Posts Tagged ‘Jakobus’

Die Verklärung Jesu auf dem Tabor

03/03/2012

Hier geht es zur Valtorta-Vision zum zweiten Fastensonntag 2012: Markus 9,2-10

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Jesu Begegnung mit Johannes und Jakobus

22/01/2011
(zum Sonntags-Evangelium vom 23. Januar 2011: Matthäus 4,12-23)

Ich sehe Jesus auf dem schmalen grünen Pfad längs des Jordan dahinschreiten. Er ist in der Nähe des Ortes, wo er getauft worden ist, und zwar beim Flußübergang, der sehr bekannt zu sein scheint und von vielen zum Überqueren benützt wird. Doch der Ort, den ich noch vor kurzem voller Leute gesehen habe, erscheint nun menschenleer. Nur einige Wanderer, zu Fuß oder auf einem Reittier, sind zu sehen.

Jesus scheint in Gedanken versunken und schreitet nach Norden weiter. Bei der Furt angekommen, begegnet er einer Gruppe von Männern verschiedenen Alters, die eifrig miteinander diskutieren und sich dann trennen, die einen schreiten in nördlicher, die anderen in südlicher Richtung weiter. Unter denen, welche sich nach Norden wenden, sehe ich Johannes und Jakobus. Johannes bemerkt Jesus zuerst und macht seinen Bruder auf ihn aufmerksam. Sie reden noch etwas miteinander, dann beeilt sich Johannes, Jesus einzuholen. Jakobus folgt langsam. Die anderen achten nicht darauf und gehen diskutierend weiter.

Als Johannes Jesus bis auf zwei oder drei Meter eingeholt hat, ruft er: „Lamm Gottes, das du hinwegnimmst die Sünden der Welt!“

Jesus wendet sich um und schaut ihn an. Sie stehen sich nun gegenüber und betrachten sich. Jesus tut dies ernst und eindringlich; Johannes mit reinen Augen und einem Lächeln im kindlichen Gesicht, das beinahe mädchenhaft wirkt. Er dürfte ungefähr 20 Jahre alt sein, und auf den rosigen Wangen ist nur ein leichter, blonder Flaum, der wie ein goldener Schleier aussieht.

Jesus fragt: „Wen suchst du?“

„Dich, Meister.“

„Woher weißt du, dass ich Meister bin?“

„Der Täufer hat es mir gesagt.“

„Warum nennst du mich Lamm?“

„Ich hörte Johannes dich so nennen. Es war vor ungefähr einem Monat, als du hierhergekommen bist.“

„Was willst du von mir?“

„Dass du uns Worte des ewigen Lebens verkündest und uns tröstest.“

„Wer bist du?“

„Ich bin Johannes, Sohn des Zebedäus, und dies ist mein Bruder, Jakobus. Wir sind aus Galiläa und Fischer. Wir sind jedoch auch Jünger des Johannes des Täufers. Er verkündete uns Worte des Lebens, und wir nahmen sie in unser Herz auf, da wir Gott folgen wollen und unsere Herzen durch Buße auf die Ankunft des Messias vorbereiten, um Vergebung zu erlangen. Du bist der Messias. Johannes hat es uns gesagt; denn er hat das Zeichen der Taube gesehen, die sich auf dir niedergelassen hat. Er sagte zu uns: „Seht das Lamm Gottes!“ Ich bitte dich, Lamm Gottes, das du hinwegnimmst die Sünden der Welt, gib uns den Frieden! Wir haben nämlich niemanden mehr, der uns leitet, und unsere Seele ist betrübt.“

„Wo ist Johannes?“

„Herodes hat ihn gefangennehmen lassen. Nun befindet er sich im Gefängnis. Seine Getreuen haben versucht, ihn zu befreien. Doch es ist unmöglich. Wir kommen gerade von dort. Lass uns mit dir gehen, Meister, zeige uns, wo du wohnst!“


„Kommt mit! Doch wisst ihr, um was ihr bittet? Wer mir nachfolgen will, muss auf alles verzichten: auf Haus, Verwandte, seine Art zu denken und selbst das Leben. Ich werde euch zu meinen Jüngern und Freunden machen, wenn ihr wollt. Doch habe ich keine Reichtümer oder Gönner. Ich bin arm und werde noch ärmer werden, bis ich nichts mehr habe, um mein Haupt darauf zu legen. Und ich werde verfolgt werden, mehr als ein verirrtes Lamm von hungrigen Wölfen verfolgt wird. Meine Lehre ist noch strenger als die Lehre des Täufers, da sie sogar verbietet, nachtragend zu sein. Meine Lehre richtet sich mehr an die Seele als an das Äußere. Ihr müsst wiedergeboren werden, wenn ihr mir gehören wollt. Wollt ihr das?“

