Posts Tagged ‘Gleichnis Jesu’

„Lernt von den Kindern“

22/09/2012

zum Evangelium vom 23. September 2012: Mk 9,30-37

Bei seiner Ankunft in Kapharnaum wird Jesus von einem etwa achtjährigen Knaben namens Benjamin, der ihm unbedingt bis zu seinem Haus folgen will, gebeten, ein Gleichnis zu erzählen. Er erzählt ihm das Gleichnis von einem Hirten, dessen Schafe nicht alle treu bei ihm bleiben wollen und das Verderben wählen:

„… Nur ein Lämmlein trennte sich nie vom Hirten. Es lief, blökte und sagte mit seinem Blöken zum Hirten: „Ich liebe dich!“ Es folgte dem guten Hirten, und als sie an den Pforten seines Reiches ankamen, waren es nur noch zwei; der Hirte und das getreue Lämmlein. Da sagte der Hirte nicht: „Tritt ein“, sondern „Komm“, und er nahm es auf seine Arme, drückte es an seine Brust und trug es hinein, indem er alle seine Untergebenen zusammenrief und zu ihnen sagte: „Seht, dieses liebt mich. Ich will, dass es in alle Ewigkeit bei mir sei, und ihr sollt es lieben, denn es ist der Liebling meines Herzens!“

Das Gleichnis ist zu Ende, Benjamin. Kannst du mir nun sagen, wer der gute Hirte ist?“

„Du bist es, Jesus.“

„Und das Lämmlein?“

„Das bin ich, Jesus.“

„Aber nun werde ich fortgehen, und du wirst mich vergessen.“

„Nein, Jesus. Ich werde dich nicht vergessen, denn ich liebe dich.“

„Deine Liebe wird aufhören, wenn du mich nicht mehr siehst …!“

„Ich werde in meinem Innern die Worte wiederholen, die du mir gesagt hast, und es wird so sein, als ob du selbst anwesend wärst. Auf diese Weise werde ich dich lieben und dir gehorchen. Sag mir, Jesus, wirst du dich an Benjamin erinnern?“

„Immer!“

„Wie wirst du es machen, dich zu erinnern?“

„Ich werde mir sagen, daß du mir versprochen hast, mich zu lieben und mir zu gehorchen, und so werde ich mich deiner erinnern.“

„Und wirst du mir dein Reich geben?“

„Wenn du gut bist, ja!“

„Ich werde gut sein.“

„Wie wirst du es machen? Das Leben ist lang.“

„Aber deine Worte sind so gut. Wenn ich sie mir vorsage und das tue, was sie mir zu tun gebieten, dann werde ich mich das ganze Leben lang gut bewahren. Ich werde es tun, weil ich dich liebe. Wenn man liebt, dann macht es keine Mühe, gut zu sein. Ich werde nicht müde, meiner Mutter zu gehorchen, denn ich liebe sie, und es wird mir keine Mühe machen, dir zu gehorchen, weil ich dich liebe.“

Jesus ist stehengeblieben und schaut das mehr von Liebe als von der Sonne entflammte Gesichtlein an. Die Freude Jesu ist so lebhaft, dass es scheint, eine andere Sonne entzünde sich in seiner Seele und strahle durch seine Augen. Er beugt sich nieder und küsst das Kind auf die Stirn. 

Vor einem kleinen einfachen Hause, vor dem sich ein Brunnen befindet, ist er stehengeblieben. Jesus geht zu diesem Brunnen und setzt sich nieder, und dort finden ihn die Apostel, die noch immer ihre gegenseitigen Vorzüge abwägen.

Jesus schaut sie an und ruft sie zu sich. „Kommt hierher und hörte euch die letzte Unterweisung des Tages an, ihr, die ihr euch brüstet mit der Zurschaustellung eurer Verdienste und meint, euch dadurch einen besonderen Platz zu erwerben. Sehr ihr dieses Kind? Es ist in der Wahrheit schon weiter voran als ihr. Seine Unschuld gibt ihm den Schlüssel, um die Tore meines Reiches zu öffnen. In seiner kindlichen Einfalt hat es verstanden, daß in der Liebe die Kraft liegt, mit der man groß wird, und in dem aus Liebe geübten Gehorsam die Kraft, mit der man in mein Reich gelangt. Seid einfältig, demütig und liebt mit einer Liebe, die nicht nur mir gilt, sondern auch eurem Nächsten, indem ihr allen meinen Worten gehorcht, auch diesen, wenn ihr dorthin gelangen wollt, wohin diese Unschuldigen gelangen werden. Lernt von den Kindern. Der Vater enthüllt ihnen die Wahrheit, wie er sie selbst den Weisen nicht enthüllt.“

