Posts Tagged ‘Gaza’

abgründe der woche

20/08/2011

+++    erderwärmung : heftigster schneesturm seit jahrzehnten begleitet wintereinbruch in neuseeland + südinsel besonders betroffen + stromausfälle, flughäfen geschlossen, landesweit autobahnen unbefahrbar    +++    eudssr (I) : angesichts mehr und mehr rettungsschirme nun einführung von eurobonds in der diskussion + dies sind staatsanleihen aller eurostaaten + alle staaten würden gemeinsam dafür haften, dass nach ende der laufzeit die anleihen zurückgezahlt werden + im klartext bedeutet dies, dass zahlungskräftige staaten wie deutschland den grossteil der zahlungen tragen müssen, während finanzschwache länder aus dem schneider sind   +++   eudssr (II) : merkel und sarkozy fordern europäische wirtschaftsregierung + zweimal jährlich treffen der staatschefs der euroländer, um wirtschaftspolitik aufeinander abzustimmen + u.a. sollen sämtliche länder in ihren verfassungen die verpflichtung zu einem „ausgeglichenen haushalt“ verankern + für exportstarke länder wie deutschland könnte dies eine unnatürliche bremse ihrer wirtschaftsleistungen bedeuten + eu-ratspräsident van rompuy soll den vorsitz dieser wirtschaftsgremien zunächst übernehmen    +++   protest (I) : in chile demonstrieren seit monaten zehntausende schüler und studenten gegen hohe bildungsgebühren + es kommt immer wieder zu ausschreitungen    +++   protest (II) : zum auftakt des weltjugendtags in madrid demonstrieren tausende gegen den papst und die kostspielige veranstaltung angesichts der schweren wirtschaftskrise, die das land beutelt + auseinandersetzungen zwischen demonstranten und der polizei + laut angaben des wjt werden 80% der kosten von den teilnahmegebühren der pilger und die verbleibenden 20% von sponsoren getragen   +++   protest (III) : in berlin brennen nächtelang autos + teils auch brandanschläge auf kinderwagen in treppenhäusern + dieses jahr bereits 250 verbrannte autos + polizei vermutet linksextremistisches umfeld + von den tätern bisher keine spur   +++   provokant (I) : israels regierung genehmigt ausbau der laut internationalem recht illegalen siedlung ariel im westjordanland + mit 18 000 einwohnern ist die siedlung eine der grössten in der gegend + nun soll sie um knapp 300 neue wohnungen erweitert werden   +++   provokant (II) : nach anschlägen in eilat am roten meer schlägt israels militär zurück + luftangriffe auf den gaza-streifen + us-regierung stellte sich hinter israel und verurteilte die anschläge + uno-generalsekretär ban ki moon mahnte zur zurückhaltung   +++   datenkrake : datenschützer in schleswig-holstein fordern abschaffung des facebook „like“-buttons + bei betätigen des knopfes würden nutzerdaten automatisch und ohne notwendiges widerrufsrecht in die usa gesendet + das sei rechtswidrig + webseiten, die den „like“-button eingebunden haben, machen sich demnach ebenso strafbar wie facebook selbst + „like“-button soll bis ende september von sämtlichen holsteinischen websites verschwinden, sonst drohen bussgelder bis zu 50 000 euro   +++

Internationale Hilfsflotille trifft demnächst in Gaza ein

28/05/2010

Weitgehend unbeachtet von den Mainsteam-Medien wird die internationale Hilfsflotille „Free Gaza“, bestehend aus 6 Schiffen und beladen mit mehreren Tonnen Bau-, Schul- und medizinischem Material am kommenden Wochenende an der palästinensischen Küste eintreffen. Es sind rund 750 freiwillige Helfer aus insgesamt 50 Nationen an Bord, darunter 35 europäische Abgeordnete, frühere amerikanische Diplomaten und Friedensnobelpreisträger.

Das israelische Sicherheitskabinett hat angekündigt, die Schiffe auf offener See abzufangen und die Ladung zu beschlagnahmen, sollte tatsächlich versucht werden, am Gazastreifen zu landen. Laut Al Jazeera sollen die sich an Bord befindlichen Israelis festgenommen, Palästinenser vom Geheimdienst verhört und Ausländer ausgewiesen werden. Journalisten wurde anscheinend im Hafen von Ashdod bereits ein Gefängnis gezeigt, dass auf die Festnahmen vorbereitet wird. Die Ladung werde angeblich nach einer gründlichen Überprüfung an die UN-Mission im Gazastreifen übergeben, wenn sich darin keine „verbotenen Materialien“ (wie z.B. die zwei Tonnen geladener Zement) befänden.

Palästina: Kirchenführer rufen um Hilfe

04/05/2010

16  führende palästinensische Christen – darunter der frühere lateinische Patriarch Sabbah – haben im Dezember 2009 eine Schrift zu ihrer Lage veröffentlicht, sie heisst  „Ein Moment der Wahrheit: Ein Wort des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe, das aus dem Herzen des palästinensischen Leidens kommt“.