„Ja, Meister, denn du allein hast Worte, die uns Licht geben. Sie erleuchten uns, und wo zuerst finstere Trostlosigkeit herrschte, weil wir ohne Führung waren, erfüllen sie uns mit Sonnenlicht.“

„Kommt also, und gehen wir! Unterwegs werde ich euch belehren.“

Auszug aus “Der Gottmensch“, Band I von Maria Valtorta. Veröffentlicht mit der Genehmigung des Herausgebers Centro Editoriale Valtortiano srl. Isola del Liri (FR), www.mariavaltorta.com, dem die Rechte für die Werke Maria Valtortas gehören. Um die Bücher Maria Valtortas in deutscher Sprache zu erwerben bitte wenden an den Parvis-Verlag, 1648 Hauteville, Schweiz: book@parvis.ch, www.parvis.ch


6. August: Fest der Verklärung des Herrn

05/08/2010
(zum Evangelium nach Lukas 9,28-36)

Nach einer kurzen Rast im Schatten einer Baumgruppe, sicher wegen Petrus, den der Aufstieg sichtlich ermüdet hat, beginnt Jesus weiter aufzusteigen. Er geht fast bis zum Gipfel, dorthin, wo sich ein mit Gras bewachsenes Plateau befindet, das im Halbkreis von einigen Bäumen begrenzt wird.

„Ruht euch aus, Freunde. Ich will dorthin gehen, um zu beten“, sagt Jesus indem er auf einen großen Felsblock zeigt, der nicht gegen den Abhang, sondern nach innen, dem Gipfel zu, emporragt.

Jesus kniet auf der Wiese nieder und lehnt Hände und Haupt an den Felsblock, dieselbe Haltung, die er später beim Gebet in Gethsemane einnehmen wird. Die Sonne bescheint ihn nicht, da der Gipfel ihn vor ihr schützt, doch der übrige Rasenplatz ist sehr sonnig, außer dem schattigen Rand mit den Bäumen, unter welchen sich die Apostel niedergelassen haben.

Petrus löst seine Sandalen, schüttelt Staub und Steinchen ab und bleibt barfuß, mit seinen müden Füßen im frischen Gras, halb ausgestreckt liegen, wobei er den Kopf auf einem Büschel ruhen lässt, das etwas höher aus dem Gras ragt und eine Art Polster bildet.

Jakobus tut es ihm nach. Doch, um es sich bequemer zu machen, sucht er nach einem Baumstumpf, auf den er seinen Mantel legt, um sich darauf zu stützen.

Johannes bleibt sitzen und beobachtet den Meister. Aber die Ruhe des Ortes, das frische Lüftchen, die Stille und die Müdigkeit überwältigen auch ihn, und sein Kopf sinkt auf die Brust und seine Augen fallen zu. Keiner von den dreien schläft tief, sie sind nur von der sommerlichen Schläfrigkeit wie betäubt.

Doch plötzlich werden sie durch eine Lichtfülle geweckt, die so lebendig erstrahlt, daß selbst die Sonne in ihr entschwindet; sie dringt bis zum Grün der Bäume und Sträucher, so sie sich niedergelassen haben.

Erstaunt öffnen sie ihre Augen und sehen Jesus verklärt. Jesus ist genau so, wie ich ihn in den Visionen des Paradieses schaue, natürlich ohne die Wundmale und ohne das Siegeszeichen des Kreuzes. Aber die Majestät seines Antlitzes und seiner Gestalt ist dieselbe, er strahlt wie im Himmel und trägt dasselbe Gewand wie dort, das sich aus einem dunkelroten in ein diamantenes, perlglänzendes immaterielles Gewebe verwandelt hat. Sein Antlitz ist eine Sonne, die stärker leuchtet als Sterne, und seine Augen strahlen wie Saphire. Er scheint noch stattlicher zu sein, als habe die Verklärung seine Gestalt anwachsen lassen. Ich kann nicht sagen, ob die Lichtfülle, die den ganzen Platz in phosphoreszierendes Licht taucht, ihm entströmt, oder ob sich sein eigenes Licht mit dem vermischt, das sich vom All und vom Paradies auf seinen Herrn ausgießt. Ich weiss nur, dass es etwas Unbeschreibliches ist.

