Posts Tagged ‘evangelische Kirche’

1. November: Hochfest Allerheiligen

01/11/2010

„Die Gemeinschaft der Heiligen ist nicht auf die Glaubensbrüder beschränkt“

12. Januar [1944]

Jesus sagt:

(…) Aber wenn ihr „Kinder Gottes“ sein wollt, wahre Kinder, müsst ihr Liebe zu den im Geiste armen, für die im Geiste darbenden, für die im Geiste kranken, für die im Geiste unreinen Brüder haben. Erbärmlich sind ja die Götzendiener und notleidend die Schismatiker, krank die Sünder; unrein die von noch verhängnisvolleren Lehren abtrünnig gemachten als diejenigen der minderen christlichen Religionen, die zwar an Christus glauben, jedoch nicht Zweige des wahren Baumes sind, da sie nicht in Christus eingepfropfte Zweige, also wilde Schößlinge, die saure Frucht bringen, und der himmlischen Tischgemeinschaft nicht würdig sind. Die Güte Gottes beurteilt ja die Werke aller nach der Gerechtigkeit und gibt den „Guten“ ihren Lohn, denn das ist gerecht; dieser Lohn wird allerdings niemals so strahlend und voll sein wie der für die, welche wahre Kinder der wahren Kirche sind.

Viel wird dem vergeben, der viel liebt und auch als Angehöriger einer anderen Religion im Wahren zu sein glaubt. Aber da das Evangelium auch in den von Rom getrennten Ländern verkündet wird, wird auch viel von jenen Tauben verlangt werden, die die göttliche Stimme nicht hören und das göttliche Licht Jesu Christi nicht sehen wollten, das in Seiner Römisch-Apostolischen Kirche lebt.

Es steht euch Katholischen aber nicht zu, zu verurteilen. Ich habe gesagt: „Urteilt nicht“. (1) Ich habe gesagt: „Ziehe zuerst den Balken aus deinem Auge und dann den Splitter aus dem Auge des Bruders“. Viele Balken sind in euren Augen, o ihr katholischen Christen mit beschädigtem Glauben, mit allzu lauer Liebestätigkeit und den ganz verloschenen vier Kardinaltugenden. Viele. Allzu viele. Gebt Acht, dass euch nicht Götzendiener und Heiden in der Liebe Christi übertreffen und vor euch gelobt zu werden verdienen für ihren sicheren Glauben in der Religion ihrer Väter, für ihre Liebe zu dem ihnen bekannten Gott, für ihre tapfer gelebte Tugend.


Die Liebe reinigt auch das, das unrein und profan ist. Die Liebe hat Maria von Magdala (2) und Levi gereinigt. Wir können die nicht-katholischen Religionen mit diesen beiden im Evangelium genannten Erlösten, die durch ihre Liebe erlöst wurden, vergleichen. Ihr könnt glauben, Meine Kinder, dass die Anhänger dieser Religionen, die in der Gottesliebe leben, wie sie es gelehrt worden sind (Gott wird für den Irrtum ihrer Trennung von Rom allenfalls die Verantwortlichen zur Rechenschaft ziehen), in Meinen Augen durch die in ihnen lebende Liebe gereinigt sind. Ich wiederhole: Sie werden danach gefragt werden, warum sie das von Rom gepredigte Evangelium nicht annehmen wollten; aber der Blick Gottes wird sich nicht von ihnen abwenden, da ihr unreiner Altar, der Altar ihres Geistes, durch ihre Liebe gereinigt erscheinen wird.

Haltet euch die Worte des hl. Petrus vor Augen: „Ich erkenne, dass Gott nicht auf die Person sieht, sondern in jeder Nation ist ihm der genehm, der ihn fürchtet und der Gerechtigkeit übt“. (3) Betrachtet also ohne geistige Überheblichkeit und Lieblosigkeit im Herzen die von Rom getrennten Brüder mit übernatürlichem Sinn und gießt eure tätige Liebe auf sie aus, um sie mit dem Rom Christi zu vereinen. Was auch immer ihr Irrtum sei.

