichkeit errichtet wird. Lebt wohl.“

Jesus beeilt sich, zum Vorhof der Israeliten zu gelangen, denn die silbernen Trompeten rufen zum Abendopfer.

Auszug aus “Der Gottmensch“, Band XI von Maria Valtorta. Veröffentlicht mit der Genehmigung des Herausgebers Centro Editoriale Valtortiano srl. Isola del Liri (FR), www.mariavaltorta.com, dem die Rechte für die Werke Maria Valtortas gehören. Um die Bücher Maria Valtortas in deutscher Sprache zu erwerben bitte wenden an den Parvis-Verlag, 1648 Hauteville, Schweiz: book@parvis.ch, www.parvis.ch


„Bemüht euch, durch die enge Pforte einzutreten“

21/08/2010
(zum Sonntagsevangelium v. 22. August 2010: Lukas 13,22-30)

„… Wer Christus verfolgt und ihn verleugnet, wer nicht nach dem lebt, was er lehrt, wird keinen Anteil haben an seinem Reich“, sagt Thomas mit seiner mächtigen Stimme.

Einer zieht ihn am Ärmel, zeigt auf Jesus und fragt: „Ist er sehr streng?“

„Nein! Im Gegenteil, er ist zu gut.“

„Was meinst du, werde ich gerettet werden? Ich gehöre nicht zu den Jüngern. Aber du weißt, wie ich bin und wie ich immer an das geglaubt habe, was du mir gesagt hast. Aber mehr als das bin ich nicht imstand zu tun. Was genau muß ich tun, außer dem, was ich schon tue, um gerettet zu werden?“

„Frage ihn selbst. Er hat eine viel weichere Hand und ein sanfteres Urteil als ich.“

Der Mann wagt sich vor. Er sagt: „Meister, ich beachte das Gesetz, und seit Thomas mir deine Worte wiederholt hat, versuche ich, noch besser danach zu leben. Aber ich bin nicht sehr großzügig. Ich tue das, was ich unbedingt tun muß. Ich meide die Sünde, weil ich mich vor der Hölle fürchte. Aber ich liebe meine Bequemlichkeiten… Ich bekenne, daß ich darauf achte, nicht zu sündigen, aber es darf mich keine allzu große Anstrengung kosten. Wenn ich so handle, werde ich dann gerettet werden?“

„Du wirst gerettet werden. Aber warum so kleinlich sein mit Gott, der so großmütig ist? Warum erstrebst du mehr schlecht als recht die Rettung und strebst nicht nach großer Heiligkeit, die den ewigen Frieden sofort schenkt? Auf, Mann! Sei hochherzig mit deiner eigenen Seele!“

Der Mann sagt demütig: „Ich werde darüber nachdenken, Herr! Ich werde nachdenken. Ich fühle, daß du recht hast und daß ich meiner Seele unrecht tue,  wenn ich sie einer langen Reinigung unterwerfe, bevor sie zum Frieden gelangt.“

„Bravo! Dieser Gedanke ist schon der Beginn der Vervollkommnung.“

Ein anderer von Rama fragt: „Herr, werden es nur wenige sein, die gerettet werden?“

„Wenn der Mensch Achtung vor sich selbst und liebevolle Ehrfurcht vor Gott hätte, dann würden alle Menschen gerettet werden, wie Gott es wünscht! Aber der Mensch handelt nicht so. In seiner Torheit gibt er sich mit Flittergold ab, anstatt echtes Gold zu erwerben. Seid großzügig im Streben nach dem Guten. Kostet euch das etwas? Gerade darin liegt das Verdienst. Bemüht euch, durch die enge Pforte einzutreten, denn die andere, die weitgeöffnete geschmückte Pforte, ist eine Verführung Satans, um euch auf Abwege zu führen.

Demutspforte, Eingang zur Geburtskirche in Bethlehem

Die Himmelspforte ist eng, niedrig, kahl und schmucklos. Um hindurchzukommen, muß man beweglich, unbelastet, ohne Prunk und ohne Hang zur Materie sein. Ihr müßt geistig sein, um es zu schaffen, andernfalls werdet ihr, wenn einst die Stunde des Todes schlägt, nicht hindurchkommen. In Wahrheit wird man dann viele sehen, die einzutreten versuchen, aber es nicht können, weil sie mit materiellen Dingen überlastet sind, mit weltlichem Prunk geziert, verhärtet durch eine Kruste von Sünden, unfähig sich zu beugen wegen des Hochmuts, der ihr Rückgrat versteift.

