Posts Tagged ‘Gehorsam’

„Lernt von den Kindern“

22/09/2012

zum Evangelium vom 23. September 2012: Mk 9,30-37

Bei seiner Ankunft in Kapharnaum wird Jesus von einem etwa achtjährigen Knaben namens Benjamin, der ihm unbedingt bis zu seinem Haus folgen will, gebeten, ein Gleichnis zu erzählen. Er erzählt ihm das Gleichnis von einem Hirten, dessen Schafe nicht alle treu bei ihm bleiben wollen und das Verderben wählen:

„… Nur ein Lämmlein trennte sich nie vom Hirten. Es lief, blökte und sagte mit seinem Blöken zum Hirten: „Ich liebe dich!“ Es folgte dem guten Hirten, und als sie an den Pforten seines Reiches ankamen, waren es nur noch zwei; der Hirte und das getreue Lämmlein. Da sagte der Hirte nicht: „Tritt ein“, sondern „Komm“, und er nahm es auf seine Arme, drückte es an seine Brust und trug es hinein, indem er alle seine Untergebenen zusammenrief und zu ihnen sagte: „Seht, dieses liebt mich. Ich will, dass es in alle Ewigkeit bei mir sei, und ihr sollt es lieben, denn es ist der Liebling meines Herzens!“

Das Gleichnis ist zu Ende, Benjamin. Kannst du mir nun sagen, wer der gute Hirte ist?“

„Du bist es, Jesus.“

„Und das Lämmlein?“

„Das bin ich, Jesus.“

„Aber nun werde ich fortgehen, und du wirst mich vergessen.“

„Nein, Jesus. Ich werde dich nicht vergessen, denn ich liebe dich.“

„Deine Liebe wird aufhören, wenn du mich nicht mehr siehst …!“

„Ich werde in meinem Innern die Worte wiederholen, die du mir gesagt hast, und es wird so sein, als ob du selbst anwesend wärst. Auf diese Weise werde ich dich lieben und dir gehorchen. Sag mir, Jesus, wirst du dich an Benjamin erinnern?“

„Immer!“

„Wie wirst du es machen, dich zu erinnern?“

„Ich werde mir sagen, daß du mir versprochen hast, mich zu lieben und mir zu gehorchen, und so werde ich mich deiner erinnern.“

„Und wirst du mir dein Reich geben?“

„Wenn du gut bist, ja!“

„Ich werde gut sein.“

„Wie wirst du es machen? Das Leben ist lang.“

„Aber deine Worte sind so gut. Wenn ich sie mir vorsage und das tue, was sie mir zu tun gebieten, dann werde ich mich das ganze Leben lang gut bewahren. Ich werde es tun, weil ich dich liebe. Wenn man liebt, dann macht es keine Mühe, gut zu sein. Ich werde nicht müde, meiner Mutter zu gehorchen, denn ich liebe sie, und es wird mir keine Mühe machen, dir zu gehorchen, weil ich dich liebe.“

Jesus ist stehengeblieben und schaut das mehr von Liebe als von der Sonne entflammte Gesichtlein an. Die Freude Jesu ist so lebhaft, dass es scheint, eine andere Sonne entzünde sich in seiner Seele und strahle durch seine Augen. Er beugt sich nieder und küsst das Kind auf die Stirn. 

Vor einem kleinen einfachen Hause, vor dem sich ein Brunnen befindet, ist er stehengeblieben. Jesus geht zu diesem Brunnen und setzt sich nieder, und dort finden ihn die Apostel, die noch immer ihre gegenseitigen Vorzüge abwägen.

Jesus schaut sie an und ruft sie zu sich. „Kommt hierher und hörte euch die letzte Unterweisung des Tages an, ihr, die ihr euch brüstet mit der Zurschaustellung eurer Verdienste und meint, euch dadurch einen besonderen Platz zu erwerben. Sehr ihr dieses Kind? Es ist in der Wahrheit schon weiter voran als ihr. Seine Unschuld gibt ihm den Schlüssel, um die Tore meines Reiches zu öffnen. In seiner kindlichen Einfalt hat es verstanden, daß in der Liebe die Kraft liegt, mit der man groß wird, und in dem aus Liebe geübten Gehorsam die Kraft, mit der man in mein Reich gelangt. Seid einfältig, demütig und liebt mit einer Liebe, die nicht nur mir gilt, sondern auch eurem Nächsten, indem ihr allen meinen Worten gehorcht, auch diesen, wenn ihr dorthin gelangen wollt, wohin diese Unschuldigen gelangen werden. Lernt von den Kindern. Der Vater enthüllt ihnen die Wahrheit, wie er sie selbst den Weisen nicht enthüllt.“

Jesus spricht und hält dabei Benjamin, die Hände auf seinen Schultern aufrecht gegen seine Knie. Jetzt ist das Antlitz Jesu voll Majestät, nicht zürnend, jedoch ernst. Es ist wirklich das Antlitz eines Meisters. Der letzte Sonnenstrahl bildet einen Strahlenkranz um sein blondes Haupt.

