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„Der Schuldigen weise ich den Weg der Rettung“

22/03/2010

(Erklärungen Jesu zur Episode „Jesus, die Pharisäer und die Ehebrecherin“ – Entsprechung im Johannesevangelium: 8,1-11)

Jesus spricht:

„Was mich verletzt hat, war der Mangel an Liebe und Aufrichtigkeit der Ankläger. Nicht dass ihre Anklage falsch gewesen wäre, die Frau war wirklich schuldig. Aber sie waren unaufrichtig und taten, als ob sie Ärgernis nähmen an einer Sünde, die sie selbst tausendmal begangen hatten und die nur wegen ihrer größeren Schlauheit und weil sie mehr Glück gehabt hatten, unbekannt geblieben war. Die Frau war bei ihrer ersten Sünde weniger schlau und hatte nicht viel Glück. Aber keiner ihrer Ankläger und Anklägerinnen – denn auch die Frauen, die zwar ihre Stimmen nicht zur Anklage erhoben, beschuldigten sie in ihrem Herzen – war frei von Schuld.

Ehebrecher ist, wer die Tat begeht, aber auch, wer mit seinem ganzen Sein danach verlangt. Unzucht begeht sowohl der, der sündigt, als auch der, der zu sündigen begehrt. Es genügt nicht, das Böse nicht zu tun, man darf auch nicht danach begehren.

Wer sich sinnlichen Gedanken hingibt und sinnliche Gefühle durch Lektüre und durch vorsätzlich und aus ungesunder Gewohnheit gesuchte Schauspiele erregt, ist ebenso unrein wie der, der sich tatsächlich schuldig macht. Ich wage zu sagen: er ist noch schuldiger; denn er verstößt mit seinen Gedanken gegen die Natur, nicht nur gegen die Sittlichkeit. Ich spreche nicht von dem, der wirklich naturwidrige Akte begeht. Die einzige Entschuldigung für einen solchen wäre eine organische oder psychische Krankheit. Wer aber diese Entschuldigung nicht hat, steht um zehn Stufen tiefer als das schmutzigste Tier. Damit einer gerecht urteilen kann, muss er selbst frei von Schuld sein.

Bezüglich der wichtigsten Vorraussetzungen für einen Richter verweise ich euch auf die früheren Diktate.

Mir waren die Herzen jener Pharisäer und Schriftgelehrten nicht unbekannt, ebenso wie die der anderen, die sich ihnen angeschlossen hatten, um gegen die Schuldige loszuziehen. Sünder gegen Gott und gegen den Nächsten waren sie, schuldig gegenüber der Religion, schuldig gegenüber den Eltern und den Nächsten, schuldig vor allem auch, und am häufigsten, gegenüber ihren Frauen. Wenn ich durch ein Wunder ihrem Blut befohlen hätte, ihre Sünden auf ihre Stirn zu schreiben, dann hätte unter den vielen Anklagen die des tatsächlichen oder gedanklichen Ehebrechers vorgeherrscht. Ich habe gesagt: „Was aus dem Herzen des Menschen kommt, ist es, was den Menschen befleckt.“ Abgesehen von mir selbst war dort niemand unter den Richtern, der ein reines Herz gehabt hätte.

Unaufrichtig und lieblos waren sie. Nicht einmal ihre eigene Ähnlichkeit mit ihr in bezug auf die Begierlichkeit, konnte sie zur Barmherzigkeit bewegen. Ich, der ich als einziger Abscheu hätte empfinden müssen, übte Liebe gegenüber dieser gedemütigten Frau. Erinnert euch jedoch daran: Je besser einer ist, desto barmherziger ist er mit den Schuldigen. Nicht die Sünde selbst entschuldigt er, das nicht, aber er bedauert die Schwachen, die der Sünde nicht widerstehen konnten.

Der Mensch! Oh! Leichter als ein schwaches Rohr und eine feine Zaunwinde gibt er der Versuchung nach und klammert sich an Dinge, von denen er Trost und Stütze erhofft.

