Posts Tagged ‘Gottverlassenheit’

„Maria ist Miterlöserin“

01/01/2013

1. Januar 2013: Hochfest der Gottesmutter Maria

Benozzo Gozzoli

2. Juli [1943]

Jesus sagt: 

„Schreibe sofort, so lange Ich noch mit Leib und Blut, mit Seele und Gottheit in dir bin. Du hast daher die Fülle der Weisheit in dir.

Maria lebte gleichsam ihr Leben lang eucharistisch.

Die göttliche Mutter ist nicht anders als der göttliche Sohn. Nicht in der menschlichen Natur, nicht in der übermenschlichen Mission der Erlösung.

Der göttliche Sohn sollte den Gipfel des Schmerzes in der Losgetrenntheit vom göttlichen Vater berühren: im Garten Getsemani, am Kreuz. Das war der aufs äußerste, zu unendlicher Herbheit gesteigerte Schmerz. Die göttliche Mutter sollte die Losgetrenntheit vom Sohn in den drei Tagen meiner Grabesruhe als den Gipfel des Schmerzes durchleiden.

Da war Maria allein. Es blieben ihr nur der Glaube, die Hoffnung und die Liebe. Ich war hingegen abwesend. Das war das Schwert, das nicht nur in ihrem Herzen steckte, sondern es durchschnitt und in ihm wühlte. Einzig und allein durch den Willen des Ewigen Vaters ist sie nicht daran gestorben. Denn, ohne die Vereinigung mit ihrem Sohn und Gott zu bleiben, war für die Voll-der-Gnade eine solche Qual, dass sie, ohne diese besondere Gnade zu erhalten, daran hätte sterben müssen.

Es gibt viele geheime Seiten, die ihr nicht kennt, in dem Buch über das Leben der Allerreinsten Miterlöserin. Ich habe euch schon gesagt (*): „Die Geheimnisse Mariens sind zu rein und göttlich, als dass menschlicher Geist sie erfahren dürfte“. Ich spiele nur insoweit darauf an, als Ich in euch die Verehrung derjenigen, die im Himmel nächst Gott die Heiligste ist, vermehrt sehen möchte.

Jene so überaus schmerzensreiche Stunde in dem Meer der Bitterkeiten, welches das Leben meiner Mutter kennzeichnete, die seit dem Augenblick ihrer Empfängnis dem tiefsten Schmerz wie der höchsten Freude geweiht war, war nötig, um das zu ergänzen, was an Meiner Passion noch fehlte.

Maria ist Miterlöserin. Da alles in ihr nur wenig geringer als das in Gott ist, sollte auch ihr Schmerz so sein, dass ihm kein Schmerz einer menschlichen Kreatur jemals würde gleichkommen können.

Fahre nun fort in deinem Gebet. (…)“

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(*) Im Diktat vom 19. Juni

Auszug aus “Die Hefte 1943″ von Maria Valtorta. Veröffentlicht mit Genehmigung des Herausgebers Centro Editoriale Valtortiano srl. Isola del Liri (FR), www.mariavaltorta.com, dem die Rechte für die Werke Maria Valtortas gehören. Um die Bücher Maria Valtortas in deutscher Sprache zu erwerben bitte wenden an den Parvis-Verlag, 1648 Hauteville, Schweiz: book@parvis.chwww.parvis.ch

„Maria kann die Zweitgeborene des Vaters genannt werden“

„Maria muss Eva auslöschen“

„Das Heil der Welt liegt in Maria“

„Wisst ihr nicht, dass Maria mein Tempel ist?“

„Maria muß Eva auslöschen“

03/04/2010


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Jesus sagt: „(…) Maria muß Eva auslöschen. Maria sieht den zweiten Kain: Judas. Maria weiß, daß er der Kain ihres Jesus ist: des zweiten Abel. Sie weiß, daß das Blut des zweiten Abel von diesem Kain verkauft wurde und vergossen wird. Aber sie verflucht nicht. Sie liebt und verzeiht. Sie liebt und ruft zur Umkehr auf.