Wenn ihr euch über Fleisch und Blut, über menschliches Denken erhoben haltet, können fleischliche und geistige Verbindungen euch nicht schaden, da ihr dann in Sphären lebt, in die keine Ansteckung vordringt. Bleibt in Mir. Ich bin die Verteidigung dessen, der in Mir lebt. Und gießt über alle jene Liebe aus, die ihr in Meinem Herzen für alle lebendig und allen als Lehrmeisterin findet.

Die Gemeinschaft der Heiligen ist nicht auf die Glaubensbrüder beschränkt. Sie ergießt sich über alle Lebenden, denn Ich bin es, der sie als Erster eingesetzt und ausgeübt hat, als Ich für alle Mein göttliches Blut vergossen habe.

Das Gebet für die von Mir Getrennten – für Schismen, Lehren, Sekten, Ungläubige – ist nichts anderes als Eifer für Meine Sache. Es ist nichts anderes als die Nachfolge eures Meisters, der sich keinen Schmerz ersparte, um die von Gott, dem himmlischen Vater getrennten Kinder zu Ihm zurückzubringen. (…)


(1) Vgl. Mt 7,1-5; Lk 6,37.41-42.

(2) Maria von Magdala, die in den valtortianischen Schriften mit der Sünderin identifiziert ist, der vergeben wird; vgl. Lk 7,36-50; Levi wurde bereits am 2. Januar erwähnt

(3) Vgl. Apg 10,34-35

Auszug aus “Die Hefte 1944“ von Maria Valtorta. Veröffentlicht mit der Genehmigung des Herausgebers Centro Editoriale Valtortiano srl. Isola del Liri (FR), www.mariavaltorta.com, dem die Rechte für die Werke Maria Valtortas gehören. Um die Bücher Maria Valtortas in deutscher Sprache zu erwerben bitte wenden an den Parvis-Verlag, 1648 Hauteville, Schweiz: book@parvis.ch, www.parvis.ch

abgründe der woche

16/10/2010

+++ rien ne va plus : wegen der streiks in französischen häfen und raffinerien kommt es zu engpässen an pariser flughäfen und hunderten tankstellen landesweit + viele tankstellen bereits geschlossen +++ eudssr : moskauer patriarch kyrill vergleicht in gespräch mit bundespräsident wulff eu mit udssr + in udssr war religiöses leben aus dem alltag verbannt zugunsten der atheistischen ideologie + in der eu sei dies ebenfalls der fall, wenn auch eher unterschwellig + in der eu würden „der menschenrechte willen … kreuze aus schulen und die religion aus der öffentlichkeit verbannt“ +++ scharia in deutschland : deutsche gerichte wenden seit jahren im familien- und erbrecht scharia an, und „das ist auch gut so“, sagt rechtsprofessor krüger, uni köln + scharia neben deutschem strafrecht sei „ausdruck der globalisierung“ + zwangsehen und steinigungen blieben aber weiterhin verboten in deutschland (!) +++ mehr moscheen für deutschland : islambeauftragter der erzdiözese paderborn aloys butzkamm spielt christenverfolgung in der türkei herunter + auch seien keine weiteren kirchen dort notwendig + allerdings gebe es zu wenig moscheen für die in deutschland lebenden muslime +++ interreligiöse toleranz (I) : saudi-arabische religionspolizei verhaftet priester und zwölf laien wegen organisation von privater messfeier in hotel in riyadh + 150 personen hatten an hl. messe teilgenommen, darunter keine saudis + festnahme wegen missionierungsvorwurf + mission nur muslimen gestattet, todesstrafe für abfall vom islam + inhaftierte inzwischen wieder freigelassen +++ interreligiöse toleranz (II) : basilika in wallfahrtsort mariazell für anti-islam-hetze missbraucht + schwarze grafitti „der koran ist dem teufel seine bibel“ von unbekannten an die wand gesprüht +++ interreligiöse toleranz (III): wiener erzbischof kardinal schönborn fordert bei diözesanversammlung strukturreformen für die kirche + er lobte reduzierung der anzahl der pfarren nach französischem modell, z.b. in der diözese carcassone wurden aus 250 pfarren 17 + schönborn betonte ausserdem, dass die kirche bereit sein müsse, sich auf die säkulare welt einzulassen und vielfalt der religionen wahrzunehmen +++ „echt“ voll daneben : evangelische kirchenzeitschrift „echt“ propagiert sex vor der ehe + herausgeber und pfarrer wegner-nord rät als antwort auf einen leserbrief, die leserin solle dem drängen ihres freundes ruhig nachgeben und ihre leidenschaft genießen + verweis auf alttestamentliches „hohelied der liebe“, wo angeblich intimitäten zweier unverheirateter verliebter gepriesen würden +++