Die Vision entschwindet und läßt mich voller Glückseligkeit in meinen Schmerzen zurück. 

Auszug aus “Der Gottmensch“, Bd. VI von Maria Valtorta. Veröffentlicht mit Genehmigung des Herausgebers Centro Editoriale Valtortiano srl. Isola del Liri (FR), www.mariavaltorta.com, dem die Rechte für die Werke Maria Valtortas gehören. Um die Bücher Maria Valtortas in deutscher Sprache zu erwerben bitte wenden an den Parvis-Verlag, 1648 Hauteville, Schweiz: book@parvis.chwww.parvis.ch

Jesus und die Kinder: Alexander von Askalon

Jesus und die Kinder: in Kapharnaum

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„Das wird nicht verziehen“ – Gleichnis von den zwei Söhnen

25/09/2011

zum Sonntagsevangelium vom 25. Sept. 2011: Mt 21,28-32

Jesus sagt:

„Der Friede sei mit euch. Euch allen, die ihr mich umgebt, möchte ich ein Gleichnis erzählen, und ein jeder mache sich die Lehre daraus und den für ihn passenden Teil zu eigen.

Hört. Ein Mann hatte zwei Söhne. Er ging zu dem einen und sagte: „Mein Sohn, komm und arbeite heute im Weinberg deines Vaters.“ Es war dies ein Zeichen der Anerkennung vonseiten des Vaters. Er hielt den Sohn für fähig, dort zu arbeiten, wo bisher der Vater selbst gearbeitet hatte. Es war auch ein Zeichen dafür, dass der Vater im Sohn guten Willen, Standhaftigkeit, Fähigkeit, Erfahrung und Liebe zum Vater sah. 

Aber der Sohn wurde von irdischen Angelegenheiten abgelenkt; er schämte sich auch, im Arbeitsgewand zu erscheinen (Satan bedient sich solcher Ansichten, um vom Guten abzuhalten) und fürchtete den Spott und vielleicht auch Racheakte seitens der Feinde des Vaters, die gegen ihn selbst nicht die Hand zu erheben wagten, wohl aber gegen seinen schwächeren Sohn. So antwortete er: „Ich gehe nicht. Ich habe keine Lust dazu.“ Da ging der Vater zum anderen Sohn und sagte ihm dasselbe, was er zum ersten gesagt hatte. Der zweite antwortete sofort: „Ja Vater, ich gehe sogleich.“

Was geschah? Der erste Sohn war an sich von guter Gesinnung, aber im ersten Augenblick der Versuchung zur Auflehnung erlegen; er bereute jedoch, seinen Vater beleidigt zu haben, und ging ohne ein Wort zu sagen in den Weinberg und arbeitete den ganzen Tag bis zu später Stunde. Dann kehrte er nach Hause zurück mit Frieden im Herzen wegen der erfüllten Pflicht. Der zweite hingegen, lügnerisch und schwächlich wie er war, ging aus dem Haus, schlenderte dann aber im Dorf herum und machte unnütze Besuche bei einflussreichen Freunden, von denen er irgendetwas erhoffte, und sagte sich in seinem Herzen: „Der Vater ist alt und geht nicht aus dem Haus. Ich werde ihm sagen, dass ich ihm gehorcht habe, und er wird es glauben…“

Als der Abend auch für ihn kam kehrte er mit dem gelangweilten Gesicht eines Müßiggängers, jedoch mit sauberen Kleidern nach Hause zurück. Der Vater bemerkte den unsicheren Gruß und verglich ihn mit dem des ersten Sohnes, der müde, schmutzig und abgearbeitet, aber heiter war und einen aufrichtigen, demütigen und liebevollen Blick hatte, der, ohne sich mit der erfüllten Pflicht zu brüsten, sagen wollte: „Ich liebe dich, und zwar aufrichtig. Um dich zufriedenzustellen, habe ich mich überwunden.“ Der Vater umarmte den müden Sohn und sprach: „Sei gesegnet, denn du hast die Liebe verstanden.“

Was haltet ihr davon? Welcher von den beiden hat den Vater geliebt? Sicher werdet ihr sagen: „Der, der den Willen seines Vaters erfüllt hat.“ Und wer hat ihn erfüllt, der erste oder der zweite Sohn?“

„Der erste“, antwortet die Menge einstimmig.

„Ja, der erste. Auch in Israel gibt es so etwas. Nicht die sind die Guten, die da sagen: „Herr, Herr!“ und sich an die Brust schlagen, ohne im Herzen Reue über die begangenen Sünden zu empfinden. Sie werden sogar immer hartherziger. Nicht die sind die Guten, die fromme Riten zur Schau tragen, um als Heilige zu erscheinen, dann aber in ihrem Leben ohne Liebe und Gerechtigkeit sind. Sie handeln gegen den Willen Gottes, der mich entsandt hat und den sie bekämpfen, als ob ich im Auftrag Satans käme. Das wird nicht verziehen. 