Jesus steht jetzt aufrecht da, vielmehr, er schwebt über der Erde, denn zwischen ihm und dem Grün des Bodens ist eine Lichtwolke, ein Zwischenraum aus lauter Licht, auf dem er zu stehen scheint. Doch ist es so lebendig, daß ich mich auch täuschen könnte, und das Verschwinden des Grüns unter den Füßen Jesu könnte auch hervorgerufen sein durch dieses intensive Licht, das vibriert und wogt, wie man es oft bei großen Feuern sieht, blendend weiße Wogen. Jesus steht da, mit zum Himmel erhobenem Antlitz, und lächelt einer Vision zu, die ihn verzückt.

Die Apostel geraten beinahe in Angst und rufen ihm zu, denn er scheint nicht mehr ihr Meister zu sein, so erhaben verklärt und verwandelt ist er.

„Meister, Meister“, rufen sie leise und ängstlich.

Doch er hört sie nicht.

„Er ist in Ekstase“, sagt Petrus zitternd. „Was sieht er wohl?“

Die drei haben sich erhoben und möchten sich Jesus nähern, aber sie wagen es nicht.

Das Licht wird noch stärker durch zwei Flammen, die vom Himmel zu beiden Seiten Jesu herabkommen. Auf der Höhe der Ebene öffnet sich ihr Schleier, und es erscheinen zwei majestätische, strahlende Gestalten. Die eine ist älter, mit einem strengen, ernsten Blick und einem langen zweigeteilten Bart. Von seiner Stirne gehen zwei Lichthörner aus, die ihn mir als Moses anzeigen. Die andere Gestalt ist hager, bärtig und behaart, ungefähr wie der Täufer, dem er in Gestalt, Magerkeit und Strenge des Blickes ähnlich sieht. Während das Licht von Moses weiß ist, wie das von Jesus, besonders die Strahlen, die von der Stirn ausgehen, ist das Licht, das Elias ausströmt, sonnig, wie das einer lebendigen Flamme.

Die beiden Propheten stehen voller Ehrfurcht zu beiden Seiten ihres fleischgewordenen Gottes, und obwohl er in familiärem Ton mit ihnen spricht, verharren sie in ihrer ehrfurchtsvollen Haltung. Ich verstehe keines der gesprochenen Worte.

Die drei Apostel fallen zitternd auf die Knie und halten die Hände vors Gesicht. Sie möchten hinschauen, aber sie fürchten sich. Endlich sagt Petrus: „Meister, Meister, höre mich an!“ Jesus wendet sich Petrus zu und lächelt, so daß dieser Mut faßt und sagt: „Es ist schön, mit dir, Moses und Elias hier zu sein. Wenn du willst machen wir drei Zelte, für dich, für Moses und für Elias, und bleiben hier, um euch zu dienen…“

Jesus schaut ihn abermals an und lächelt noch ausdrücklicher. Dann schaut er auch Johannes und Jakobus an. Ein Blick, der die beiden mit Liebe umfängt! Auch Moses und Elias schauen die drei an und ihre Augen leuchten wie Blitze. Es müssen Strahlen sein, welche die Herzen durchdringen.

Die Apostel wagen kein Wort mehr zu sagen. Verängstigt schweigen sie und scheinen vor Verwunderung wie betäubt zu sein. Doch als ein Schleier, der weder ein Nebel, noch eine Wolke und auch kein Strahl ist, die drei Verklärten einhüllt und hinter einem noch helleren Lichtschirm verbirgt, und eine mächtige, wohlklingende Stimme die Luft erfüllt, fallen die drei zu Boden und verbergen das Antlitz im Gras.

„Das ist mein vielgeliebter Sohn, an dem ich mein Wohlgefallen habe. Auf ihn sollt ihr hören!“

Petrus hat, als er sich mit dem Gesicht voran zu Boden geworfen hat, ausgerufen: „Erbarmen mit mir Sünder! Die Herrlichkeit Gottes steigt herab!“ Jakobus gibt keinen Lauf von sich. Johannes flüstert mit einem Seufzer, als wäre er nahe dran, ohnmächtig zu werden: „Der Herr spricht!“

Keiner wagt seinen Kopf zu heben, selbst als es ganz still ist, und sie bemerken daher nicht, wie das natürliche Sonnenlicht zurückkehrt, in welchem Jesus in seinem roten Gewand wieder wie gewohnt erscheint. Lächelnd schreitet er auf sie zu, berührt und schüttelt sie und ruft sie beim Namen.

