Posts Tagged ‘Der Gottmensch’

Jean Aulagnier: Avec Jésus au jour le jour – The Diary of Jesus (Teil 2)

22/01/2013

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Jean Aulagnier ging bei dieser unglaublich minutiösen und fünf Jahre dauernden Arbeit folgendermaßen vor: Zuerst markierte er sich in jeder Szene die Angaben, anhand derer er sie in Bezug zu anderen Szenen setzen und hinsichtlich Zeit und Raum einordnen konnte: „am Vorabend“, „fünf Tage später“, „am gleichen Ort“, Ortsnamen usw. So entstanden viele kleine, vorerst mobile „Filmabschnitte“ über verschieden lange Zeiträume mit verschiedenen Szenen. Anschließend sichtete er die rund 60 Szenen mit Angaben zum Sabbat: Er zog einerseits die Entfernungen und die benötigte Zeit, um erwähnte Entfernungen zurückzulegen, in Betracht. Andererseits berücksichtigte er die Tatsache, dass Jesus und die Seinen die Sabbatruhe respektierten (d.h. das Verbot, zwischen dem Sonnenuntergang freitags bis zum Sonnenuntergang samstags mehr als 1100 bis 1200 Meter zurückzulegen). So konnte er die kurzen Abschnitte den Wochentagen zuordnen und es entstanden längere Abschnitte über mehrere Wochen. 

Danach konzentrierte er sich auf die kalendarischen, klimatischen oder astronomischen Angaben im Werk: „das zweite Viertel des Mondes im Ziv“, „an diesem kalten Dezembertag“, „unter der Aprilsonne“ usw. Mithilfe dieser Anhaltspunkte konnte er die wochenlangen Abschnitte in einen größeren, sich über mehrere Monate erstreckenden Rahmen einordnen. Dank der zahlreichen Beschreibungen des Mondes (ca. 60) in den Valtorta-Bänden konnte er genau überprüfen, ob seine Einordnungen mit den diversen beschriebenen Festen (Ostern, Pfingsten, Laubhüttenfest, Tempelweihefest…) zeitlich richtig waren. Bei seinem außerordentlich sorgfältigen Vorgehen stellte er Berechnungen mit sechs (!) verschiedenen Kalendern an: er berücksichtigte zwei Sonnenkalender (den julianischen und den gregorianischen), zwei jüdische Mond-Sonnenkalender (den alten = zur Zeit Jesu gebräuchlichen und den aktuellen = heutigen), den Mondphasenkalender und den antiken hebräischen („jubiläischen“) Wochen-Sonnenkalender, der seit dem Auszug aus Ägypten bis zur Babylonischen Gefangenschaft in Gebrauch war und dem „Buch der Jubliäen“ (auch „Buch der Einteilungen der Zeiten“) zu entnehmen ist.

Qumran - Höhle Nr. 4

Qumran – Höhle Nr. 4

Was dieses „Buch der Jubiläen“ betrifft, ist folgender Zusammenhang beachtenswert: die Fragmente des hebräischen Originals, die die Rekonstruktion des antiken hebräischen Kalenders ermöglichten, wurden erst in den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts in den Qumranhöhlen am Toten Meer entdeckt. Als Maria Valtorta ihre Visionen und Diktate niederschrieb (1943-1950), war der Kalender von Annie Jaubert noch nicht dekodiert worden. Das geschah erst, als in Italien bereits die ersten Valtorta-Bände herausgegeben wurden. Trotzdem stimmen sämtliche Einzelheiten auf den hunderten von Seiten in „Der Gottmensch“ mit diesem der Valtorta unbekannten Kalender überein. 

(weiter zu Teil 3)

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Jesus auf der Hochzeit von Kana

19/01/2013

zum Sonntagsevangelium vom 20. Januar 2013: Joh 2,1-11

(…) Jesus geht an der Seite der Mutter nach oben, die Jünger und die Gastgeber folgen. Sie gehen in den Saal, wo die Frauen damit beschäftigt sind, Sitzgelegenheiten und Geschirr für die drei Gäste herbeizuschaffen, die nicht erwartet waren, wie mir scheint. Man hat den Eindruck, dass das Kommen Jesu ungewiss, das seiner Gefährten aber absolut unvorhergesehen war.

Ich höre die schöne, männliche und warme Stimme des Meisters beim Betreten des Saales sagen: „Der Friede sei in diesem Haus, und der Segen Gottes über euch allen!“ Ein Gruß an alle, voller Erhabenheit.

Jesus überragt durch sein Aussehen und seine Gestalt alle anderen. Er ist zwar zufälliger Gast; dennoch scheint er der König des Festmahls zu sein, mehr als der Bräutigam oder der Hausherr. So sehr er auch demütig und entgegenkommend ist, er übertrifft alle.

Carl Heinrich Bloch

Jesus nimmt an der mittleren Tafel Platz zusammen mit dem Bräutigam, der Braut, den Eltern des Bräutigams und den einflussreichen Freunden. Die Jünger werden aus Rücksicht auf den Meister an denselben Tisch gesetzt.

