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Die Bedeutung der Eucharistie

27/04/2020

Nun sind es bereits mehrere Wochen, dass wir Katholiken aufgrund der sog. Pandemie die Heilige Eucharistie nicht mehr empfangen dürfen und unsere Sehnsucht danach ist sehr groß. Es gibt leider sogar bischöfliche Stimmen, die von einer Fixierung oder Überbewertung der Eucharistie sprechen! Tatsächlich sollten die Gläubigen möglichst täglich das Himmelsbrot empfangen, so hat es Jesus im Band 12 in „Der Gottmensch“ von Maria Valtorta zu den Aposteln nach seiner Auferstehung gesagt, so hat es auch die katholische Kirche vor allem seit Pius X. immer wieder betont.

Wir möchten hier die Bedeutung des Himmelsbrotes herausstellen, und zwar indem wir uns an der Enzyklika „Mysterium Fidei“ des Papstes Paul VI. orientieren. Der Papst veröffentlichte sie im September 1965, um seiner Sorge und Beunruhigung darüber Ausdruck zu verleihen, dass es unter den Priestern „einige“ gibt, die „über die privat gefeierten Messen, das Dogma der Wesensverwandlung und den eucharistischen Kult Ansichten verbreiten, die die Gläubigen beunruhigen und in ihnen nicht geringe Verwirrung bezüglich der Glaubenswahrheiten verursachen“ und um dieser Entwicklung entgegen zu wirken.

Paul VI. spricht gleich im ersten Satz vom „unermeßlichen Geschenk der Eucharistie“ und nennt sie den „kostbarsten Schatz“ der katholischen Kirche.

Er erinnert daran, dass im 2. Vatikanischen Konzil festgehalten ist, dass für das Gesamtwohl der katholischen Kirche nichts wichtiger ist, als dass die Gläubigen an der Feier dieses hochheiligen Geheimnisses teilnehmen.

Das eucharistische Mysterium ist das Herz und der Mittelpunkt der Liturgie, „weil es der Lebensquell ist, durch den gereinigt und gestärkt wir nicht mehr für uns, sondern für Gott leben und untereinander geeint sind durch die engsten Bande der Liebe.“

Dann zitiert er das Konzil von Trient, das die Eucharistie folgendermaßen benennt: „das Sakrament huldvollen Erbarmens, das Zeichen der Einheit, das Band der Liebe, das Ostermahl, in dem Christus genossen, das Herz mit Gnade erfüllt und uns das Unterpfand der künftigen Herrlichkeit gegeben wird“.

Der Papst betont weiterhin, das die Eucharistie ein ganz großes Glaubensgeheimnis ist und erinnert an die Worte Leo XIII.: „In ihm allein sind in einzigartiger Fülle und Vielfalt der Wunder alle übernatürlichen Wirklichkeiten enthalten“.

Als Gipfel der Lehre beruft sich Paul VI. nochmals auf das Konzil von Trient: „Durch das eucharistische Mysterium wird auf wunderbare Weise das Kreuzesopfer gegenwärtig, das einmal auf Kalvaria vollbracht wurde; es wird immer ins Gedächtnis zurückgerufen, und seine heilbringende Kraft kommt in der Vergebung der Sünden, die täglich von uns begangen werden, zur Wirkung.“ 

Eucharistie 1

Der Apostel Paulus sagt, dass das eucharistische Opfer „nicht nur für die Sünden der lebenden Gläubigen, für ihre Strafen, Genugtuungen und andere Nöte, sondern auch für die in Christus Verstorbenen, die noch nicht vollkommen gereinigt sind“ dargebracht wird. 

Im Brief an die Korinther schreibt der Apostel: „Ein Brot ist es. Darum sind wir viele ein Leib; denn wir alle haben teil an dem einen Brot“. Der heilige Lukas berichtet, dass die Gemeinde der Gläubigen, die am Brechen des Brotes und den Gebeten festhielten, „ein Herz und eine Seele“ war.