Oft kommt es ja gerade beim schwachen Geschlecht zur Sünde, weil man Trost zu finden sucht. Daher sage ich, wer es seiner Frau oder auch der eigenen Tochter an Liebe fehlen lässt, ist zu neunzig Prozent an der Sünde seiner Frau oder seiner Tochter schuld und wird an ihrer Stelle Rechenschaft dafür ablegen müssen. Sowohl die übertriebene Liebesbezeigung, die zur törichten Sklaverei eines Mannes gegenüber der Frau oder eines Vaters gegenüber der Tochter führt, als auch die Vernachlässigung, oder schlimmer die Sünde der sinnlichen Lust, die den Mann zu fremder Liebe treibt und die Eltern zu anderen Interessen als die der Erziehung ihrer Kinder, sind der Ursprung der Hurerei und des Ehebruchs, und daher verurteile ich sie. Ihr seid vernunftbegabte Wesen, die von einem göttlichen Gesetz oder von einem Sittengesetz geleitet werden. Sich zu einer wilden oder tierischen Lebensweise zu erniedrigen, müsste eurem Hochmut verabscheuenswert erscheinen. Aber den Stolz, der in diesem Falle sogar nützlich wäre, habt ihr nur für ganz andere Dinge.

Ich habe Petrus und Johannes auf verschiedene Art angeschaut, denn dem ersten, einem Mann,  wollte ich sagen: „Petrus, fehle auch du nicht gegen die Liebe und die Aufrichtigkeit.“ Außerdem wollte ich ihm als meinem zukünftigen Hohenpriester sagen: „Erinnere dich dieser Stunde und urteile in Zukunft wie dein Meister.“ Dem anderen hingegen, einem Jüngling mit der Seele eines Kindes, wollte ich sagen: „Du kannst urteilen und urteilst nicht, weil du ein Herz wie das meine hast. Danke, Geliebter, der du so sehr mein eigen bist, dass du mein zweites Ich geworden bist.“ Ich habe beide fortgeschickt, bevor ich die Frau rief, um ihre Demütigung nicht zu vermehren durch die Anwesenheit zweier Zeugen.

Lernt, ihr Menschen ohne Barmherzigkeit: Wie schuldbeladen einer auch sein mag, soll er doch immer mit Achtung und Liebe behandelt werden. Freut euch nicht über seine Demütigung. Zieht nicht über ihn her, nicht einmal mit neugierigen Blicken. Erbarmen, Erbarmen für den, der gefallen ist!

Der Schuldigen weise ich den Weg zur Rettung: Die Rückkehr nach Hause, das demütige Bitten um Verzeihung und das Erlangen der Verzeihung durch ein rechtschaffenes Leben. Sie soll nicht mehr den Versuchungen des Fleisches nachgeben und die Güte Gottes und der Menschen nicht missbrauchen, um nicht durch eine zweifache oder vielfache Sünde noch schwerer büssen zu müssen als bisher. Gott verzeiht, und er verzeiht, weil er die Güte ist. Aber der Mensch weiß nicht zweimal zu verzeihen, obwohl ich gesagt habe: „Verzeih deinem Bruder siebenmal siebzigmal.“

Ich gebe ihr nicht den Frieden und den Segen, weil ich bei ihr noch nicht die entschiedene Absage an die Sünde gefunden habe, die erforderlich ist, um Verzeihung zu erlangen. In ihrem Fleisch und leider auch in ihrem Herzen herrscht nicht die Abscheu vor der Sünde. Maria von Magdala hatte, als sie mein Wort begriff, Abscheu vor der Sünde und war zu mir gekommen mit dem unbeugsamen Willen, ein anderer Mensch zu werden. In dieser Frau jedoch schwankten die Stimmen des Fleisches und des Geistes noch. Sie konnte in der Verwirrung der Stunde noch die Axt an den Wurzelstock des Fleisches legen und ihn ausreißen, um befreit von ihrer Last sehnsüchtig dem Reiche Gottes entgegenzugehen; befreit von dem, was zum Untergang führt, und bereichert mit dem, was Rettung bedeutet.

Willst du wissen, ob sie später gerettet wurde? Nicht für alle bin ich der Erlöser gewesen. Für alle wollte ich es sein, und doch war ich es nicht, denn nicht alle sehnten sich danach, gerettet zu werden. Und das ist einer der furchtbarsten Pfeile gewesen, die mein Herz durchbohrten in der Agonie von Gethsemane. (…)“

Auszug aus “Der Gottmensch″ (Band IX) von Maria Valtorta. Veröffentlicht mit der Genehmigung des Herausgebers Centro Editoriale Valtortiano srl. Isola del Liri (FR), www.mariavaltorta.com, dem die Rechte für die Werke Maria Valtortas gehören. Um die Bücher Maria Valtortas in deutscher Sprache zu erwerben bitte wenden an den Parvis-Verlag, 1648 Hauteville, Schweiz:book@parvis.ch, www.parvis.ch

