Posts Tagged ‘Hl. Joseph’

2. Februar: Fest der Darstellung des Herrn

01/02/2011

(…) Maria steigt vom Esel, nahe der Pforte, wo sich eine Art Stallung für Lasttiere befindet. Ich sage Stallung; aber es ist eine Art Schuppen, besser ein Wetterdach, wo Stroh gestreut ist und Pflöcke mit Ringen angebracht sind, an denen man die Vierfüßler anbinden kann. Joseph gibt einem jungen Mann einige Münzen für etwas Heu, holt in einem Wasserschlauch aus einem einfachen Ziehbrunnen in einem Winkel Wasser und tränkt den Esel.

Dann begibt er sich wieder zu Maria, und beide betreten den Tempelbereich. Sie wenden sich einem mit Säulenhallen umgebenen Hof zu, wo die Verkäufer sind, die Jesus später energisch geißeln wird; Verkäufer von Turteltauben und Lämmern sowie die Geldwechsler. Joseph kauft zwei weiße Täubchen. Geld wechselt er nicht. Offenbar hat er schon, was er braucht.


Joseph und Maria begeben sich nun zu einer Seitentür, zu der acht Stufen führen – wie mir scheint, ist dies vor allen Türen der Fall -, so dass sich der Kubus des Tempels etwas über dem normalen Boden erhebt. Dieser Tür folgt eine grosse Vorhalle, wie bei den Eingängen unserer großstädtischen Häuser; hier ist sie aber viel geräumiger und voller Schmuck. In ihr befinden sich rechts und links zwei Altäre oder zwei rechteckige Konstruktionen, deren Zweck ich vorläufig noch nicht einsehe. Es sind niedrige Wannen, denn der äußere Rand erhebt sich einige Zentimeter über die innere Fläche. Ein Priester eilt herbei; ich weiss nicht, ob Joseph ihn gerufen hat. Maria überreicht ihm die beiden Täubchen als Reinigungsopfer. Und ich wende, da ich das Los der Täubchen kenne, den Blick anderswohin. Ich betrachte die Ornamente des schweren Portals, der Decke, des Vorhofs. Nun scheint mir, dass der Priester Maria mit Wasser besprengt. Es muss wohl Wasser sein, denn ich sehe keine Flecken auf dem Gewand Marias. Sie hat dem Priester zusammen mit den Täubchen eine Anzahl Geldstücke gegeben (ich hatte vergessen, es zu sagen) und tritt nun mit Joseph und in Begleitung des Priesters in das eigentliche Tempelgebäude ein.

Ich schaue nach allen Seiten. Sie befinden sich in einem reich geschmückten Raum. Skulpturen, wie Engelsköpfe und Palmen und Verzierungen, laufen den Säulen, Wänden und der Decke entlang. Licht tritt ein durch merkwürdig lange, schmale Fenster, natürlich ohne Glas, die schräg die Wände durchbrechen. Ich nehme an, dass sie so gebaut worden sind, um das Eindringen des Regens zu verhindern.

Maria geht bis zu einer bestimmten Stelle. Dann bleibt sie stehen. Einige Meter vor ihr sind weitere Stufen, und über diesen erhebt sich eine Art Altar, und jenseits davon schliesst sich ein weiteres Gebäude an. Ich glaubte, schon im Tempel zu sein; in Wirklichkeit aber befinde ich mich in einem Bau, der den wahren und eigentlichen Tempel, das Allerheiligste, umgibt, in das, wie mir scheint, niemand außer dem Priester eintreten darf. Was ich für den Tempel hielt, ist nur eine geschlossene Vorhalle, die von drei Seiten den Tempel umschliesst, in dem sich der Tabernakel befindet. Ich weiss nicht, ob ich mich gut ausgedrückt habe, da ich weder Architekt noch Ingenieur bin.

Maria opfert das Kind, das nun aufgewacht ist und die unschuldigen Äuglein mit dem erstaunten Blick eines nur wenige Tage alten Kindes zum Priester hinwendet. Dieser nimmt es und hebt es mit ausgestreckten und zum Tempel hingewandten Armen empor, während er sich an den altarähnlichen Aufbau lehnt.

Der Ritus ist beendet. Das Kind wird der Mutter zurückgegeben, und der Priester geht fort. Neugieriges Volk steht da umher. Zwischen ihm macht sich ein gebeugter, hinkender Greis Platz, der sich auf seinen Stab stützt. Er muss sehr alt sein; ich schätze ihn über achtzig. Er nähert sich Maria und bittet sie, ihm für einen Augenblick den Kleinen zu geben. Lächelnd erfüllt Maria seinen Wunsch.