Um das Geheimnis der Eucharistie weiter zu illustrieren, heisst es dann in der Enzyklika: „Die ganze Kirche, die mit Christus zusammen das Amt des Priesters und Opfers ausübt, bringt das Messopfer dar und wird in ihm auch selbst ganz dargebracht.“

Aus diesem Grunde fordert Paul VI. die Priester auf, „dass sie täglich würdig und andächtig die Messe feiern, damit sie selbst und die übrigen Christgläubigen die Zuwendung der Früchte genießen, die aus dem Kreuzesopfer überreich hervorgehen. So werden sie auch am meisten zum Heil des Menschengeschlechtes beitragen.“

Sodann betont der Papst: „Der Herr wird ja dann im Messopfer – in welchem das Kreuzesopfer vergegenwärtigt und dessen heilbringende Kraft zugewendet wird – unblutig geopfert, wenn er kraft der Wandlungsworte beginnt, sakramental gegenwärtig zu sein, gleichsam als geistige Speise der Gläubigen, unter den Gestalten von Brot und Wein.“

Auch wenn es mehrere Weisen gibt, in denen Christus in seiner Kirche gegenwärtig ist, so ist die Gegenwart Christi in der Eucharistie eine besondere, „weil sie wesentlich ist, wodurch der ganze und unversehrte Christus, Gott und Mensch, gegenwärtig wird“. Das Konzil von Trient präzisiert: „Deswegen ist unser Erlöser nach seiner Menschheit gegenwärtig nicht nur zur Rechten des Vaters, nach der natürlichen Existenzweise, sondern zugleich auch im Sakrament der Eucharistie, in einer Daseinsweise, die wir zwar kaum in Worten auszudrücken vermögen, dennoch mit der vom Glauben erleuchteten Vernunft als für Gott möglich erkennen können und standhaft glauben müssen“.

Nach dem heiligen Chrysostomus enthält das Sakrament der Eucharistie nämlich „Christus selbst und ist gewissermaßen die Vollendung des geistlichen Lebens und das Ziel aller Sakramente.“

Anschließend weist Paul VI. darauf hin, dass dem Sakrament der Eucharistie sowohl innerhalb als auch außerhalb der Messfeier ein Kult der Anbetung gebührt und dass „wir sündigen, wenn wir es nicht anbeten“ (Augustinus).

Die weiteren Worte des Papstes an die Priester sind sehr eindringlich und deutlich: „Die Gläubigen mögen so oft wie möglich, am besten täglich, tätig am Messopfer teilnehmen, mit reinem und frommem Herzen sich durch die heilige Kommunion stärken und Christus, dem Herrn, auch gebührend für ein so großes Geschenk danken.“

Die tägliche Teilnahme am Heiligen Messopfer „hat vor allem den Sinn, dass sie – durch das Sakrament mit Gott verbunden – daraus Kraft schöpfen, die Leidenschaften zu beherrschen, die täglichen lässlichen Sünden zu tilgen und sich vor dem Fall in schwere Sünden, dem die menschliche Schwachheit immer ausgesetzt ist, zu bewahren“.

„Außerdem sollen sie es nicht unterlassen, das allerheiligste Sakrament – das an einem bevorzugten Ort und mit größter Ehrfurcht den liturgischen Gesetzen entsprechend in den Kirchen aufzubewahren ist – tagsüber zu besuchen; eine solcher Besuch ist ein Beweis der Dankbarkeit und ein Zeichen der Liebe und der schuldigen Verehrung gegenüber Christus, dem Herrn, der hierin gegenwärtig ist.“

„Jeder, der eine besondere Andacht zur heiligen Eucharistie hat und sich bemüht, die unendliche Liebe Christi zu uns vorbehaltlos und großmütig zu erwidern, erfährt daher und erfasst zutiefst mit großer innerer Freude und Frucht, welchen hohen Wert ein Leben hat, das mit Christus in Gott verborgen ist und was es bedeutet, mit Christus Zwiesprache zu pflegen: hier auf Erden das Beglückendste und auf dem Weg zur Heiligkeit das Wirksamste.“