Sie sind keine Heiligen in den Augen Gottes; vielmehr sind es die, die anerkennen, dass Gott alles gut macht, was er tut, die den Gesandten Gottes aufnehmen und sich sein Wort anhören, um zu wissen, wie man besser wird, und immer mehr zu erkennen, was der Vater will. Das sind die wahren Heiligen, die dem Allerhöchsten wohlgefällig und teuer sind.

Wahrlich, ich sage euch: die Unwissenden, die Armen, die Zöllner, die Dirnen werden viele übertreffen, die sich „heilig“ nennen, die sich „mächtig“ und „Meister“ nennen; und sie werden in das Reich Gottes gelangen, und Gerechtigkeit wird walten. Johannes ist nach Israel gekommen, um das Volk auf die Wege der Gerechtigkeit zu führen, und sehr viele in Israel haben ihm nicht geglaubt, in Israel, das sich selbst „gelehrt und heilig“ nennt. Aber Zöllner und Dirnen haben ihm geglaubt. Nun bin ich gekommen, und die „gelehrten Heiligen“ glauben mir nicht, aber Arme, Unwissende und Sünder glauben an mich. Ich habe Wunder gewirkt, und nicht einmal an diese haben sie geglaubt; und sie haben es auch nicht bereut, nicht an mich geglaubt zu haben. Im Gegenteil, sie haben mich und jene, die mich lieben, mit Hass überschüttet.

Daher sage ich: „Gesegnet, die an mich glauben und den Willen des Vaters tun, in dem ewiges Heil ist.“ Wachst in eurem Glauben und seid tugendhaft. Ihr werdet den Himmel besitzen, denn ihr habt die Wahrheit zu lieben gewußt.

Geht nun. Gott sei immer mit euch.“

Er segnet und entläßt sie: dann geht er an der Seite des Nikodemus zum Haus des Jüngers, um sich in den heissen Stunden dort aufzuhalten…

Auszug aus “Der Gottmensch″ Band VII von Maria Valtorta. Veröffentlicht mit der Genehmigung des Herausgebers Centro Editoriale Valtortiano srl. Isola del Liri (FR), www.mariavaltorta.com, dem die Rechte für die Werke Maria Valtortas gehören. Um die Bücher Maria Valtortas in deutscher Sprache zu erwerben bitte wenden an den Parvis-Verlag, 1648 Hauteville, Schweiz: book@parvis.ch, www.parvis.ch

14. September: Fest der Kreuzerhöhung

14/09/2011

14. September 1945

Nach dem schrecklichen Leiden, das mich an den Rand des Grabes brachte, nach drei Tagen Todesnot, nach der Beichte und Kommunion von heute Vormittag, wobei ich mich noch immer so krank fühle – der Leib möchte nur Hunger und Stille, während die Seele nach dem göttlichen Wort hungert – mit schrecklichem Kopfweh, in der Schwere einer Schlaftrunkenheit des erschöpften Körpers, sehe ich die Stunden dieses Gedenktages der hl. Kreuzerhöhung verstreichen.


Ich denke daran, wie ich mich in der furchtbaren Periode in Compito (1) wirklich wie an den letzten Halt an das Kreuz geklammert hatte, um nicht unterzugehen. Ich denke daran, dass ich auf der Rückreise so gerne in die Kirche S. Martino eingetreten wäre, um meinem Erlöser „Danke“ zu sagen. Ich denke daran, wie sich mir am Vormittag des 10. während meiner Todesnot wiederum der Gipfel des Kalvarienberges mit den drei Kreuzen gezeigt hatte, wovon eines seinen Märtyrer nicht mehr trug, ein anderes sein Martergewicht zur Erde neigte, wie, um seine gequälte Frucht niederzulegen, das dritte noch aufrecht stand. Genau so, wie ich sie gesehen hatte, als Antonietta Dal Bo (2) gestorben war. 

Ich denke an so viele Dinge. Auch daran, dass Jesus mir gestern früh als ein besserer Krankenpfleger als alle anderen geholfen hat, ohne mir freilich den Schmerz anzunehmen – und nur Er allein weiß, wie groß, wie unvorstellbar groß dieser ist – aber mir dennoch Frieden spendete. Ich denke, dass es Ihm sicherlich weh tat, mich leiden zu lassen, Er es aber tun musste, weil eine andere Seele freigekauft oder ihr durch diesen großen Schmerz geholfen werden sollte. Und während Jesus mir half, versuchte Satan, mich zu verwirren… und versucht mich noch immer. Ich denke und denke über all das nach…

Er (Satan) würde mich sofort in Frieden lassen und mir vielleicht auch materiell helfen, wenn ich zustimmte, nicht mehr das, was Jesus wünscht, zu schreiben. Aber das kann ich nicht tun. Wenn die, die da kritisieren oder bestreiten und höhnen, darüber nachdächten, dass ich weder finanziellen noch anderen Nutzen von der Arbeit des „Sprachrohrs“ habe, sondern nur Mühsal und Leiden aller Art, und wenn sie vor allem all das selbst durchlitten, was ich leide und ertrage, würden sie sofort begreifen, dass ich das, was ich tue, tun muss, weil Gott es will, und zwar ohne jeden materiellen oder seelischen Profit für mich.