„Steht auf, ich bin es. Fürchtet euch nicht“, sagt er, denn die drei wagen nicht, ihre Augen zu erheben und flehen um Barmherzigkeit für ihre Sünden, da sie fürchten, daß es der Engel des Herrn ist, der sie dem Allerhöchsten zeigen will.

„So erhebt euch doch. Ich gebiete es euch“, wiederholt Jesus mit machtvoller Stimme. Sie schauen auf und sehen Jesus, der ihnen zulächelt.

„Oh, Meister, mein Gott!“ ruft Petrus aus. „Wie wird es uns noch möglich sein, fortan an deiner Seite zu leben, da wir deine Herrlichkeit geschaut haben? Wie werden wir unter den Menschen leben können, wir sündigen Menschen, nun, da wir die Stimme Gottes gehört haben?“

„Ihr werdet an meiner Seite leben müssen und meine Herrlichkeit schauen bis zum Ende. Seid dessen würdig, denn die Zeit ist nahe. Gehorcht meinem Vater und eurem Vater. Nun wollen wir zu den Menschen zurückkehren, denn ich bin gekommen, um unter ihnen zu sein und sie Gott zuzuführen. Laßt uns gehen. Seid im Gedenken an diese Stunde heilig, stark und treu. Ihr werdet einst teilhaben an meiner vollkommenen Herrlichkeit. Aber sprecht jetzt mit niemandem über das, was ihr gesehen habt. Auch nicht mit den Gefährten. Wenn der Menschensohn einst von den Toten auferstanden und in die Herrlichkeit des Vaters zurückgekehrt sein wird, dann werdet ihr sprechen, denn dann wird man, um an meinem Reich teilzuhaben, glauben müssen.“

Auszug aus “Der Gottmensch″ (Band VI) von Maria Valtorta. Veröffentlicht mit der Genehmigung des Herausgebers Centro Editoriale Valtortiano srl. Isola del Liri (FR), www.mariavaltorta.com, dem die Rechte für die Werke Maria Valtortas gehören. Um die Bücher Maria Valtortas in deutscher Sprache zu erwerben bitte wenden an den Parvis-Verlag, 1648 Hauteville, Schweiz: book@parvis.ch, www.parvis.ch

„Ich bin gekommen, um zu dienen“

17/10/2009
(zum Sonntags-Evangelium vom 18. Oktober 09: Mk 10, 35-45)

 

Während sie sich vom langen Gehen etwas ausruhen und einige etwas Brot essen, nähert sich die Mutter des Jakobus und des Johannes Jesus und wirft sich vor ihm nieder. Jesus hat sich nicht einmal gesetzt und hat es eilig, sich wieder auf den Weg zu machen.

Da sie offensichtlich um etwas bitten will, fragt Jesus sie : « Was willst du, Frau? Sprich. »

« Gewähre mit eine Gnade, bevor du fortgehst, wie du sagst. »

« Und welche? »

« Sage, dass diese meine Söhne, die alles für dich verlassen haben, einer zu deiner Rechten und der andere zu deiner Linken sitzen sollen, wenn du in deiner Herrlichkeit in deinem Reich auf dem Thron sitzen wirst. »

Jesus schaut die Frau und dann die beiden Apostel an und sagt : « Ihr habt eure Mutter auf diesen Gedanken gebracht und also meine Verheissungen von gestern völlig falsch verstanden. Das Hundertfache dessen, was ihr verlassen habt, werdet ihr nicht in einem Reich auf dieser Welt erhalten. Seid nun auch ihr gierig und töricht geworden? Nein, es ist nicht eure Schuld. Die trübe Dämmerung der Finsternis breitet sich schon aus, und die verpestete Luft des nahen Jerusalem verdirbt und blendet euch… Ich sage euch, ihr wisst nicht, um was ihr mich bittet! Könnt ihr den Kelch trinken, den ich trinken werde? »

« Wir können es, Herr. »

« Wie könnt ihr dies sagen, da ihr nicht einmal verstanden habt, wie bitter mein Kelch sein wird? Es wird nicht nur die Bitterkeit sein, die ich euch gestern geschildert habe, meine Bitterkeit als Mann aller Schmerzen. Es werden auch Qualen sein, die ihr nicht begreifen könntet, selbst wenn ich sie euch beschreiben würde… Und doch, obwohl ihr noch zwei Kindern gleicht, die nicht wissen, worum sie bitten, so seid ihr doch auch zwei ehrliche und mich liebende Seelen und werdet von meinem Kelch trinken. Aber das Sitzen zu meiner Rechten und zu meiner Linken, das habe nicht ich zu vergeben, sondern es wird denen zuteil werden, denen mein Vater es vorbehalten hat. »

 

Giovanni A. da Lodi: Apostel Petrus u. Johannes

Giovanni A. da Lodi: Apostel Petrus u. Johannes

Während Jesus noch redet, empören sich die anderen Apostel über die Bitte der Söhne des Zebedäus und ihrer Mutter. Petrus sagt zu Johannes : « Auch du! Ich erkenne dich nicht wieder als der, der du immer gewesen bist! »

Und Iskariot sagt mit seinem hämischen Lächeln : »Wahrlich, die Ersten werden die Letzten sein! Welch eine Zeit der Erkenntnisse und der Überraschungen… » und er wird ganz grün vor Hohn.