Simeon, von dem ich immer glaubte, dass er zur Klasse der Priester gehöre, der aber nur ein einfacher Gläubiger ist, wenigstens dem Gewand nach zu urteilen, nimmt ihn entgegen und küßt ihn. Jesus lächelt ihm zu, mit dem unsicheren Gesichtsausdruck, der den Säuglingen eigen ist. Es scheint, als beobachte er ihn neugierig; den der Alte weint und lacht zu gleicher Zeit, und die in die Falten fliessenden Tränen bilden ein Glitzerwerk und fallen dann auf den langen weissen Bart, nach dem Jesus seine Händchen ausstreckt. Jesus ist noch das Kindlein, das von allem angezogen wird, was sich bewegt, und alles anfassen möchte, um es besser anschauen zu können. Joseph und Maria lächeln, ebenso wie die Anwesenden, die die Schönheit des Kleinen loben.

Ich höre die Worte des heiligen Alten und bemerke den erstaunten Ausdruck Josephs (Lk 2,20-32) und die Rührung Marias und der kleinen Menge, die teils erstaunt und bewegt ist, teils bei den Worten des Greises in ein Gelächter ausbricht. Es sind auch bärtige Männer da und aufgeblasene Mitglieder des Synedriums, die den Kopf schütteln und mit ironischem Mitleid auf Simeon schauen. Sie glauben wohl, er habe infolge des Alters den Verstand verloren.

Das Lächeln Marias schwindet, und eine starke Blässe tritt in ihr Antlitz, als Simeon ihr das Leiden ankündigt (Lk 2, 34-35). Obwohl sie davon weiss, durchbohren die Worte ihre Seele. Maria nähert sich Joseph, um Trost zu finden und drückt in ihrem Schmerz das Kind an die Brust. Wie eine dürstende Seele trinkt sie die Worte der Anna des Phanuel in sich hinein, die sich als Frau ihres Schmerzes erbarmt und ihr verheißt, dass der Ewige ihr die Stunde der Leiden mit übernatürlicher Kraft lindern werde. „Frau! Dem, der seinem Volk den Erlöser geschenkt hat, wird die Macht nicht fehlen, seinen Engel auszusenden, damit er dir in deinem Leid beistehe. Die Hilfe des Herrn hat den grossen Frauen Israels nie gefehlt, und du bist viel grösser als Judith und Rachel (Judith 13; Richt 4, 17-23). Unser Gott wird dir ein Herz aus lauterem Gold geben, damit es dem Meer der Schmerzen gewachsen sei; denn du bist die größte Frau der Schöpfung, die Mutter. Und du, Kindlein, gedenke meiner in der Stunde deiner Sendung!“

Hier endet die Vision.

Auszug aus “Der Gottmensch″, Band I von Maria Valtorta. Veröffentlicht mit der Genehmigung des Herausgebers Centro Editoriale Valtortiano srl. Isola del Liri (FR), www.mariavaltorta.com, dem die Rechte für die Werke Maria Valtortas gehören. Um die Bücher Maria Valtortas in deutscher Sprache zu erwerben bitte wenden an den Parvis-Verlag, 1648 Hauteville, Schweiz: book@parvis.ch, www.parvis.ch


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23. Januar: Gedenktag Mariä Verlobung

23/01/2011

Die berührende Vision Maria Valtortas, in der der hl. Joseph durch den blühenden Mandelzweig zum Bräutigam Marias bestimmt wird und anschliessend die Begegnung des Handwerkers aus Nazareth mit der Tempeljungfrau Maria stattfindet, kann bei mariavaltorta.info nachgelesen werden. Kapitel 19 – Joseph wird zum Bräutigam der Jungfrau bestimmt. (Hinweis: Pdf Seite 61/ Buch Seite 74)

Sei gegrüßt, heiliger Josef,

du Abbild Gottes, des himmlischen Vaters.

Sei gegrüßt, heiliger Josef,

der du Vater des Sohnes Gottes genannt wirst.

Sei gegrüßt, du Heiligtum des Heiligen Geistes.

Sei gegrüßt, du Geliebter

der Allerheiligsten Dreifaltigkeit.

Sei gegrüßt, du treuester Mithelfer Gottes

bei der Ausführung seiner heiligsten Ratschlüsse.

Sei gegrüßt, du würdigster Bräutigam

der jungfräulichen Mutter.

Sei gegrüßt, du geistlicher Vater der Gläubigen.