Briefwechsel mit den Domherren (3)

11/03/2010

von Lomitas

Sehr geehrter Herr Weihbischof,

zunächst einmal vielen Dank für Ihre Antwort. Wir waren nicht sicher, ob überhaupt eine Antwort kommen würde und waren daher umso angenehmer überrascht, als dann Ihr Brief kam.

Fürbitte für Brückenbau-Austausch im interreligiösen Bereich: Feindschaft, glaube ich, besteht eigentlich nicht, das wäre schlimm. Aber Austausch ist nur möglich, wenn die eigenen Standpunkte klar sind und auch ganz klar vertreten werden. Austausch wäre vielleicht ganz gut, aber heutzutage wo aufgrund des Wohlstandes den Kirchen die Leute weglaufen, erscheinen mir diese Art des Austausches fast schon Art Torschlusspanik zu sein.

Eigentlich sehe ich keinen Sinn in einer Ökumene, die ja fast nur auf Kosten der katholischen Kirche gehen kann. Die Gefahr sehe ich in dem Verlust einiger über 2000 Jahre bewährter katholischer Traditionen: Eucharistie in jeder Messe, Sakramente (Beichtgelegenheit) Zölibat, keine Frauen als Priester/Bischöfe – alles Werte, die jetzt überall andauernd angeprangert werden. Aus genau diesen Werten bezog die katholische K. ihre Kraft damals, wie auch jetzt. Und in dem Maße wie die katholische Kirche immer mehr unter Beschuß kommt, sehe ich Fürbitten, die von „Brückenbau“ handeln, eher kritisch.

Hl. Petrus u. Hl. Paulus (G. Reni)

Denn die einzige apostolische Nachfolge ist seit Petrus in der „Einen“ katholischen Kirche geschehen. Sonst hätte Jesus den Luther beauftragt. Wünschen würde ich mir etwas mehr katholisches Selbstbewusstsein. Toleranz ist gut, aber nicht auf Kosten von Aushöhlung der eigenen Identität. Austausch kann ich persönlich mir nur auf finanzieller Ebene vorstellen, Spenden für Arme, soziale Einrichtungen vielleicht.

Ich empfinde die Vorbereitung, die Konsekrierung als einen großen Spannungsbogen, der in der Austeilung der Hostie ihren Höhepunkt findet. Der Friedensgruß genau vor der Kommunion schwächt diesen Bogen empfindlich. Mir persönlich ist es unangenehm jedem wildfremden Menschen die Hand zu geben, aufgrund einer kirchlichen Ordnung. Wir waren in NRW bei Menden in einer Messe, bei der es keinen Friedensgruß gab: die Konzentration blieb bei Besuchern, wie auch den durchführenden Priestern während der gesamten Zeremonie erhalten. Das fühlt sich ganz anders an.

Die musikalische Begleitung mittels Gitarre mutet mir schon eher als „Volksinstrument“ an, auch wenn es mittlerweile zum kirchenmusikalischen Repertoire gehört, klingt es in dem ehrwürdigen 1000jährigen Dom nicht „standesgemäß“. Da klingt die Orgel doch schon ganz anders, um zwischen „Himmel und Erde“ zu vermitteln.

Zur Ministrantin möchte ich noch sagen, daß es auch mir auffällt, das sie „geschwächt“ (nicht bei sich selber) wirkt, womöglich nimmt sie Medikamente? Das ist heutzutage leider keine Seltenheit mehr, wie ich in meiner direkten Umgebung erleben muß. Manchmal ist aber eine klare Position auch hilfreicher für so ein Mädchen, als das Nachgeben „um des lieben Friedens Willen“.