« Sind wir etwa der Ehren wegen dem Meister gefolgt? » rügt Philippus.

Thomas wendet sich an Maria Salome anstatt an die beiden und sagt : »Warum beschämst du deine Söhne? Wenn sie nicht nachgedacht haben, dann hättest du es tun sollen, um dies zu vermeiden. »

« Das ist wahr. Unsere Mutter hätte nicht so gehandelt », sagt Thaddäus.

Bartholomäus spricht nicht, aber sein Gesicht drückt seine ganze Missbilligung aus.

Simon der Zelote sagt, um die Entrüsteten zu beruhigen : »Alle können wir Fehler machen… »

Matthäus, Andreas und Jakobus des Alphäus schweigen und leiden sichtlich unter dem Vorfall, der auf die schöne Vollkommenheit des Johannes einen Schatten wirft.

Jesus gebietet Schweigen durch eine Geste und sagt : »Sollen nun aus einem Fehler viele werden? Ihr, die ihr entrüstet tadelt, merkt ihr denn nicht, dass ihr selbst sündigt? Lasst eure Brüder in Ruhe. Mein Tadel genügt. Ihre Beschämung ist offensichtlich, und ihre Reue demütig und aufrichtig. Ihr müsst euch gegenseitig lieben und helfen. Denn wahrlich, keiner von euch ist schon vollkommen. Ihr dürft die Welt und die Menschen in ihr nicht nachahmen. Ihr wisst, dass in der Welt die Herrscher der Völker sie unterjochen und die Grossen in ihrem Namen Gewalt an ihnen verüben. Aber bei euch soll es nicht so sein. Ihr sollt nicht danach trachten, die Menschen oder eure Gefährten zu beherrschen. Wer unter euch der Grösste sein will, soll euer Diener sein, und wer unter euch der Erste sein will, soll euer Knecht sein. So wie es euch euer Meister gezeigt hat. Bin ich etwa gekommen, um euch zu unterdrücken und euch zu beherrschen? Oder um mich bedienen zu lassen? Nein. Wahrlich, nein. Ich bin gekommen, um zu dienen. Und so, wie der Menschensohn nicht gekommen ist, um sich bedienen zu lassen, sondern um zu dienen und sein Leben zur Rettung vieler hinzugeben, so sollt auch ihr handeln, wenn ihr sein wollt, wie ich bin und wo ich bin. Nun geht. Und bleibt in Frieden untereinander, wie ich es mit euch bin. »

Jesus sagt mir:

« Ich weise ausdrücklich darauf hin: ‘… ihr werdet von meinem Kelch trinken.’ In den Übersetzungen steht : ‘meinen Kelch‘. Ich habe gesagt: ‘von meinem’, nicht ‘meinen’. Kein Mensch hätte meinen Kelch trinken können. Nur ich, der Erlöser,  musste meinen ganzen Kelch austrinken. Gewiss, meinen Jüngern, denen, die mich nachahmen und lieben, ist es gewährt, von dem Kelch zu trinken, den ich getrunken habe, den Tropfen, den Schluck oder die Schlücke, den die Auserwählung durch Gott ihnen zu trinken gewährt. Aber niemals wird irgend jemand den ganzen Kelch trinken, wie ich ihn getrunken habe. Daher ist es richtig zu sagen: ‘von meinem Kelch’ und nicht ‘meinen Kelch’. » (1)

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(1) Im Aramäischen, der Sprache Jesu, gibt es keinen Unterschied zwischen Dativ und Akkusativ; Jesus kann also sehr wohl ‚von meinem Kelch’ gesagt haben.

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Auszug aus “Der Gottmensch″, Band X  von Maria Valtorta, mit  der Genehmigung des Herausgebers Centro Editoriale Valtortiano srl. Isola del Liri (FR), www.mariavaltorta.com, dem die Rechte für die Werke Maria Valtortas gehören.