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Die Rede über das Himmelsbrot: „Ich bin das Brot des ewigen Lebens“ (1)

11/08/2012

zum Evangelium vom 12. August 2012: Johannes 6,41-51

„… In mir sind alle Schätze Gottes, und mir ist alles auf Erden gegeben. Daher sind in mir die glorreichen Himmel und die streitende Erde vereinigt, und sogar die leidenden, wartenden Seelen der in der Gnade Gottes Verschiedenen sind in mir, denn in mir und bei mir ist alle Gewalt. Ich sage es euch: Alles, was mir der Vater gibt, wird zu mir kommen, und ich verjage den nicht, der zu mir kommt; denn ich bin vom Himmel herabgestiegen, nicht um meinen Willen zu tun, sondern den Willen dessen, der mich gesandt hat. Der Wille meines Vaters aber, der mich gesandt hat, ist dieser: dass ich nicht einen einzigen von denen verliere, die er mir gegeben hat, sondern sie auferwecke am Jüngsten Tag. Nun will der Vater, der mich gesandt hat, dass wer immer den Sohn kennt und an ihn glaubt, das ewige Leben habe und am Jüngsten Tag von mir auferweckt werde, wenn ich ihn genährt sehe vom Glauben an mich und gezeichnet mit meinem Siegel.“

Ein Murmeln geht durch die Menge in und außerhalb der Synagoge wegen der neuen und gewagten Worte des Meisters. Dieser wendet, nachdem er einen Augenblick Atem geschöpft hat, seine vor Verzückung leuchtenden Augen dorthin, wo das Murmeln am stärksten ist, also zu den Gruppen, in denen sich die Judäer befinden. Dann fährt er fort zu reden.

„Warum murrt ihr unter euch? Ja, ich bin der Sohn Marias von Nazareth, der Tochter Joachims aus dem Geschlechte Davids, der im Tempel geweihten Jungfrau, die sich dann mit Joseph des Jakobus aus dem Geschlecht Davids vermählte. Viele von euch haben die Gerechten gekannt, die Joseph, dem königlichen Zimmermann, und Maria, der jungfräulichen Erbtochter aus königlichem Geschlecht, das Leben schenkten, und dies veranlasst euch zu sagen: „Wie kann dieser behaupten, er sei vom Himmel herabgestiegen?“ und Zweifel steigen in euch auf.

Ich erinnere euch an die Propheten, an ihre Weissagungen über die Menschwerdung des Wortes, und daran, dass für uns Israeliten mehr als für jedes andere Volk feststeht, dass der, den wir nicht zu nennen wagen, nicht nach den Gesetzen der Menschheit, und noch dazu einer gefallenen Menschheit, Fleisch werden konnte. Der Reinste, der Unerschaffene, der sich aus Liebe zu den Menschen dazu erniedrigt hat, Menschengestalt anzunehmen, konnte nur den Schoß einer Jungfrau wählen, die keuscher war als Lilien, um seine Gottheit mit Fleisch zu umhüllen. Das zur Zeit des Moses vom Himmel herabgekommene Brot wurde aufbewahrt in der goldenen Schublade, bedeckt mit der Versöhnungsplatte und bewacht von Cherubim, hinter den Vorhängen des Bundeszeltes. Mit dem Brot war auch das Wort Gottes dort. Es war gerecht, dass es so war, denn höchste Achtung gebührt den Gaben Gottes und den Tafeln seines heiligsten Wortes. Aber was wird Gott erst für sein eigenes Wort und das wahre Brot, das vom Himmel gekommen ist, vorbereitet haben? Eine viel unversehrtere und kostbarere Lade als die goldene Bundeslade, bedeckt mit dem kostbaren Mantel ihrer keuschen Opferbereitschaft, behütet von den Cherubim Gottes, umhüllt vom Schleier jungfräulicher Reinheit, von vollkommener Demut, erhabener Liebe und allen heiligsten Tugenden.

Also? Habt ihr noch nicht verstanden, dass mein Vater im Himmel ist, und dass ich daher von dort komme? Ja, ich bin vom Himmel herabgestiegen, um den Beschluss meines Vaters zu erfüllen, den Beschluss zur Rettung der Menschen, gemäß seinem Versprechen im Augenblick der Verurteilung, das er den Patriarchen und Propheten wiederholte. Aber das ist Glaubenssache, und der Glaube wird von Gott nur dem gegeben, der guten Willens ist. Daher kann niemand zu mir kommen, wenn ihn mein Vater nicht zu mir führt, da er ihn in der Finsternis sieht, jedoch mit dem sehnlichsten Verlangen nach Licht. Bei den Propheten heisst es: „Sie werden alle belehrt werden von Gott.“ Das ist es! Gott zeigt ihnen, wohin sie gehen sollen, um von Gott unterrichtet zu werden. Wer immer also in der Tiefe seines Herzens Gottes Stimme hören konnte, hat vom Vater gelernt, zu mir zu kommen.“

„Und wer hat Gott gehört und sein Antlitz gesehen?“ fragen einige, die bereits Anzeichen von Gereiztheit und Ärgernis geben, und fügen hinzu: „Entweder bist du in einem Wahn befangen oder du bist ein Träumer.“

„Niemand hat Gott geschaut, außer dem, der von Gott kommt: dieser hat den Vater gesehen, und ich bin es! Nun hört das Glaubensbekenntnis vom künftigen Leben, ohne das niemand selig werden kann.

Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, wer an mich glaubt, der hat das ewige Leben. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, ich bin das Brot des ewigen Lebens.