____________________________

(1) Sant’Andrea di Compito, der Ort an dem die Schriftstellerin die acht Monate der Evakuierung verbracht hatte.

(2) Am 4. Januar 1944, als Antonietta Dal Bo gestorben war.

Auszug aus “Die Hefte 1945 – 1950″  von Maria Valtorta. Veröffentlicht mit der Genehmigung des Herausgebers Centro Editoriale Valtortiano srl. Isola del Liri (FR), www.mariavaltorta.com, dem die Rechte für die Werke Maria Valtortas gehören. Um die Bücher Maria Valtortas in deutscher Sprache zu erwerben bitte wenden an den Parvis-Verlag, 1648 Hauteville, Schweiz: book@parvis.ch, www.parvis.ch

Rundschreiben an die Freunde des Kreuzes

Die Wissenschaft des Kreuzes

Gehorchen heißt, den Willen Gottes tun (II)

01/09/2011

29. August 1943

Jesus sagt:
„Nicht gehorchen und aufbegehren heißt die Sünde der Zauberei begehen, sagt das Buch. Was tut ihr denn, wenn ihr rebelliert? Ihr sündigt. Und was ruft die Sünde hervor? Eure Vermählung mit dem Dämon. Vollzieht ihr also nicht Magie? Verwandelt ihr euch nicht magisch von Gotteskindern in Kinder Satans?

Nicht gehorchen und sich nicht unterwerfen ist wie die Sünde des Götzendienstes, sagt das Buch weiter. Was tut ihr denn, wenn ihr euch nicht unterwerft? Ihr weist Gott zurück, indem ihr seinen Willen abweist. Ihr stoßt Ihn als Vater und als Herrn zurück. Da aber das Herz des Menschen nicht ohne etwas anzubeten sein kann, das es an Stelle des wahren, abgewiesenen Gottes anbetet, so betet ihr euer Ich an, euer eigenes Fleisch, euren Stolz, euer Geld; ihr betet Satan in seinen akutesten Bekundungen an. Und deswegen werdet ihr zu Götzendienern. Welcher Götzen? Der schrecklichsten, die euch in ihrer Sklaverei halten, in der unglücklichsten Sklaverei.

Kommt doch, kommt, liebe Kinder Meiner Liebe, kommt zu dem väterlichen Joch, das nicht wehtut, das nicht unterdrückt, das nicht erniedrigt, das euch vielmehr aufrichtet und lenkt, und euch Sicherheit gibt, in das selige Reich zu gelangen, in dem es keinen Schmerz mehr gibt.

Die Welt, die nicht gehorchen will, weiß nicht, dass dieser Gehorsamsakt genügen würde, sie zu retten. In die Spur Gottes zurückzukehren, der Stimme Gottes zu folgen, gehorchen, gehorchen, das Haus des Vaters wiederzufinden, dem man hat entfliehen wollen, um einer Chimäre von trügerischer Würde zu folgen; die Hand des göttlichen Vaters, die da segnet und heilt, das Herz des göttlichen Vaters wiederzufinden, das liebt und verzeiht.

Bedenkt, o Kinder, dass, um euch die verlorene Gnade wieder zu schenken, Zwei ganz Unschuldige, Zwei ganz Gute, den höchsten Gehorsam haben leisten müssen. Die Rettung des Menschengeschlechtes begann in der Zeit mit dem „Fiat“ Mariens vor Meinem Erzengel und fand ihren Abschluss in dem „Es ist vollbracht!“ Jesu auf dem Kreuz. Es waren die beiden schmerzlichsten Gehorsamsleistungen und zugleich die am wenigsten zwingendsten, denn Ich und Meine Mutter waren jenseits jeder Notwendigkeit, durch Gehorsam die Sünde zu sühnen.

Wir, die wir nicht gesündigt haben, haben durch Gehorsam eure Sünde durch den Loskauf gesühnt. Und möchtet ihr nicht, ihr armen Kinder, euren göttlichen Meister nachahmen und durch Gehorsam, der Beweis von Liebe und Treue ist, Barmherzigkeit erlangen?

Schöner und willkommener sogar als Kirchen, die ihr Mir in Gelübden baut, und als alle anderen Gelübde ist Mir diese geistliche Seelenblüte, die auf Erden im Herzen des Menschen aufsprießt, die aber im Himmel zu eurer Herrlichkeit blüht.“

Zu Teil I

Auszug aus “Die Hefte 1943″ von Maria Valtorta. Veröffentlicht mit der Genehmigung des Herausgebers Centro Editoriale Valtortiano srl. Isola del Liri (FR), www.mariavaltorta.com, dem die Rechte für die Werke Maria Valtortas gehören. Um die Bücher Maria Valtortas in deutscher Sprache zu erwerben bitte wenden an den Parvis-Verlag, 1648 Hauteville, Schweiz: book@parvis.ch, www.parvis.ch

Gehorchen heißt, den Willen Gottes tun (I)

30/08/2011

29. August 1943

Jesus sagt:
„Schauen wir zusammen die Stelle im „Buch der Könige“ an:

„Wertvoller als Opfer ist Gehorsam, Folgsamkeit besser als Widderfett, Widerspenstigkeit ist Sünde wie Zauberei, Eigensinn ist Sünde wie Götzendienst.“

(1 Sam 15, 22-23, Vulg 1 Kö, 15, 22-23)

Der Gehorsam. Die Tugend, die ihr nicht üben wollt. Ihr werdet geboren, und kaum, dass ihr ein Gefühl äußern könnt, ist es ein solches des Aufbegehrens gegen den Gehorsam. Ihr lebt im Ungehorsam. Und ihr sterbt immer noch im Ungehorsam. Die Taufe löscht zwar die Erbsünde, aber sie annulliert nicht das Toxin, das die Sünde in euch zurücklässt.