Jesus sitzt mit dem Rücken zu der Wand, an welcher die Krüge aufgestellt sind und die Anrichte sich befindet. Ich sehe sie jedoch nicht; auch nicht die Geschäftigkeit des Tafelmeisters, der mit den Platten voller Braten beschäftigt ist, die durch eine kleine Tür bei der Anrichte gereicht werden.

Mir fällt auf, dass ausser den Müttern der Brautleute und Maria keine andere Frau an diesem Tisch Platz genommen hat. Alle Frauen sitzen an dem anderen Tisch, bei der Wand, und machen Lärm für hundert. Sie werden erst nach den Brautleuten und den vornehmen Gästen bedient. Jesus sitzt neben dem Hausherrn, Maria gegenüber, die neben der Braut sitzt. 

Die Mahlzeit beginnt. Ich kann euch versichern, der Appetit und auch der Durst fehlen nicht. Die einzigen, die wenig essen und trinken, sind Jesus und Maria; letztere spricht auch sehr wenig, Jesus etwas mehr. Wenn er auch wortkarg ist, so ist er doch nicht abweisend oder stolz. Er ist ein höflicher Mensch, doch kein Schmeichler. Auf Fragen antwortet er; wenn mit ihm geredet wird, zeigt er Interesse und gibt seine Meinung kund; doch dann zieht er sich in sich selbst zurück, wie jemand, der gewohnt ist, zu meditieren. Er lächelt, doch lacht er nie. Und wenn er einen etwas gewagten Scherz hört, dann tut er, als hätte er ihn nicht gehört. Maria „nährt“ sich vom Anblick ihres Jesus, und ebenso Johannes, der am Ende der Tafel sitzt und an den Lippen seines Meisters hängt. 

Maria bemerkt, dass die Diener mit dem Tafelmeister tuscheln und dass letzterer sehr verlegen ist. Sie erfasst die peinliche Situation. „Sohn“, sagt sie leise und sucht auf diese Weise die Aufmerksamkeit Jesu aus sich zu lenken. „Sohn, sie haben keinen Wein mehr.“

„Frau, was habe ich nunmehr mit dir zu schaffen?“ Jesus lächelt Maria bei diesen Worten noch liebevoller an, und Maria lächelt zurück, wie zwei, die eine Wahrheit kennen, die ihr freudvolles Geheimnis ist und die sonst niemand kennt.

Maria sagt zu den Dienern: „Tut, was er euch sagen wird!“ In den Augen des Sohnes hat sie die Zusage gelesen, doch verschleiert – eine große Lehre für alle „Berufenen“. 

Jesus sagt zu den Dienern: „Füllt die Krüge mit Wasser!“

Ich sehe, wie die Diener die Krüge mit Wasser aus dem Brunnen füllen. Ich höre das Rasseln der Kette, mittels der die triefenden Wassereimer heraufgezogen und dann wieder hinuntergelassen werden. Ich sehe, wie der Tafelmeister ein wenig von dieser Flüssigkeit schöpft, sie mit erstaunten Augen betrachtet, dann mit noch größerer Verwunderung davon kostet und schließlich mit dem Hausherrn und dem Bräutigam (die in der Nähe sind) spricht.

Maria schaut den Sohn noch einmal lächelnd an; dann fängt sie ein Lächeln von ihm auf, neigt das Haupt und errötet leicht. Sie ist glücklich.

Kana

Ein Raunen geht durch den Saal. Die Köpfe wenden sich alle Jesus und Maria zu. Einige stehen auf, um besser sehen zu können; andere begeben sich zu den Krügen. Zuerst herrscht großes Schweigen, dann ertönt ein Chor des Lobes für Jesus. 

Er erhebt sich und sagt nur: „Bedankt euch bei Maria!“ und entzieht sich hierauf dem Festmahl. Die Jünger folgen ihm. Auf der Schwelle wiederholt er: „Friede sei diesem Haus und der Segen Gottes über euch!“ Und fügt hinzu: „Mutter, leb wohl!“

Die Vision ist zu Ende.

Auszug aus “Der Gottmensch″, Band I von Maria Valtorta. Veröffentlicht mit Genehmigung des Herausgebers Centro Editoriale Valtortiano srl. Isola del Liri (FR), www.mariavaltorta.com, dem die Rechte für die Werke Maria Valtortas gehören. Um die Bücher Maria Valtortas in deutscher Sprache zu erwerben bitte wenden an den Parvis-Verlag, 1648 Hauteville, Schweiz: book@parvis.chwww.parvis.ch

Die Erweckung der Tochter des Jairus

30/06/2012

zum Evangelium vom 1. Juli 2012: Markus 5,21-43

(…) Jesus betrachtet sie [Anm: die geheilte Frau, die ihm gerade gestanden hat, heimlich sein Gewand berührt zu haben und nun geheilt zu sein] mit unendlicher Güte. Er lächelt ihr zu und sagt zu ihr: „Geh in Frieden, Tochter! Dein Glaube hat dir geholfen! Sei für immer geheilt. Sei gut und glücklich. Geh!“

Während er noch spricht, kommt ein Mann herbei, anscheinend ein Knecht, der sich an den Vater wendet. Dieser ist die ganze Zeit in einer ehrfürchtigen Erwartung neben Jesus gewandelt, obgleich er ein gequältes Gesicht hat, als stände er auf heissen Kohlen. „Deine Tochter ist tot. Es ist zwecklos, weiterhin den Meister zu belästigen. Sie hat den Geist aufgegeben, und die Frauen halten schon die Totenklage. Die Mutter lässt dir dies sagen und dich bitten, sofort zu kommen.“

Der arme Vater schluchzt laut. Er führt seine Hände zur Stirne, drückt sich die Augen zu und krümmt sich, wie von einem Hieb getroffen.