Sei gegrüßt, du besonderer Beschützer jungfräulicher Seelen.

Sei gegrüßt, du innigster Freund der Armut.

Sei gegrüßt, du Vorbild der Sanftmut und Geduld.

Sei gegrüßt, du Beispiel der Demut und des Gehorsams.

Sei gegrüßt, du Beschützer der heiligen Kirche.

 

Die christliche Provence

12/08/2009

Die Provence, ein beliebtes Reiseziel der Deutschen, ist einer der ältesten und wichtigsten Orte des Christentums in Europa. Besonders interessant ist, dass sich die provenzalische Tradition weitgehend mit den Zeugnissen der 2004 selig gesprochenen Seherin Katharina Emmerich und den Visionen von Maria Valtorta deckt.


Während der Christenverfolgungen in Palästina landete um 42 n. Chr. bei Les-Saintes-Maries-de-la-Mer ein Boot mit sieben engen Vertrauten Jesu, darunter die drei Geschwister Lazarus, Maria Magdalena und Martha. Sie verbreiteten das Christentum in der Provence und hinterliessen dabei zahlreiche Spuren :

Der hl. Lazarus wurde erster Bischof von Marseille, in den Katakomben von St. Victor ist heute noch sein in Stein gehauener Sitz zu entdecken. Er starb unter Domitian den Märtyrertod, nachdem er sich geweigert hatte, den römischen Göttern zu opfern. Das unterirdische Gefängnis an der Place de Lenche, in dem er vor seiner Enthauptung gefangen gehalten wurde, existiert immer noch, kann aber nicht besichtigt werden. Ein Teil seiner Reliquien befinden sich heute in der Cathédrale de la Major.

Die hl. Martha blieb in der Nähe von Tarascon, wo sie viele Bekehrungen erwirkte und ein bekanntes Untier, die Tarasque, mit dem Kreuzzeichen bezähmte. Bereits im Jahr 500 pilgerte Clovis  zu den Reliquien der Heiligen, die dort in der Kirche Sainte Marthe verehrt werden.

Die hl. Maria Magdalena – Schutzpatronin der Provence – lebte noch ca. 30 Jahre zurückgezogen in einer Höhle im Gebirgsmassif Sainte Baume südöstlich von Aix en Provence. 1279 wurde ihr Grab wiederentdeckt und daraufhin in St. Maximin eine beeindruckende Basilika für ihre Reliquien errichtet. Die Höhle und die Basilika sind unbedingt einen Besuch wert! Der Aufstieg zur Höhle, bei der vier Dominikaner ständig leben, dauert ungefähr 1 Stunde. Viele Wanderungen sind in dieser schönen Gegend möglich und wer dort länger bleiben möchte, kann bei den Dominikanerinnen am Fuss des Massifs in der Nähe von Plan d’Aups günstig übernachten.

 

Camargue: Verehrung der heiligen Marien

Les-Saintes-Maries-de-la-Mer: Verehrung der heiligen Marien

Fast alle provenzalischen Städte und Dörfer tragen unzählige Spuren des frühen und späteren Christentums: Abteien, Klöster, Kirchen, Kapellen, Gärten, Höhlen, grosse und kleine Heiligtümer duchziehen das ganze Gebiet. Hinzu kommen Bildhauerei, Malerei, Kunsthandwerk, traditionelle Krippenfiguren usw.

Cannes-Lérins war während mehrerer Jahrzehnte das Zentrum der christlichen Spiritualität und Avignon ist der einzige Ort, in dem sich das Papsttum ausserhalb Italiens niederliess.  314 berief der erste christliche römische Herrscher Konstantin das erste kirchliche Konzil nach Arles ein. Viele Heilige und Märtyrer haben in der Provence gelebt und gewirkt (der hl. Antonius z. B. in Arles/ Trinquetaille) und Kloster und Orden gegründet (z. B. der hl. Kassian). Sowohl in den bekannteren Orten als auch in kleinen Dörfern finden immer noch berührende traditionelle Prozessionen und Feste statt. An einigen Orten haben Marienerscheinungen stattgefunden, z. B. in La Salette und Sisteron. In Cotignac wird zusätzlich die Erscheinung des hl. Joseph verehrt.

Was den Jakobsweg betrifft, führen zwei verschiedene Pilgerrouten über Arles nach Compostella: eine von Norden kommend über die Alpen, die zweite von Osten/ Italien her, sie führt teilweise am Mittelmeer entlang.

Weitere Informationen: Diözese Marseille oder Comité regional de Tourisme PACA