Was war denn eigentlich die Ursünde? Ein Ungehorsam. Adam und Eva haben dem Schöpfervater nicht gehorchen wollen; sie waren von dem obersten Ungehorsamen, der, weil er dem Höchsten Gott den Liebesgehorsam verweigert hatte, zum Dämon geworden war, aufgehetzt worden, diesen Akt der Lieblosigkeit zu begehen. Dieses Gift brütet in eurem Blut, und nur ein beständiger Wille eurerseits hält es nieder, damit es eurem Geist nicht tödlich schadet.

Aber, ihr Meine Kinder, was gäbe es Verdienstlicheres für euch, als im Gehorsam zu leben? Hört gut zu:
Es fällt noch leichter, ein Opfer zu bringen, auf etwas zu verzichten, ein Werk der Barmherzigkeit zu tun, als beständig dem Willen Gottes zu gehorchen. Dieser kommt Minute um Minute auf euch zu wie herbei- und vorüberfließendes Wasser, das immer neue Wellen heranschwemmt und nach diesen wieder neue. Und ihr seid wie Fische, die in diesen göttlichen Willen getaucht schwimmen, der über euch herfließt.  Wenn ihr da heraus wollt, sterbt ihr, Meine Kinder. Der Wille Gottes ist euer Lebenselement. Es gibt keinen Tropfen darin, der nicht aus einer Liebesabsicht hervorgeht. Glaubt das. 

Gehorchen heißt, den Willen Gottes tun. Es ist der Wille, der geschehen soll, worum zu bitten Ich euch im Vaterunser gelehrt habe, und den mit Wort und Beispiel zu tun Ich euch bis in den Tod gelehrt habe.“

zu Teil II

Auszug aus “Die Hefte 1943″ von Maria Valtorta. Veröffentlicht mit der Genehmigung des Herausgebers Centro Editoriale Valtortiano srl. Isola del Liri (FR), www.mariavaltorta.com, dem die Rechte für die Werke Maria Valtortas gehören. Um die Bücher Maria Valtortas in deutscher Sprache zu erwerben bitte wenden an den Parvis-Verlag, 1648 Hauteville, Schweiz: book@parvis.ch, www.parvis.ch

„Wisst zu handeln wie weise Perlenhändler…“

23/07/2011

(zum Sonntags-Evangelium vom 24. Juli 2011: Mt 13,44-52)

„Meister, vor einigen Tagen hast du gesagt, dass es viele gibt, die sich von den Dingen der Welt verführen lassen. Sind es sie, die für Satan fischen?“ fragt Jakobus des Alphäus.

„Ja, mein Bruder! In diesem Gleichnis lässt sich der Mensch verführen vom vielen Geld, das viele Ergötzlichkeiten verschaffen kann, und er verliert so jegliches Recht auf den Schatz des Reiches Gottes. Wahrlich, ich sage euch, von hundert Menschen ist nur ein Drittel darum bemüht, der Versuchung des Geldes oder anderen Verführungen zu widerstehen; und von diesem Drittel versteht es nur die Hälfte, es auf heroische Weise zu tun.

Die Welt stirbt an Erstickung, weil sie sich freiwillig von den Stricken der Sünde erdrosseln lässt. Es ist besser, von allem entblößt zu sein, als törichte und blendende Reichtümer zu besitzen. Wisst zu handeln, wie weise Perlenhändler, die erfahren haben, dass irgendwo eine große, seltene Perle gefunden wurde, und sich nicht von kleinen Perlen in ihrer Werkstatt aufhalten lassen, sondern sich von allem entledigen, um diese wunderbare Perle zu erwerben.“

„Aber warum machst du selbst Unterschiede in der Mission, die du deinen Nachfolgern überträgst, und sagst uns, dass wir diese Mission als ein Geschenk Gottes halten sollen? Also müssten wir auch darauf verzichten, denn auch dies sind Brosamen im Vergleich zum Himmelreich“, sagt Bartholomäus.