Eure Väter verzehrten das Manna in der Wüste und sind gestorben, denn das Manna war wohl eine heilige, jedoch zeitliche Speise und gab das Leben, dessen sie bedurften, um in das von Gott seinem Volke verheissene Land zu gelangen. Aber das Manna, das ich bin, wird weder Grenzen der Zeit noch der Macht haben. Nicht nur himmlisch, sondern göttlich ist es, und bewirkt, was göttlich ist: die Unverweslichkeit, die Unsterblichkeit dessen, den Gott nach seinem Ebenbild erschaffen hat. Dieses göttliche Brot wird nicht nur vierzig Tage, vierzig Monate, vierzig Jahre oder vierzig Jahrhunderte, sondern so lange dauern, als die Zeiten dauern, und es wird allen gegeben werden, die heiligen und dem Herrn wohlgefälligen Hunger haben. Frohlocken wird der Herr darüber, sich grenzenlos den Menschen hinzugeben, für die er Fleisch geworden ist, auf dass sie das ewige Leben erlangen, das unsterbliche Leben.

Ich kann mich verschenken, ich kann mich verwandeln aus Liebe zu den Menschen, damit das Brot Fleisch und das Fleisch Brot werde für den geistigen Hunger der Menschen, die ohne diese Nahrung an Hunger und geistigen Krankheiten sterben würden. Wenn jemand würdig von diesem Brot isst, wird er ewig leben. Das Brot, das ich geben werde, ist mein Fleisch, geopfert für das Leben der Welt; es wird meine Liebe sein, ausgegossen in den Gotteshäusern, auf dass alle, die sich nach Liebe sehnen oder unglücklich sind, zum Tisch des Herrn kommen und Erquickung finden in ihrem Verlangen, sich mit Gott zu vereinen, und Trost in ihrem Leiden.“

Auszug aus “Der Gottmensch″, Bd. VI von Maria Valtorta. Veröffentlicht mit Genehmigung des Herausgebers Centro Editoriale Valtortiano srl. Isola del Liri (FR), www.mariavaltorta.com, dem die Rechte für die Werke Maria Valtortas gehören. Um die Bücher Maria Valtortas in deutscher Sprache zu erwerben bitte wenden an den Parvis-Verlag, 1648 Hauteville, Schweiz: book@parvis.chwww.parvis.ch

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“Die Heilige Messe wiederholt die drei wichtigsten Punkte meines Lebens”

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„Johannes benötigte kein besonderes Erkennungszeichen“

15/01/2011

(zum Sonntags-Evangelium vom 16. Januar 2011: Johannes 1,29-34)

Jesus sagt:

„(…) Johannes benötigte kein besonderes Erkennungszeichen. Doch für die Ungläubigkeit der anderen war ein Zeichen notwendig. Worauf hätte Johannes seine Behauptung stützen sollen? Ein unleugbarer Beweis für die geistig blinden Augen und schwerhörigen Ohren der Zweifler war notwendig.

Ich bedurfte auch keiner Taufe. Doch die Weisheit Gottes hatte diesen Augenblick und diese Art der Einführung für gut befunden. Sie rief Johannes aus seiner Höhle und mich aus dem Haus von Nazareth, da wir uns in dieser Stunde begegnen sollten. Gott öffnete den Himmel, um als göttliche Taube über den herabzusteigen, der die Menschen mit dieser Taufe (dem Heiligen Geist) taufen sollte und den er gleichzeitig mit den Worten ankündigte: „Dieser ist mein geliebter Sohn, an dem ich mein Wohlgefallen habe.“ Diese Verkündigung war mächtiger als die des Engels bei meiner Empfängnis. Und alles geschah nur, damit die Menschen keine Entschuldigungen oder Zweifel hätten, mir nachzufolgen oder nicht.

Offenbarungen Jesu Christi hat es viele gegeben. Die erste gleich nach meiner Geburt, nämlich die der Weisen aus dem Morgenland; die zweite im Tempel; die dritte an den Ufern des Jordan. Dann kamen noch viele andere, die ich dir zu erkennen geben werde; denn meine Wunder, die bis zur Auferstehung und Himmelfahrt reichen, sind Äusserungen meiner göttlichen Natur.

Meine Heimat erhielt in reichlichem Maß meine Offenbarungen. Wie Samen, der in die vier Himmelsrichtungen gestreut wird, erreichten sie alle Schichten und Lebensbereiche: die Hirten, die Mächtigen, die Gelehrten, die Ungläubigen, die Sünder, die Priester, die Herrscher, die Kinder, die Soldaten, die Juden und die Heiden.

Auch heute wiederholen sie sich. Doch wie einst wollen die Menschen nichts davon wissen. Sie wollen die heutigen Wunder nicht anerkennen und vergessen gerne die früheren. Ich werde jedoch nicht müde, mich zu offenbaren, um die Menschen zu retten und sie zum Glauben an mich hinzuführen. (…)“

Auszug aus “Der Gottmensch“, Band I von Maria Valtorta. Veröffentlicht mit der Genehmigung des Herausgebers Centro Editoriale Valtortiano srl. Isola del Liri (FR), www.mariavaltorta.com, dem die Rechte für die Werke Maria Valtortas gehören. Um die Bücher Maria Valtortas in deutscher Sprache zu erwerben bitte wenden an den Parvis-Verlag, 1648 Hauteville, Schweiz: book@parvis.ch, www.parvis.ch

Die Taufe Jesu am Jordan