Jesus, der aufmerksam mit der Frau gesprochen hat und anderes zu sehen und zu hören scheint, dreht sich jetzt um, legt seine Hand auf die gebeugten Schultern des armen Vaters und sagt: „Mann, ich habe es dir doch gesagt, habe Glauben! Ich wiederhole, habe Glauben! Hab keine Angst, dein Kind wird leben. Gehen wir zu ihm.“ Und er geht weiter und drückt den vernichteten Mann an sich. Die Menge bleibt vor diesem Schmerz und der bereits erfolgten Heilung erschrocken stehen, teilt sich, lässt Jesus und die Seinen ungehindert durch und folgt wie Kielwasser der Gnade, die vorausgeht.

Sie gehen etwa hundert Meter, vielleicht auch mehr – ich kann es nicht gut schätzen -, und kommen immer näher zur Stadtmitte. Eine große Menge hat sich vor einem bürgerlichen Haus versammelt. Mit lauten Stimmen wird der Todesfall im Haus beklagt und auf die lauten Rufe geantwortet, die aus der weitgeöffneten Tür kommen. Es sind schrille, auf einer Höhe bleibende Töne, und sie scheinen von einer beherrschenden Stimme vorgetragen und von einer Gruppe schwacher und einer Gruppe stärkerer Stimmen beantwortet zu werden. Ein Lärm, der auch Gesunde umzubringen imstande ist.

Jesus gibt den Seinen die Weisung, vor dem Ausgang stehenzubleiben, und ruft Petrus, Jakobus und Johannes zu sich. Mit ihnen geht er in das Haus, den weinenden Vater immer noch am Arm festhaltend.

Es scheint, dass er ihm die Gewissheit geben will, dass er da ist, und ihn glücklich machen möchte mit dieser Umklammerung. Die Klagenden (ich würde sie eher die Heulenden nennen) verdoppeln ihr Geschrei beim Anblick des Hausvaters und des Meisters. Sie klatschen in die Hände, hauen auf die Pauken, schlagen an die Triangeln, und auf diese… Musik stützen sie ihr Gejammer.

„Schweigt!“ sagt Jesus. „Hier ist kein Grund zum Weinen. Das Mädchen ist nicht gestorben, es schläft nur!“

Die Frauen stoßen noch stärkere Schreie aus, und einige wälzen sich auf der Erde, zerkratzen sich, reißen sich die Haare aus (oder besser gesagt, tun so als ob…), um zu beweisen, dass die Tochter wirklich tot ist. Die Musikanten und die Freunde schütteln den Kopf über die Illusion Jesu. Aber er wiederholt: „Schweigt“, und zwar in einem so energischen Ton, dass der Lärm zwar nicht aufhört, doch sehr abnimmt. Dann schreitet er weiter vorwärts.

Er betritt eine kleine Kammer. Auf dem Lager liegt ein totes Mädchen ausgestreckt. Mager und totenbleich liegt es mit sorgfältig geordneten Haaren da. Die Mutter steht weinend auf der rechten Seite des Bettes und hält die wächserne Hand der Toten. Jesus!… Oh, wie schön ist er jetzt! So habe ich ihn selten gesehen! Jesus nähert sich eilig. Es scheint, als schwebe er über dem Boden, so schnell eilt er auf das Bettlein zu.

Die drei Apostel stehen an der Türe und schließen sie vor den Augen der Neugierigen. Der Vater bleibt am Fußende des Bettes stehen.

Jesus geht auf die linke Seite des Lagers, streckt seine linke Hand aus und erfasst damit das leblose Händchen des Kindes. Die linke Hand. Ich habe es gut gesehen. Es ist sowohl die linke Hand Jesu als auch die linke Hand des Kindes. Er hebt den rechten Arm und bringt die geöffnete Hand bis zur Schulterhöhe. Schliesslich senkt er sie, mit einer Geste, die einem Schwur oder einem Befehl entsprechen könnte. Er sagt: „Mädchen, ich sage dir, steh auf!“

Für einen Augenblick sind alle, mit Ausnahme Jesu und des Mädchens, überrascht. Die Apostel recken die Hälse, um besser sehen zu können. Der Vater und die Mutter schauen mit traurigen Augen auf ihr Kind. Nur einen Augenblick. Dann hebt ein Atemzug die Brust der kleinen Toten. Eine leichte Röte breitet sich über das wachsbleiche Gesicht; die Totenblässe schwindet. Ein schwaches Lächeln spielt auf den noch bleichen Lippen, bevor die Augen sich öffnen, als ob das Kind etwas Schönes träumte. Jesus hält seine Hand immer noch in der seinen. Das Kind öffnet langsam die Augen und schaut umher, als ob es soeben erwacht wäre. Zuerst sieht es das Antlitz Jesu, der es mit seinen strahlenden Augen anblickt und ihm ermutigend zulächelt, worauf das Kind ebenfalls lächelt.