„Keine Brosamen, Mittel sind es! Krumen wären es, oder besser noch, schmutzige Strohhalme, wenn sie menschlichen Zwecken im Leben dienen würden. Wer bemüht ist, einen menschlichen Gewinn aus einem solchen heiligen Posten zu ziehen, macht aus diesem einen schmutzigen Strohhalm. Aber macht daraus einen Akt des Gehorsams, eine freudige Pflicht, ein wirkliches Opfer, und es wird für euch eine wirkliche Perle sein. Die apostolische Mission ist eine vollkommene Aufopferung, wenn sie ohne Vorbehalt geübt wird, ein Martyrium und eine Glorie. Sie trieft von Tränen, Schweiss und Blut, doch sie bildet die Krone der ewigen Herrlichkeit.“

„Du weisst wirklich auf alles eine Antwort!“

„Aber habt ihr mich wirklich verstanden? Begreift ihr, was ich euch mit Vergleichen sage, die sich auf alltägliche Dinge beziehen, die aber, vom übernatürlichen Licht erleuchtet, eine Erklärung für die ewigen Dinge sind?“

„Ja, Meister!“

„Dann erinnert euch dieser Methode bei der Belehrung der Menge. Denn eines der Geheimnisse der Schriftgelehrten und der Rabbis ist das Gedächtnis. In Wahrheit sage ich euch, dass ein jeder von euch, der in der Wissenschaft vom Besitz des Himmelreiches erfahren ist, einem Familienvater gleicht, der aus seinem Schatz herausholt, was der Familie dienlich ist, indem er alte und neue Dinge zum einzigen Zweck benützt, das Wohlbefinden seiner eigenen Kinder zu fördern… Es hat aufgehört zu regnen. Lassen wir jetzt die Frauen im Frieden, und gehen wir zum alten Tobias, der dabei ist, seine geistigen Augen der Morgenröte des Jenseits zu öffnen.

Der Friede sei mit euch, Frauen!“

Auszug aus “Der Gottmensch″ Bd. IV von Maria Valtorta. Veröffentlicht mit der Genehmigung des Herausgebers Centro Editoriale Valtortiano srl. Isola del Liri (FR), www.mariavaltorta.com, dem die Rechte für die Werke Maria Valtortas gehören. Um die Bücher Maria Valtortas in deutscher Sprache zu erwerben bitte wenden an den Parvis-Verlag, 1648 Hauteville, Schweiz: book@parvis.ch, www.parvis.ch

Der Gehorsam ist das Kennzeichen eines Dieners Gottes

29/05/2011
(zum Sonntags-Evangelium vom 29. Mai 2011: Johannes 14,15-21)

16. Dezember [1943]

Numeri, Kap. 23,12.19.21

Jesus sagt:

„Der wahre Diener Gottes erwidert auf jedweden Druck menschlicher Kräfte, die ihn von den Wegen Gottes abbringen wollen: „Kann ich denn vielleicht anderes sagen oder tun, als das, was der Herr mir aufgetragen hat?“

Der Gehorsam auf den göttlichen Befehl, was auch immer dieser Befehl sei, ist das Kennzeichen eines Dieners Gottes. Es gibt unendlich viele göttliche Anforderungen, und alle sind durch eine Liebesabsicht gerechtfertigt. Dem einen auferlege Ich zu schweigen, dem anderen zu reden, wieder einem, sich zu isolieren, und einem anderen, sich zum Anführer von Seelen zu machen. Dem einen gebe ich übernatürliche Schauungen und dem anderen eine übernatürliche Stimme. Also:  Meine Diener sollen nach meinem Willen handeln, dann werden sie Mir in ihren Verdiensten ohne Unterschied sein.

Ich übe keinen Zwang in der Weise aus, dass ihr mir nicht euren Gehorsam verweigern könntet. Nein, nicht einmal die, welche so weich wie ein zum Spinnen fertiges Baumwollflöckchen in Meiner Hand sind, werden von Mir zum Gehorsam gezwungen. Aber je mehr sie „Mir“  angehören, desto leichter fällt ihnen der Gehorsam und ist ihnen lieb,  so dass sie auch auf Kosten der Gefährdung – denn die Welt hasst ja die, die sich Gott zu eigen geben – und ihrer Leiden – denn die Welt lässt ihren Hass in Leiden für Meine „Heiligen“ Blüten treiben – Meinem Auftrag treubleiben. (…)“

Auszug aus “Die Hefte 1943″ von Maria Valtorta. Veröffentlicht mit der Genehmigung des Herausgebers Centro Editoriale Valtortiano srl. Isola del Liri (FR), www.mariavaltorta.com, dem die Rechte für die Werke Maria Valtortas gehören. Um die Bücher Maria Valtortas in deutscher Sprache zu erwerben bitte wenden an den Parvis-Verlag, 1648 Hauteville, Schweiz: book@parvis.chwww.parvis.ch

„Ihr folgt den Stimmen der Unordnung“

27/02/2011
(zum Sonntags-Evangelium vom 27. Februar 2011: Matthäus 6,24-34)

Jesus sagt:

„(…) [Der Schöpfer Gott] hat nicht allein die Gräser der Wiesen erschaffen. Nicht allein die Kornerträge der Felder. Nicht allein die Weinstöcke und die Ölbäume, nicht allein die Obstbäume und -sträucher. Er hat vielmehr dieses und jenes geschaffen und dazu die freudespendenden Gewächse, die Blumen, die nützlichen Gewächse, die euch Holz für die Häuser spenden, die Heilpflanzen, die euch die notwendigen Säfte zur Heilung von Krankheiten spenden.