Anbringen möchte ich noch, daß mir manche Begebenheiten der Geschichte in der Tat nicht so bekannt sind, bzw. Begriffe wie Gabenbereitung sind vermutlich falsch gewählt. Selbst bin ich erst seit knapp 2 Jahren in der katholischen Kirche angekommen. Daher kenne ich manche Entwicklungen oder Pfarrer aus der Vergangenheit nicht so, sondern betrachte nur, was sich mir hier bietet. Daß inzwischen die in meinem ersten Brief von mir kritisierte evangelisch geschiedene Bischöfin schon wieder aus dem Amt ist, das hätt ich so nicht gedacht. So schnell kann es gehen!!

Aber es stimmt mich traurig, das die katholische Kirche, die über Jahrtausende die Lehre Christi aufrecht erhalten hat, so dermaßen angegriffen wird. Ganz zu schweigen von den inzwischen bekannt gewordenen Missbrauchs- und Vertuschungspraktiken in manchen Klöstern. Womöglich muß sie wirklich das Leiden und Sterben Christi durchleben… Und vielleicht ist es ja so, das ein Neu-Katholik ohne überheblich sein zu wollen, manche Dinge noch mit klareren Augen sieht, als diejenigen, die schon von Geburt an katholisch waren, aber leider sich dieser Kirche (inzwischen) nicht mehr zugehörig fühlen.

In diesem Sinne und nochmals mit vielen Dank für Ihre Antwort,

.

zurück zum ersten Brief nach dem Dombesuch

Briefwechsel mit den Domherren (Teil 1)

25/02/2010

von Lomitas

Frohgemut besuchten wir am heutigen Sonntag den Dom. Wir wussten zwar von einer Ankündigung, dass die Messe durch Pax Christi mitgestaltet werden sollte, ahnten aber nicht, was uns erwarten würde.

Anstatt einer inneren Sammlung auf die bevorstehende Messe, deren Beginn mit dem Erscheinen der Priester eingeläutet wird, erschien ein Mann mit Gitarre, der durch diverse Ankündigungen genau diese verhinderte. Diese Ansage dauerte schon etwas lang, und sein anschließendes Begrüßungslied, durch Gitarre nebst Verstärker begleitet, ließ einen aufgrund der übertriebenen Lautstärke erschrocken ahnen, dass dies heute in diesem Stil so weiter gehen würde…

Anstatt einer Predigt durch den Priester erfolgten teils sehr langatmige Reden durch Angehörige der Pax Christi.

Unter anderem war da die Fürbitte für diejenigen Brückenbauer, die sich für den Austausch im interreligiösen Bereich einsetzen. Im folgenden Dialog zwischen Geschichte und anschließender ökumenisierter Fürbitte, wurde  außerdem eine Begebenheit vorgetragen, bei der ein Kirchenangestellter trotz Verbot durch den amtierenden Bischof den Armen Brot gespendet habe. Als Abschluss der Geschichte wurde dann mit – wie es uns erschien – hämischen Grinsen zum Weihbischof hin gesagt, dass es auch gut sei, einem Bischof manchmal zu widersprechen.

Mochte es auch noch so gut gemeint sein im Hinblick auf die Einheit der Kirche in einer Ökumene – dieser Satz hinterließ einen unangenehmen Eindruck – weil Ungehorsam als Tugend dargestellt, gar das Bischofsamt nicht respektiert wird. Desweiteren wurde noch die Verfolgung und anschließende Ermordung der Protestanten im Jahre 1528 thematisiert. Wobei mit keinem Wort all die Märtyrer und Heiligen ab dem allerersten, nämlich Stephanus erwähnt wurden. Bis heute beanspruchen die „Protestanten“ den Begriff einer eigenen Kirche, obwohl sie nicht in der apostolischen Nachfolge sind. Zu allem Überfluss haben sie eine geschiedene Bischöfin, die als Vorbild für christliches Leben die Zügel in der Hand hält. Das hinterlässt in Verbindung mit dem seltsamen Blick zum Weihbischof, nebst aufbegehrendem Wunsch nach Widerspruch auch einem Bischof gegenüber, einen doch äußerst schalen Nachgeschmack.