Jesus spricht und hält dabei Benjamin, die Hände auf seinen Schultern aufrecht gegen seine Knie. Jetzt ist das Antlitz Jesu voll Majestät, nicht zürnend, jedoch ernst. Es ist wirklich das Antlitz eines Meisters. Der letzte Sonnenstrahl bildet einen Strahlenkranz um sein blondes Haupt.

Die Vision entschwindet und läßt mich voller Glückseligkeit in meinen Schmerzen zurück. 

Auszug aus “Der Gottmensch“, Bd. VI von Maria Valtorta. Veröffentlicht mit Genehmigung des Herausgebers Centro Editoriale Valtortiano srl. Isola del Liri (FR), www.mariavaltorta.com, dem die Rechte für die Werke Maria Valtortas gehören. Um die Bücher Maria Valtortas in deutscher Sprache zu erwerben bitte wenden an den Parvis-Verlag, 1648 Hauteville, Schweiz: book@parvis.chwww.parvis.ch

Jesus und die Kinder: Alexander von Askalon

Jesus und die Kinder: in Kapharnaum

Das Gleichnis vom König, der seinem Sohn die Hochzeit bereitet

09/10/2011

zum Sonntags-Evangelium vom 9. Oktober 2011: Mt 22,1-14

„… Die Verbündeten, die Freunde, die Großen seines Volkes hat Gott wirklich durch seine Diener eingeladen, und er wird sie immer dringender einladen, je näher die Stunde der Hochzeit rückt. Aber sie werden die Einladung nicht annehmen, denn sie sind falsche Verbündete, falsche Freunde und nur dem Namen nach Große; denn Niederträchtigkeit steckt in ihnen.“

Jesus läßt seine Stimme immer mehr anschwellen; seine Augen sind wahre Lichtbündel im Schein des Feuers, das für ihn und die Zuhörer angezündet worden ist, um den Abend zu erhellen, da der im letzten Viertel stehende Mond erst spät aufgeht. „Ja, Niederträchtigkeit steckt in ihnen, und daher verstehen sie nicht, dass es eine Pflicht und eine Ehre für sie ist, der Einladung des Königs zu folgen.

Hochmut, Härte und Fleischeslust bilden ein Bollwerk in ihren Herzen. Und – Unglückliche, die sie sind! – sie hassen mich und wollen daher nicht zur Hochzeit kommen. Sie wollen nicht kommen. Sie ziehen der Hochzeit schmutzige Verbindungen mit der Politik, schmieriges Geld und schmutzige Sinnenlust vor. Sie ziehen die schmählichen Berechnungen, Verschwörungen, heimtückische Verschwörungen, die Täuschung und das Verbrechen vor.

Dies alles verurteile ich im Namen Gottes. Und gerade deshalb hasst man die Stimme, die spricht, und die Feste, zu welchen sie einlädt. In diesem Volk werden Henker der Diener Gottes, der Propheten gesucht. Die Propheten waren die Diener Gottes bis jetzt; meine Jünger sind die Diener von jetzt an. In diesem Volk werden Spötter gesucht, die sagen: „Ja, wir kommen“, während sie im Innern denken: „Nie und nimmer.“ Das geschieht in Israel.

Damit der Sohn eine würdige Hochzeitsfeier habe, schickt der König des Himmels seine Diener an die Wegkreuzungen, um jene einzuladen, die keine Freunde, keine Vornehmen und keine Verbündeten sind, sondern einfaches, vorüberziehendes Volk. Durch meine Hand, die Hand des Sohnes und Dieners Gottes, ist schon mit der Ernte begonnen worden.

Wer es auch sein mag, kann kommen… Es sind ihrer schon gekommen. Ich helfe ihnen, sich rein und schön für das Hochzeitsfest zu machen. Aber es sind Menschen darunter, die zu ihrem Unglück von der Hochherzigkeit Gottes Wohlgerüche und königliche Gewänder annehmen, um sich selbst erscheinen zu lassen, was sie nicht sind: als reich und würdig; sie missbrauchen die Güte, um in unwürdiger Weise zu verführen und zu verdienen… Individuen mit niederträchtiger Seele in den Fängen des abstoßenden Polyps der Laster. Sie unterschlagen wohlriechende Essenzen und Gewänder, um unerlaubten Gewinn daraus zu ziehen und sie nicht für die Hochzeit des Königssohnes, sondern für ihre Hochzeit mit dem Satan zu verwenden.