Er hat nicht allein die friedlichen Wiederkäuer geschaffen, sondern auch die geschwinden Pferde. Nicht allein die Vögel, sondern auch die Fische. Nicht allein die leicht zähmbaren Tiere, sondern auch die, welche in ihrem Wildleben für die Reinigung der Felder und Wälder nützlich sind. Auch die Schlange, die verfluchte, mit viel Gift ausgestattete Schlange, ist ja wegen des Giftes, das manche peinvollen Krankheiten heilt, nützlich.

Und alle diese Arten gehorchen aus dem Grunde, aus dem sie erschaffen wurden, dem Befehl, der ihnen erteilt worden war. Angefangen von der Sonne bis zum kleinen Mückchen gibt es keines, das da sagt: „Ich will das tun, was mir beliebt“. Nein, mit ihren Stimmen der Wärme, wenn sie Sterne sind, ihren Säften, wenn sie Pflanzen sind, ihren Lauten, wenn sie Tiere sind, und mit ihrem ruckartigen Schnellen, wenn sie lautlose Tiere wie die Fische sind, sagen sie: „Ja, unser Schöpfer, hier sind wir. Für diesen Zweck hast Du uns erschaffen, und so tun wir dieses zu Deiner Ehre“.

Bedenkt doch, ihr Menschen, was geschähe, wenn die Erde als ungeheurer Meteor sich dagegen auflehnen würde, nicht mehr auf der ihr angewiesenen Bahn in den Himmeln zu laufen? Dann würde eine Hemisphäre verbrennen, und die andere vereisen. Auf der einen wäre ewige Finsternis und deshalb wegen der Dunkelheit und dem Frost Tod aller Lebewesen und Vegetation. Auf der anderen wäre ewiges Licht und Hitze und deshalb wegen des Übermaßes an Leben und Hitze Tod allen Lebens.

Bedenkt doch, ihr Menschen, was es wäre, wenn die Schafe keine Wolle, die Kühe keine Milch, die Bäume keine Frucht mehr gäben, und so fort. Und dass auch, wenn Tiere, Pflanzen und Sterne eurem Beispiel folgen würden, ein Chaos euch in unvorstellbares Grauen stürzen würde, wo doch alles, außer euch, in der gottgegebenen Ordnung fortschreitet.


Ebenso wie der Schöpfer dafür vorsorgt, sorgt Er auch hinsichtlich der Menschheit vor. Seine hochheilige Einsicht weiß, dass für das Wohlergehen der Erde so und so viele Denker, so und so viele Wissenschaftler, so und so viele Krieger, so und so viele Arbeiter, und hinsichtlich der Temperamente, so und so viele Wagemutige, so und so viele Sanftmütige, so und so viele Aktive und so und so viele Kontemplative notwendig sind. Und so fort.

Die Seelen beenden ihre Frist, einen Körper zu beleben und kehren zu Gott zurück, um je nach ihren Verdiensten ihrer Bestimmung zugeführt zu werden. Gott erschafft neue Seelen, um die Anzahl der Geschöpfe, die die Erde bevölkern sollen, aufrecht zu erhalten. Das ist die erste Operation göttlicher Ordnung. Die zweite ist die, je nach der von Ihm erkannten Notwendigkeit, um der Harmonie im Menschengeschlecht willen eine besondere Kategorie zahlreicher als eine andere zu erschaffen, damit eines dem anderen wie bei ineinander greifenden Zahnrädern diene und so das riesige Werk reibungs- und schadlos laufen kann.

So wirkt Gott. Und wenn ihr so in der Ordnung gehorchtet, würde alles vorwärts gehen. Aber ihr lehnt euch dagegen auf.

Wer von euch ist mit seinem Los zufrieden? Keiner. Wenigstens sehr wenige. Immer unruhig, von den Leidenschaften beherrscht, gottvergessen oder sehr lau in der Gottesverehrung, folgt ihr den Stimmen der Unordnung und schafft die Unordnung. (…)“

Auszug aus “Die Hefte 1944″ von Maria Valtorta. Veröffentlicht mit der Genehmigung des Herausgebers Centro Editoriale Valtortiano srl. Isola del Liri (FR), www.mariavaltorta.com, dem die Rechte für die Werke Maria Valtortas gehören. Um die Bücher Maria Valtortas in deutscher Sprache zu erwerben bitte wenden an den Parvis-Verlag, 1648 Hauteville, Schweiz: book@parvis.ch, www.parvis.ch

Vision der Hildegard von Bingen


Gestatten: Schlammspringer

19/01/2011

Unser Vorfahre, schenkt man der Doku Glauben, die Montagabend in der ARD lief.

Davon abgesehen, ist der Schlammspringer ein ziemlich imposantes kleines Wesen. Mich hat gerührt, wie er seinen Schlammtunnel immer wieder neu graben muss und das einfach tut, nach jeder Flut. Sich nicht entmutigen lässt, nicht rebelliert.