Die folgende Gabenbereitung, – die hier leider ohnehin schon immer durch den leidigen Friedensgruß in ihrer Zeremonie auseinander gerissen und ihrer Feierlichkeit beraubt wird, – wurde dann noch begleitet durch prostestantisch anmutende, lautstarke und unpassende Gitarrenklänge. Dies führte dazu, das selbst meinem Mann die Stimmung zur Kommunion zu gehen genommen wurde, weil keine Atmosphäre von Anbetung und Würde aufkam. Nachdem wir uns kurz ausgetauscht hatten, verließen wir kurz entschlossen noch während der Kommunion fluchtartig den Dom. Eigentlich schade.

Wenn es im Rahmen der allseits stattfindenden Kirchenaustritten zu einem drohenden Zusammenschluss der Konfessionen kommen sollte, würde ein solcher Gottesdienst mit Laienrednern, gar noch mit „moderner“ Musikbegleitung wo der amtierende Priester nur noch Begleitcharakter  hat, zur Regel werden. Man könnte sich durchaus vorstellen, dass anfangs solche Gottesdienste mit Laienrednern und Musikbegleitung (digital oder live) gut besucht wären, doch den Besuchern würde nach kurzer Zeit die Oberflächlichkeit auffallen und sie würden schließlich wegbleiben.

In einer orthodoxen Kirche, mit denen eine Ökumene noch am ehesten vorstellbar ist, wäre ein solches Experiment völlig undenkbar und das, wie ich meine, zu Recht.

Mit freundlichen Grüßen

P.S. Was uns schon lange unangenehm aufstößt, ist die offensichtliche „tolerant-liberale“ Duldung der Haartracht nebst auffälliger Schminke einer Ministrantin, die in dieser Maskerade auch noch ganz vorne sitzen darf, und so als „Vorbild“ für alle Kinder, Jugendlichen und deren Eltern „dient“! Die unpassende Art der Schminke weckt bei jedem aufmerksamen Kirchenbesucher zumindest Verwirrung aufgrund der Nähe des Altars und der Priester zu besagter Ministrantin. Anmerken möchte ich dazu, dass meine Bekannte, Mutter eines 11jährigen Ministranten in München, aufgrund seiner etwas zu lang gewachsenen Haarpracht durch den dortigen Pfarrer angehalten wurde, ihren Jungen mal zum Friseur zu schicken, andernfalls wäre er kein gutes Vorbild und somit für den Dienst in seiner Kirche ungeeignet.

Bitte verstehen Sie dies einfach als Anregung von aufmerksamen Dombesuchern.

weiter zum Antwortschreiben der Domherren


Zweierlei Maß

24/02/2010

„Eine Gesellschaft wäre reifer, wenn sie keine makellosen Helden an ihrer Spitze bräuchte. Wenn es genügte, dass das Führungspersonal einfach nur den Job gut macht. Der Ruf nach lupenreinen Vorbildern ist allzu sehr Ausdruck einer infantilen Sehnsucht. Kinder brauchen das Vorbild, Erwachsene können es nicht perfekt sein.“

„Doch selbst der Frömmste ist nicht heilig. Und wer ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein, heißt es.“

„Vorausgesetzt eine Botschaft ist wahr, so bleibt sie es auch dann, wenn sich ihr Überbringer nicht an sie hält. Daher muss die Kirche im Kern eine Verkündigungs- und keine Moralanstalt sein.“ (zeit.de)

„Günther Beckstein, Vizepräses der Synode, sagte, ein Bischof sei kein Heiliger.“

„Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse sagte den Stuttgarter Nachrichten, Geistliche seien auch nur Menschen.“ (faz.de)

Nein, diese Zitate sind nicht anlässlich des katholischen Missbrauchsskandals in der Presse zu finden, wo kämen wir denn da hin! So milde werden die Verfehlungen einer evangelischen Bischöfin und Ratsvorsitzenden der evang. Kirche beurteilt, die mit 1,54 Promille Alkohol im Blut erwischt wurde und über eine rote Ampel fuhr. Die Schwere der Vergehen wollen wir hier nicht diskutieren, aber dass hier mit zweierlei Maß gemessen wird und dass auf die katholische Kirche bei jedem Fehltritt wesentlich hasserfüllter losgegangen wird, sticht deutlich ins Auge.