Posts Tagged ‘Christen’

Elfenbeinküste

07/04/2011

Die Franzosen gebärden sich mal wieder wie Kolonialherren: erst der Angriff auf Libyen, jetzt mischen sie sich auch militärisch in der Elfenbeinküste ein. Der hyperaktive Monsieur Sarkozy scheint vom napoleonischen Grössenwahn besessen. Ausserdem muss er bei den Wählern punkten, denn die Kantonalwahlen im März sind für ihn schlecht ausgefallen und die Präsidentschaftswahlen stehen vor der Tür. Um die christlichen Wähler auf seine Seite zu ziehen, jettet er sogar am 1. Mai zur Seligsprechung von Johannes Paul II.

Bei der herkömmlichen Berichterstattung über die Geschehnisse an der Elfenbeinküste wird uns die ganze Chose so verkauft, als ginge es darum, dass ein machtbesessener Präsident (Gbagbo) den Platz für den vom Volk rechtmässig gewählten Nachfolger (Ouattara) nicht freimachen will und die rechtschaffene westliche Welt nun dafür sorgen muss, dass die Demokratie verwirklicht wird. Die Staatsangehörigkeit von Ouattara ist allerdings nicht eindeutig erwiesen, eventuell hätte er gar nicht kandidieren dürfen und ob die Wahlen nicht doch gefälscht waren…? Er hat in den USA studiert und 22 Jahre Karriere beim IWF gemacht. Grosse Teile des Volkes befürchten, dass er die wirtschaftlichen Interessen des Landes eher im Sinne der westlichen Mächte vertreten würde (es geht hautptsächlich um Erdöl, Kaffee, Kakao, Gold). Ganz zufällig wurde Monsieur Ouattara auch noch von Monsieur Sarkozy standesamtlich getraut, als dieser noch Bürgermeister in Neuilly war. Na sowas.

Elfenbeinküste: Christen beten für den Frieden

Gbagbo ist auch kein Kind von Traurigkeit, Blut haben sicher beide Politiker an den Händen, aber tatsächlich hat der ganze Konflikt einen religiösen Hintergrund, der in unserer Berichterstattung völlig ausgeklammert wird, dessen sich die ivorische Bevölkerung aber sehr wohl bewusst ist: Gbagbo ist katholischer Christ, Ouattara ein Moslem. Seit dem 2002 durch die (grösstenteils) muslimischen Rebellen im Norden ausgelösten Bürgerkrieg ist der Islam auf dem Vormarsch und es sieht – wie häufig in Afrika – so aus, als wolle der Islam sich vom Norden herkommend im Land breitmachen. Wenn Ouattara an die Macht kommt – und das wird er wohl, denn die westlichen Mächte, die nur ihre eigenen Interessen im Auge haben, unterstützen ihn – kommen auf die ivorischen Christen schwierige Zeiten zu.

Pakistan: Behörden ließen Minderheiten ertrinken

06/09/2010

Die Regierung der pakistanischen Provinz Sindh habe Gebieten, die vorwiegend von Minderheiten bewohnt werden, absichtlich ausreichenden Schutz gegen Überschwemmungen verweigert. Das sagte ein Kirchenvertreter aus Pakistan, der aus Sicherheitsgründen anonym bleiben wollte, im Gespräch mit dem weltweiten katholischen Hilfswerk „Kirche in Not“.

Er erklärte, es habe „Prioritätsgebiete“ für Hochwasserschutz gegeben, um vor allem die Ländereien wohlhabender Muslime zu schützen. Das sei der Grund, warum die „Ärmsten der Armen“ von der Katastrophe besonders betroffen seien.

So seien für Hochwasser bekannte Abschnitte des Flusses Indus in der Provinz Sindh im Südosten des Landes vor der Flutkatastrophe absichtlich nicht gesichert worden. Ziel sei es gewesen, das Wasser in Gebiete zu leiten, die hauptsächlich von christlichen oder hinduistischen Stammesgemeinschaften bewohnt würden. Diese Gebiete hätten in den Augen der Behörden nicht die nötige „Priorität“ für ausreichenden Hochwasserschutz gehabt.

Der Informant aus Kirchenkreisen warf Regierungsvertretern der Provinz Sindh vor, sich mit den örtlichen Großgrundbesitzern verschworen und nur deren Land mit Deichen und Kanälen vor Überschwemmungen geschützt zu haben – auf Kosten der Minderheiten in der Provinz. Kies und andere Baumaterialien seien sogar aus den ärmlichen Regionen abtransportiert worden, um die Dämme zum Schutz der Ländereien von Großgrundbesitzern zu errichten.

 

Weiter sagte der Kirchenvertreter, es sei erschreckend, dass der fehlende Hochwasserschutz für die Ärmsten der Armen „nicht einfach nur Inkompetenz“ von Seiten der Behörden gewesen sei. Das Leiden der armen Bevölkerung sei von den Behörden vielmehr „bewusst und billigend geplant“ gewesen.

Er berichtete, er sei erschrocken, als er die Region bereist habe und die Flüsse „unglaublich voll“, aber die großen Hochwasserkanäle nebenan „relativ leer“ gesehen habe. Das habe in ihm den Verdacht geweckt, dass die Fluten in Gegenden mit „geringer Bedeutung“ geleitet werden sollten. Tatsächlich gebe es nach Angaben des Informanten gerade in jenen Regionen um die von der Flut am meisten betroffenen Städten Jacobabad, Sukkur, Larkana, Shikarpur, Thatta und Ranipur die höchste Konzentration von religiösen Minderheiten im gesamten Land.

Er forderte darum, dass Hilfswerke und andere Organisationen nun vor allem den Minderheiten helfen müssten, denn diese „seien viel zu lange ignoriert worden“. Es sei zu befürchten, dass mit dem Ende des Fastenmonats Ramadan am 10. September die Hilfen zurückgingen, da die Muslime dann weniger zu Almosen und anderer Hilfe verpflichtet seien.

„Kirche in Not“ verteilt die Hilfen für die Flutopfer in Pakistan prinzipiell über die kirchlichen Strukturen im Land. Dadurch kommen alle Spenden direkt der christlichen Minderheit zugute.

www.kirche-in-not.de/spenden-online

KIRCHE IN NOT Deutschland
Kennwort: „Pakistan Katastrophenhilfe“
Kto.-Nr.: 215 2002
BLZ: 750 903 00
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Kennwort: „Pakistan“
Kto.Nr. 92.065.338
BLZ 60 000
PSK

KIRCHE IN NOT Schweiz
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Vermerk „Flutopfer Pakistan“