Rührt mich allgemein, wie die Tiere so gehorsam sind und alle Plagen und Unannehmlichkeiten einfach annehmen, die das Leben so mit sich bringt. In dieser Hinsicht haben sie uns Menschen echt so einiges voraus.

Ausschnitt aus der Doku im englischen Original (der kleine Tunnelbauer hat ab ca. Minute 2:36 seinen Auftritt):

Die gesamte Doku auf deutsch kann man sich hier ansehen.

Hl. Rafael Arnaiz Baron (5)

19/10/2010

Hl. Rafael Arnaiz BaronAm 11. Oktober 2009 wurde der spanische Trappist Rafael Arnaiz Baron (1911-1938) heilig gesprochen. Dieser mit 27 Jahren in der Abtei San Isidro de Duenas verstorbene Mystiker beeindruckt durch seine tiefe Spiritualität und sein einfaches und frohgemutes Wesen, mit dem er vertrauensvoll sein Kreuz auf sich nahm. Dank der freundlichen Genehmigung  der Herausgeberin und des Bernardus-Verlags, bei dem die Gesamtausgabe der Schriften des Heiligen bestellt werden können („Nur Gast auf Erden?“),  veröffentlichen wir hier Auszüge aus denselben.


[Den nachfolgenden Brief schrieb er wieder von zu Hause aus, nachdem er die Abtei aufgrund seiner plötzlichen Erkrankung verlassen musste.]

An P. Marcelo Leon, Novizenmeister, von Oviedo aus (Teil 1)

11. Juni 1934 – Montag – im Alter von 23 Jahren

Ehrwürdiger Pater Marcelo Leon.

Lieber Pater Magister! Entschuldigen Sie bitte, daß es so lange gedauert hat, bis ich Ihnen jetzt endlich schreibe, um Ihnen Nachricht über meinen Gesundheitszustand zu geben; aber einem Kranken kann man diesen kleinen Fehler verzeihen.

Es geht mir weiterhin besser, wenn auch sehr langsam, aber nach und nach komme ich wieder zu Kräften. In den letzten Tagen konnte ich den Herrn empfangen. Ich kann natürlich nicht zu Fuß gehen – trotz der kurzen Entfernung zwischen der Kirche und meinem Elternhaus. Heute Nachmittag werde ich erstmals wieder eine Spazierfahrt mit dem Auto machen.

Ich muß weiterhin einen strengen Diätplan einhalten; die Mengen werden peinlich genau abgewogen, um die Menge an Kohlenhydraten zu kennen, die mein Organismus zuläßt, und um sie mit der an Insulin abzustimmen, die man mir verabreicht. Täglich wird mein Urin zweimal untersucht. Ich bekomme drei Insulinspritzen – auch diese täglich. Ich versichere Ihnen, Pater, daß ich mehr Hunger habe als in der Fastenzeit.

Der Arzt sagt, daß ich den ganzen Sommer so verbringen muß, daß ich aber wieder gesund werde… Das wünsche ich mir auch, um in meine Abtei zurückkehren zu können, auch wenn eine Zeit vergehen wird, bis ich den Speiseplan der ‚Trapa‘ wieder einhalten kann. Bis dahin liegt alles in Gottes Hand. Er ist es, der die Lösung bringen kann, und ich bin in Seinen Händen.

Mein seelischer Zustand ist wechselhaft. Das Ganze kam so plötzlich und so schnell, daß ich tagelang wie benommen war, nicht wußte, was in mir vorging, und wie betäubt lebte. Die Veränderung in meinem Leben ist so radikal, daß es nicht anders sein könnte. Ich glaubte, Gott nähme mich zu sich in den Himmel, aber es sieht so aus, als sei der Augenblick meiner Befreiung noch nicht gekommen und als wolle Er mich noch eine Weile länger hier auf Erden haben. Sein Wille geschehe und nicht der meine!

Als ich in die ‚Trapa‘ eintrat, übergab ich ihm alles, was ich war, und alles, was ich besaß: meine Seele und meinen Leib… Meine Hingabe war absolut und vollständig. Daher ist es ganz recht, daß Gott jetzt mit mir tut, was Er meint und was Ihm gefällt, ohne daß von meiner Seite auch nur eine Klage oder irgendeine Art von Auflehnung dagegen käme.

Gott ist unumschränkt mein Herr, und ich bin Sein Diener, der gehorcht und schweigt. Manchmal frage ich mich: Was will Gott von mir? Aber David sagt: Was ist der Mensch, um Gottes Absichten zu erkennnen? [vgl. Ps 8] Daher ist es das Beste, man schließt die Augen und läßt sich von Ihm leiten, denn Er weiß, was gut für uns ist.

Ich war allzu glücklich in der ‚Trapa‘. Die Prüfung, die Er von mir verlangt, ist hart, aber mit Seiner Hilfe wird es weitergehen. Hier oder dort oder sonstwo werde ich voranschreiten ohne umzukehren. Ich habe die Hand an den Pflug gelegt und kann nicht zurückschauen [vgl. Lk 9,62].

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