Posts Tagged ‘Erbarmen’

„Ich bin der gute Samariter“

11/07/2010

(zum Sonntags-Evangelium vom 11. Juli 2010: Lk 10,25-37)

G. Conti - Der gute Samariter

3. Januar [1944]

Jesus sagt:

„Ich bin der gute Samariter (1). Ich allein habe Mitleid mit euren Verwundungen und beuge Mich über euch ohne Widerwillen und Ermüdung, und giesse das von der Liebe ausgepresste Öl und den Wein über sie aus.

Für die ganze Galle und den Essig, den ihr Mir gebt, ihr Menschen, die ihr Mich in Meiner Natur und in Meiner Lehre beleidigt, gebe Ich euch den Wein Meines weniger von den Kreuzigern als von der Liebe für euch aus den Venen wie aus einer Traube in der Kelter gepressten Blutes, der Liebe, die Mich für euch den Händen der Kreuziger überliefert hat, und gebe euch das Öl meines Erbarmens, das auch noch nach dem Tode aus dem zerspaltenen Herzen (2) rinnt, weil noch nicht einmal Mein Leichnam von Beleidigungen verschont bleiben und ich auch keinen Tropfen Meines Blutes zurückbehalten sollte.

Der Räuber Satan greift euch an und verwundet euch und lässt euch dann im Stich. Die Welt schaut euch an und verhöhnt euch, wenn sie sich nicht gar mit Satan vereint, um euch zu verwunden. Ich allein komme und habe Mitleid mit eurem Zustand.

Stosst den göttlichen Freund nicht zurück, der euch retten will. Lasst euch von Ihm heilen. Kommt zu Ihm, der euch liebt.“

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(1) Vgl. Lukas 10, 29-37

(2) Vgl. Joh 19,31-37

Auszug aus “Die Hefte 1944″ von Maria Valtorta. Veröffentlicht mit der Genehmigung des Herausgebers Centro Editoriale Valtortiano srl. Isola del Liri (FR), www.mariavaltorta.com, dem die Rechte für die Werke Maria Valtortas gehören. Um die Bücher Maria Valtortas in deutscher Sprache zu erwerben bitte wenden an den Parvis-Verlag, 1648 Hauteville, Schweiz:book@parvis.ch, www.parvis.ch


„Ich und der Vater sind eins“

24/04/2010

(zum Sonntags-Evangelium vom 25. April 2010: Joh 10,27-30)

„… Meine Schafe kennen mich und werden mich kennen, und sie werden mir immer folgen, auch auf den Wegen des Blutes und des Schmerzes, die ich als erster gehe und die sie nach mir gehen werden. Die Wege, die die Seelen zur Weisheit führen. Die Wege, die das Blut und die Tränen der als Lehrer der Gerechtigkeit  Verfolgten lichtvoll machen, da sie sie von dem finsteren Rauch der Welt und Satans befreien, damit sie seien wie Sternenbahnen und alle führen, die den Weg, die Wahrheit und das Leben suchen und niemanden finden, der sie führt. Denn dies brauchen die Seelen: Einen, der sie zum Leben, zur Wahrheit und auf den richtigen Weg führt.

Gott ist erbarmungsvoll mit den Seelen, die suchen und nicht finden, nicht aus eigener Schuld, sondern wegen der Trägheit ihrer götzendienerischen Hirten. Gott erbarmt sich der Seelen, die sich selbst überlassen, umherirren und aufgefangen werden von Dienern Luzifers, die immer bereit sind, die Verirrten zu sammeln und Anhänger ihrer Lehren aus ihnen zu machen. Gott erbarmt sich derer, die der Täuschung nur anheimfallen, weil die Rabbis Gottes, die sogenannten Rabbis Gottes, sich nicht um sie kümmern. Gott erbarmt sich all dieser, die der Mutlosigkeit, der Finsternis, dem Tod anheimfallen durch die Schuld der falschen Meister, die von Meistern nichts haben als das Gewand und den Stolz, so genannt zu werden. Und wie er für sein Volk die Prophten gesandt hat, so wird er später, nach mir, für diese armen Seelen Diener des Wortes, der Wahrheit und der Liebe senden, damit sie meine Worte wiederholen. Denn meine Worte sind es, die das Leben geben.