„Steh auf!“ wiederholt Jesus, und er schiebt mit seiner Hand die auf dem Bett ausgebreiteten Leichengeschenke zur Seite (Blumen, Schleier usw.) und hilft dem Mädchen beim Herabsteigen und bei den ersten Schritten; er hält es weiterhin an der Hand.

„Gebt ihm jetzt zu essen!“ befiehlt er. „Es ist geheilt. Gott hat es euch zurückgegeben. Dankt ihm dafür! Und sagt niemandem, was vorgefallen ist. Ihr wisst, was mit ihr geschehen war. Ihr habt geglaubt und damit das Wunder verdient. Die anderen hatten keinen Glauben; es ist zwecklos, sie überzeugen zu wollen. Dem, der das Wunder leugnet, zeigt sich Gott nicht. Und du, Mädchen, sei brav! Lebt wohl! Der Friede sei mit diesem Haus!“ Und er geht hinaus, die Tür hinter sich schließend.

Die Vision ist zu Ende.

Ich will Ihnen sagen, welche beiden Stellen mich besonders erfreut haben: die eine, wo Jesus in der Menge die Frau sucht, die ihn berührt hat, und besonders die andere, wo er die Hand des Mädchens nimmt und diesem befiehlt aufzustehen. Friede und Sicherheit haben mich erfüllt. Es ist nicht möglich, dass ein Barmherziger und ein Mächtiger wie er nicht Mitleid mit uns hat und das Übel, das uns sterben lässt, nicht besiegt.

Jesus sagt im Augenblick nichts dazu, so wie er über viele Dinge nichts sagt. Er sieht, dass ich fast am Ende bin, und findet es nicht angebracht, dass es mir heute abend besser gehe. Sein Wille geschehe! Ich bin schon froh genug, dass ich seine Vision in mir habe.

Auszug aus “Der Gottmensch″ Bd. IV von Maria Valtorta. Veröffentlicht mit Genehmigung des Herausgebers Centro Editoriale Valtortiano srl. Isola del Liri (FR), www.mariavaltorta.com, dem die Rechte für die Werke Maria Valtortas gehören. Um die Bücher Maria Valtortas in deutscher Sprache zu erwerben bitte wenden an den Parvis-Verlag, 1648 Hauteville, Schweiz: book@parvis.chwww.parvis.ch

„Der Himmel sah schön aus“

Das Wunder am gelähmten Kinde

Die Auferstehung unseres Herrn Jesus Christus

30. November: Gedenktag Hl. Andreas

30/11/2011

Andreas stammte aus Betsaida und war Fischer. Er war zuerst Jünger Johannes‘ des Täufers, trat dann, als er das Zeugnis des Täufers über Jesus, „das Lamm Gottes“, hörte, in dessen Gefolgschaft über (Joh 1, 35-40) und gehörte zur Gruppe der Zwölf. Er gewann auch seinen Bruder Petrus für Jesus (Joh 1, 40-42).

Er trat bei der Speisung der Fünftausend hervor (Joh 6, 8-9), und an ihn wandten sich die Griechen, die nach dem Einzug in Jerusalem mit Jesus sprechen wollten (Joh 12, 23). Später hat Andreas, der Überlieferung zufolge, am Schwarzen Meer und in Griechenland das Evangelium gepredigt und ist in Patras in Achaia den Martertod am Kreuz gestorben. (Quelle: katholisch.de)

Wie wir aus den Büchern der Valtorta wissen, war der  Apostel Andreas – im Gegensatz zu seinem Bruder Simon Petrus – ein scheuer Mensch, der nicht viele Worte machte. In der Episode, in der er für seinen Bruder bei Jesus Fürsprache hält, nachdem dieser den Petrus mit den Worten „Weiche von mir…!“ streng zurechtgewiesen hat, ist sein großes Herz zu erkennen.

Lieber Papst Benedikt,

05/09/2011

nimm einfach Band 1-12 der Valtorta zur Hand und lies. Dann musst du nichts mehr ahnen, sondern weißt.

„(…) Maria ist eine Liebende. Wie könnte es anders sein? Als Glaubende und im Glauben mit Gottes Gedanken denkend, mit Gottes Willen wollend kann sie nur eine Liebende sein. Wir ahnen es an den leisen Gebärden, von denen uns die Kindheitsgeschichten aus dem Evangelium erzählen. Wir sehen es in der Diskretion, mit der sie in Kana die Not der Brautleute wahrnimmt und zu Jesus trägt. Wir sehen es in der Demut, mit der sie die Zurückstellung in der Zeit des öffentlichen Lebens annimmt – wissend, dass der Sohn nun eine neue Familie gründen muss und dass die Stunde der Mutter erst wieder sein wird im Augenblick des Kreuzes, der ja die wahre Stunde Jesu ist (vgl. Joh 2,4; 13,1).