Dies alles wird geschehen, denn viele sind berufen, aber nur wenige, die in der Berufung auszuharren verstehen, auserwählt. 

Es wird aber auch geschehen, dass diese Hyänen, die das Aas der lebendigen Nahrung vorziehen, zur Strafe aus dem Festsaal in die Finsternis des ewigen Sumpfes geworfen werden, in welchem Satan bei jedem Sieg über eine Seele sein schreckliches Gelächter ausstößt, und in dem auf ewig das Klagen der Verzweiflung der Törichten ertönt, die dem Bösen folgten statt der Güte, die sie gerufen hatte.

 


Erhebt euch und lasst uns zur Ruhe gehen. Ich segne euch alle, ihr Bewohner von Bethanien, alle. Ich segne euch und schenke euch meinen Frieden. Und ich segne besonders dich, Lazarus, mein Freund, und dich, Martha. Ich segne meine alten und meine neuen Jünger, die ich in die Welt sende, um zur Hochzeit des Königs einzuladen. Kniet euch alle nieder, ich will euch segnen.

Petrus, sag das Gebet, das ich euch gelehrt habe; sage es hier, an meiner Seite stehend, denn so muss es von dem gesagt werden, der von Gott dazu bestimmt ist.“

Die ganze Versammlung kniet nieder im Heu. Nur Jesus steht in seinem Leinenkleid groß und schön da, Petrus neben ihm, ist aufgeregt, beinahe zitternd. Er betet mit seiner nicht schönen, aber männlichen Stimme langsam, aus Angst, einen Fehler zu machen: „Vater unser…“

Man hört vereinzelt Schluchzen… von Männern, von Frauen… 

Auszug aus “Der Gottmensch″ Band IV von Maria Valtorta. Veröffentlicht mit der Genehmigung des Herausgebers Centro Editoriale Valtortiano srl. Isola del Liri (FR), www.mariavaltorta.com, dem die Rechte für die Werke Maria Valtortas gehören. Um die Bücher Maria Valtortas in deutscher Sprache zu erwerben bitte wenden an den Parvis-Verlag, 1648 Hauteville, Schweiz: book@parvis.ch, www.parvis.ch

Gleichnis von den Arbeitern im Weinberg

17/09/2011

zum Sonntagsevangelium vom 18. Sept. 2011: Mt 20,1-16a

„… Als die letzten an der Reihe waren, die von der ersten Stunde des Tages an gearbeitet hatten, waren sie erstaunt darüber, dass auch sie nur einen Dinar erhielten, und beklagten sich untereinander und beim Verwalter, der ihnen erwiderte: „Ich habe diese Anordnung erhalten. Geht und beklagt euch bei meinem Herrn und nicht bei mir.“ Diese gingen hin und sprachen: „Siehe, du bist nicht gerecht. Wir haben zwölf Stunden lang gearbeitet, erst in der Nässe des Taus, dann unter der stechenden Sonne und schließlich wieder in der Feuchtigkeit des Abends, und du hast uns denselben Lohn gegeben wie jenen Faulpelzen, die nur eine Stunde gearbeitet haben…! Warum das?“ Besonders einer unter ihnen erhob seine Stimme und behauptete, betrogen und in unwürdiger Weise ausgenützt worden zu sein. 

„Freund, worin tue ich dir unrecht? Was habe ich in der Frühe mit dir vereinbart? Die Arbeit eines Tages, und als Lohn einen Dinar, nicht wahr?“

„Ja, das ist wahr. Aber du hast jenen dasselbe gegeben, obwohl sie viel weniger gearbeitet haben…“

„Du warst doch mit diesem Lohn einverstanden und er schien dir gerecht zu sein?“

„Ja, ich war damit einverstanden, weil andere mir vielleicht weniger gegeben hätten.“

„Bist du bei mir überfordert worden?“

„Nein, gewiss nicht.“

„Ich habe dir während des Tages eine lange Ruhepause gewährt und dir auch Nahrung gegeben! Drei Mahlzeiten hast du erhalten, und Speisen und Ruhepausen waren nicht vereinbart. Nicht wahr?“