Bernhard Plockhorst - Der Gute Hirte

So werden meine Schafe von heute und von morgen das Leben haben, das ich ihnen durch mein Wort gebe und das ewiges Leben für den ist, der es aufnimmt; und sie werden nie umkommen, und niemand wird sie meinen Händen entreissen können.“

„Wir haben nie die Worte des wahren Propheten abgelehnt. Wir haben immer Johannes, den letzten Propheten, anerkannt“, antwortet zornig ein Jude, und seine Gefährten stimmen ihm zu.

„Er ist zu früh gestorben, um sich bei euch unbeliebt zu machen und auch von euch verfolgt zu werden. Wenn er noch unter den Lebenden wäre, würde er sein ‚Es ist dir nicht erlaubt‘, das er angesichts der fleischlichen Blutschande sagte, auch euch entgegenschleudern, die ihr geistigen Ehebruch begeht, indem ihr mit Satan und gegen Gott Unzucht treibt; und ihr würdet ihn töten, so wie ihr jetzt die Absicht habt, mich zu töten.“

Wutentbrannt toben die Juden, schon jetzt bereit zuzuschlagen. Sie sind es müde, Sanftmut vortäuschen zu müssen.

Aber Jesus kümmert sich nicht darum. Er erhebt die Stimme, um das allgemeine Geschrei zu übertönen, und ruft: „Habt ihr mich nicht gefragt, wer ich bin, ihr Heuchler? Habt ihr nicht gesagt, dass ihr es wissen wollt, um sicher zu sein? Und jetzt sagt ihr, dass Johannes der letzte Prophet gewesen ist? Ihr bezeugt euch selbst in zweifacher Weise der Lüge. Einmal, weil ihr sagt, ihr hättet nie die Worte der wahren Propheten abgelehnt; zum anderen, weil ihr, indem ihr sagt, dass Johannes der letzte Prophet gewesen sei und dass ihr an die wahren Propheten glaubt, ausschliesst, dass auch ich ein Prophet, wenigstens ein Prophet, und ein wahrer bin. Ihr Lügner und trügerischen Herzen! Ja, wahrlich, wahrlich, hier im Haus meines Vaters erkläre ich, dass ich mehr bin als ein Prophet. Ich habe, was mein Vater mir gegeben hat. Und was mein Vater mir gegeben hat, ist kostbarer als alles auf der Welt, denn der Wille und die Macht der Menschen können nicht die räuberischen Hände danach ausstrecken. Ich besitze, was Gott mir gegeben hat, und obwohl es in mir ist, ist es immer in Gott. Und niemand kann es den Händen meines Vaters entreissen, denn es ist die göttliche Natur. Ich und der Vater sind eins.“

„Oh! Entsetzlich! Gotteslästerung! Anathema!“ Das Geschrei der Juden hallt im Tempel wider, und noch einmal sind die Steine, die die Wechsler und Viehhändler der besseren Ordnung halber für ihre Einfriedungen benutzen, das Arsenal für alle, die Waffen suchen, um ihn zu treffen.

Auszug aus “Der Gottmensch”, Bd. IX von Maria Valtorta. Veröffentlicht mit der Genehmigung des Herausgebers Centro Editoriale Valtortiano srl. Isola del Liri (FR), www.mariavaltorta.com, dem die Rechte für die Werke Maria Valtortas gehören. Um die Bücher Maria Valtortas in deutscher Sprache zu erwerben bitte wenden an den Parvis-Verlag, 1648 Hauteville, Schweiz: book@parvis.ch, www.parvis.ch

Heilung des blinden Bartimäus

25/10/2009
(zum Sonntags-Evangelium vom 25. Oktober 09: Mk 10, 46-52)