Dann, wenn die Jünger geflohen sind, wird sie es sein, die unter dem Kreuz steht (vgl. Joh 19, 25-27); und später, in der Stunde von Pfingsten, werden die Jünger sich um sie scharen in der Erwartung des Heiligen Geistes (vgl. Apg 1,14). (…)“

Papst Benedikt XVI.
Gott ist die Liebe – Deus caritas est, Nr. 41

Position der katholischen Kirche zu den Schriften Maria Valtortas

25/05/2011

Die Zahl der Unterschriften für die Petition zugunsten Maria Valtortas wächst stetig, aber doch leider nur sehr langsam. Aus Kommentaren, die wir erhielten, ging hervor, dass einige zögern, die Bücher der Valtorta überhaupt zu lesen, da ihnen die Position der Kirche dazu nicht klar ist. Daher nochmals dieser Artikel, den wir bereits 2010 veröffentlichten. Wir hoffen, dass er Klarheit schaffen, die letzten Zweifel ausräumen, der Valtorta weitere Leser und der Petition weitere Unterschriften bringen möge.

Wie steht die katholische Kirche heute zu den Werken Maria Valtortas? Darf ein treuer Katholik die Werke lesen?

Maria Valtorta hat ihre Visionen und Diktate zum Leben Jesu zwischen 1944 und 1947 empfangen und niedergeschrieben. Ohne ihr Einverständnis verteilte ihr Beichtvater Pater Migliorini davon maschinengeschriebene Kopien. Als er nach Rom versetzt wurde, gab sie ihrem folgenden Beichtvater Pater Berti nach und war mit der Verteilung von Kopien unter der Bedingung, dass ihr Name nicht angegeben wurde, einverstanden.

1949 forderte das Hl. Uffizium (Vorgänger der Glaubenskongregation) von den Geistlichen, die Kopien des Werkes verbreiteten, dasselbe nicht zum Druck zu geben, bevor das Hl. Uffizium es genauestens untersucht hatte.

Pius XII

Von Papst Pius XII. weiss man mit Sicherheit, das er lange vor der ersten Druck-Veröffentlichung Kenntnis des Hauptwerks von Maria Valtorta hatte. Er hatte es 1947/48 gelesen und sich in einer Privataudienz mit Pater Berti, Pater Migliorini und Pater Cecchin 1948 zustimmend zur Veröffentlichung geäussert: „Veröffentlichen Sie das Werk so, wie es ist. Wer es liest, wird verstehen.“

Erzbischof Alfonso Carinci, der entweder von Maria Valtorta oder von Papst Pius XII ins Vertrauen gezogen worden war, notierte auf der Seite eines Briefs, den er von Maria Valtorta erhalten hatte: „In der Audienz vom 28. Januar habe ich dem Heiligen Vater diesen Brief vorgelesen, der ihm den allerbesten Eindruck machte und an dem er den Geist der Demut und der Bereitschaft zu Gehorchen lobte. In Bezug auf die Veröffentlichung des Werkes sagte er mir, dass sich das Sant’Offizio damit nicht beschäftigt habe, und dass er den Eindruck habe, dass das Urteil nicht allzu günstig sein würde, das das Sant’Offizio allenfalls abgeben würde.“

1952 veröffentlichten mehrere hochgestellte Persönlichkeiten (Geistliche und Laien, teils dem Hl. Uffizium zugehörig) ihre wohlwollenden Beurteilungen für das Werk, dessen maschinengeschriebene Kopien sie zwischenzeitlich gelesen hatten. Nichtsdestotrotz konnten die Gegner des Werkes im Hl. Uffizium eine an den Papst gerichtete Petition und sogar eine Papstaudienz vereiteln. So wurde eine Veröffentlichung durch eine Laieninitiative in Betracht gezogen und schliesslich unterschrieb der renommierte Drucker und Verleger Michele Pisani mit Maria Valtorta einen Vertrag.

Maria Valtorta

Zwischen 1956 und 1959 erschienen dann vier grosse Bände, die am 16. Dezember 1959 nach dem Tod Pius XII. auf den Index der verbotenen Bücher gesetzt wurden. Die Begründung, die am 6. Januar 1960 im Osservatore Romano gemeinsam mit dem dazugehörigen Dekret veröffentlicht wurde, lautete „wegen schweren Ungehorsams“. Andere gültige Gründe gab es nicht, da die Versuche, dem Werk moralische oder dogmatische Fehler nachzuweisen, nicht gelangen. Auch der Ungehorsam wäre im Grunde genommen zu beweisen, da die elf Jahre früher verwarnten Geistlichen nicht an der Veröffentlichung beteiligt waren.