„Nein, sie waren nicht vereinbart.“

„Warum hast du sie dann angenommen?“

„Aber… Du hast gesagt: ‚Es ist besser so, damit ihr nicht zu müde nach Hause kommt.‘ Wir glaubten, nicht recht zu hören… Deine Mahlzeiten waren gut, es war für uns eine Ersparnis, es war…“

„Es war eine Gnade, die ich euch umsonst gab und die niemand verlangen konnte. Nicht wahr!?“

„Das stimmt.“

„So bin ich also auch mit euch gut gewesen. Warum beklagt ihr euch dann? Ich müsste mich über euch beklagen, denn als ihr gesehen habt, dass ihr es mit einem guten Herrn zu tun habt, habt ihr langsam gearbeitet. Jene hingegen, die nach euch gekommen sind, haben mit der Zugabe einer einzigen Mahlzeit, und die letzten ganz ohne Verpflegung, eifriger gearbeitet und in kürzerer Zeit das gleiche geleistet wie ihr in zwölf Stunden. Ich hätte euch betrogen, wenn ich euch nur den halben Lohn gegeben hätte, um mit der anderen Hälfte die übrigen Arbeiter zu bezahlen. Aber dies ist nicht der Fall. Daher nimm das Deine und geh! Willst du mir in meinem Hause vorschreiben, was ich zu tun habe? Ich tue, was ich will und was gerecht ist. Sei nicht böse und verleite mich nicht zur Ungerechtigkeit. Ich bin gut!“

Wahrlich, ich sage euch allen, die ihr mir zuhört, dass Gott, der Vater, mit allen Menschen dasselbe Bündnis schließt und den gleichen Lohn verspricht. Wer dem Herrn gewissenhaft dient, wird von ihm mit Gerechtigkeit belohnt werden, selbst wenn er eines kurzen Lebens wegen nur noch wenig arbeiten kann. Wahrlich, ich sage euch, nicht immer werden die Ersten auch die Ersten im Himmelreich sein. Dort werden wir oft die Ersten als Letzte und die Letzten als Erste sehen. Dort werden wir heilige Menschen sehen, die nicht aus Israel stammen, jedoch heiliger als viele aus Israel sind. Ich bin gekommen, um alle im Namen Gottes zu berufen, doch viele sind berufen, wenige aber auserwählt, denn nur wenige sind es, die nach der Weisheit verlangen.

Nicht weise ist, wer für die Welt und das Fleisch lebt und nicht für Gott. Er ist weder für die Erde noch für den Himmel weise, denn auf Erden schafft er sich Feinde, Strafen und Gewissensbisse, und den Himmel verliert er doch für alle Ewigkeit.

Ich wiederhole: Seid gut zu eurem Nächsten, wer immer er auch sein mag. Seid gehorsam und überlasst es Gott, den zu bestrafen, der nicht gerecht ist in seinen Befehlen. Seid enthaltsam und widersteht der Sinnlichkeit; seid redlich und widersteht der Habsucht. Verurteilt nur, wenn es gerechtfertigt ist, und nicht, wenn es euch nützlich erscheint. Fügt einem anderen nicht zu, was ihr selbst nicht wollt, dass euch zugefügt werde…“

„Mach, dass du fortkommst, du lästiger Prophet! Du hast uns das Geschäft verdorben…! Du hast uns die Kundschaft vertrieben…!“ schreien die Verkäufer, während sie in den Hof eindringen… Die, die schon bei den ersten Belehrungen Jesu im Hof gelärmt haben – und es sind nicht nur Phönizier, sondern auch Juden, die, ich weiss nicht aus welchem Grund, in der Stadt sind – vereinigen ihre Stimmen mit denen der Verkäufer und schimpfen und drohen, ihn fortzujagen… Jesus gefällt ihnen nicht, weil er nicht zum Bösen rät… Er steht mit verschränkten Armen da und betrachtet sie traurig und ernst.