Oh, Mutterschaft der Märtyrerin Maria! Oh, Mutterschaft, so erhaben wie deine Jungfräulichkeit göttlich ist! Diese Jungfräulichkeit wurde dir von Gott geschenkt. Aber erstere hast du, heilige Mutter, Miterlöserin, dir selbst geschenkt; denn du allein konntest in jener Stunde solche Worte zu Judas sprechen, obwohl die Geißelhiebe, die mein Fleisch zerrissen, auch dein Herz verwundeten. Du, du allein konntest lieben und verzeihen, als du das Kreuz schon dein Herz zerreißen fühltest.

Maria: die neue Eva. Sie lehrt euch die neue Religion, die die Liebe dazu treibt, auch dem zu verzeihen, der einen Sohn tötet. Seid nicht wie Judas, der sein Herz dieser Meisterin der Gnade verschließt, verzweifelt und sagt: „Er kann mir nicht verzeihen“; der an den Worten der Mutter der Wahrheit zweifelt und damit an den Worten, die ich immer wiederholt habe: daß ich gekommen bin, um zu retten, und nicht um zu richten. Um allen zu verzeihen, die reuig zu mir kommen.

Auch Maria, die neue Eva, hat von Gott einen neuen Sohn erhalten „anstelle des Abel, der von Kain getötet worden war“. Aber sie hat ihn nicht in einer Stunde brutalen Genusses empfangen, der den Schmerz in den Nebeln der Sinnenlust und in der Müdigkeit der Befriedigung verbirgt. Sie empfing ihn in einer Stunde des absoluten Schmerzes, am Fuß des Kreuzes, unter dem Röcheln des Sterbenden, der ihr Sohn war, unter den Schmähungen des gottesmörderischen Volkes und einer unverdienten und vollkommenen Trostlosigkeit, da auch Gott ihr seinen Trost versagte.

Das neue Leben beginnt für die Menschheit und die einzelnen Menschen mit Maria. Ihre Tugenden und ihre Lebensweise sind eure Schule. Und in ihrem Schmerz, der alle Gesichter hatte, auch das der Vergebung für den Mörder ihres Sohnes, liegt euer Heil.“

Auszug aus “Der Gottmensch”, Bd. XI von Maria Valtorta. Veröffentlicht mit der Genehmigung des Herausgebers Centro Editoriale Valtortiano srl. Isola del Liri (FR), www.mariavaltorta.com, dem die Rechte für die Werke Maria Valtortas gehören. Um die Bücher Maria Valtortas in deutscher Sprache zu erwerben bitte wenden an den Parvis-Verlag, 1648 Hauteville, Schweiz:book@parvis.ch, www.parvis.ch


Allerheiligste Dreifaltigkeit, Vater, Sohn und Heiliger Geist!

Ich opfere Dir auf den kostbaren Leib und das Blut,

die Seele und die Gottheit unseres Herrn Jesus Christus,

gegenwärtig in allen Tabernakeln der Welt:

zur Sühne für die Schmähungen, Sakrilegien und Gleichgültigkeiten,

durch welche Er selbst beleidigt wird.

Durch die unendlichen Verdienste Seines Heiligsten Herzens

und durch die des Unbefleckten Herzens Mariens

erflehe ich von Dir die Bekehrung der armen Sünder.

Amen.

Maria kann die Zweitgeborene des Vaters genannt werden

Die Todesangst unseres Herrn Jesus Christus in Gethsemane

31/03/2010

Er betet wieder stehend, mit zum Kreuz ausgebreiteten Armen. Dann kniet er nieder wie zuvor, neigt das Gesicht über die kleinen Blümchen, denkt… schweigt. Dann beginnt er laut zu seufzen und zu schluchzen. Fast liegt er am Boden, so weit neigt er sich zurück, und ruft den Vater. Immer flehender, immer angstvoller…