Eucharistie 2

Schließlich drängt „der Kult der heiligen Eucharistie nachdrücklich zur ,,sozialen“ Liebe (…), aufgrund derer wir das Gemeinwohl dem Privatwohl vorziehen, die Sache der Gemeinschaft, der Pfarrei, der Gesamtkirche zu der unsrigen machen und die Liebe auf die ganze Welt ausdehnen, weil wir wissen, dass es überall Glieder Christi gibt.“

Abschließend bittet der Papst den Herrn, die Gottesmutter und die Heiligen darum, dass „aus dem uns gemeinsamen Glauben und dem gemeinsamen eucharistischen Kult die vollkommene Einheit der Gemeinschaft aller, die sich Christen nennen, entstehe und erblühe. Es mögen sich unserem Geist die Worte des heiligen Märtyrers Ignatius einprägen, mit denen er die Gemeinde von Philadelphia vor dem Übel der Trennungen und Spaltungen warnte, deren Heilmittel in der Eucharistie besteht: ,,Bemüht euch daher“, sagt er, ,,die eine Danksagung zu feiern. Es gibt nur ein Fleisch unseres Herrn Jesus Christus; es gibt nur einen Kelch in der Einheit seines Blutes, nur einen Altar, einen Bischof …““. —

Paul VI. hat in dieser Enzyklika das Allerheiligste ganz wunderbar beschrieben und dessen unermessliche Bedeutung für uns Menschen herausgestellt. Wir beten darum und bitten unsere Oberhirten, dass wir es möglichst bald wieder empfangen können, denn: sine domenico non possumus!

Link zum vollständigen Text der Enzyklika „Mysterium Fidei“

 

Die Rede über das Himmelsbrot: „Ich bin das Brot des ewigen Lebens“ (3)

25/08/2012

zum Evangelium vom 26. August 2012: Johannes 6,60-69

„Aber dieser ist ja wahnsinnig! Wer kann denn auf solche Weise leben? In unserer Religion ist es nur der Priester, der rein sein muss, um das Opfer darzubringen. Dieser hier aber will aus uns lauter Opfer seines Wahnsinns machen. Seine Lehre ist zu mühselig und diese Sprache ist zu hart! Wer kann sie anhören und sie verwirklichen?“ flüstern mehrere Anwesende, und viele von diesen gelten bereits als seine Jünger.

Das Volk geht diskutierend weg und die Anzahl der Jünger scheint sich sehr verringert zu haben, als in der Synagoge nur noch der Meister und seine Getreuesten zurückbleiben. Ich zähle sie nicht, aber ich kann sagen, dass es grob geschätzt kaum mehr als hundert sind. Auch in den Reihen der alten Jünger, die schon im Dienste Gottes standen, muss der Abfall bedeutend gewesen sein. Unter den Übriggebliebenen sind die Apostel, der Priester Johannes und der Schriftgelehrte Johannes, Stephanus, Hermas, Timoneus, Ermastheus, Agapus, Joseph, Salomon, Abel von Bethlehem in Galiläa und Abel, der frühere Aussätzige von Chorazim mit seinem Freund Samuel, Elias (jener, der das Begräbnis seines Vaters der Nachfolge Jesu hintangestellt hatte), Philippus von Arbela, Aser und Ismael von Nazareth. Ferner sind hier noch andere, deren Namen ich nicht kenne. Sie alle reden leise miteinander und machen Bemerkungen über den Abfall der vielen und über die Worte Jesu, der nachdenklich mit verschränkten Armen dasteht und sich an ein hohes Lesepult lehnt.