Auszug aus “Der Gottmensch″ Band VI von Maria Valtorta. Veröffentlicht mit der Genehmigung des Herausgebers Centro Editoriale Valtortiano srl. Isola del Liri (FR), www.mariavaltorta.com, dem die Rechte für die Werke Maria Valtortas gehören. Um die Bücher Maria Valtortas in deutscher Sprache zu erwerben bitte wenden an den Parvis-Verlag, 1648 Hauteville, Schweiz: book@parvis.ch, www.parvis.ch

„Wisst zu handeln wie weise Perlenhändler…“

23/07/2011

(zum Sonntags-Evangelium vom 24. Juli 2011: Mt 13,44-52)

„Meister, vor einigen Tagen hast du gesagt, dass es viele gibt, die sich von den Dingen der Welt verführen lassen. Sind es sie, die für Satan fischen?“ fragt Jakobus des Alphäus.

„Ja, mein Bruder! In diesem Gleichnis lässt sich der Mensch verführen vom vielen Geld, das viele Ergötzlichkeiten verschaffen kann, und er verliert so jegliches Recht auf den Schatz des Reiches Gottes. Wahrlich, ich sage euch, von hundert Menschen ist nur ein Drittel darum bemüht, der Versuchung des Geldes oder anderen Verführungen zu widerstehen; und von diesem Drittel versteht es nur die Hälfte, es auf heroische Weise zu tun.

Die Welt stirbt an Erstickung, weil sie sich freiwillig von den Stricken der Sünde erdrosseln lässt. Es ist besser, von allem entblößt zu sein, als törichte und blendende Reichtümer zu besitzen. Wisst zu handeln, wie weise Perlenhändler, die erfahren haben, dass irgendwo eine große, seltene Perle gefunden wurde, und sich nicht von kleinen Perlen in ihrer Werkstatt aufhalten lassen, sondern sich von allem entledigen, um diese wunderbare Perle zu erwerben.“

„Aber warum machst du selbst Unterschiede in der Mission, die du deinen Nachfolgern überträgst, und sagst uns, dass wir diese Mission als ein Geschenk Gottes halten sollen? Also müssten wir auch darauf verzichten, denn auch dies sind Brosamen im Vergleich zum Himmelreich“, sagt Bartholomäus.

„Keine Brosamen, Mittel sind es! Krumen wären es, oder besser noch, schmutzige Strohhalme, wenn sie menschlichen Zwecken im Leben dienen würden. Wer bemüht ist, einen menschlichen Gewinn aus einem solchen heiligen Posten zu ziehen, macht aus diesem einen schmutzigen Strohhalm. Aber macht daraus einen Akt des Gehorsams, eine freudige Pflicht, ein wirkliches Opfer, und es wird für euch eine wirkliche Perle sein. Die apostolische Mission ist eine vollkommene Aufopferung, wenn sie ohne Vorbehalt geübt wird, ein Martyrium und eine Glorie. Sie trieft von Tränen, Schweiss und Blut, doch sie bildet die Krone der ewigen Herrlichkeit.“

„Du weisst wirklich auf alles eine Antwort!“

„Aber habt ihr mich wirklich verstanden? Begreift ihr, was ich euch mit Vergleichen sage, die sich auf alltägliche Dinge beziehen, die aber, vom übernatürlichen Licht erleuchtet, eine Erklärung für die ewigen Dinge sind?“

„Ja, Meister!“

„Dann erinnert euch dieser Methode bei der Belehrung der Menge. Denn eines der Geheimnisse der Schriftgelehrten und der Rabbis ist das Gedächtnis. In Wahrheit sage ich euch, dass ein jeder von euch, der in der Wissenschaft vom Besitz des Himmelreiches erfahren ist, einem Familienvater gleicht, der aus seinem Schatz herausholt, was der Familie dienlich ist, indem er alte und neue Dinge zum einzigen Zweck benützt, das Wohlbefinden seiner eigenen Kinder zu fördern… Es hat aufgehört zu regnen. Lassen wir jetzt die Frauen im Frieden, und gehen wir zum alten Tobias, der dabei ist, seine geistigen Augen der Morgenröte des Jenseits zu öffnen.

Der Friede sei mit euch, Frauen!“

Auszug aus “Der Gottmensch″ Bd. IV von Maria Valtorta. Veröffentlicht mit der Genehmigung des Herausgebers Centro Editoriale Valtortiano srl. Isola del Liri (FR), www.mariavaltorta.com, dem die Rechte für die Werke Maria Valtortas gehören. Um die Bücher Maria Valtortas in deutscher Sprache zu erwerben bitte wenden an den Parvis-Verlag, 1648 Hauteville, Schweiz: book@parvis.ch, www.parvis.ch