Im Dezember 1960 wurde P. Berti vor das Hl. Uffizium gerufen und dort von P. Marco Giraudo empfangen. Diesem waren die Worte von Papst Pius XII und die positiven Beurteilungen durch P. Bea, Bischof Lattanzi und P. Roschini (die dem Hl. Uffizium selbst angehörten) noch unbekannt. Nachdem er weitere Erkundigungen eingezogen, sich mit seinen Oberen beraten und sich mit P. Berti wiederholt getroffen hatte, gestattete er ihm 1961: „Fahren Sie fort, die zweite Auflage zu verbreiten. Schauen wir, wie die Welt sie aufnehmen wird.“  

Im Jahr 1966 dann wurde der Index durch zwei Erlasse der Glaubenskongregation formell abgeschafft und die früher mit ihm verbunden Strafen aufgehoben: „Es ist nicht mehr verboten, ohne Imprimatur Schriften zu verbreiten, die neue Erscheinungen, Offenbarungen, Visionen, Prophezeiungen und Wunder betreffen.“ (Acta Apostolicae Sedis: Nr. 58/16, 14. Oktober 1966).

Was die Stellungnahme Kardinal Ratzingers in seiner Eigenschaft als Präfekt der Kongregation für die Glaubenslehre betrifft, sind zwei Briefe interessant: 1985 schreibt er, dass die Index-Entscheidung damals getroffen worden sei, um zu verhindern, dass die einfacheren, unvorbereiteten Gläubigen das Werk lesen. 1993 wünscht er für die künftigen (!) Veröffentlichungen auf der ersten Seite den Zusatz, dass die Visionen und Diktate die literarische Form der Autorin seien, um das Leben Jesu auf ihre Art und Weise zu erzählen und den Hinweis, dass sie nicht für übernatürlichen Ursprungs gehalten werden können.

Monsignore Tettamanzi, der damalige Generalsekretär der italienischen Bischofskonferenz, schrieb zwischenzeitlich (1992), dass das Werk niemandem, nicht einmal den einfachen Gläubigen, schaden könne.

Ein treuer Katholik kann die Bücher also guten Gewissens lesen, auch wenn die Anerkennung als Privatoffenbarung, sowie die Seligsprechung Maria Valtortas noch aussteht. Es ist doch auch klar, dass Satan überall Sand ins Getriebe streut, um die Verbreitung des Werkes zu verhindern, weil es die Gläubigen erleuchtet und stärkt und zahllose Bekehrungen (bei uns zum Beispiel) und Wiederbelebungen des Glaubens bewirkt!

Jesus selbst lässt Maria Valtorta am 28. Januar 1947 aufschreiben: „Das Werk, das den Menschen durch den kleinen Johannes [so nennt er sie] gegeben wurde, ist kein kanonisches Buch. Aber es ist stets ein inspiriertes Buch, das Ich euch gebe, um euch dabei zu helfen zu verstehen, wie meine Zeit als Meister war und um mich kennenzulernen.“

Weiterführende Links:

(auf Englisch:)

Chronologie der Veröffentlichung des Werkes

Detaillierte Dokumentation der kirchlichen Position zu Maria Valtortas Werk

Wissenschaftliche Studie von David J. Webster mit zahlreichen Belegen für die korrekten historischen, technischen und geographischen Angaben in Valtortas Visionen

(auf Deutsch:)

Kurzfilm: Einsatz für die Seligsprechung Maria Valtortas 


Petition an die Glaubenskongregation zur Verbreitung des Werkes der Maria Valtorta

Petition für die Verbreitung des Werkes von Maria Valtorta

27/04/2011

Diese Petition fordert die Kongregation für die Glaubenslehre/ Vatikan auf, die Verbreitung des Werkes von Maria Valtorta (1897-1961), italienische Schriftstellerin und Seherin, aktiv zu unterstützen.“

Alle Valtorta-Freunde und begeisterten Leser ihrer Bücher können nun mit ihrer Unterschrift einen Beitrag dazu leisten, dass die Glaubenskongregation der Kirche endlich den spirituellen Gehalt und die beflügelnde Wirkung der Valtorta-Schriften anerkennt. Ungeachtet der zahlreichen Befürworter (darunter Pius XII, Padre Pio …) fehlt leider bisher die Approbation der Kirche und legt somit der Verbreitung der Valtorta-Bücher Steine in den Weg. 

Die Neuevangelisierung ist Papst Benedikt ja bekanntlich ein großes Anliegen, er gründete vergangenes Jahr sogar eigens ein Ministerium für diesen Zweck. Höchste Zeit also, dass Papst und Kirche endlich einem der wirksamsten Mittel zur Neuevangelisierung und Reaktivierung des Glaubens angemessene Beachtung schenken und seine Verbreitung fördern!

10’000 Unterschriften sind anvisiert – legen wir uns also ins Zeug!

Hier geht’s zur Petition 

Anmerkung: Nach Unterzeichnung erhält man eine Bestätigungsmail; ausserdem gibt es die Möglichkeit, ein Widget (siehe Bild) herunterzuladen zum Einbetten auf der eigenen Webseite/Blog.