„Oh!“ sagt er. „Zu bitter ist dieser Kelch! Ich kann nicht! Ich kann nicht! Es geht über meine Kräfte. Alles konnte ich! Aber dies nicht… Nimm ihn von mir, Vater, von deinem Sohn! Erbarme dich meiner!… Was habe ich getan? Womit habe ich dies verdient?“ Dann beruhigt er sich und sagt: „Mein Vater, höre nicht auf meine Worte, wenn sie erbitten, was gegen deinen Willen ist. Denke nicht daran, dass ich dein Sohn bin, sondern nur daran, dass ich dein Diener bin. Nicht mein, sondern dein Wille geschehe.“

Einige Zeit bleibt er so. Dann stößt er einen gedämpften Schrei aus und erhebt sein von Schmerz zerwühltes Gesicht. Nur einen Augenblick, dann fällt er zu Boden, das Gesicht zur Erde, und bleibt so liegen. Ein Bild des Elends, der Mensch, auf dem die Sünden der ganzen Welt lasten, den die ganze Gerechtigkeit des Vaters trifft, auf den sich die Finsternis herabsenkt, die Trostlosigkeit, die Bitterkeit, und das Furchtbare, Furchtbare, Allerfurchtbarste, das Verlassensein von Gott, während Satan quält… Es ist das Ersticken der Seele, das lebendig Begrabensein in diesem Kerker, der die Welt ist, wenn man die Verbindung zwischen Gott und uns nicht mehr fühlt. Man fühlt sich in Ketten, geknebelt, gesteinigt sogar von den eigenen Gebeten, die scharf und sengend auf uns zurückfallen. Man stößt an den verschlossenen Himmel, den weder die Stimme noch die Blicke unserer Angst durchdringen, man fühlt sich als „Waise“ Gottes. Es ist Wahnsinn, Todesangst, der Zweifel, sich bisher getäuscht zu haben, es ist die Überzeugung, von Gott verworfen zu sein, verdammt zu sein. Es ist die Hölle!… (…)

Jesus stöhnt unter Röcheln und Todesseufzern: „Nichts!… Nichts!… Fort!… Der Wille des Vaters! Dieser! Nur dieser allein… Dein Wille, Vater, dein Wille, nicht meiner… Es ist nutzlos! Ich habe nur einen Herrn: den allerheiligsten Gott. Nur ein Gesetz: den Gehorsam. Nur eine Liebe: die Erlösung… Nein. Ich habe keine Mutter mehr. Ich habe kein Leben mehr. Ich habe keine Göttlichkeit mehr. Ich habe keine Aufgabe mehr. Vergeblich versuchst du mich, Dämon, mit der Mutter, mit dem Leben, mit meiner Göttlichkeit und meiner Mission. Meine Mutter ist die Menschheit, und ich liebe sie so sehr, dass ich für sie sterben werde. Das Leben gebe ich dem zurück, der es mir gegeben hat und es nun von mir verlangt, dem höchsten Herrn alles Lebenden. Die Göttlichkeit bestätige ich, da ich zu dieser Sühne fähig bin. Die Mission vollende ich durch meinen Tod. Nichts habe ich mehr. Ich kann nur noch den Willen des Herrn, meines Gottes, tun. Weiche Satan! Ich habe es das erste und das zweite Mal gesagt. Ich sage es zum dritten Mal: ‚Vater, wenn es möglich ist, lass diesen Kelch an mir vorübergehen. Doch nicht mein Wille, sondern dein Wille geschehe.‘ Weiche Satan! Ich gehöre Gott!“

Dann sagt er nur noch keuchend: „Gott! Gott! Gott!“ Bei jedem Schlag seines Herzens ruft er ihn, und es scheint, als quelle bei jedem dieser Schläge Blut hervor. Der über den Schultern gespannte Stoff seines Gewandes wird nass und ist nun wieder dunkel, trotz des Mondes, der alles in sein helles Licht taucht.