Nach der Beschreibung ihrer aktuellen Situation rufen sie zu internationalen Boykottmassnahmen gegen Israel und zum friedlichen Widerstand gegen die Besetzung der palästinensischen Gebiete auf: „Widerstand ist für Christen ein Recht und eine Pflicht, doch das Grundprinzip des Widerstandes ist die Liebe. “ Es wird ausdrücklich betont, dass der Widerstand nicht den Tod bringen darf. Weiterhin wird jede Theologie, „die die Besetzung rechtfertigt und dabei vorgibt, sich auf die Bibel oder auf den Glauben oder die Geschichte zu stützen“ verworfen.

Nachfolgend ein Auszug aus der Schrift, der vollständige Text kann HIER nachgelesen werden:

1.1 „Sie sagen ‚Frieden! Frieden!‘ und es gibt keinen Frieden“ (Jr 6,14). Tatsächlich sprechen alle von Frieden und vom Friedensprozess im Mittleren Orient, doch das sind bis jetzt nichts als Worte. Die Realität ist die israelische Besatzung des palästinensischen Territoriums, die Einschränkung unserer Freiheit und alles, was dies mit sich bringt:

1.1.1 Die Trennungsmauer, die auf palästinensischem Land gebaut worden ist, hat von diesem einen grossen Teil konfisziert, unsere Städte und Dörfer in Gefängnisse verwandelt und daraus getrennte und verstreute Gebiete gemacht. Gaza lebt nach dem grausamen, durch Israel im Dezember 2008 und Januar 2009 ausgelösten Krieg weiterhin unter unmenschlichen Bedingungen, unter permanentem Embargo und bleibt geographisch vom restlichen palästinensischen Territorium isoliert.

1.1.2 Die israelischen Siedlungen, die uns im Namen Gottes oder der Macht unserer Erde berauben, kontrollieren die Bodenschätze, vor allem das Wasser und die landwirtschaftlichen Böden, die sie Hundertausenden von Palästinensern vorenthalten. Diese Siedlungen sind heute ein Hindernis für jede Art von politischer Lösung.

1.1.3 Die Demütigung, der wir täglich an den militärischen Kontrollpunkten ausgesetzt sind, um uns zu unserer Arbeitsstelle, in unsere Schulen oder unsere Krankenhäuser zu begeben.

1.1.4 Die Trennung der Mitglieder einer Familie, die ein Familienleben für Tausende von Palästinensern unmöglich macht sobald einer der Eheleute nicht im Besitz eines israelischen Ausweises ist.

1.1.5 Die religiöse Freiheit selbst, d.h. der freie Zugang zu den heiligen Orten wird unter dem Vorwand der Sicherheit eingeschränkt. Die heiligen Orte in Jerusalem sind für eine grosse Zahl der Christen und Moslems des Westjordanlandes und aus Gaza nicht zugänglich. Die Bürger Jerusalems können ihre heiligen Orte nur an bestimmten Feiertagen aufsuchen und einige unserer arabischen Priester können nur unter grossen Schwierigkeiten nach Jerusalem.

1.1.6 Die Flüchtlinge sind Teil unserer Realität. Die meisten von ihnen leben immer  noch in Lagern mit inakzeptablen Bedingungen für Menschen. Sie haben das Recht auf Rückkehr und erwarten diese Rückkehr seit Generationen. Was wird ihr Schicksal sein?

1.1.7 Tausende von Menschen, die in israelischen Gefängnissen festgehalten werden sind auch Teil unserer Realität. Die Israelis setzen Himmel und Erde für einen einzigen Gefangenen in Bewegung, aber wann werden die Tausenden von palästinensischen Gefangenen, die in den israelischen Gefängnissen dahinvegitieren, die Freiheit sehen?

1.1.8 Jerusalem ist das Herz unserer Realität. Es ist gleichzeitig Symbol des Friedens und Zeichen des Konfliktes. Seitdem die „Mauer“ eine Trennung zwischen den palästinensischen Vierteln der Stadt gezogen hat, hören die israelischen Behörden nicht auf, palästinensische, christliche und muslimische Bewohnern zu vertreiben. Man konfisziert ihre Ausweise, d.h. ihr Recht, in Jerusalem zu wohnen. Ihre Häuser werden abgerissen oder beschlagnahmt. Jerusalem, die Stadt der Versöhnung, ist eine Stadt der Diskriminierung und des Ausschlusses, eine Quelle des Konfliktes anstelle einer Quelle des Friedens geworden.

1.2 Ausserdem verhöhnt Israel das internationale Recht und die internationalen Resolutionen zusammen mit der Unfähigkeit der arabischen Welt und der internationalen Gemeinschaft gegenüber dieser Verachtung. Die Menschenrechte werden verletzt. Trotz vielfacher Berichte lokaler und internationaler Menschenrechtsorganisationen geht die Unterdrückung weiter.