Posts Tagged ‘Beweise Echtheit Maria Valtorta’

Jean Aulagnier: Avec Jésus au jour le jour – The Diary of Jesus (Teil 3)

01/02/2013

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Im Anhang seines Buches erläutert Jean Aulagnier seine komplizierten Kalenderberechnungen anhand detaillierter Beispiele. Die Rekonstruktion des jubiläischen Kalenders und die parallele Verbindung der diversen Kalender zueinander unter Einbeziehung der für manche Kalender maßgeblichen Mondphasen ermöglichten ihm, biblische Ereignisse, die Jahrhunderte und sogar Jahrtausende zurückliegen, nach allen Kalendern fortlaufend und übereinstimmend exakt zu datieren. Zum ersten Mal wird hier deutlich, dass den großen Ereignissen im Leben der Heiligen Familie, wie zum Beispiel der Geburt Jesu oder Marias, der Rhythmus des antiken, jubiläischen Kalenders zugrunde liegt und dass wesentliche Elemente, deren Zyklus und Symbolik für die antiken Hebräer höchste Bedeutung hatte, präzise eingehalten wurden. 

Die über 4000 Anhaltspunkte im „Gottmensch“ lassen sich exakt in die Kalenderberechnungen Aulagniers einfügen: ausgehend von einem im Buch beschriebenen Ereignis als Fixpunkt (der Tod eines Jüngers Jesu in Bd. VI der italienischen Ausgabe) mit Zeitangabe nach dem römischen (also julianischen) sowie dem (damals gebräuchlichen, alten) hebräischen Kalender, gelang es ihm, alle davor und danach geschilderten Punkte auf den Tag genau kohärent einzuordnen! Mindestens genauso beeindruckend ist die Tatsache, dass Maria Valtorta Ereignisse und Feste, die aufgrund von notwendigen Korrekturen der Kalender (ähnlich unserem Schaltjahr, aber komplizierter und unregelmäßiger) zeitliche Verschiebungen im Abstand voneinander und im Verhältnis zum Vollmond aufweisen mussten, zeitlich richtig, d.h. mit den Berechnungen Aulagniers übereinstimmend beschreibt! Und das, obwohl sie keine Expertin in Mondastronomie, sondern eine schlechte Rechnerin war und sich diese Übereinstimmungen unmöglich ausgedacht haben kann.

(Maria Valtorta - mit Genehmigung des Centro Editoriale Valtortiano)

(Maria Valtorta – mit Genehmigung des Centro Editoriale Valtortiano)

Jean Aulagnier schreibt selbst abschließend: „Es lässt sich sicherlich nicht behaupten, dass dies eine einfache Arbeit war. Je länger ich sie aber fortführte und je weiter ich mit meiner Analyse parallel zu den Unterweisungen Jesu fortschritt, und je mehr ich die reichhaltigsten Szenen entdeckte, sei es die Bergpredigt, die Geburt Jesu, die Passion unseres Herrn oder viele andere mehr – es wären zu viele Zeilen nötig, um sie alle zu zitieren – desto mehr maß und berührte ich direkt mit außergewöhnlicher Intensität die tiefe, totale, göttliche Realität der Schriften Marias. 

Nein, diese Texte haben nichts mit dem gemein, was eine mystische, phantasiebegabte Seele schreiben kann oder ein genial fälschender Schriftsteller erfinden könnte. Sie sind in ihrer Präzision, ihrer Kohärenz, ihrem Ausdruck wirklich die Beschreibung der unmittelbaren Worte und realen Szenen, die Maria Valtorta dank außergewöhnlicher Gnade hören und sehen durfte.“ —

Leider ist dieses faszinierende Buch, das die Zeitspanne zwischen 63 vor und 70 nach Christus umfasst und das Valtortaszenen mit Evangeliumszitaten kombiniert, bisher nicht in deutscher Sprache erschienen. Es existiert auf französisch (Avec Jésus au jour le jour, Editions Résiac) oder auf englisch (The Diary of Jesus, Kobe’s Publications) und ist unbedingt empfehlenswert. 

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Jean Aulagnier: Avec Jésus au jour le jour – The Diary of Jesus (Teil 2)

22/01/2013

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Jean Aulagnier ging bei dieser unglaublich minutiösen und fünf Jahre dauernden Arbeit folgendermaßen vor: Zuerst markierte er sich in jeder Szene die Angaben, anhand derer er sie in Bezug zu anderen Szenen setzen und hinsichtlich Zeit und Raum einordnen konnte: „am Vorabend“, „fünf Tage später“, „am gleichen Ort“, Ortsnamen usw. So entstanden viele kleine, vorerst mobile „Filmabschnitte“ über verschieden lange Zeiträume mit verschiedenen Szenen. Anschließend sichtete er die rund 60 Szenen mit Angaben zum Sabbat: Er zog einerseits die Entfernungen und die benötigte Zeit, um erwähnte Entfernungen zurückzulegen, in Betracht. Andererseits berücksichtigte er die Tatsache, dass Jesus und die Seinen die Sabbatruhe respektierten (d.h. das Verbot, zwischen dem Sonnenuntergang freitags bis zum Sonnenuntergang samstags mehr als 1100 bis 1200 Meter zurückzulegen). So konnte er die kurzen Abschnitte den Wochentagen zuordnen und es entstanden längere Abschnitte über mehrere Wochen. 

Danach konzentrierte er sich auf die kalendarischen, klimatischen oder astronomischen Angaben im Werk: „das zweite Viertel des Mondes im Ziv“, „an diesem kalten Dezembertag“, „unter der Aprilsonne“ usw. Mithilfe dieser Anhaltspunkte konnte er die wochenlangen Abschnitte in einen größeren, sich über mehrere Monate erstreckenden Rahmen einordnen. Dank der zahlreichen Beschreibungen des Mondes (ca. 60) in den Valtorta-Bänden konnte er genau überprüfen, ob seine Einordnungen mit den diversen beschriebenen Festen (Ostern, Pfingsten, Laubhüttenfest, Tempelweihefest…) zeitlich richtig waren. Bei seinem außerordentlich sorgfältigen Vorgehen stellte er Berechnungen mit sechs (!) verschiedenen Kalendern an: er berücksichtigte zwei Sonnenkalender (den julianischen und den gregorianischen), zwei jüdische Mond-Sonnenkalender (den alten = zur Zeit Jesu gebräuchlichen und den aktuellen = heutigen), den Mondphasenkalender und den antiken hebräischen („jubiläischen“) Wochen-Sonnenkalender, der seit dem Auszug aus Ägypten bis zur Babylonischen Gefangenschaft in Gebrauch war und dem „Buch der Jubliäen“ (auch „Buch der Einteilungen der Zeiten“) zu entnehmen ist.

Qumran - Höhle Nr. 4

Qumran – Höhle Nr. 4

Was dieses „Buch der Jubiläen“ betrifft, ist folgender Zusammenhang beachtenswert: die Fragmente des hebräischen Originals, die die Rekonstruktion des antiken hebräischen Kalenders ermöglichten, wurden erst in den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts in den Qumranhöhlen am Toten Meer entdeckt. Als Maria Valtorta ihre Visionen und Diktate niederschrieb (1943-1950), war der Kalender von Annie Jaubert noch nicht dekodiert worden. Das geschah erst, als in Italien bereits die ersten Valtorta-Bände herausgegeben wurden. Trotzdem stimmen sämtliche Einzelheiten auf den hunderten von Seiten in „Der Gottmensch“ mit diesem der Valtorta unbekannten Kalender überein. 

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