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„Seht das Lamm Gottes…“

14/01/2012

zum Sonntags-Evangelium vom 15. Januar 2012: Joh 1,35-42

… Während der Wirt spricht und mit seinen Kunden zuhört, sind die Apostel [Anm.: Andreas und Philippus]  in der Mitte des Hofes stehengeblieben wie zwei Säulen. Schliesslich sagt ein Mann: „Ihr da! Kommt her! Wer ist es? Woher kommt er, von dem ihr redet?“

„Es ist Jesus des Joseph, von Nazareth“, sagt Philippus ernst und steht da wie einer, der darauf wartet, ausgelacht zu werden. Aber Andreas fügt hinzu: „Er ist der verheissene Messias. Ich beschwöre euch zu eurem eigenen Besten, hört ihn an! Ihr habt den Täufer genannt. Gut, ich war bei ihm, und er hat uns auf Jesus, der vorbeiging, aufmerksam gemacht und sagte: ‚Seht, das Lamm Gottes, das hinwegnimmt die Sünden der Welt.‘ Als Jesus zur Taufe in den Jordan stieg, da öffnete sich der Himmel, und eine Stimme rief: ‚Das ist mein geliebter Sohn, an dem ich mein Wohlgefallen habe!‘ Und die Liebe Gottes stieg wie eine Taube herab und erstrahlte über seinem Haupt.“

„Siehst du, so ist es doch der Nazarener! Aber sagt einmal, ihr, die ihr euch seine Freunde nennt…“

„Freunde? Nein! Apostel, Jünger sind wir und von ihm gesandt, um seine Ankunft anzukünden; denn wer Rettung braucht, soll zu ihm gehen“, verbessert Andreas.

„Gut, gut! Aber sagt einmal: Ist er wirklich so, wie einige sagen, ein Heiliger, der heiliger als der Täufer ist, oder ist er ein Dämon, wie andere sagen? Ihr, die ihr bei ihm seid, weil ihr seine Jünger seid, sagt einmal ehrlich: Ist es wahr, dass er ein Lüstling und Gauner ist? Dass er die Dirnen und die Zöllner liebt? Dass er ein Wahrsager ist und bei Nacht Geister anruft, um Geheimnisse der Herzen zu erfahren?“

„Warum stellst du diesen Männern all diese Fragen? Frag doch lieber, ob er gut ist. Diese beiden werden beleidigt fortgehen und dem Meister von unserer schlechten Redensart berichten, und wir werden verflucht. Man kann nie wissen… Gott oder Teufel, wer er auch sein mag, es ist immer besser, gut mit ihm umzugehen.“

Diesmal antwortet Philippus: „Wir können aufrichtig antworten, denn es gibt nichts Böses zu verbergen. Er ist unser Meister; er ist der Heilige unter den Heiligen! Seine Tage sind erfüllt von den Mühen der Unterweisung. Unermüdlich geht er von Ort zu Ort auf der Suche nach den Seelen. Seine Nacht verbringt er im Gebet für uns. Er verachtet Tisch und Freundschaft nicht; aber nicht aus Eigensucht, sondern um sich denen zu nähern, die anders nicht zugänglich sind. Er weist Zöllner und Dirnen nicht zurück; aber nur, um sie zu erlösen. Sein Weg ist gezeichnet mit Wundern der Erlösung und Wundern bei Kranken. Ihm gehorchen die Winde und die Meere. Er braucht niemanden, um Wunder zu wirken, und keine Geister, um in den Herzen lesen zu können.“ …

Auszug aus “Der Gottmensch“, Bd. IV von Maria Valtorta. Veröffentlicht mit der Genehmigung des Herausgebers Centro Editoriale Valtortiano srl. Isola del Liri (FR), www.mariavaltorta.com, dem die Rechte für die Werke Maria Valtortas gehören. Um die Bücher Maria Valtortas in deutscher Sprache zu erwerben bitte wenden an den Parvis-Verlag, 1648 Hauteville, Schweiz: book@parvis.ch, www.parvis.ch

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