Jesus spricht zu den Aposteln über seine Versuchung durch Satan

20/02/2010
(zum Sonntags-Evangelium vom 21. Februar 2010: Lukas 4,1-13)

„Um sich vorzubereiten, ein Meister zu sein, muß man erst Schüler gewesen sein. Ich war allwissend, als Gott. Meine Einsicht ließ mich mittels meiner Erkenntnis die inneren Kämpfe des Menschen geistig verstehen. Doch eines Tages hätte ein armer Freund, irgendein armer Sohn, zu mir sagen können: ‘Du weißt nicht, was es heißt, Mensch zu sein und Gefühle und Leidenschaften zu haben.’ Es wäre ein gerechter Vorwurf gewesen. Ich bin hierher gekommen, auf den Berg, um mich vorzubereiten; nicht allein auf die Sendung, sondern auch auf die Versuchung. Seht ihr?  Hier, wo ihr euch jetzt befindet, wurde ich versucht. Von wem? Von einem Sterblichen? Nein. Zu gering wäre seine Macht gewesen. Ich wurde vom Satan selbst versucht.

Ich war erschöpft. Seit vierzig Tagen hatte ich nicht gegessen … doch solange ich ins Gebet vertieft war, fühlte ich nichts in meiner Freude der Zwiesprache mit Gott. Ich empfand den Hunger als erträglich, weil er nur die Materie betrifft, die Materie allein. Dann kehrte ich zur Welt zurück … auf die Wege der Welt … und fühlte die Bedürfnisse des Menschen. Ich hatte Hunger, ich hatte Durst. Ich fühlte die schneidende Kälte der Wüstennacht. Ich fühlte den Körper, seinen Mangel an Ruhe und Schlaf und die Erschöpfung vom langen Weg, den ich in einer derartigen Verfassung zurückgelegt hatte: ich konnte nicht mehr weitergehen …


Denn auch ich habe Fleisch und Blut, Freunde. Wahres Fleisch. Und es ist denselben Schwächen unterworfen, die jedes Fleisch empfindet. Und mit dem Leib habe ich ein Herz. Ja, von der menschlichen Natur habe ich den ersten und den zweiten der drei Teile, aus denen der Mensch besteht, übernommen: die Materie mit ihren körperlichen Bedürfnissen und das Gemüt mit seinen Neigungen. Und da ich mit meinem Willen alle nicht guten Neigungen schon im Keime erstickt habe, konnten die heiligen Neigungen der kindlichen Liebe, der Heimatliebe, der Freundschaft, der Arbeit und alles, was gut und heilig, groß und mächtig ist, werden wie jahrhundertealte Zedern. So habe ich hier die Sehnsucht nach meiner lieben Mutter empfunden. Hier habe ich das Bedürfnis ihrer sorgenden Liebe in meiner Hinfälligkeit als Mensch empfunden. Hier hat mich von neuem der Schmerz überwältigt, mich von der Einzigen, die mich vollkommen liebt, trennen zu müssen. Hier habe ich das Bedürfnis nach ihrer Pflege meiner menschlichen Gebrechlichkeit gespürt; hier habe ich erneut den Schmerz erfahren, mich von der Einzigen getrennt zu haben, die mich vollkommen liebte; hier habe ich den Schmerz vorausgefühlt, der mir vorbehalten ist, und den Schmerz über ihren Schmerz, arme Mutter, die einmal keine Tränen mehr haben wird, da sie so viele vergießen muß für ihren Sohn und um der Menschen willen. Und hier habe ich die Müdigkeit des Helden und des Asketen kennengelernt, der in einer Stunde die Vorahnung, die Nutzlosigkeit seiner Bemühung erkennt.

Ich habe geweint. Die Traurigkeit, sie ist ein magisches Mittel für Satan. Es ist keine Sünde, traurig zu sein, wenn die Stunde leidvoll ist. Sünde ist, der Traurigkeit freien Lauf zu geben und der Haltlosigkeit oder Verzweiflung zu verfallen. Satan ist sofort da, wenn jemand von geistiger Mattigkeit befallen wird.