Francisco de Goya: Christus am Ölberg

 

Da erscheint eine noch größere Helligkeit über seinem Haupt, etwa einen Meter über ihm, eine so lebhafte Helligkeit, dass auch der Darniederliegende sie durch die Wellen seines schon blutgetränkten Haares und durch den Schleier des Blutes vor seinen Augen bemerkt. Er hebt den Kopf… Der Mond beleuchtet sein armes Antlitz, und stärker noch leuchtet das dem bläulichen Diamanten, der Venus ähnliche Licht des Engels. Und nun erkennt man die ganze furchtbare Todesangst an dem Blut, das aus allen Poren dringt. Brauen, Haar, Bart sind voll Blut, getränkt von Blut. Blut fließt von den Schläfen, Blut dringt aus den Adern am Hals, Blut tropft von den Händen, und als er die Hände dem Engelslicht entgegenstreckt und die weiten Ärmel bis zum Ellenbogen zurückgleiten, sind auch die Unterarme Christi voll Blut. In seinem Gesicht hinterlassen die Tränen zwei helle Bahnen auf der roten Maske.

Jesus legt den Mantel ab und trocknet Hände, Antlitz, Hals und Arme. Aber er fährt fort, Blut zu schwitzen. Immer wieder drückt er das Tuch auf sein Antlitz, hält es eine Weile darauf, und jedesmal, wenn er eine andere Stelle nimmt, sieht man deutlich die Spuren auf dem dunkelroten Stoff, denn da sie nass sind, erscheinen sie schwarz. Das Gras am Boden ist von Blut gerötet.

Jesus ist einer Ohnmacht nahe. Er öffnet das Gewand am Hals, als wäre er am Ersticken. Er führt die Hand zum Herzen und dann zum Haupt und bewegt sie vor seinem Antlitz, als wolle er sich Luft zufächeln; sein Mund ist leicht geöffnet. Er kriecht zu dem Fels, mehr dem Rand des Hanges zu, und lehnt sich mit dem Rücken an den Stein. Seine Arme hängen herunter, und das Haupt hängt auf die Brust, fast als wäre er schon tot. Er rührt sich nicht mehr.

Das Licht des Engels nimmt ganz langsam ab. Dann scheint es sich im Mondschein aufzulösen. Jesus öffnet die Augen wieder. Mit Mühe hebt er das Haupt und blickt um sich. Er ist allein. Aber er leidet jetzt weniger. Er streckt eine Hand aus, zieht den Mantel an sich, der im Gras liegengeblieben ist, und trocknet sich wieder das Antlitz, die Hände, den Hals, den Bart und die Haare. Er nimmt ein großes, ganz taunasses Blatt, das gerade dort am Rand des Hanges wächst, säubert sich damit, wäscht sich Gesicht und Hände und trocknet sie. Das wiederholt er mehrmals mit anderen Blättern, bis alle Spuren seines furchtbaren Schweisses getilgt sind. Nur das Gewand ist noch befleckt, besonders an den Schultern, in den Beugen der Ellbogen, am Hals, am Gürtel und an den Knien. Er betrachtet es und schüttelt den Kopf. Dann schaut er auch den Mantel an und da er sieht, dass er zu sehr befleckt ist, faltet er ihn und legt ihn auf den Stein, dort auf den Sims, neben die Blümchen.

In seiner Schwäche dreht er sich mit Mühe um, kniet nieder und betet, das Haupt auf den Mantel gelegt, auf dem bereits die Hände ruhen. Dann stützt er sich auf den Stein und steht auf. Leicht wankend begibt er sich zu den Jüngern. Sein Antlitz ist totenbleich, aber nicht mehr verstört. Es ist ein Antlitz voll göttlicher Schönheit, obwohl blutleer und trauriger denn je.

Auszug aus “Der Gottmensch”, Bd. XI von Maria Valtorta. Veröffentlicht mit der Genehmigung des Herausgebers Centro Editoriale Valtortiano srl. Isola del Liri (FR), www.mariavaltorta.com, dem die Rechte für die Werke Maria Valtortas gehören. Um die Bücher Maria Valtortas in deutscher Sprache zu erwerben bitte wenden an den Parvis-Verlag, 1648 Hauteville, Schweiz: book@parvis.ch, www.parvis.ch