„Ihr nehmt Anstoß an dem, was ich gesagt habe? Und wenn ich euch sagen würde, dass ihr eines Tages den Menschensohn zum Himmel, wo er zuvor gewesen ist, auffahren und ihn zur Rechten des Vaters sitzen sehen werdet? Was habt ihr denn bis zu dieser Stunde verstanden, aufgenommen und geglaubt? Und womit habt ihr gehört und aufgenommen? Nur mit eurer Menschheit? Der Geist ist es, der lebendig macht und Wert hat. Das Fleisch nützt zu nichts. Meine Worte sind Geist und Leben und müssen mit dem Geist angehört und verstanden werden, um durch sie das Leben zu erlangen. Aber viele sind unter euch, deren Geist abgestorben ist, weil er ohne Glaube ist. Viele von euch glauben nicht wahrhaft, und so folgen sie mir vergeblich. Sie werden nicht das ewige Leben, sondern den Tod ernten. Denn wie ich schon im Anfang gesagt habe, sind sie entweder aus Neugierde, aus menschlichem Interesse, was noch schlimmer ist, oder aus noch viel unwürdigeren Absichten hier.

Sie sind nicht vom Vater hergeführt worden als Belohnung für ihren guten Willen, sondern vom Satan. Wahrlich, niemand kann zu mir kommen, wenn es ihm nicht von meinem Vater gewährt wird. Geht nur, ihr, da es euch schwer fällt, bei mir zu bleiben und ihr euch nur schämt, mich zu verlassen; die ihr euch aber andererseits noch mehr schämt, weil ihr im Dienste eines Meisters steht, der euch „verrückt und hart“ vorkommt. Geht! Besser ist es, ihr seid weit weg, als dass ihr hier bleibt, um zu schaden!“

Viele weitere Jünger ziehen sich zurück, unter ihnen der Schriftgelehrte Johannes und Markus, der einst besessene Gerasener, der geheilt wurde, nachdem die Dämonen in Schweine gefahren waren. Die guten Jünger beraten sich und laufen hinter diesen Treubrüchigen her, um sie zurückzuhalten. In der Synagoge sind jetzt Jesus, der Synagogenvorsteher und die Apostel…

Jesus wendet sich an die Zwölf, die niedergeschlagen in einer Ecke stehen, und fragt ohne Bitterkeit und Traurigkeit, doch sehr ernst: „Wollt auch ihr gehen?“

Petrus antwortet ihm in einem schmerzlichen Ausbruch: „Herr, wohin sollen wir gehen? Zu wem? Du bist unser Leben und unsere Liebe. Nur du hast Worte des ewigen Lebens. Wir haben erkannt, dass du Christus, der Sohn Gottes, bist. Wenn du willst, jage uns fort. Aber von uns aus werden wir dich nicht verlassen, selbst… selbst, wenn du uns nicht mehr lieben würdest…“ Und Petrus weint lautlos viele Tränen… Auch Andreas, Johannes und die beiden Söhne des Alphäus weinen ohne es zu verbergen, und die anderen, bleich oder rot vor Erregung weinen nicht, leiden jedoch sichtlich.

„Warum sollte ich euch fortjagen? Habe ich euch Zwölft nicht selbst erwählt…?“

Jairus hat sich klugerweise zurückgezogen, um Jesus die Freiheit zu lassen, seine Apostel zu trösten oder zu tadeln. Jesus, der den schweigenden Rückzug bemerkt hat, sagt, indem er sich bedrückt niedersetzt, als ob die Offenbarung seine Kräfte übersteigen würde, müde, angeekelt und schmerzvoll: „Und doch ist einer unter euch ein Dämon.“

Auszug aus “Der Gottmensch″, Bd. VI von Maria Valtorta. Veröffentlicht mit Genehmigung des Herausgebers Centro Editoriale Valtortiano srl. Isola del Liri (FR), www.mariavaltorta.com, dem die Rechte für die Werke Maria Valtortas gehören. Um die Bücher Maria Valtortas in deutscher Sprache zu erwerben bitte wenden an den Parvis-Verlag, 1648 Hauteville, Schweiz: book@parvis.chwww.parvis.ch

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