Er ist gekommen. Im Gewande eines wohlwollenden Wanderers. Er gibt sich immer wohlwollend … Ich hatte Hunger … und ich hatte meine dreißig Jahre im Blut. Satan hat mich versucht; denn er glaubte, ich sei verwundbar, da er mich hungrig sah und auch mein Alter kannte. Er hat mir seine Hilfe angeboten. Zuerst hat er zu mir gesagt : ‘Gebiete diesen Steinen Brot zu werden!’… Doch zu allererst hat er mir von der Frau gesprochen. Oh! er versteht sich darauf, von ihr zu sprechen. Er kennt sie von Grund auf. Er hat die Frau als erste verführt, um aus ihr seine Verbündete in der Verführung zu machen. Ich bin nicht nur der Sohn Gottes. Ich bin Jesus, der Handwerker von Nazareth.

Ich sagte damals zum Mann, der mich gefragt hat, ob ich die Versuchung kenne, und der mich beinahe beschuldigte, ungerechterweise glücklich zu sein, da ich nicht wüßte, was Sünde sei. ‘Der Akt bewirkt die Befriedigung. Die zurückgedrängte Versuchung weicht nicht, sondern wird noch stärker, auch weil Satan sie anschürt!’ Ich habe der Versuchung des Hungers nach Brot und nach der Frau widerstanden. Und ihr sollt wissen, daß Satan die Frau – menschlich gesprochen nicht zu Unrecht – mir zuerst anbot, denn sie ist seine beste Verbündete, um sich in der Welt zu behaupten.

Der ‘Versucher’, der sich mit meinem: ‘Nicht vom Brot allein lebt der Mensch’ nicht geschlagen gab, begann nun von meiner Sendung zu sprechen. Satan wollte den Messias verführen, nachdem er den jungen Mann versucht hatte. Und er trieb mich an, die unwürdigen Diener des Tempels durch ein Wunder zu vernichten. Das Wunder, die Flamme des Himmels, dient nicht dazu, um sich aus Weidenruten eine Krone zu winden und sich mit ihr zu schmücken. Und man versucht Gott nicht, indem man um Wunder für menschliche Zwecke bittet. Das wollte Satan. Das vorgebrachte Motiv war nur ein Vorwand. Die Wahrheit war: ‘Rühme dich, der Messias zu sein!’ Auf diese Weise dachte er, in mir eine Begehrlichkeit zu wecken: den Hochmut.

Gustave Doré: Jesus wird vom Teufel versucht

Nicht besiegt von meinem: ‘Du sollst den Herrn, deinen Gott nicht versuchen!’, hat er mich mit der dritten Kraft seiner Natur versucht: dem Gold! Oh, das Gold! Eine große Sache ist das Brot, noch begehrenswerter die Frau für den, der nach Nahrung und Genuß verlangt. Ganz groß aber ist der Beifall der Massen für den Menschen… Wie viele Verbrechen werden aus diesen drei Gründen begangen! Aber das Gold … das Gold … Es ist der Schlüssel, der aufschließt, der Ring, der kettet, das Alpha und Omega von neunundneunzig Prozent der menschlichen Handlungen. Für das Brot und die Frau wird der Mensch zum Dieb. Um Macht zu erobern, wird er auch zum Mörder. Doch für das Gold wird er zum Götzenanbeter. Der König des Goldes, Satan, hat mir sein Gold angeboten, damit ich ihn anbete … Ich habe ihn vertrieben mit den ewigen Worten: ‘Den Herrn, deinen Gott allein sollst du anbeten!’

Und hier an dieser Stelle hat sich dies ereignet.“

Jesus ist aufgestanden. Er scheint viel größer als sonst in der ebenen Umgebung und in dem leicht phosphoreszierenden Schein, der von den Sternen träufelt. Auch die Jünger stehen auf. Jesus spricht weiter und blickt Judas fest in die Augen.

„Dann sind die Engel des Herrn gekommen… Der Mensch Jesus hatte die dreifache Schlacht gewonnen. Der Mensch Jesus wußte, was es heißt, Mensch zu sein, und er hatte gesiegt. Er war erschöpft. Der Kampf war ermüdender gewesen wegen des langen Fastens. Doch es war ein überwältigender Sieg des Geistes. Ich glaube, daß der ganze Himmel gebebt hat, angesichts dieses Standhaltens eines mit Geist begabten Geschöpfes, und ich glaube, daß von jenem Augenblick an die Gabe des Wunderwirkens in mir war. Ich war Gott gewesen. Und ich bin Mensch geworden. Nun, da das Animalische besiegt war, das zur Natur des Menschen gehört, bin ich der Gottmensch. Ich bin es. Als Gott bin ich allmächtig! Und als Mensch kenne ich alles. Macht es also wie ich, wenn ihr tun wollt, was ich vollbringe! Und tut es zu meinem Gedächtnis!“