Und dann wird der Herr des Reiches kommen und das Tor schließen, und diejenigen, die nicht zur rechten Zeit hindurchgehen konnten, werden vor dem Eingang stehen, anklopfen und schreien: „Herr, öffne uns! Auch wir sind da.“ Aber er wird sagen: „Wahrlich, ich kenne euch nicht, noch weiß ich woher ihr kommt.“ Und sie: „Aber wie? Erinnerst du dich nicht an uns? Wir haben doch mit dir getrunken und gegessen, und dir zugehört, als du auf unsren Plätzen lehrtest.“ Aber er wird antworten: „Wahrlich, ich kenne euch nicht. Je länger ich euch anschaue, desto mehr scheint ihr mir gesättigt zu sein mit dem, was ich als unreine Speise bezeichnet habe. Wahrlich, je mehr ich euch durchforsche, desto mehr erkenne ich, daß ihr nicht von meiner Familie seid. Wahrlich, jetzt erkenne ich, wessen Kinder und Untergebene ihr seid: die des anderen.

Ihr habt Satan zum Vater und das Fleisch zur Mutter, als Amme den Hochmut, als Knecht den Haß, als Schatz die Sünde und als Perlen die Laster. In euren Herzen steht geschrieben: ‚Selbstsucht‘, und eure Hände sind beschmutzt vom Raub an euren Brüdern. Fort von hier! Weichet von mir, ihr alle, die ihr Werkzeuge der Bosheit seid.“


Und dann, während aus der Tiefe der Himmel in strahlender Herrlichkeit Abraham, Isaak, Jakob und alle Propheten und Gerechten des Reiches Gottes erscheinen werden, werden jene, die keine Liebe gehabt, sondern nur Egoismus gekannt haben, die kein Opfer auf sich genommen, sondern sich ihrer eigenen Weichlichkeit ergeben haben, weit fortgejagt, verbannt werden an jenen Ort, wo ewiges Klagen herrscht und es nichts als Schrecken gibt.

Doch die glorreich Auferstandenen, die von Osten und Westen, von Norden und Süden gekommen sind, werden sich versammeln an der Hochzeitstafel des Lammes, des Königs des Reiches Gottes. Und dann wird es sich zeigen, daß viele, die als die „Geringsten“ im Heer der Erde galten, die Ersten sein werden unter den Bewohnern des Reiches. Und man wird auch sehen, daß nicht alle Mächtigen Israels Mächtige im Himmel sind und daß nicht alle der von Christus zu seinem Dienste Erwählten es verdient haben, zum Hochzeitsmahl geladen zu werden. Vielmehr werden viele, die als die „Ersten“ angesehen wurden, nicht einmal die „Letzten“ sein. Denn viele sind berufen, aber nur wenige imstand, aus ihrer Erwählung eine wahre Ehre zu machen.“

Auszug aus “Der Gottmensch“, Band VI von Maria Valtorta. Veröffentlicht mit der Genehmigung des Herausgebers Centro Editoriale Valtortiano srl. Isola del Liri (FR), www.mariavaltorta.com, dem die Rechte für die Werke Maria Valtortas gehören. Um die Bücher Maria Valtortas in deutscher Sprache zu erwerben bitte wenden an den Parvis-Verlag, 1648 Hauteville, Schweiz: book@parvis.ch, www.parvis.ch

Wenn der Mann wiederkommt

26/02/2010

Am 26. Februar 2010 wäre Johnny Cash 78 Jahre alt geworden. Eines seiner letzten Lieder heißt „The man comes around“ und handelt von der Wiederkunft Christi. Einige Jahre zuvor hatte der Sänger einen Traum gehabt, in dem er die englische Königin trifft, die in ihrem Palast strickt und näht, in einem Korb neben ihr befinden sich Handarbeiten. Neben der Königin sitzt eine andere Frau mit der sie spricht und lacht. Als der Träumende näher kommt, sieht in die Königin an und sagt zu ihm: „Johnny Cash, you’re thorn bush in a whirlwind – du bist ein Dornbusch im Wirbelwind“. Ein interessanter Traum, vor allem, wenn man die Königin von England als Königin der Engel deutet…

Cash sagte, diese Zeile verwies ihn auf das Buch Hiob 38-41, wo Gott zweimal aus dem Wettersturm zu dem leidgeprüften Hiob spricht, und natürlich an die Stelle im 2. Buch Mose, Kap. 3, wo Gott im brennenden Dornbusch zu Mose spricht. Im Lukasevangelium dann heißt es: „Dass aber die Toten auferstehen, hat schon Mose in der Geschichte vom Dornbusch angedeutet, in der er den Herrn den Gott Abrahams, den Gott Isaaks und den Gott Jakobs nennt.“ (Lk 20,37). Die Auferstehung der Toten findet bei der Wiederkunft Christi statt und so begann sich der Musiker mit der Offenbarung des Johannes zu beschäftigen. Er schrieb insgesamt 33 Strophen, in denen er Stellen aus den Evangelien, der Offenbarung und der Apostelgeschichte verarbeitete bzw. zitierte und die er dann auf die Endfassung des Liedes kürzte.