„Wenn ihr Buße tut…“

22/03/2011

26. Juli [1944]

Jesus sagt:

„… Und die Abtötung? Ach! sie soll rein sein. Wie viele unnütze Abtötungen praktiziert ihr! Unnütze und sündige! Warum? Weil sie unrein sind. Unrein sind die vom Verlangen nach Lob und Lieblosigkeit befleckten. Gut sein, um gelobt zu werden, eine Buße üben, um aufzufallen, sich überwinden, eine bestimmte Frucht nicht zu essen, damit die Welt das bewundere, dann aber nicht geduldig, demütig und barmherzig zu sein, ist wirklich unnütz.

Was soll Ich denn mit dem Opfer eures Verzichts auf eine Frucht anfangen, wenn ihr euch für diesen Verzicht rächt, um einen eurer Brüder mit giftigen Worten zu beißen. Was soll Ich mit einer eurer Bußübungen anfangen, wenn ihr dann nicht einmal das, was das Leben euch bringt, zu ertragen wisst? Welch ein Verdienst ist es, außer dem Haus gut zu sein, aber bei euch daheim giftige Vipern? Welch ein Verdienst ist es, einen Bußgürtel zu tragen, wenn ihr nicht den Bußgürtel meines göttlichen Willens schweigend zu tragen versteht?

El Greco: büßende Maria Magdalena

Denkt an das, was Ich gesagt habe: „Wenn ihr Buße tut, salbt euer Haupt und wascht euer Gesicht“. (1) In den törichten Augen der Welt dürft ihr ruhig als nicht abgetötet erscheinen. Es genügt, wenn ihr kein Ärgernis erregt, denn das Ärgernis ist immer schlecht. Wenn ihr hingegen als gewöhnliche Sterbliche erscheint und deshalb nur Gleichgültigkeit und kein Lob erntet, euch aber insgeheim aus Liebe zu Gott und zu den Nächsten verzehrt, wird euer Verdienst in den Augen Gottes groß sein.

Und wenn ihr euch keine Bußen aufzuerlegen wisst, ach! dann nehmt die an, die das Leben euch auferlegt. Es gibt so viele! Nehmt sie an mit den Worten: „Wenn diese Mühsal von Gott kommt, dann geschehe, Herr, Dein Wille; wenn sie von einem böswilligen Bruder kommt, dann opfere ich sie Dir auf, himmlischer Vater, damit Du ihm verzeihst und ihn rettest“.

So sollt ihr es halten, Geliebte. Und alles in euch soll rein sein. Dann besitzt ihr die Reinheit des Herzens. Aber in einem reinen Herzen schlägt Gott Seinen Thron auf.

Geht nun hin in Frieden. Schreite in Meinem Frieden auf dem Weg der Herzensreinheit voran, und denke daran, dass die Herzensreinen Gott genießen werden. (2)“

___________________________

(1) Vgl. Mt 6,17.

(2) Vgl. Mt 5, 8.

Auszug aus “Die Hefte 1944″ von Maria Valtorta. Veröffentlicht mit der Genehmigung des Herausgebers Centro Editoriale Valtortiano srl. Isola del Liri (FR), www.mariavaltorta.com, dem die Rechte für die Werke Maria Valtortas gehören. Um die Bücher Maria Valtortas in deutscher Sprache zu erwerben bitte wenden an den Parvis-Verlag, 1648 Hauteville, Schweiz: book@parvis.ch, www.parvis.ch


Position der katholischen Kirche zu den Schriften Maria Valtortas

13/09/2010

Wie steht die katholische Kirche heute zu den Werken Maria Valtortas? Darf ein treuer Katholik die Werke lesen?

Maria Valtorta hat ihre Visionen und Diktate zum Leben Jesu zwischen 1944 und 1947 empfangen und niedergeschrieben. Ohne ihr Einverständnis verteilte ihr Beichtvater Pater Migliorini davon maschinengeschriebene Kopien. Als er nach Rom versetzt wurde, gab sie ihrem folgenden Beichtvater Pater Berti nach und war mit der Verteilung von Kopien unter der Bedingung, dass ihr Name nicht angegeben wurde, einverstanden.

1949 forderte das Hl. Uffizium (Vorgänger der Glaubenskongregation) von den Geistlichen, die Kopien des Werkes verbreiteten, dasselbe nicht zum Druck zu geben, bevor das Hl. Uffizium es genauestens untersucht hatte.

Pius XII

Von Papst Pius XII. weiss man mit Sicherheit, das er lange vor der ersten Druck-Veröffentlichung Kenntnis des Hauptwerks von Maria Valtorta hatte. Er hatte es 1947/48 gelesen und sich in einer Privataudienz mit Pater Berti, Pater Migliorini und Pater Cecchin 1948 zustimmend zur Veröffentlichung geäussert: „Veröffentlichen Sie das Werk so, wie es ist. Wer es liest, wird verstehen.“

Erzbischof Alfonso Carinci, der entweder von Maria Valtorta oder von Papst Pius XII ins Vertrauen gezogen worden war, notierte auf der Seite eines Briefs, den er von Maria Valtorta erhalten hatte: „In der Audienz vom 28. Januar habe ich dem Heiligen Vater diesen Brief vorgelesen, der ihm den allerbesten Eindruck machte und an dem er den Geist der Demut und der Bereitschaft zu Gehorchen lobte. In Bezug auf die Veröffentlichung des Werkes sagte er mir, dass sich das Sant’Offizio damit nicht beschäftigt habe, und dass er den Eindruck habe, dass das Urteil nicht allzu günstig sein würde, das das Sant’Offizio allenfalls abgeben würde.“