Jesus will gehen, aber von der schon etwas zurückliegenden Weggabelung, an denen die Leute, denen das Wunder gewährt wurde, ihre Esel gelassen haben, sind zwei klagende Hilferufe in dem so typischen hebräischen Tonfall zu hören: „Jesus, Herr! Sohn Davids, erbarme dich meiner!“ Und dann, um den Geschrei der Menge zu übertönen, die sagt: „Schweigt. Laßt den Meister gehen. Der Weg ist weit, und die Sonne brennt immer stärker. Laßt ihn vor der größten Hitze die Hügel erreichen“, rufen sie noch einmal lauter: „Jesus, Herr! Sohn Davids, erbarme dich meiner!“

Jesus bleibt wieder stehen und sagt: „Geht und holt sie, die mich rufen, und führt sie zu mir.“

Einige Gutwillige gehen. Als sie zu den beiden Blinden kommen, sagen sie: „Kommt, er hat Erbarmen mit euch. Steht auf, denn er will euch erhören. Er hat uns geschickt, um euch in seinem Namen zu holen.“ Und sie versuchen, die beiden Blinden durch die Menge zu führen.

Einer der beiden läßt sich führen; der andere, der jüngere und vielleicht gläubigere, kommt der Aufforderung der Helfer zuvor und geht allein, mit seinem vor sich ausgestreckten Stock und dem charakteristischen Lächeln und Ausdruck der Blinden auf dem nach oben, zum Licht gewandten Gesicht… Und es scheint, dass sein Engel ihn leitet, so rasch und sicher geht er. Wenn seine Augen nicht weiss wären, könnte man kaum glauben, dass er blind ist. Er kommt als erster bei Jesus an, der ihn anhält und sagt: „Was soll ich für dich tun?“

Carl Bloch: Christ healing the blind Bartimeus

Carl Bloch: Christus heilt den blinden Bartimäus

„Ich möchte sehen, Meister. Gewähre, o Herr, dass meine Augen und die Augen meines Gefährten sich öffnen.“ Der andere Blinde ist nun auch da, und man fordert ihn auf, neben seinem Gefährten niederzuknien.

Jesus legt seine Hände auf die zu ihm erhobenen Gesichter und sagt: „Eure Bitte sei euch gewährt. Geht. Euer Glaube hat euch gerettet!“

Er nimmt die Hände weg, und zwei Ausrufe ertönen von den Lippen der Blinden: „Ich kann sehen, Uriel!“ „Ich kann sehen, Bartimäus!“ Und dann beide zusammen: „Gelobt sei, der da kommt im Namen des Herrn! Gepriesen sei, der dich gesandt hat! Ehre sei Gott! Hosanna dem Sohne Davids!“ Nun verneigen sie sich bis zur Erde, um die Füße Jesu zu küssen. Dann stehen die beiden jetzt nicht mehr Blinden auf, und der Uriel genannte sagt: „Ich gehe und zeige mich meinen Verwandten, und dann komme ich zurück und folge dir, o Herr.“ Bartimäus indessen sagt: „Ich verlasse dich nicht mehr. Ich werde die Meinen benachrichtigen lassen. Es wird auch so eine große Freude für sie sein. Aber von dir weggehen? Nein! Du hast mir das Augenlicht geschenkt, und ich weihe dir mein Leben. Erbarme dich des Wunsches deines geringen Knechtes.“

„Komm und folge mir. Der gute Wille macht alle Menschen gleich, und nur der ist groß, der am besten dem Herrn zu dienen versteht.“

Jesus setzt seinen Weg fort, begleitet von den Hosanna-Rufen des Volkes, und Bartimäus schließt sich diesem an, ruft mit den anderen Hosanna und sagt: „Ich bin gekommen, um ein Stück Brot zu erbitten, und ich habe den Herrn gefunden. Ich war arm, und nun bin ich ein Diener des heiligen Königs. Ehre sei dem Herrn und seinem Messias!“

Auszug aus “Der Gottmensch″, Band X  von Maria Valtorta, mit  der Genehmigung des Herausgebers Centro Editoriale Valtortiano srl. Isola del Liri (FR), www.mariavaltorta.com, dem die Rechte für die Werke Maria Valtortas gehören.

… und salbten die Kranken mit Öl und heilten sie.

„Das Gebet ist ein Akt der Liebe“