Johnny Cash 1969

Johnny Cash, ein sehr gläubiger Christ (Baptist), der in seinen jungen Jahren ein recht wildes Leben geführt hat, war, als er das Lied geschrieben hat, bereits schwer krank und die Todesahnung ist vielleicht auch der Grund, warum er es mit den Worten der Offenbarung aus Kap. 6, Vers 8 enden läßt: „Da sah ich ein fahles Pferd; und der, der auf ihm saß, heißt ‚der Tod‘; und die Unterwelt zog hinter ihm her.“ Nichtsdestotrotz hat ihn die Hoffung auf die Wiederkunft Christi und die Auferstehung der Toten, d.h. der Sieg über den Tod erfüllt, denn danach hat er das Lied und die gesamte CD benannt. Nach dem fahlen Pferd erscheint in der Offenbarung der Reiter auf dem weißen Pferd und es heißt:

„Dann sah ich den Himmel offen, und siehe, da war ein weißes Pferd, und der, der auf ihm saß, heißt ‚Der Treue und Wahrhaftige‘; gerecht richtet er und führt er Krieg. Seine Augen waren wie Feuerflammen und auf dem Haupt trug er viele Diademe; und auf ihm stand ein Name, den er allein kennt. Bekleidet war er mit einem blutgetränkten Gewand; und sein Name heißt ‚Das Wort Gottes‘. Die Heere des Himmels folgten ihm auf weißen Pferden; sie waren in reines, weißes Leinen gekleidet.“ (Offb 19,11-14)

sowie: „Der Tod und die Unterwelt aber wurden in den Feuersee geworfen. Das ist der zweite Tod: der Feuersee.“ (Offb 20,14)

und: „Der Tod wird nicht mehr sein, keine Trauer, keine Klage, keine Mühsal. Denn was früher war, ist vergangen“. (Offb 21,4)

Johnny Cash: The man comes around

Deutsche Übersetzung (könnte besser sein)

Das zweite Kommen des Menschensohnes

14/11/2009
(zum Sonntags-Evangelium v. 15. November 09: Mk 13, 24-32)

«Sogleich aber nach der Drangsal jener letzten Tage, von der ihr gehört habt- ich spreche jetzt vom Ende der Zeiten und der Welt und der Auferstehung der Gebeine, von der auch die Propheten sprechen- wird die Sonne sich verfinstern, der Mond wird seinen Schein nicht mehr geben und die Sterne des Himmels werden herabfallen, wie ein Windstoss die Beeren einer überreifen Traube abschüttelt, und die Kräfte des Himmels werden erschüttert werden.

Dann wird am verdunkelten Firmament das strahlende Zeichen des Menschensohnes erscheinen, und alle Völker der Erde werden wehklagen. Und die Menschen werden den Menschensohn auf den Wolken des Himmels kommen sehen mit grosser Macht und Herrlichkeit. Er wird seinen Engeln gebieten, zu ernten und Weinlese zu halten, den Weizen von der Spreu zu trennen und die Trauben in die Kufe zu werfen, denn dann wird die Zeit der grossen Ernte des Samens Adams gekommen sein. Und es wird nicht mehr nötig sein, Vorräte oder Saat aufzubewahren, da das Menschengeschlecht auf der toten Erde nicht fortbestehen wird. Er wird seine Engel aussenden mit lautem Posaunenschall, und sie werden seine Auserwählten sammeln aus den vier Winden, von einem Ende des Himmels bis zum anderen, und sie werden an der Seite des göttlichen Richters sitzen und mit ihm die letzten Lebenden und die Auferstandenen richten.

Albrecht Dürer

Vom Feigenbaum aber lernt das Gleichnis: Wenn ihr seht, dass seine Zweige schon saftig werden und Blätter hervortreiben, dann wisst ihr, dass der Sommer nahe ist. So sollt auch ihr, wenn ihr dies alles seht, erkennen: Christus steht nahe vor der Tür. Wahrlich, ich sage euch: Dieses Geschlecht, das mich nicht gewollt hat, wird nicht vergehen, bis dies alles geschieht. Mein Wort wird nicht ungültig. Was ich euch gesagt habe, wird geschehen. Das Herz und die Gedanken der Menschen können sich ändern, aber mein Wort ändert sich nicht. Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte werden nicht vergehen.

Jenen Tag aber oder die Stunde kennt niemand, auch nicht die Engel des Herrn, sondern nur der Vater.«

Auszug aus “Der Gottmensch″, Band XI von Maria Valtorta, mit der Genehmigung des Herausgebers Centro Editoriale Valtortiano srl. Isola del Liri (FR), www.mariavaltorta.com, dem die Rechte für die Werke Maria Valtortas gehören.