1952 veröffentlichten mehrere hochgestellte Persönlichkeiten (Geistliche und Laien, teils dem Hl. Uffizium zugehörig) ihre wohlwollenden Beurteilungen für das Werk, dessen maschinengeschriebene Kopien sie zwischenzeitlich gelesen hatten. Nichtsdestotrotz konnten die Gegner des Werkes im Hl. Uffizium eine an den Papst gerichtete Petition und sogar eine Papstaudienz vereiteln. So wurde eine Veröffentlichung durch eine Laieninitiative in Betracht gezogen und schliesslich unterschrieb der renommierte Drucker und Verleger Michele Pisani mit Maria Valtorta einen Vertrag.

Maria Valtorta

Zwischen 1956 und 1959 erschienen dann vier grosse Bände, die am 16. Dezember 1959 nach dem Tod Pius XII. auf den Index der verbotenen Bücher gesetzt wurden. Die Begründung, die am 6. Januar 1960 im Osservatore Romano gemeinsam mit dem dazugehörigen Dekret veröffentlicht wurde, lautete „wegen schweren Ungehorsams“. Andere gültige Gründe gab es nicht, da die Versuche, dem Werk moralische oder dogmatische Fehler nachzuweisen, nicht gelangen. Auch der Ungehorsam wäre im Grunde genommen zu beweisen, da die elf Jahre früher verwarnten Geistlichen nicht an der Veröffentlichung beteiligt waren.

Im Dezember 1960 wurde P. Berti vor das Hl. Uffizium gerufen und dort von P. Marco Giraudo empfangen. Diesem waren die Worte von Papst Pius XII und die positiven Beurteilungen durch P. Bea, Bischof Lattanzi und P. Roschini (die dem Hl. Uffizium selbst angehörten) noch unbekannt. Nachdem er weitere Erkundigungen eingezogen, sich mit seinen Oberen beraten und sich mit P. Berti wiederholt getroffen hatte, gestattete er ihm 1961: „Fahren Sie fort, die zweite Auflage zu verbreiten. Schauen wir, wie die Welt sie aufnehmen wird.“  

Im Jahr 1966 dann wurde der Index durch zwei Erlasse der Glaubenskongregation formell abgeschafft und die früher mit ihm verbunden Strafen aufgehoben: „Es ist nicht mehr verboten, ohne Imprimatur Schriften zu verbreiten, die neue Erscheinungen, Offenbarungen, Visionen, Prophezeiungen und Wunder betreffen.“ (Acta Apostolicae Sedis: Nr. 58/16, 14. Oktober 1966).

Was die Stellungnahme Kardinal Ratzingers in seiner Eigenschaft als Präfekt der Kongregation für die Glaubenslehre betrifft, sind zwei Briefe interessant: 1985 schreibt er, dass die Index-Entscheidung damals getroffen worden sei, um zu verhindern, dass die einfacheren, unvorbereiteten Gläubigen das Werk lesen. 1993 wünscht er für die künftigen (!) Veröffentlichungen auf der ersten Seite den Zusatz, dass die Visionen und Diktate die literarische Form der Autorin seien, um das Leben Jesu auf ihre Art und Weise zu erzählen und den Hinweis, dass sie nicht für übernatürlichen Ursprungs gehalten werden können.

Monsignore Tettamanzi, der damalige Generalsekretär der italienischen Bischofskonferenz, schrieb zwischenzeitlich (1992), dass das Werk niemandem, nicht einmal den einfachen Gläubigen, schaden könne.

Ein treuer Katholik kann die Bücher also guten Gewissens lesen, auch wenn die Anerkennung als Privatoffenbarung, sowie die Seligsprechung Maria Valtortas noch aussteht. Es ist doch auch klar, dass Satan überall Sand ins Getriebe streut, um die Verbreitung des Werkes zu verhindern, weil es die Gläubigen erleuchtet und stärkt und zahllose Bekehrungen (bei uns zum Beispiel) und Wiederbelebungen des Glaubens bewirkt!

Jesus selbst lässt Maria Valtorta am 28. Januar 1947 aufschreiben: „Das Werk, das den Menschen durch den kleinen Johannes [so nennt er sie] gegeben wurde, ist kein kanonisches Buch. Aber es ist stets ein inspiriertes Buch, das Ich euch gebe, um euch dabei zu helfen zu verstehen, wie meine Zeit als Meister war und um mich kennenzulernen.“

Weiterführende Links:

(auf Englisch)

Chronologie der Veröffentlichung des Werkes

Detaillierte Dokumentation der kirchlichen Position zu Maria Valtortas Werk

Wissenschaftliche Studie von David J. Webster mit zahlreichen Belegen für die korrekten historischen, technischen und geographischen Angaben in Valtortas Visionen

(auf Deutsch)

Kurzfilm: Einsatz für die Seligsprechung Maria Valtortas