Auszug aus “Der Gottmensch″ (Band II) von Maria Valtorta. Veröffentlicht mit der Genehmigung des Herausgebers Centro Editoriale Valtortiano srl. Isola del Liri (FR), www.mariavaltorta.com, dem die Rechte für die Werke Maria Valtortas gehören. Um die Bücher Maria Valtortas in deutscher Sprache zu erwerben bitte wenden an den Parvis-Verlag, 1648 Hauteville, Schweiz: book@parvis.ch, www.parvis.ch


„Nur der Tod scheidet die Ehegatten“

04/10/2009
(zum Sonntags-Evangelium vom 3. Oktober 2009: Mk 10, 2-16)

Jesus sagt:

« Es ist euch auch gesagt worden: ‘Wer seine Frau entlässt, gebe ihr einen Scheidebrief’, doch ist eine solche Tat zu verwerfen, da sie nicht dem Willen Gottes entspricht. Gott sagte zu Adam: ‘Das ist die Gefährtin, die ich für dich erschaffen habe. Seid fruchtbar und mehret euch, erfüllet die Erde und machet sie euch untertan.’ Adam, der in Vollkommenheit erschaffen wurde und dessen Intelligenz noch nicht durch die Sünde getrübt war, rief aus : ‘Das ist nun endlich Bein von meinem Bein und Fleisch von meinem Fleisch. Sie wird Mannweib heissen, denn vom Manne entnommen, ist sie mein anderes Ich. So wird der Mann seinen Vater und seine Mutter verlassen, und die beiden werden ein Fleisch sein.’

Mit zunehmendem Strahlen stimmte das Ewige Licht lächelnd dem Ausspruch Adams zu, der zum ersten unauslöschlichen Gesetz wurde. Wenn nun der irdische Gesetzgeber wegen der immer grösseren Härte des Menschen ein neues Gesetz schaffen musste; wenn er der stets wachsenden Unbeständigkeit Einhalt gebieten und sagen musste : ‘Wenn du sie schon verstossen hast, dann kannst du sie nicht mehr zurücknehmen’, so setzt dies das erste, authentische im irdischen Paradies entstandene und von Gott gebilligte Gesetz nicht ausser Kraft.

Ich sage euch: Jeder, der seine Frau entlässt- ausgenommen im Fall nachgewiesener Unzucht- setzt sie dem Ehebruch aus. Denn in der Tat, was macht in neunzig Prozent der Fälle die verstossene Frau? Sie wird eine neue Ehe eingehen. Mit welchen Folgen? Oh, wieviel gäbe es hierüber zu sagen! Wisst ihr nicht, dass es dadurch ungewollt zu einer Blutschande kommen kann? Wie viele Tränen werden vergossen, die ihren Ursprung in der Unkeuschheit haben! Ja, Unkeuschheit. Einen anderen Namen gibt es dafür nicht. Seid ehrlich! Alles kann überwunden werden, wenn der Mensch rechtschaffen ist. Ist er jedoch unzüchtig, dient ihm alles zum Anlass, um seiner Fleischeslust zu frönen. Weibliche Gefühlskälte und Hang zum Nörgeln, Liebe zum Luxus : All dies kann überwunden werden, ja selbst Krankheit und Reizbarkeit, wenn man sich in heiliger Weise liebt. Da man sich jedoch nach einer gewissen Zeit nicht mehr so liebt wie am ersten Tag, betrachtet man gleich das durchaus Mögliche als unmöglich und wirft eine Frau einfach hinaus auf die Strasse und ins Verderben.

Wer sie verstösst, begeht Ehebruch, und wer sie nach der Verstossung heiratet, begeht Ehebruch. Nur der Tod scheidet die Ehegatten. Merkt euch dies. Habt ihr eine unglückliche Wahl getroffen, so tragt die Folgen wie ein Kreuz, lebt als zwei Unglückliche, aber Gerechte, und lasst es nicht eure Kinder büssen, denn sie sind an allem unschuldig und leiden am meisten unter diesen unseligen Verhältnissen. Die Liebe zu den Kindern sollte euch hundert und aberhundert Mal über alles nachdenken lassen, auch im Fall, dass einer der Ehegatten sterben sollte. »

Auszug aus “Der Gottmensch″, Band III  von Maria Valtorta, mit  der Genehmigung des Herausgebers Centro Editoriale Valtortiano srl. Isola del Liri (FR), www.mariavaltorta.com, dem die Rechte für die Werke Maria Valtortas gehören.